Aus der Reihe: Die schönsten esoterischen Programmiersprachen.

Der Anfang eines "Hello World"-Programms in SPL

Programmierer sind ernste Menschen. Stundenlang sitzen sie vor Bildschirmen, zerbrechen sich den Kopf über abstrakte Algorithmen und tun täglich Dinge, von denen die meisten Menschen nicht einmal eine Ahnung haben, dass es sie gibt. Eines würde man von diesem Menschenschlag am wenigsten erwarten: Einen Hang zur Esoterik.


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Ganz so vernünftig scheinen aber nun doch nicht alle Programmierer zu sein. Einige sind offenbar sogar ziemlich verrückt. Anders könnte man sich die Entstehung esoterischer Programmiersprachen, manchmal auch einfach exotische Programmiersprachen genannt, nicht erklären. Sie haben keinerlei praktischen Nutzen. Sie wurden erfunden um eine Idee auszudrücken, einen Rekord aufzustellen, oder auch nur so zum Spaß. Hier ein paar schöne Beispiele:

SPL (Shakespeare Programming Language)

SPL (siehe Bild oben) ist ein ganz besonderes Kleinod unter den Programmiersprachen. Der Programmcode sieht aus wie eines von William Shakespeares Theaterstücken. Variablen werden folgerichtig nach Shakespeares Charakteren benannt, Zahlen über die Aneinanderreihung von Adjektiven ausgedrückt.

So weist die Zeile „Hamlet: You lying stupid fatherless big smelly half-witted coward“ der Variablen „Hamlet“ den Wert -64 zu, da „coward“ als negatives (schlechtes) Wort den Wert -1 hat, der durch die sechs vorgeschalteten Adjektive sechsmal verdoppelt wird.

Hello World in der Programmiersprache "Chef"

Chef

Chef ist eine Programmiersprache, die sich offenbar in erster Linie an Quereinsteiger aus dem Gastrogewerbe oder ambitionierte Hobbyköche richtet: Der Code liest sich wie ein Kochrezept.

Ook!

Ook! ist die erste Programmiersprache, die es sich zum Ziel gesetzt hat, von einem durchschnittlichen Orang-Utan verstanden werden zu können. Der Code besteht im Wesentlichen aus Kombinationen der Schlüsselwörter „Ook!“, „Ook?“ und „Ook.“. Ook basiert übrigens auf Brainfuck (siehe unten).

Brainfuck

Dieses Beispielprogramm der 1993 erfundenen esoterischen Programmiersprache Brainfuck gibt „Hello World“ auf der Konsole aus:

++++++++++[>+++++++>++++++++++>+++>+<<<<-]>++.
>+.+++++++..+++.>++.<<+++++++++++++++.>.+++.--
----.--------.>+.>.+++.

Brainfuck kennt nur acht verschiedene Befehle,wodurch der Code eher schwierig zu lesen und zu verstehen ist. Trotzdem erfüllt Brainfuck einen gewissen Nutzen, wenn es darum geht, die Funktionsweise von Mikroprozessoren zu verstehen. Brainfuck kann mit einem besonders absurden Rekord aufwarten: Der kleinste BF-Compiler ist 171 Byte lang, der kleinste Interpreter sogar nur 98.

 

Hello World in Piet

Piet

Die Programmiersprache „Piet„, benannt nach dem Maler Piet Mondrian (der Name „Mondrian“ war schon an eine nicht-esoterische Sprache vergeben), liest seinen Code aus Gif-Bildern, die den abstrakten Bildern des Malers entfernt ähnlich sehen.

 

 

Perl spricht Latein – und Klingonisch

Auch die Paketdatenbank CPAN der durchaus beliebten Programmiersprache perl bietet einige bemerkenswerte Merkwürdigkeiten:

Schleifen auf Klingonisch

So sind bereits voll funktionsfähige Zusatzpakete für Klingonen und Römer erhältlich, nebst Übersetzungshilfen für Schweinelatein oder finnisches Schweinelatein. Auch die oben erwähnte Shakespeare-Sprach SPL wurde bereits implementiert.

 

 

 

 

 

Zum Weiterlesen

Allen Lesern, die noch tiefer in die Materie einsteigen wollen, seien folgende Seiten empfohlen:

  •  Auf Dangermouse findet sich eine Auflistung verschiedener esoterischer Sprachen und Algorithmen mit Beispielen.
  • Wikipedia-Artikel zu esoterischen Programmiersprachen, auch auf englisch.
  • Eine Webseite, die den Code zu einem Programm, das den Text des Liedes „99 bottles of beer“ ausgibt, in sage und schreibe 1440 verschiedenen Programmiersprachen auflistet.

16 Kommentare
  1. Was hat Esoterik außer dem Namen mit diesen recht kreativen Programmiersprachen zu tun?

    Kein vernünftiger Mensch würde etwas grösseres in diesen Programmiersprachen schreiben, aber sie zu entwerfen ist wohl kaum verrückt, da es dabei ja um Spass geht.

    1. Ich denke, das trifft’s. Mir erschließt sich genausowenig, warum das einen Blogeintrag in einem Netzpolitikblog bekommt, und der Art selbst verliert darüber auch kein Wort.

      1. @dtrz: Aufmerksamen Lesern wird vielleicht aufgefallen sein, dass wir seit Start des Blogs zahlreiche Themen der Digitalkultur hier behandelt haben, die erstmal nichts mit dem engen Thema Netzpolitik zu tun haben. Und wir haben auch weiterhin vor, das zu machen, wenn einer der Autoren Lust dazu hat.

  2. Und was hat das jetzt mit Esoterik zu tun ?!

    Gar nichts ! Den Begriff der Esoterik hier anstelle von „Quatsch, Spaß u. ä.“ einzusetzen zeugt von Unterbelichtung.

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