Generell

Die Musikindustrie vs. Irland

In Irland hat die Musikindustrie eine Zivilklage (Plenary Summon) gegen den Staat eingereicht, da sie der Meinung ist das Land tue nicht genug, um die durch Filesharing auftretenden Gewinneinbußen zu verhindern. Offenbar will man bei der Politik Druck ausüben, die Gesetze zugunsten der Rechteinhaber zu ändern, nachdem im Dezember eine Three-Strikes-Regelung gerichtlich als zu großer Eingriff in die Privatsphäre abgelehnt wurde. Eine gesetzliche Neuregelung, die das Blockieren von Anschlüssen ermöglichen würde, wurde für Mitte Januar angekündigt, die Klage dient also eher als Absicherung bzw. Druckmittel, wenn der politische Prozess in Stocken geraten sollte.

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6 Kommentare
  1. Ich finde, wir bräuchten das in Deutschland auch. :-)

    Die Kosten werden natürlich zu 100% von der MI/FI bezahlt inkl. Verwaltungsaufwand und vollem Schadensersatz falls die Sperrung nicht rechtmässig war. Ausserdem wird im Gegenzug die Pauschalkosten auf Datenträger/Drucker/PCs ersatzlos gestrichen und sämtliche Abmahnungen werden verboten.

  2. Na, dann viel Spaß dabei, den Schaden wirklich zu beweisen. Alle unabhängigen Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass eher mehr gekauft wird.
    Nach dem alten Grundsatz: Wer sich viel mit etwas beschäftigt, gibt auch eher Geld aus.

    Auf jeden Fall scheint es sich um eine große Aktion zu handeln, wenn man mal betrachtet, wo überall was abläuft. Auf EU-Ebene das generelle Lobbying sowieso, aber USA: PIPA und SOPA, Finnland und Niederlanden sperren PirateBay, die Vorratsdatenspeicherung…

  3. Ich bin eher der Meinung, dass die meisten Länder nicht genug dafür tun, um die durch künstliche Verknappung entstehenden Kultureinbußen zu verhindern.
    Dagegen sollte man mal klagen!

  4. Was sind denn das für Verhältnisse?
    Kann jetzt jeder eine bestimmte Politikmaßnahme einklagen?
    Die Politik, d. h. gewählte Volksvertreter sind dafür da, dass
    sie die Interessen der Bürger vertreten. Wenn Gerichte bestimmte politische Entscheidungen anordnen, dann nur, wenn es nicht anders mit der Verfassung verinbar ist. Selbst das mächtige BVerfG sagt aber immer nur: ändern (siehe Vorratsdatenspeicherung, Wahlrecht, Hartz4).
    Wenn Gerichte eine bestimmte Politik anordnen, wird Demokratie Ramsch.

    1. „Die Politik, d. h. gewählte Volksvertreter sind dafür da, dass
      sie die Interessen der Bürger vertreten.“

      Genau das sind sie…das Problem ist nur, dass sie ihrer Pflicht eher selten nachkommen…zumindest drängt sich dieser Gedanke auf ;)

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