Seit letztem Jahr wissen wir, dass Blogger unter Pseudonym für glaubwürdiger gehalten werden, seit diesem Jahr, dass Kommentatoren mit Pseudonymen besser sind. Jedenfalls wenn man den jeweiligen Untersuchungsergebnissen glaubt.
Ob das was mit geringerem Sendungsgbedürfnis und dem Zurücknehmen-können der eigenen Person zu tun hat? Die Zahlen der Firma Disqus geben darüber leider keine Auskunft. Allerdings liefert ein anderer Mechanismus eine nette Alternativhypothese: Klarnamensidentifikation war gleichbedeutend mit Über-Facebook-eingeloggt-sein. Schreiben Personen, die sich bei anderen Diensten über Facebook einloggen, im Schnitt weniger intelligente Kommentare? Man möchte es nicht ausschließen. Ebensowenig wie die Vermutung, dass die Kommunikation innerhalb von Facebook intelligenter wird wenn der Datenschutz verbessert und Pseudonyme zugelassen werden.
Weitere Kritikpunkte hat Spiegel Online aufgeführt:
Da Disqus aber nicht erklärt, wie genau gewichtet und ausgewählt wurde, ist bei der Interpretation der Ergebnisse aber Vorsicht geboten. Auch ist nicht klar, wie die Zahlen überhaupt zustande kamen: Die Infografik suggeriert, dass Daten aller 600 Millionen Disqus-Nutzer erhoben wurden; ein Nutzer kann aber mehrmals als Unique User auftauchen, etwa indem er oder sie abwechselnd anonym, pseudonym und mit Klarnamen postet.