Liebe Leser:innen,

Gesundheitsministerin Nina Warken hat ihre Digitalisierungsstrategie vorgelegt. Ich habe sie mir genauer angeschaut und bin der geplanten Spur unserer Gesundheitsdaten gefolgt. Denn tatsächlich zielt die Strategie vor allem darauf ab, eine der umfassendsten Gesundheitsdateninfrastrukturen weltweit aufzubauen. Unklar ist mir am Ende vor allem eines: was all das aus Patient:innensicht bringen soll.

Manuel Hofmann von der Deutschen Aidshilfe hat derweil den Blick auf die Rolle der „Künstliche Intelligenz“ in Warkens Strategie gerichtet. Sein Text stellt einfach mal grundlegende Fragen dazu, wie und warum wir „KI“ im Gesundheitswesen überhaupt einsetzen sollten. Ich mag die klare und gar nicht pathetisch gemeinte Schlussfolgerung – nämlich dass der Mensch kein „nerviges Beiwerk“ ist. Erst recht nicht im Gesundheitswesen.

Bleibt gesund und munter!

Daniel

Wir sind communityfinanziert

Unterstütze auch Du unsere Arbeit mit einer Spende.

Unsere Artikel des Tages

DigitalisierungsstrategieWie „Künstliche Intelligenz“ unser Gesundheitswesen verändern soll – und welche Fragen das aufwirft

Das Bundesgesundheitsministerium hat in der vergangenen Woche ein Update zur Digitalisierungsstrategie des Gesundheitswesens vorgelegt. Die sogenannte Künstliche Intelligenz spielt darin eine zentrale Rolle. Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt die richtigen Fragen stellen.

Lesen Sie diesen Artikel: Wie „Künstliche Intelligenz“ unser Gesundheitswesen verändern soll – und welche Fragen das aufwirft

BundesgesundheitsministeriumSo umfassend will Warken die Gesundheitsdaten aller Versicherten verknüpfen

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat ihre Digitalisierungsstrategie vorgelegt. Darin betont die CDU-Ministerin, die Patient:innensouveränität stärken zu wollen. Tatsächlich aber will sie eine der umfassendsten Gesundheitsdateninfrastrukturen weltweit aufbauen. Nutznießer sind Forschung und Pharma-Unternehmen. Die Rechte der Patient:innen bleiben auf der Strecke.

Lesen Sie diesen Artikel: So umfassend will Warken die Gesundheitsdaten aller Versicherten verknüpfen

Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

The Washington Post
Der NPR-Journalist David Greene verklagt Google. Mit NotebookLM bietet der Tech-Riese ein KI-Podcast-Tool an, dessen künstliche Stimme jener des Radioprofis auffällig ähnlich klingt. Google weist den Vorwurf des KI-Kopierens als unbegründet zurück.
Reuters
Das US-Kriegsministerium soll damit drohen, die Zusammenarbeit mit dem KI-Anbieter Anthropic einzustellen. Demnach soll sich der Anbieter weigern, bestimmte Sicherungen für das Pentagon aufzuheben.
heise online
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter und weiteren Vorfällen will die Bahn aufrüsten. Unter anderem soll Bahnpersonal künftig mit Bodycams ausgestattet werden. Datenschützer:innen drängen auf einen verhältnismäßigen Einsatz der Überwachung.
Golem
Meta will seine Smart Glasses mit Gesichtserkennung ausrüsten. Das soll dann passieren, wenn wir mit einem anderen Skandal beschäftigt sind.
Open Rights Group
Peter Thiels Founders Fund ist ein wichtiger Investor beim Unternehmen Persona, das Altersverifikation anbietet. Nutzende sind nun aufgeschreckt, da Persona etwa von Reddit und Discord genutzt wird oder werden soll.
The New York Times
Um regierungskritische Nutzer:innen zu identifizieren, fordert das US-Heimatschutzministerium DHS bei Google, Reddit und Meta vermehrt solche Daten ohne richterliche Genehmigung an – und erhält sie in einigen Fällen.
Deutschlandfunk Kultur
Michael Burmeister vom Amtsgericht Ahrensburg berichtet, wie der Umstieg auf Open-Source-Software in Schleswig-Holstein in der Praxis läuft.
Spektrum
Zum 150. Geburtstag des Telefons verfasst Spektrum eine Liebeserklärung auf die stimmgebundene Kommunikation.
Golem
Der Chatbot Claude darf nicht für Gewaltanwendung, Waffenentwicklung und Überwachung genutzt werden. Das Pentagon erwägt, die Zusammenarbeit abzubrechen, sollte die Herstellerfirma die Regeln nicht aufweichen.
The New York Times
Viele Teilnehmer:innen an den jüngsten Massenprotesten in Iran bekommen die Härte des Regimes zu spüren, wenn sie digitale Spuren ihres Widerstands hinterlassen haben. Und sei es, wenn sie nur ihr Handy zu einer Demo mitgenommen haben.
Wikipedia
KI-generierte Inhalte könnten bald von der deutschsprachigen Wikipedia verbannt werden. In einem Meinungsbild stimmten fast zwei Drittel der Stimmberechtigten für ein AI-Slop-Verbot.
taz
Der taz erinnert an die Wegbereiterin für die Standortbestimmung via GPS und erzählt die Geschichte der Mathematikerin Gladys West.
Gizmodo
Zwei demokratische Senatoren haben in den USA ein Gesetz eingebracht, das es Supermärkten verbieten würde, mittels Gesichtserkennung Preise zu individualisieren. Die Praxis verbreitet sich dort gerade.
Golem
287 Chrome-Erweiterungen schicken persönliche Daten an Databroker. Darunter sind millionenfach installierte Tools. Die komplette Liste gibt es auf Github.

Deine Spende für digitale Freiheitsrechte

Wir berichten über aktuelle netzpolitische Entwicklungen, decken Skandale auf und stoßen Debatten an. Dabei sind wir vollkommen unabhängig. Denn unser Kampf für digitale Freiheitsrechte finanziert sich zu fast 100 Prozent aus den Spenden unserer Leser:innen.

0 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Bitte keine reinen Meinungsbeiträge! Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.