Auf den PunktDer Mensch ist kein „nerviges Beiwerk“.

  • Daniel Leisegang

Liebe Leser:innen,

Gesundheitsministerin Nina Warken hat ihre Digitalisierungsstrategie vorgelegt. Ich habe sie mir genauer angeschaut und bin der geplanten Spur unserer Gesundheitsdaten gefolgt. Denn tatsächlich zielt die Strategie vor allem darauf ab, eine der umfassendsten Gesundheitsdateninfrastrukturen weltweit aufzubauen. Unklar ist mir am Ende vor allem eines: was all das aus Patient:innensicht bringen soll.

Manuel Hofmann von der Deutschen Aidshilfe hat derweil den Blick auf die Rolle der „Künstliche Intelligenz“ in Warkens Strategie gerichtet. Sein Text stellt einfach mal grundlegende Fragen dazu, wie und warum wir „KI“ im Gesundheitswesen überhaupt einsetzen sollten. Ich mag die klare und gar nicht pathetisch gemeinte Schlussfolgerung – nämlich dass der Mensch kein „nerviges Beiwerk“ ist. Erst recht nicht im Gesundheitswesen.

Bleibt gesund und munter!

Daniel

Unsere Artikel des Tages

BundesgesundheitsministeriumSo umfassend will Warken die Gesundheitsdaten aller Versicherten verknüpfen

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat ihre Digitalisierungsstrategie vorgelegt. Darin betont die CDU-Ministerin, die Patient:innensouveränität stärken zu wollen. Tatsächlich aber will sie eine der umfassendsten Gesundheitsdateninfrastrukturen weltweit aufbauen. Nutznießer sind Forschung und Pharma-Unternehmen. Die Rechte der Patient:innen bleiben auf der Strecke.

Internet-Shutdowns in AfrikaEine Krise für Menschenrechte und Demokratie

Internetsperren sind ein zunehmend verbreitetes Werkzeug autoritärer Regierungen, um Informationen zu kontrollieren und abweichende Meinungen zu unterdrücken. Damit sind sie zu einer wachsenden Bedrohung für die Demokratie in Afrika geworden. Das sollte auch den Globalen Norden interessieren.

Internet shutdowns in AfricaA human rights and democratic crisis

Internet shutdowns have become a growing threat to Africa’s democracy. They are an increasingly common part of the authoritarian toolkit used by governments to control information and suppress dissent. Here’s why you should care.

Social-Media-DebatteUrsachenbekämpfung statt Verbote

In Los Angeles stehen Meta und Google vor Gericht, in der EU muss TikTok nachschärfen. In beiden Fällen geht es um ihr süchtig machendes Design. Das verweist auf einen besseren Weg im Kinder- und Jugendschutz: Ursachenbekämpfung statt Verbote. Ein Kommentar.

Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

Ticker-News von The Washington Post vom 16. 02. 2026

Der NPR-Journalist David Greene verklagt Google. Mit NotebookLM bietet der Tech-Riese ein KI-Podcast-Tool an, dessen künstliche Stimme jener des Radioprofis auffällig ähnlich klingt. Google weist den Vorwurf des KI-Kopierens als unbegründet zurück.

Ticker-News von Reuters vom 16. 02. 2026

Das US-Kriegsministerium soll damit drohen, die Zusammenarbeit mit dem KI-Anbieter Anthropic einzustellen. Demnach soll sich der Anbieter weigern, bestimmte Sicherungen für das Pentagon aufzuheben.

Ticker-News von heise online vom 16. 02. 2026

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter und weiteren Vorfällen will die Bahn aufrüsten. Unter anderem soll Bahnpersonal künftig mit Bodycams ausgestattet werden. Datenschützer:innen drängen auf einen verhältnismäßigen Einsatz der Überwachung.

Ticker-News von Golem.de vom 16. 02. 2026

Der Chatbot Claude darf nicht für Gewaltanwendung, Waffenentwicklung und Überwachung genutzt werden. Das Pentagon erwägt, die Zusammenarbeit abzubrechen, sollte die Herstellerfirma die Regeln nicht aufweichen.

Ticker-News von The New York Times vom 16. 02. 2026

Viele Teilnehmer:innen an den jüngsten Massenprotesten in Iran bekommen die Härte des Regimes zu spüren, wenn sie digitale Spuren ihres Widerstands hinterlassen haben. Und sei es, wenn sie nur ihr Handy zu einer Demo mitgenommen haben.

Ticker-News von Gizmodo vom 16. 02. 2026

Zwei demokratische Senatoren haben in den USA ein Gesetz eingebracht, das es Supermärkten verbieten würde, mittels Gesichtserkennung Preise zu individualisieren. Die Praxis verbreitet sich dort gerade.

Über die Autor:innen

  • Daniel Leisegang
    Darja Preuss

    Daniel ist Politikwissenschaftler und Co-Chefredakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Gesundheitsdigitalisierung, Digital Public Infrastructure und die sogenannte Künstliche Intelligenz. Daniel war einst Redakteur bei den "Blättern". 2014 erschien von ihm das Buch "Amazon – Das Buch als Beute"; 2016 erhielt er den Alternativen Medienpreis in der Rubrik "Medienkritik". Er gehört dem Board of Trustees von Eurozine und dem Kuratorium der Stiftung Warentest an.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Bluesky, Threema ENU3SC7K, Telefon: +49-30-5771482-28‬ (Montag bis Freitag, jeweils 8 bis 18 Uhr).


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