USA: Präsidentenwechsel in Zeiten von Sozialen Medien

Am 20. Januar wechselt in den USA der US-Präsident. Das wirft Fragen auf, wie mit den bestehenden Accounts in sozialen Medien verfahren wird. Das Weiße Haus hat jetzt die Übergabe beschrieben.

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Das Weiße Haus hat in einem Blogpost beschrieben, wie der Regierungswechsel in den USA im Netz ablaufen wird: The Digital Transition: How the Presidential Transition Works in the Social Media Age. Am 20. Januar übergibt Barack Obama sein Präsidentenamt an Hillary Clinton oder Donald Trump. Dazu gehören auch alle offiziellen Accounts in sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder Twitter. Diese Accounts wurden erst im Laufe der Amtszeit von Barack Obama eingerichtet, es ist also das erste Mal, dass eine Übergabe passiert. Und das macht es interessant.

Sämtliche Inhalte werden bei der National Archives and Records Administration (NARA) archiviert. Das ist bei jeder Übergabe Routine und bisher gehörten dazu auch regelmäßig Notizen und sonstige Inhalte. Neu ist das Phänomen, dass viele Inhalte digital vorliegen.

Alle Inhalte werden auf neue Accounts transferiert, Follower und Fans aber bleiben

Alle bisherigen Inhalte der jeweiligen Accounts werden auf ein neues Konto transferiert, was klar Barack Obama als 44. US-Präsidenten zugeordnet ist. Die Tweets von @potus („President of the United States“) werden in den neuen Twitter-Account @potus44 kopiert, der vom US-Nationalarchiv betrieben und eingefroren wird. @potus bleibt mit seinen derzeit rund 11 Millionen Followern erhalten, allerdings fängt die Nachfolgerin oder der Nachfolger bei den Inhalten bei Null an.

Was logisch und durchdacht klingt, hat natürlich einen Nachteil: Alle Tweets, die Medien bis dahin von @potus in ihre Berichterstattung eingebunden haben, könnten nach dem 20. Januar verschwunden sein.

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6 Ergänzungen

    1. Das ist eine gute Frage. Ich glaube aber ja. Du kannst heute schon z.B. Deinen Twitter-account umbenennen und alle Inhalte samt Datum mitnehmen. In diesem US-Fall bleiben einfach nur die Follower da, was auch nicht so das große Problem darstellt.

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