Linkschleuder

Türkei: Regierung blockiert Tor-Netzwerk

Über zum Beispiel Proteste soll sich die türkische Bevölkerung nicht mehr informieren dürfen.
Über zum Beispiel Proteste soll sich die türkische Bevölkerung nicht mehr informieren dürfen. - CC BY-NC-ND 2.0 via flickr/matthrono
Über zum Beispiel Proteste soll sich die türkische Bevölkerung nicht mehr informieren dürfen.
Über zum Beispiel Proteste soll sich die türkische Bevölkerung nicht mehr informieren dürfen. –
CC BY-NC-ND 2.0 via flickr/matthrono

In der Türkei wird seit rund einer Woche das Tor-Netzwerk blockiert. Das berichtet die Gruppe „Turkey Blocks“, die staatliche Zensur im Internet überwacht. Turkey Blocks kommt zu dem Schluss, dass die türkischen Telekommunikationsanbieter dem Wunsch der Regierung nachgekommen sind, sogenannte VPN-Dienste zu blockieren. Mithilfe dieser Dienste ist es möglich, die staatliche Zensur durch eine geänderte IP-Adresse zu umgehen.

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Bereits in der Vergangenheit wurden soziale Medien und zuletzt sogar Instant-Messenger von der Regierung blockiert. Die Blockade fand häufig in Bezug auf Ereignisse, wie zum Beispiel bei Protesten, statt. Mit VPN-Diensten und dem Anonymisierungsnetzwerk Tor ließ sich die Sperre in der Vergangenheit umgehen.

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21 Kommentare
  1. Turkey Blocks finds that the Tor direct access mode is now restricted for most internet users throughout the country; Tor usage via bridges including obfs3 and obfs4 remains viable, although we see indications that obfs3 is being downgraded by some service providers with scope for similar on restrictions obfs4.

    Ich denk mir schon, ist die Türkei jetzt technologisch vorreitend? Das wird nicht klappen, das mit der Internetzensur und dem EU-Beitritt. Können ja den Kalifenstaat ausrufen, mir isses gleich.

  2. Vielleicht steh ich auf dem Schlauch, aber wie soll es der Türkei technisch möglich sein, nur VPN Dienste bzw. Tor zu blockieren? Vielleicht könnte man dies erklären.

    1. Direct Tor access restrictions started around 12 December 2016. Tor’s direct mode is now entirely unusable via providers TTNet and UyduNet on the residential broadband connections we tested. Deep Packet Inspection (DPI) is likely used to disrupt the connection phase, which stalls around the 10% mark.

      Connection is possible using obfs3 and obfs4 Tor bridges with both providers. While obfs4 is effective across all configurations, obfs3 intermittently fails with TTNet.

    2. Also, wäre ich ein türkischer Bediensteter, würde ich es so machen …
      1. TOR installieren
      2. nach dem aktualisieren, die IP-Adressliste extrahieren …
      3. IP-Adressliste an Provider zum „blockieren“ zu senden
      4. eigene Entry Nodes anhand der IP-Adressliste (Honeypots -> https://en.m.wikipedia.org/wiki/Honeypot_(computing) ) erstellen, Provider über die Honeypots informieren …
      5. IP-Adressen feststellen, die sich mit den Honeypots verbinden
      6. Staatsschutz zu den Inhabern der IP-Adressen schicken
      7. mit rechts’staatlichen Mitteln, die Probleme auflösen …

      … TOR muss ich da nicht wirklich „Hacken“ … oder?

        1. Jupp, man kann es sich auch sehr sehr einfach machen!
          … aber man muss hin und wieder den Mythos der Geheimdienste stützen!
          … weil, wenn es zu einfach ist, Glauben es die Holden Leser hier nicht!
          …. das wurde schon von einem gewissen Herrn Smith in dem Film „Matrix“ konstatiert, als dieser die Gründe für die Ernteausfälle der ersten Matrix eruierte!

          1. Hacken musst du da nix. Die Blockade ist ja auch nur für den Pöbel. In der Türkei würde ich immernoch mit voller Geschwindigkeit surfen.

          2. Das Internet gehört sowieso total verschlüsselt, den ISP geht es nix an, was in den Paketen ist. DHL macht ja auch nicht jedes Paket auf.

          3. @Dolans Dump IV
            Ich stimme dir soweit zu, ist schon nicht lustig, was so passiert!
            Für unsere interne Kommunikation verwenden „Wir“ soetwas wie Wippien …

  3. Der schweizer VPN-Anbieter VyprVPN bietet mit Chameleon ein Protokol an, das durch DPI nicht als solches erkannt werden soll. Hoffe, dass damit noch freie Kommunikation und Information möglich ist, für türkische Bürger.

    1. VPN Anbieter haben Entry Nodes, das sind IP Adressen (klar das da ein Rechner hinter steckt) bei denen sich der VPN Client anmelden muss … sind diese IP Adressen den Diensten bekannt, so kann z.B. ein Provider genötigt werden, entweder die Einwahl zu verhindern oder die Anmeldung z.B. zu einer Man in the Middle Adresse (geklonte IP Adresse der Entry Node) eines Geheimdienstes umleiten … die nötige Software hat der befreundete türkische Geheimdienst schon von den Schweizer Diensten erhalten, im Rahmen des Anti Terrorkrampfes … versteht sich!
      Schließlich ist der Inhalt der Kommunikation auch für die Schweizer Terrorfahnder wichtig, nicht?

      Also, auch bei VPN gilt die Regel, eines ist Sicher, nix ist Sicher!

  4. Dazu passend: Seit dem Wochenende blockt die ägyptische Militärdiktatur die Verwendung von Signal:
    https://twitter.com/whispersystems/status/810945070182469632

    Mal davon abgesehen, dass ein zentralisierter Service wie Signal besonders einfach down zu bringen ist, stellt sich angesichts der Lage in der Türkei und Ägypten der leise Verdacht ein, dass Anonymität bzw. starke Verschlüsselung zum Privileg von uns wird, die wir in noch mehr oder weniger demokratischen Staaten leben.

    Da, wo solche „Freiheits-Technologien“ notwendige Schutzfunktionen erfüllen sollten, können sie von den Machthabern abgeschaltet werden – und ihr Einsatz gefährdet im ungünstigsten Fall sgar besonders schutzbedürftige Nutzer. Deprimierend.

    1. … und obwohl schon oft genug darauf hingewiesen wurde, lohnt in diesem Zusammenhang noch einmal die Ansage: Die Unterdrückungs-Technologien, die von Diktaturen zwecks Netzblockaden und Überwachung eingesetzt werden, kommen natürlich aus besagten noch mehr oder weniger demokratischen Staaten: Deutschland, Großbritannien, Italien, USA, Kanada…

      1. Warum ist das so?
        Nun, da sich mit dem Leid von Mensch und Tier ein nettes Sümmchen „Erwirtschaften“ lässt!
        Waffenproduzenten … Hilfsorganisationen … alle Profitieren vom Elend dieser Welt!
        Ich finde es schon recht frappierend, das diverse Hilfsorganisationen damit Werben, das diese schon über 90 Jahre in diesem Geschäftsbereich tätig sind!

          1. Jupp … ist so!
            Ist wie mit der „Neuheit“ des Bedingungslosen Grundeinkommens -> http://mobil.n-tv.de/panorama/Dauphin-war-die-Stadt-ohne-Armut-article15287556.html

            Finnland probiert es als erster Weltweit aus! -> http://mobil.n-tv.de/politik/Finnland-wagt-das-Sozial-Experiment-article15406276.html
            … und wird sicher scheitern … weil das so sein muss!
            … war mit der Windkraftanlage „Growian“ genau so … dieses Experiment musste scheitern, da eine Nutzung der Windkraft von den Energiekonzernen damals nicht gewünscht wurde!
            Zitat: „Die Teilhaber und zum Teil auch das BMFT betrieben das Projekt auch mit politischen Motiven. Günther Klätte, Vorstandsmitglied des RWE, äußerte auf einer Hauptversammlung des Unternehmens: „Wir brauchen Growian (große Windanlagen), um zu beweisen, daß es nicht geht“ und erklärte, „daß Growian so etwas wie ein pädagogisches Modell sei, um Kernkraftgegner zum wahren Glauben zu bekehren“.“
            Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Growian

            Ist Weltweiter Frieden erwünscht?
            Na aber sicher! Genau wie „Growian“!

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