The Intercept hat diese Woche fünf geheime Dokumente zu „StingRay II“, einem Mobilfunküberwachungsgerät der Firma „Harris Corporation“, veröffentlicht. Das Gerät wird von Strafverfolgungsbehörden und Geheimdiensten vor allem in den USA zur Überwachung von Telekommunikation eingesetzt. Durch „StingRay II“ kann zum Beispiel der Standort eines Mobiltelefons ermittelt, oder ein Telefonat mitgeschnitten werden. In Deutschland sind solche Geräte als „IMSI-Catcher“ bekannt.
Die insgesamt rund 200 Seiten langen Dokumente zu den Geräten von „Harris Corporation“ wurden lange geheim gehalten. Begründung: Die Informationen könnten Kriminellen helfen. Allerdings muss man nur sein Handy zuhause lassen, um einen „IMSI-Catcher“ zu umgehen. Die Dokumente zeigen, dass die Überwachung mithilfe eines solchen Geräts relativ einfach ist und kein technisches Vorwissen benötigt.
„IMSI-Catcher“ in der Kritik
Der Stingray simuliert ein Mobilfunknetzwerk und kann daher alle Handys in einem gewissen Umkreis überwachen. Da durch diese Methode alle Bürger in der Reichweite des Geräts anlasslos überwacht werden, steht es in der Kritik. Polizeien in Deutschland können zudem diese Überwachungsmethode auch ohne richterliche Anordnung anwenden. Dies ist auch in den USA oft der Fall. In Großbritannien hingegen wurde heute erstmals offiziell die Nutzung von IMSI-Catchern bekannt.
Eine weiteres Problem von IMSI-Catchern besteht darin, dass die Betroffenen gar nicht mitbekommen, wenn sie sich in einem überwachten Gebiet befinden. Außerdem kann ein „IMSI-Catcher“ den Mobilfunkverkehr der betroffenen Handys lahmlegen und so zum Beispiel Notrufe unmöglich machen. Der Techniker Richard Tynan von Privacy International sagte dazu:
There really isn’t any place for innocent people to hide from a device such as this.
Für Android gibt es die Open-Source-App „SnoopSnitch“, die über mögliche „IMSI-Catcher“-Angriffe Auskunft geben kann.
