Die Amadeu-Antonio-Stiftung hat erstmals einen Monitoringbericht zum Thema „Rechtsextreme und menschenverachtende Phänomene im Social Web“ aufgelegt und versucht, rechte Hate Speech, ihre Narrative und die Aktivitäten der Akteure in sozialen Medien zu analysieren.
Der 19-seitige Bericht beschreibt unter anderem die aktuellen Instrumente der Rechten wie Bürgerliche Mimikry, aber auch Gewaltaufrufe oder das Streuen von Falschmeldungen und Gerüchten. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit den Narrativen und Motiven wie der behaupteten Opferrolle, Widerstandsnarrativen oder dem Aufbau eines Bedrohungsszenarios von „Flüchtlingen als Invasoren“.
Nach dieser Einleitung, die den politischen und ideologischen Rahmen umreißt, wendet sich der Monitoringbericht dann den Akteuren und vor allem ihren Facebook-Seiten zu. Ein Auszug aus den Ergebnissen des Berichts gibt Rückschlüsse auf Kommunikationsstrategien und am meisten zitierte Medien und Seiten:
- Pegida
12 Beiträge pro Tag
Die meisten Verlinkungen auf andere Seiten neben Facebook wurden auf »Epochtimes.de« und »PI-news.net« gesetzt. - AfD
2,4 Beiträge pro Tag, 75 % Bilder.
Die meisten Verlinkungen wurden auf »focus.de« und andere Facebook-Seiten gesetzt. - NPD
5,9 Beiträge am Tag. Die meisten Verlinkungen gingen auf andere Seiten auf Facebook oder »bayern-depesche.de«. - Identitäre Bewegung Deutschland
Es wurde durchschnittlich 1,7 mal am Tag gepostet. Die Beiträge sind Bilder und Links, die meistens auf »identitaere-generation.info« und »jungefreiheit.de« weiterleiten.
Ein eigenes Kapitel wird den unter Friedensquerfront zusammengefassten Medien und Seiten Anonymous.Kollektiv, Compact und KenFM gewidmet.
Insgesamt bleibt dieser von immerhin fünf Autor/innen geschriebene Monitoringbericht recht dünn und oberflächlich. Dabei haben verschiedene Medien schon im Februar gezeigt, wie man die Kommentare der Rechten auf Facebook analysieren kann, wie man sich den Freunden von Pegida nähert oder die Medien der Rechten beleuchtet. Da geht also mehr, und Freunde zählen reicht einfach nicht aus.
Für Einsteiger in die Materie bietet der Monitoringbericht dennoch einen ersten Überblick.
