Netzpolitik

Sexy and we know it: diaspora*

Wir wollen einen Blick auf diaspora* werfen, denn die Nutzerzahlen wachsen in letzter Zeit kontiniuerlich, was bei http://the-federation.info/ gut zu beobachten ist.

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Die Idee hinter diaspora* ist bekanntlich ein dezentrales, sich selbst organisierendes soziales Netzwerk. Es machte vor vier Jahren etwas Furore, weil die sich damals gerade zum Platzhirsch entwickelnde Werbeplattform Facebook wegen des Geschäftsmodells und der Datennutzungsbedingungen mehr und mehr Kritik ausgesetzt sah und diaspora* als werbefreier Gegenentwurf durch die Presse ging. Sich über selbst-gehostete Lösungen mehr Gedanken zu machen, dürfte seit den Snowden-Enthüllungen noch interessanter geworden sein.

Aktive diaspora*-Nutzer im letzten Monat
Aktive diaspora*-Nutzer im letzten Monat
(24. Februar: 33.104, siehe http://the-federation.info/)

Vier Studenten hatten sich im Jahr 2010 zusammengetan, um bei Kickstarter Geld für ihre Idee einzusammeln. Sie trafen damals offenbar den Zeitgeist und hatten ihre angepeilte Schwelle von zehntausend US-Dollar in nicht mal zwei Wochen erreicht. Mit dem Ende des Crowdfunding nach etwas mehr als einem Monat kamen gutgehende 200.000 Dollar zusammen, dazu mehr als sechstausend Unterstützer. Mit einer Ausnahme beteiligen sich die ursprünglichen Initiatoren aber nicht mehr an der heutigen Weiterentwicklung.

Aktive Pods
Aktive Pods im letzten Monat
(24. Februar: 254 Pods, siehe http://the-federation.info/)

Jedesmal, wenn Facebook an seinen Nutzungsbedingungen Änderungen vornimmt oder am Klarnamenzwang dreht, ist das im diaspora*-Netzwerk zu spüren. Der große Schwung Leute, der dann von Facebook rüberschwappt, führt zuweilen sogar dazu, dass einige „Podmins“ die Neuanmeldungen eine Weile schließen müssen.

Leider ist es das wohl am weitesten verbreitete Falsch-Urteil über diaspora*, dass es eine Art eins-zu-eins-Facebook-Alternative wäre. Teil des Konzeptes war es aber immer, Privatsphäre und Anonymität als Option offensiv anzubieten, weswegen bei ehemaligen Facebook-Nutzern zum einen oft die Erwartungshaltung enttäuscht wird, dass man einen Namen eingibt und sofort den Gesuchten findet. Zum anderen muss man sich ein bisschen Zeit nehmen, um sich zurechtzufinden, denn der Funktionsumfang ist gewachsen und unterscheidet sich in manchem vom anderswo Gewohnten.
Diaspora-Nutzer2

Das verbreitete Falsch-Urteil Nr. 2 dürfte sein, dass das diaspora*-Projekt tot sei. In Wahrheit ist es größer und aktiver denn je. Denn interessant wurde diaspora* für viele, als das Projekt an die Community abgegeben worden ist. Was anfangs vielfach als Scheitern angesehen wurde, stellt sich im Nachhinein als eigentlicher Startpunkt einer internationalen diaspora*-Community heraus. Und da sich jeder, der Lust auf ein bisschen Ruby und Javascript hat, an dem Open-Source-Projekt beteiligen kann, ist mit der Zeit eine aktive Community entstanden. Die Hauptentwicklung findet heute in Europa statt, vor allem sind darunter viele Franzosen und Deutsche.

Auf der FOSDEM konnte man kürzlich erfahren, dass das alternative soziale Netzwerk momentan eine recht aktive Community aus über sechzig Personen ist, die sich mit der Weiterentwicklung beschäftigen: 66 unterschiedliche Entwickler haben im letzten Jahr Patches gesendet. Ein kurzes Interview, das dort gemacht wurde, gibt ein wenig Auskunft über den Stand der Dinge in der diaspora*-Community. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen war zu erfahren, dass das diaspora*-Völkchen auf der FOSDEM, deren dort anwesende Mitstreiter sich vielfach vorher noch nie physisch getroffen hatten, auch im „real life“ als Community gut funktioniert hätten. :}

Die Software ist quelloffen, kann also nicht nur benutzt, sondern auch verändert oder geforkt werden. Natürlich kann sich jeder beteiligen und seinen eigenen Server zum Diaspora-Netzwerk hinzufügen. Die Regeln, die dann für diesen Server festgelegt sind, bestimmt natürlich der jeweilige Betreiber und auch die jeweilige Jurisdiktion. Dass man selber entscheiden kann und auch weiß, wo die Daten liegen, ist neben der generellen Unterstützung des dezentralen Gedankens für viele „Podmins“ der Antrieb, sich mit einem eigenen Server zu beteiligen.

diaspora* mit seinen etwa 120 öffentlichen Pods, von denen die bekanntesten wohl geraspora.de und diasp.org sein dürften, ist Teil eines größeren Netzwerkes mit denselben Zielen, nämlich die Kontrolle über die Daten an die Nutzer zurückzugeben: The Federation. Anders als bei den kommerziellen Plattformen sind die Daten gerade nicht bei einem großen Anbieter gehortet, sondern werden verteilt auf vielen Servern gespeichert. Downloaden der eigenen Daten ist selbstverständlich gleich vorgesehen. Eine Zensur oder auch ein Take-Down ist insgesamt das durch verteilte Konzept erschwert, was ein angenehmer Nebeneffekt ist.

Bonuspunkt: Die Justin-Bieber-Quote ist angenehm gering. :}

Bisher findet man netzpolitik.org nur über Bande, aber ich arbeite daran, Markus auch noch zu überzeugen.

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53 Kommentare
  1. Diaspora* ein Teil von GNU social? Du meinst eher die Federation, oder?
    GNUsocial verdient m.E. viel, also VIEL größere Aufmerksamkeit in der netzpolitisch aktiven Twitteria. Meinetwegen kann jeder Posts auch auf Twitter durchleiten, aber mehr interessante Leute auf gnusocial, quitter.se oder neuen Knoten würde ich sehr begrüßen.

  2. Gute Sache. Allerdings stelle ich immer wieder, wenn ich bei so etwas (diaspora*, pump.io, Friendica, Red Matrix, GNU social) noch einmal hereinschnuppere recht schnell fest: Ich brauche/möchte gar keine Facebook-Alternative.

    Was ich gern hätte, wäre eine dezentrale Freie-Software-Alternative zu tumblr.

    Ich hoffe, MediaGoblin kann das in absehbarer Zeit bieten. Das ist so oder so ein äußerst vielversprechendes Projekt.

    1. Diaspora hat einen atom-feed, der alle öffentlichen Beiträge deines Profils enthält… und Bilder hochladen / Videos einbinden kannst du auch. Mir Markdown hast du auch einige echt gute Formatierungsmöglichkeiten – ich finde das ist damit gar nicht so weit von tumblr entfernt, wenn man es denn so nutzen will. :)

      1. Ich verstehe Deine Perspektive, muss persönlich aber widersprechen.
        Auch mit den genannte Einbindungs- und Formatierungsmöglichkeiten ist diaspora* meines Erachtens immer noch deutlich näher an Facebook und Twitter und damit zumindest für mich relativ uninteressant.
        Ich schätze an tumblr den Fokus auf Inhalten statt Personen und – das ist nun das Entscheidende – die sich davon ableitende Funktionsweise und Handhabung.
        Ich denke tatsächlich, dass MediaGoblin mit dem „blogging media type“ dann deutlich näher an das kommen wird, was ich meine. Ich hoffe es zumindest.
        Siehe: http://mediagoblin.com/u/cwebber/m/mediablogger-style/

  3. Selbst Netzpolitik.org übertrifft wohl das global genutzte Diaspora in so gut wieder jeder messbaren Kategorie und da wird hier von einem „großen Schwung Leute“ gesprochen? Es spricht sicher vieles für Diaspora – zumindest „unsere“ Prinzipien eines freien und offenen Internets –, aber man sollte wirklich wissen, wann das sprichwörtliche Pferd mehr als tot ist.

    1. Das ist die Business-Denkweis. Ein freies, soziales Netzwerk ist so lange gut, wie es noch zwei Leuten Spaß macht. Ich habe bei Diaspora ein paar nette Kontakte. Was will ich mir? Früher war ich in verschiedenen Foren aktiv. Da waren viel weniger aktive NutzerInnen.

      1. Weniger Business-Denkweise als du vielleicht denkst, aber über eine kritische Masse für die Charakterisierung von Relevanz müssen wir nicht reden, wenn dir zwei zufriedene Nutzer reichen (was ja zum Glück auch möglich ist). ;-)

      2. Keine Ahnung, warum „messbare Kategorien“ eine Rolle spielen sollen, denn die Vermarktung interessiert ja nicht. Was mit „großem Schwung Leute“ gemeint war, orientiert sich nicht an den Werbeplattformen und der Anzahl der Accounts dort, sondern natürlich an den diaspora*-Nutzerzahlen. Man merkt beim Benutzen schlicht, wenn beispielsweise in den Medien über Facebook kritisch berichtet wird, meist in Zusammenhang mit deren Datennutzungsbestimmungen oder wenn vermehrt die Inhaltsvorgaben durchgesetzt werden, dass sich in den Tagen danach mehr Leute Accounts klicken (leicht über #newhere oder #neuhier zu messen auch).

        Und tja, Relevanz, für den einen sind das wohl vor allem Gesamtzahlen von Accounts und Vermarktungs- und Profilierungskritierien, für den anderen sind es werbefreie Zonen und das optimierungsbefreite Netzwerken.

    2. Ist independent Musik tot, weil mehr Leute Mainstream-Musik hören? Ist DMAX tot, weil mehr Leute Pro 7 schauen? Ist das Bauen von Modellflugzeugen, Quadcoptern, … tot, weil die meisten Leute in ihrer Freizeit lieber andere Dinge machen? Sind Bio-Artikel tot, weil die meisten Leute lieber konventionell angebaute Produkte kaufen?

      Es kommt bei allen diesen Dingen eher darauf an, ob es eine stabile Community gibt. Und die ist eindeutig gegeben. Die Erwartungshaltung des „Facebook-Killers“ kann nicht erfüllt werden. Aber es gibt mehr als ausreichend Leute, die diese Netze bevölkern und mit „echtem“ Content befüttern.

    3. Mit Verlaub: Hast du Diaspora in letzter Zeit einmal genutzt? Was sind deine Kriterien für „tot“? Meinem Empfinden nach wiehert dein „totes Pferd“ aber noch ziemlich laut und deutlich. Hast du dir das gesamte dezentrale Netzwerk einmal angesehen? GNUSocial? Friendica? Hubzilla? Red Matrix? Diaspora? Libertree? MediaGoblin? Das sind jetzt nur grob die Namen, die da kursieren und die allesamt quelloffen und frei sind. Software lebt solange wie sie von mindestens einem Menschen genutzt wird. Statt nun zu postulieren, dass diese Möglichkeiten nicht viel bringen: Stell dir die Frage was du persönlich benötigst und bringe es in Eines der Projekte mit ein.

      1. Sehr cool. :D
        Ich wüßte gerne, wie du selbst Diaspora* nutzt und was du daran magst. Kommunizierst du dort eher mit Leuten, die du schon vorher kanntest? Oder mehr mit Leuten, die du da erst kennengelernt hast? Bist du mehr wegen der Menschen oder wegen der Inhalte da (falls man das überhaupt trennen kann…)?
        Und ähm… kannst du mir sagen, ob du mich kennst und/oder mit mir teilst (meine Kontaktliste umfaßt ein paar hundert Leute, ich könnte dich also über diese Info nicht identifizieren)?

        1. Für mich selber ist es eher ein weiterer Informationsweg, ich folge Leuten, deren Inhalte ich mitkriegen möchte oder die ich unterhaltsam finde. Ich nutze es weniger zum Aufbauen sozialer Kontakte oder zum Fraternisieren (im weiteren Sinne :) oder zum Kennenlernen. Dann gibt es für mich noch den Aspekt, den ich Forschung nennen würde, weswegen ich so gut wie in allen Plattformen Accounts habe, auch wenn ich sie funktional oder als Geschäftsmodell abstoßend finde. Mich interessiert nämlich, wie sie sich technisch, in den sozialen Interaktionen und in ihrer Dynamik weiterentwickeln.

    1. Also ich habe es selber noch nicht gemacht, aber unter #podmin wirst du meiner Erfahrung nach sehr gut beraten. Anleitungen für den Start gibt es aber auch hier: https://wiki.diasporafoundation.org/Main_Page

      Was mich derzeit noch abhält einen eigenen Pod aufzusetzen ist, dass die Federation teilweise ganz schön buggy ist und man (leider) derzeit noch massiv davon profitiert, wenn man auf einem großen Pod ist. Aber schön ists halt nicht -.-

      Das W3C soll ja eine working group gestartet haben, um verschiedene Projekte rund um das Thema http://redecentralize.org zusammen zu holen und Dezentralität genauso wie Interoperabilität zu fördern. Ich glaube das könnte insgesamt was gutes werden, sein wir mal geduldig :-) Und wer es nicht sein will, der freut sich am besten auf das kommende Mediagoblin-Update ;)

  4. Ist es denn inzwischen Möglich, mit seinem Account auf einen anderen Pod umzuziehen? Wurde von Anfang an versprochen, kam nie, solange ich mir die Mühe gemacht habe, mich auf Diaspora herumzutreiben (und dort nämlich leider fast niemand aus meinem sozialen Umfeld zu haben).

    Würde ich noch einen Versuch starten wollen, würde ich das aber lieber auf einem anderen Pod tun, den bisherigen Account aber gerne mitnehmen!

      1. Man konnte schon immer Pod-übergreifende „Freunde“ haben – das war von Anfang an ein Kernfeature und ist weiterhin problemlos möglich.

        @Patrick
        Nein, man kann seinen Account nicht migrieren, man kann derzeit nur seine Daten exportieren.

        Dieses „es wurde versprochen“ ist eine Haltung, die man gegenüber einem kommerziellen Anbieter haben kann, der mit einem Versprechen dich als „Kunden“ locken möchte. Bei diaspora* sind es letztlich motivierte Entwickler, die in ihrer Freizeit daran arbeiten, die Features implementieren. Wenn die Leute Lust dazu haben und einen konkreten Plan haben, bauen sie es vielleicht ein. Solange aber unklar ist, wie man das bewältigen kann oder die Diskussion nicht vorrangetrieben wird und sich nicht jemand der Sache annimmt, wird es nicht passieren.
        Dementsprechend kann man nicht an das Projekt herantreten und sagen „Aber ihr habt gesagt, ihr wolltet das machen – also macht das!“, sondern das einzige, was man tun kann ist: Mithelfen, das Feature umzusetzen oder mitzugestalten. Das kann auch ohne direkte Programmierarbeit sein, es gibt viele Wege.

    1. Das geht mit Friendica, und mit RedMatrix kannst Du den gleichen Kanal sogar auf mehreren Hubs gleichzeitig betreiben – wenn einer der Hubs gerade down ist, loggst Du Dich einfach auf einem anderen ein und hast dort alle Deine Verbindungen und Nachrichten.
      Allerdings kann man keinen bestehenden Diaspora-Account nach Friendica oder RedMatrix umziehen.

  5. Danke für den Beitrag und viel Erfolg beim Bearbeiten von Markus. Auf dem 31C3 habe ich ihn durch Zufall getroffen (er hat an der Wand bei unserer Assembly „The Federation“ sein Plakat aufgehängt) und auch zumindest ein wenig gebohrt.

    Eine kleine Bitte: ggf. könntet ihr einen Share-Button für Diaspora einbauen? Gibt es hier: http://sharetodiaspora.github.io/about/

    Der läuft sowohl mit Diaspora als auch mit Friendica (ab der 3.3.3).

      1. Bei mir lief es nicht, als ich es eben getestet habe. D.h. nach dem Posten kam eine weiße Seite (also wohl ein PHP-Fehler). Wahrscheinlich wäre es besser, wenn ihr das Teil zunächst irgendwo testet.

  6. Sexy ist anders …
    Als beharrlicher Diaspora-User aus Überzeugung kann ich bei Diaspora keinen Fortschritt erkennen, im Gegenteil: Youtube- oder SoundCloud-Links werden seit neuestem nicht mehr automatisch eingebettet … das war schon mal besser. Usability wird aber über den Erfolg von Diaspora entscheiden, nicht die Stärke der Community.

    1. Links zu Youtube und SoundCloud (und einigen anderen Diensten) werden automatisch eingebettet, seit das Feature eingebaut wurde. Daran hat sich seither auch nichts geändert und funktioniert weiterhin. Der Stream muss dazu allerdings nachdem der Post veröffentlicht wurde neugeladen werden.

    1. Ich denke nicht, dass man die Entwicklung eines Systems alleine anhand der Statistiken beurteilen kann. Und vor allem sollten wir nicht die Systeme gegeneinander ausspielen. Es ist letztendlich egal, ob ein User auf Friendica, Diaspora oder Red ist.

      Alle diese User können sich problemfrei untereinander austauschen – nur das ist wichtig.

      Ich persönlich bevorzuge Friendica, was aber nicht weiter verwunderlich ist, weil daran mitentwickle. :) Trotzdem sehe ich durchaus auch bei Diaspora Dinge, die dieses System besser kann. In Red habe ich bislang noch nicht reingeschaut, aber es wird sicherlich auch seine speziellen Vorzüge haben.

  7. warum wird bei dem Beitrag hier eigentlich ein Tracker von der VGWort eingebaut? Im Quelltext noch vor den twoclicks:

    Ghostery und Disconnect springen darauf an und blocken den, aber was hat der denn hier (und anscheinend nur in diesem Beitrag) zu suchen?

      1. mh.. naja was soll man da sagen, einerseits ist natürlich das Bedürfnis mit den eigenen Artikeln Geld zu verdienen verständlich, allerdings finde ich es doch sehr befremdlich hier auf Netzpolitik auf so ein unsichtbares Trackingfitzel zu stoßen. Außerdem wundert mich auch, dass gerade du so etwas verdeckt einbaust als Autorin vom Datenfresser-Buch.

        Scheinbar gehört das Tracken und Profilieren der Besucher nicht nicht zum Geschäftsmodell der VG Wort, aber natürlich werden dort auch Daten angehäuft (bzw. man es nicht nachprüfen) wo man nicht weiß was damit passiert. Und das übrige Geschäftsmodell von denen, Abgaben für Scanner, Festplatten etc. einzuheimsen, naja.

        Ich weiß schon, dass das eine komplizierte Diskussion ist wie man halt seine Arbeit bezahlt bekommt und zu solchen Diensten steht, aber ich fänd es zumindest fair darauf hinzuweisen wenn so ein Trackingpixel eingeblendet wird. (PS, meine emailadresse funktioniert jetz falls lieber direkte Antwort)

      2. Für mich steht nicht im Vordergrund, über die VG Wort Geld zu verdienen, sondern ich wurde vor Jahren Mitglied der Verwertungsgesellschaft, weil ich es grundsätzlich eine gute Idee finde, dass eine gewisse Nutzung meiner Texte (vor allem in Bildungszusammenhängen) frei möglich ist und dafür die Pauschalen über die VG an die Autoren verteilt werden. Natürlich sehe ich da auch jede Menge Kritikpunkte, über die ich auch schon jahrelang rede und schreibe.

        Mir war das VG-Wort-Tracking bisher nicht wirklich bewußt, offengestanden, bis Du mich grade mit der Nase drauf gestoßen hast. (Wurde vor einer ganze Weile eingebaut, also bevor ich hier angefangen habe.) Es wäre tatsächlich einen Artikel wert, nicht nur technisch. Das Plugin kann man übrigens hier finden:
        https://github.com/poetaster/tomservice

      3. Na da freut es mich ja, dass ich eine Profin mit der Nase auf sowas stoßen kann ;) Wobei es ja eher Ghostery/Disconnect waren..
        Aber jetzt bin ich doch schon ein bisschen mehr überrascht, dass NP.org (bzw. newthinking) da extra ein Plugin für programmiert hat ohne das zu bedenken. Wobei sonst alles andere hier so schön Trackerfrei ist. Wahrscheinlich sind die wirklich eher harmlos da sie ja anderswo Geld verdienen. Aber wo es jetzt schon ein komfortables Plugin ist und nicht händisch in den Text gefummelt könnt Ihr ja mit gutem Beispiel vorangehen und einen kleinen Infotext mit anzeigen lassen wenn Ihr das Teil weiter benutzt.

  8. Dieses Diaspora-Asterisk hat auf mich einen ähnlichen Effekt wie Schriftbilder, die sich um Geschlechtergerechtigkeit und ähnliche politische Ziele bemühen.

    1. Das heißt, es macht tatsächlich aufmerksamer und alle fühlen sich davon angesprochen?
      Find ich toll!

      Nein, mal im Ernst.. Wenn du Probleme mit Sternchen hast, kann dir da wohl keine*r :P mehr helfen. Da bist du auf Facebook vermutlich eh besser aufgehoben.
      Es ist ja auch nicht so, daß wir Diaspora*-Leute alle auf Teufel komm raus überzeugen wollen, mitzumachen. Bisher wird Diaspora* in erster Linie von Menschen benutzt, die besonders offen für Neues sind, und gerade das macht ja die Atmosphäre so angenehm. Ich persönlich freue mich zwar, wenn Diaspora* noch mehr genutzt wird, aber es soll bitte kein zweites Facebook werden.

      1. Ne, sie stören mich.

        Also, ich verwende überhaupt keine netzbasierte Sozialnetzwerkverwaltung. Aber interessant, dass du der Meinung bist, politisierte Schriftsprache wäre quasi eine Bedingung für die Verwendung von Diaspora. Jetzt fühle ich mich beinahe genötigt, das auch zu benutzen, nur um den Punkt zu machen.

        Unabhängig davon, was soll der Asterisk?

      1. Nein, habe ich nicht gesagt und auch nicht gemeint. Ich gehöre lediglich einer Denkschule an, die die postmoderne Fixierung auf Sprache als Generator gesellschaftlicher Verhältnisse für übertrieben hält. Plus ich habe keine Lust mit meinem Schriftbild für Geschlechtergerechtigkeit zu kämpfen, zumal es halt nicht aussieht. Wer das machen will, bitte schön. Ich versuche dann technisch und mental mein bestes, um diese Texte in einer mir angenehmen Weise zu konsumieren.

      1. Vielen Dank. Gut, das macht Sinn und ist vielleicht ein nettes Gimmick in einer Grafik oder Überschrift. Ich persönlich würde das nicht in normalem Fließtext verwenden. Denn das einzige was so verstreut wird, sind jede Menge Sternchen.

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