Diaspora
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: Sexy and we know it: diaspora*
: Sexy and we know it: diaspora* Wir wollen einen Blick auf diaspora* werfen, denn die Nutzerzahlen wachsen in letzter Zeit kontiniuerlich, was bei http://the-federation.info/ gut zu beobachten ist.
Die Idee hinter diaspora* ist bekanntlich ein dezentrales, sich selbst organisierendes soziales Netzwerk. Es machte vor vier Jahren etwas Furore, weil die sich damals gerade zum Platzhirsch entwickelnde Werbeplattform Facebook wegen des Geschäftsmodells und der Datennutzungsbedingungen mehr und mehr Kritik ausgesetzt sah und diaspora* als werbefreier Gegenentwurf durch die Presse ging. Sich über selbst-gehostete Lösungen mehr Gedanken zu machen, dürfte seit den Snowden-Enthüllungen noch interessanter geworden sein.
Vier Studenten hatten sich im Jahr 2010 zusammengetan, um bei Kickstarter Geld für ihre Idee einzusammeln. Sie trafen damals offenbar den Zeitgeist und hatten ihre angepeilte Schwelle von zehntausend US-Dollar in nicht mal zwei Wochen erreicht. Mit dem Ende des Crowdfunding nach etwas mehr als einem Monat kamen gutgehende 200.000 Dollar zusammen, dazu mehr als sechstausend Unterstützer. Mit einer Ausnahme beteiligen sich die ursprünglichen Initiatoren aber nicht mehr an der heutigen Weiterentwicklung.
Jedesmal, wenn Facebook an seinen Nutzungsbedingungen Änderungen vornimmt oder am Klarnamenzwang dreht, ist das im diaspora*-Netzwerk zu spüren. Der große Schwung Leute, der dann von Facebook rüberschwappt, führt zuweilen sogar dazu, dass einige „Podmins“ die Neuanmeldungen eine Weile schließen müssen.
Leider ist es das wohl am weitesten verbreitete Falsch-Urteil über diaspora*, dass es eine Art eins-zu-eins-Facebook-Alternative wäre. Teil des Konzeptes war es aber immer, Privatsphäre und Anonymität als Option offensiv anzubieten, weswegen bei ehemaligen Facebook-Nutzern zum einen oft die Erwartungshaltung enttäuscht wird, dass man einen Namen eingibt und sofort den Gesuchten findet. Zum anderen muss man sich ein bisschen Zeit nehmen, um sich zurechtzufinden, denn der Funktionsumfang ist gewachsen und unterscheidet sich in manchem vom anderswo Gewohnten.

Das verbreitete Falsch-Urteil Nr. 2 dürfte sein, dass das diaspora*-Projekt tot sei. In Wahrheit ist es größer und aktiver denn je. Denn interessant wurde diaspora* für viele, als das Projekt an die Community abgegeben worden ist. Was anfangs vielfach als Scheitern angesehen wurde, stellt sich im Nachhinein als eigentlicher Startpunkt einer internationalen diaspora*-Community heraus. Und da sich jeder, der Lust auf ein bisschen Ruby und Javascript hat, an dem Open-Source-Projekt beteiligen kann, ist mit der Zeit eine aktive Community entstanden. Die Hauptentwicklung findet heute in Europa statt, vor allem sind darunter viele Franzosen und Deutsche.
Auf der FOSDEM konnte man kürzlich erfahren, dass das alternative soziale Netzwerk momentan eine recht aktive Community aus über sechzig Personen ist, die sich mit der Weiterentwicklung beschäftigen: 66 unterschiedliche Entwickler haben im letzten Jahr Patches gesendet. Ein kurzes Interview, das dort gemacht wurde, gibt ein wenig Auskunft über den Stand der Dinge in der diaspora*-Community. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen war zu erfahren, dass das diaspora*-Völkchen auf der FOSDEM, deren dort anwesende Mitstreiter sich vielfach vorher noch nie physisch getroffen hatten, auch im „real life“ als Community gut funktioniert hätten. :}
Die Software ist quelloffen, kann also nicht nur benutzt, sondern auch verändert oder geforkt werden. Natürlich kann sich jeder beteiligen und seinen eigenen Server zum Diaspora-Netzwerk hinzufügen. Die Regeln, die dann für diesen Server festgelegt sind, bestimmt natürlich der jeweilige Betreiber und auch die jeweilige Jurisdiktion. Dass man selber entscheiden kann und auch weiß, wo die Daten liegen, ist neben der generellen Unterstützung des dezentralen Gedankens für viele „Podmins“ der Antrieb, sich mit einem eigenen Server zu beteiligen.
diaspora* mit seinen etwa 120 öffentlichen Pods, von denen die bekanntesten wohl geraspora.de und diasp.org sein dürften, ist Teil eines größeren Netzwerkes mit denselben Zielen, nämlich die Kontrolle über die Daten an die Nutzer zurückzugeben: The Federation. Anders als bei den kommerziellen Plattformen sind die Daten gerade nicht bei einem großen Anbieter gehortet, sondern werden verteilt auf vielen Servern gespeichert. Downloaden der eigenen Daten ist selbstverständlich gleich vorgesehen. Eine Zensur oder auch ein Take-Down ist insgesamt das durch verteilte Konzept erschwert, was ein angenehmer Nebeneffekt ist.
Bonuspunkt: Die Justin-Bieber-Quote ist angenehm gering. :}
Bisher findet man netzpolitik.org nur über Bande, aber ich arbeite daran, Markus auch noch zu überzeugen.
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: Dezentrales Soziales Netzwerk: Diaspora-Gründer entlassen das Projekt in die Community
: Dezentrales Soziales Netzwerk: Diaspora-Gründer entlassen das Projekt in die Community
Die Gründer von Diaspora werden das Projekt nicht weiter in Vollzeit entwickeln. Das kündigten sie in einem Blog-Beitrag an. Sie übergeben die Leitung des Open Source Projekts an die Community, die es nun übernehmen soll.Vor zwei Jahren machten die vier Studenten Furore, als ihr als „Facebook-Alternative“ gehyptes Projekt innerhalb weniger Wochen 200.000 Dollar an Crowdfunding einnahm. Nach zwei Jahren wollen Grippi, Salzberg und Sofaer sich aus dem Job zurückziehen. Aus der Ankündigung:
As a Free Software social project, we have an obligation to take this project further, for the good of the community that revolves around it. Putting the decisions for the project’s future in the hands of the community is one of the highest benefits of any FOSS project, and we’d like to bring this benefit to our users and developers. We still will remain as an important part this community as the founders, but we want to make sure we are including all of the people who care about Diaspora and want to see it succeed well into the future.
Jenna Wortham kommentiert auf New York Times Bits:
Diaspora was always intended to be a free and open-source project, so in one regard, the move is not terribly surprising. But it is not yet clear what will happen to Diaspora and whether its small community of supporters will continue to keep the project running.
Es wird spannend sein, zu beobachten, ob die Community das Projekt erfolgreich übernehmen kann. Von den vielen dezentralen sozialen Netzwerken ist es das wohl bekannteste und größte.
Auf Hacker News gibt es eine lebhafte Diskussion über Sinn und Unsinn der Entwicklung.
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: ElRep 17: Ein Fast-Monopol, eine Verhaftung und Dinge-Drucker
: ElRep 17: Ein Fast-Monopol, eine Verhaftung und Dinge-Drucker Der Elektrische Reporter hat in Folge 17 der aktuellen Staffel über „Ein Fast-Monopol, eine Verhaftung und Dinge-Drucker“ berichtet:
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: 9 vor 1: Verhandlung Jörg Tauss, BKA-Begehrlichkeiten, die NYT und ein dreckiger Unix-Witz [Update]
: 9 vor 1: Verhandlung Jörg Tauss, BKA-Begehrlichkeiten, die NYT und ein dreckiger Unix-Witz [Update] Am 18. Mai beginnt vor dem Landesgericht Karlsruhe das Strafverfahren gegen Jörg Tauss. Beschuldigt wird das derzeit wohl prominenteste Mitglied der Piratenpartei “des Besitzes
und der Verbreitungvon kinderpornografischem Material”.Update 16.05.: Der Anwalt von Jörg Tauss schrieb mir, dass Tauss lediglich des Besitzes und des „sich und einem anderen Verschaffens“, nicht aber der Verbreitung beschuldigt wird. Meine Quelle war das von Tauss geführte Blog „Tauss-Gezwitscher“ (siehe Link). Offensichtlich ist war es dort auch falsch formuliert.
Ich spare mir an dieser Stelle die üblichen Floskeln zur Unschuldsvermutung. Schlicht, weil ich Tauss’ Erklärung vom 11.03.2009 (PDF) für glaubhaft und plausibel halte:
[…] Wenn ich heute behaupten kann, einer der wenigen Experten auf diesem Gebiet, wahrscheinlich nicht nur im Bundestag zu sein, hängt es eben auch damit zusammen, dass mir ein Zugang in diese Bereiche gelungen ist, ohne daran ein irgendwie geartetes außerdienstliches Interesse gehabt zu haben.
Warum tut man das? Mir ging es darum, eigene Erkenntnisse für die politische und gesetzgeberische Arbeit zu diesem Thema zu gewinnen. […] ich habe dabei in der Überzeugung gehandelt, als zuständiger Fachpolitiker im Bundestag zu solchen Recherchen berechtigt gewesen zu sein und mich dabei auch im Rahmen des nach § 184b Absatz 5 StGB Erlaubten verhalten zu haben. […]
Gewiss, es mag naiv und dumm gewesen zu sein, eigenständig in der Szene zu recherchieren. Ob Tauss sich damit schuldig im Sinne des Gesetzes gemacht hat, muss das Gericht entscheiden.
# Pressemitteilung zum Beginn des Strafverfahrens gegen Jörg Tauss (Jörg Tauss)