Henning Tillmann, selbst aktiver Sozialdemokrat, hat seine persönliche Sicht auf den Streit in der SPD um die Vorratsdatenspeicherung nachgezeichnet. Der innerparteiliche Kampf endete am Wochenende vorerst damit, dass sich die Mehrheit der am Parteikonvent Teilnehmenden für das anlasslose Speichern der Telekommunikationsdaten der Bevölkerung aussprach: Vorratsdatenspeicherung: Wie alle in der SPD darüber sprachen.
Tillmann konstatiert, dass mit einer verdachtslosen Totalerhebung dieser Daten „ein Wechsel stattfinden“ würde, ein Paradigmenwechsel, für den sich nicht nur die SPD-Länderinnenminister stark machten, sondern auch prominent und als Zugpferd Parteichef Sigmar Gabriel eingesetzt hatte.
Die innerparteiliche Opposition versuchte im Frühsommer Druck zu machen. Sie formulierte einen Musterantrag gegen das in „Höchstspeicherfrist“ umbenannte Vorhaben, schaltete ein Kampagnenvideo gegen die Speicherung der Millionen Verbindungsdaten und bekam auch von vielen Seiten Unterstützung, scheiterte jedoch letztlich.
An der sozialdemokratischen Parteispitze hat sich seit 2013 wenig getan, politisch bleibt es das Ziel, Metadaten und Bewegungsprofile anlasslos zu speichern. Leider muss das politische Fazit daher unverändert ausfallen:
Es bleibt also weiterhin dabei: Wer SPD wählt, wählt nicht nur ein Leistungsschutzrecht […], sondern auch die Vorratsdatenspeicherung.

