Linkschleuder

Wolf Biermann: NSA-Skandal ist nur „hysterische Propaganda-Idiotie“ – die wollen sich nur in der Welt informieren

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Wolf Biermann scheint sich noch nicht ausreichend mit dem NSA-Überwachungsskandal auseinandergesetzt haben oder er wird einfach nur alt, sonst würde er nicht sowas in Interviews von sich geben. Kurzversion: Die USA will sich mit der NSA doch nur in unserer Kommunikation über die Welt informieren. Wer findet den Fehler?

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Wolf Biermann mischt sich also wieder ein. Kommt von Ihnen, der Sie so sehr mit dem Thema der Bespitzelung durch die Stasi konfrontiert gewesen sind, auch etwas zur NSA?

Das berührt mich überhaupt gar nicht. Ich halte das für eine hysterische Propaganda-Idiotie. Es wundert mich, dass sich Leute darüber wundern, dass die Amerikaner so viel Informationen wie möglich sammeln wollen. Der Unterschied ist doch, ob ein totalitärer Staat die Menschen bespitzelt oder ob eine Demokratie sich über den Streit in der Welt informieren möchte. Die Demokratie ist eine sehr unvollkommene Gesellschaft, das weiß jeder. Aber mir ist eine unvollkommene Demokratie viel lieber als eine vollkommene Diktatur.

Totalüberwachung in unserer Demokratie ist also ok? Wer schenkt Biermann mal unser Grundgesetz?

(via)

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78 Kommentare
  1. Wolf Biermann wurde von Margot Honecker aus Hamburg in die DDR geholt. Als FDJ- und SED-Mitglied genoss er zahlreiche Privilegien, wie zum Beispiel zahlreiche Westfahrten , was dem gemeinen, gekenchteten Ossie untersagt war, für den der Rechtsextremist Biermann sich nun scheinbar einsetzt. Er meint auch, dass er es verdient hat, sich das Privileg jeglicher Sinnlosigkeit heraus nehmen zu können. In dem Interview heisst es:

    „Gerade im Osten ist es für viele eine unglaubliche seelische Strapaze, wenn die Unterdrücker von gestern jetzt als Demokraten maskiert die Regierung übernehmen wie in Thüringen.“

    Ja, Ramelow ist Wessie und erst nach der Wende in den Osten gekommen. Aber das juckt Wessies, die freiwillig in die DDR gingen, wie Merkel und Biermann nicht. Hauptsache Hetze, wenn die Rechten die Wahlen verlieren.

    Biermann war nie Bürgerrechtler. Das ist ein Mythos. Er war Teil des Systems, das rechte Kreise heute gerne Unrechtsstaat nennen. Er war immer Opportunist und hing seine Stimme immer in den Wind. Die Nummer im Bundestag war nur peinlich. So wie es immer peinlich ist, wenn im Bundestag gesungen wird, wie zum Beispiel Streikverbieterin Nahles mit Pippi Langstrumpf.
    Biermann ist selber „geistiges und materiellen Erbe der DDR-Diktatur“. Das er sich für reaktionär hält, könnte ich unterschreiben.

    Seine Haltung zur NSA ist ja auch 100% Stasi-kompatibel. „Ich liebe doch alle“ wie bei Mielke 1989 http://www.youtube.com/watch?v=1XBEqyu5Mck
    Zur Geschichte von Biermanns SED-Karriere siehe auch hier:
    http://blogs.taz.de/schroederkalender/2007/01/18/zuviel-der-ehre-fuer-wolf-biermann/
    Biermann ist in Demokratie und Rechtsstaat noch nicht angekommen. Trotz langen Anlaufs.

    1. Herr Ksoll,
      Sie haben bestimmt nicht in der „DDR“ gelebt. Und wenn, gehörten Sie zu den Karrieristen. Wie sonst ist es zu erklären, dass Sie schreiben „rechte Kreise“ nennen die „DDR“ Unrechtsstaat. Diese Darstellung ist böse und zynisch! Aber typisch für die unterdrückenden Spießer der Honecker/Mielke-Klasse!

      1. Na, Links-Rechts-Schema durcheinander?
        „Merkel stellte klar, dass die DDR für sie ein Unrechtsstaat gewesen sei.“
        http://www.nmz.de/node/89795

        Ist klar, Merkel ist jetzt eine Linke. Sie war ja wie Biermann auch fleissig in der FDJ. Man möchte gleich mit Biermann und Merkel, den Superlinken, los singen: „Bau auf! Bau auf! Freie Deutsche Jugend, Bau Auf!“

        Aber Biermann ist jetzt Nenn-Linker mit beachtenswerten Positionen:
        – er war für den Irakkrieg, den seine FDJ-Genossin Merkel mit halluzinierten Massenvernichtunsgwaffen begründete. Klar, ganz linke Position, wie von dem Oberlinken Bush, mit dem die FDJ-Genossin den rechtswidrigen Angriffskrieg voran treiben wollte und dieser reaktionäre Schröder nicht wollte.
        – „Erst vor kurzem habe ich ein Lied über den russischen Krieg von Putin gegen die Ukraine geschrieben, das werden Sie bald hören können.“ Das ist eine superlinke Position. Biermann kämpft oral auf der Seite der braven Jungs mit den SS-Symbolen auf der Uniform, die in der Ostukraine Wohnsiedlungen platt machen.
        – Biermann macht es nichts aus, dass Steinmeier für die NSA Spionage am DE-CIX ermöglichte und gesetzlich Spionageabwehr unterband. Wirtschaftsspionage ist für Biermann nur ein sehen, wo in der Welt Streit ist (über Patente?): In tiefstem Innern is unser Extremlinker ein Feind des Urheberrechtes. Jeder Bürger der USA, die ihre Politik mit Folter durchsetzt (wo ist Margot Honecker nach dem Flop mit Biermann und dieser SED hingegangen, ach Chile? Folterfreie Zone. Anders als die USA, deren Verbrechen Biermann deckt.)

        @AndréR
        „Ich bin auf Biermann so richtig dadurch aufmerksam geworden, dass sich miefige Ost-Kader über ihn wild echauffierten und ihm ein Verhältnis mit Margot H. unterstellten. Ich glaube diese Gedanken, die Du da ausbreitest, kann man sich schenken. “

        Wolf Biermann ist von Margot Honecker in die DDR geholt worden und nach Schwerin ins Internat gesteckt worden. Man kann auch sachlich bleiben und an den Fakten entlang. Die beiden kannten sich aus Hamburg (ihre Väter waren im gleichen KZ) und trafen sich Jahre später mehrmals in Halle. Durch die Nähe zu Margot Honecker (bis 1976) hatte Biermann auch immer ein nahes Verhältnis zur DDR, zur FDJ, zur SED (bis zum Rauswurf 1963 aus der SED) und durfte viel in den Westen reisen, was dem Arbeiter und Bauern streng verboten war, was final der DDR zum Verhängnis wurde.
        http://www.cosmopolis.ch/cosmo47/erich_honecker_3.htm

        Aber man kann sich den Lebenslauf des Rechtsextremisten Biermann, der in der BRD zu Angriffskriegen aufruft wie im Irak, auch schön reden. Das haben wir nach dem Krieg millionenfach erlebt.

        Demnächst sollen wir dann auch hören, dass Gaucks Vater eigentlich ein Russenfreund war (statt ein strammer Nazi, der mit half 25 Mio Russen zu töten) und dass es normal ist, in Rostrock eine Scheinehe zu führen und in Berlin mit der Konkubine über die Dörfer öffentlich zu ziehen.

        Leider geht in Zeiten des Internets Geschichtsumschreibung nicht mehr so leicht :-)

      2. Was soll denn der Blödsinn Herrn Biermann zum „Rechtsextremisten“ und Systemprotegierten umzuschreiben? So diskreditiert man nur sich selbst statt die nachbesserungsfähigen Bewertungen zum Überwachungsskandal.

      3. Herrn Biermann braucht man nicht umzuschreiben. Er war bis zu seinem Rauswurf aus der SED Teil des Systems, das er der Linken im Bundestag vorwarf. Jemand, der aufgrund von Halluzination von Kriegsverbrecher Bush und Angela Merkel ist ein Rechtsextremist. In Deutschland kommt noch hinzu, dass schon der Aufruf zu einem Angriffskrieg mit Gefängnisstrafe bedroht wird, anders als in den USA. Jemand der Spionage und Wirtschaftsspionage der USA in Deutschland rechtfertigt, begibt sich außerhalb unserer Gesetze. Bei Law and Order bin ich pingelig. Wenn Biermann darauf scheißt, dann ist er es, der in der Bundesrepublik (wie in der DDR) nicht angekommen ist. Schade. Nach so langer Eingewöhnungszeit. Wir haben versagt, wir haben ihn nicht in unsere Gesellschaft (re-)integrieren können.

    2. Ich bin auf Biermann so richtig dadurch aufmerksam geworden, dass sich miefige Ost-Kader über ihn wild echauffierten und ihm ein Verhältnis mit Margot H. unterstellten. Ich glaube diese Gedanken, die Du da ausbreitest, kann man sich schenken. Ich halte Ramelow für einen sehr vergifteten Menschen und fand es in seinem Fall richtig, ihn vom Verfassungsschutz zu beobachten. Biermann hat auch das Gift neuerdings und ein wenig Altersunweisheit, aber es wird mit einem Lächeln kredenzt. Die meiste Zeit seines Lebens stand er links von dem, was heute links ist. Es ist wenig zielführend wenn Sympathisanten der einen oder anderen Seite sich als reaktionär beschimpfen.

      Ich glaube, dass Biermann in mancher Hinsicht ein wenig Recht hat. Auch wenn wir von einer extrem breiten Überwachung ausgehen, so ist bislang nicht ersichtlich, dass diese Information operativ missbraucht wird. In der DDR wurde hingegen systematisch öffentlich überwacht und ein Klima des Schweigens erzeugt, ernste Konsequenzen waren immer möglich, Anpassung wurde erzwungen. Das bedeutet nicht, dass die Überwachungen akzeptabel sind.

      Erich Mielkes Satz ist zu Unrecht populär geworden. Er begann seinen Vortrag vor der Volkskammer bekanntlich mit einem unfreiwilligen Scherz, er habe in seinem Amt „engen Kontakt zu allen werktätigen Menschen“. Dass die Volkskammer lachte, brachte den senilen Minister aus dem Konzept. Auf Hinweis eines Zurufers, dass „nicht nur Genossen“ im Raum seien, verwarf er das als „reine Formalität“ und erklärte er gegenüber dem Widerspruch er „liebe doch alle Menschen“. Mielke war nicht erfahren vor einer Versammlung wie der Volkskammer zu sprechen und bekanntlich auch nicht sonderlich gebildet.

      1. Das „Verhältnis“ mit Margot Honecker muss niemand Unterstellen. Es ist eine Tatsache. Biermann ist eine der am meisten überschätzen Personen des letzten Jahrhunderts. Er wurde sowohl von der DDR Führung überschätzt als auch vom Westen. Die Ausbürgerung Biermanns war eine der dümmsten Aktionen der DDR Führung. Vorher hat ihn in der DDR so gut wie niemand gekannt. Danach haben sich viele Künstler mit ihm solidarisch gezeigt. Mehr aus politischen Gründen als aus Freundschaft mit ihm. Bekannt wurde er, sowohl in der DDR als auch in der BRD, erst durch die Ausbürgerung. Dabei hätte die Der seine Lieder eigentlich ohne weiteres ertragen können. Sie waren so gut wie nicht bekannt, er hatte kein grosses Publikum und künstlerisch waren sie ohnehin eher nichts besonderes.

  2. Biermann und Gauk. Schade das solche großen Leute von damals, die die aktuellen himmelsschreiende Probleme nicht sehen.
    Ein Staat in denen die Geheimdienste nicht kontrolliert werden ist nur soweit ok, wie sie kaum Macht haben. Durch die digitale Entwicklung der letzten Jahrzehte haben diese unkontrollierbaren Geheimdienste aber so viel Macht bekommen, dass sie die Demokratie durch Ihre Grundrechtsbrüche abgeschafft haben.

    Schade das man im Alter scheinbar für logisches Denken nicht mehr so empfänglich ist.

    1. ich bin gegen jede Form von ‚Altersdiskriminierung‘ : individuelle Reife – logisches Denkvermögen – Wahlalter- Rentenalter – Schulalter – ??? bis zum letzten Atemzug ist Lernen möglich, Zunahme an Einsicht, sinnvolles Handeln aus Erfahrung . Starrsinn ist eine menschliche Eigenschaft unabhängig vom Lebensalter, genauso wie Rechthaberei, Besserwisserei und Intoleranz.

    2. Dass Gauck einer der „großen Leute von damals“ gewesen sei, gehört zu dem Einzigen, worin er groß ist und groß war: zu seiner von keinem Selbstzweifel angekränkelten Selbstvermarktungsstrategie!

  3. Dieses Phänomen scheinen einige Menschen aus der ehemaligen DDR zu haben. Ich habe mit diesem Phänomen schon persönlich zu tun gehabt. Mein Eindruck ist, das dies Menschen sind, die stark unter Repressalien der DDR zu leiden hatten. Sie sind emotional sehr stark damit verbunden und sehen dadurch die heutige Situation als sehr frei an, da durch die Überwachung der NSA keine unmittelbaren Konsequenzen folgen. Durch die emotionale Betroffenheit ist es schwer, so meine Ansicht, die Überwachung als das zusehen was sie ist, da dies nur gedanklich und auf struktureller Ebene erfassbar ist.

    Andere aus der ehemaligen DDR sehen den NSA Skandal als das an was es ist, eine Totalüberwachung und völlig antidemokratisch.

    1. Ich habe auch das Gefühl, dass viele Protagonisten der damaligen Zeit aus der nicht direkten Vergleichbarkeit von Vergangenheit und Gegenwart schließen, dass heutzutage alles okay ist.

      Man vergleiche das mal mit Gauck: „Keine Aktenschränke? Kein Problem!“

      Herrn Biermann jetzt als Rechtsextremisten zu bezeichnen ist übrigens großer Unfug.

  4. Mit der gleichen Argumentationslogik hat die DDR ihre Überwachung rechtfertigt: als guter Staat darf man gegen den bösen Faschismus eben zu allen Mitteln greifen. Wohin diese Unrechtsrelativierung führt, sollte Herr Biermann doch eigentlich mitbekommen haben.

  5. Der Kommentar von Herrn Ksoll zeugt von geistiger Umnachtung. Man kann nur hoffen, dass es nicht so viele von dieser Sorte gibt, die so einen geistigen Dünnschiss verbreiten. Das sind die, die unserer Demokratie auch Schaden zufügen.

  6. Biermann sollte ins Altersheim für Protestsänger, die nie singen konnten. Was er da im Bundestag über die Linken gesagt hat, mag ja in Teilen auf einen kleinen Prozentsatz ewig Gestriger stimmen, nicht aber auf eine ganze Partei, wo Leute drin sind, die beim Fall der Mauer noch Babys waren. Im Grunde unterscheidet er sich in seinem blinden Hass nicht viel von denen, die ihn damals verfolgt haben. Interessant ist aber auch, das er ganz früher mal was mit Margot Honecker hatte, bevor die den alten Dachdecker aus dem Westen geheiratet hat… ;)

    Und jetzt das Ding mit der NSA… Verwirrter alter Mann.

    https://netzpolitik.org/2014/wolf-biermann-nsa-skandal-ist-nur-hysterische-propaganda-idiotie-die-wollen-sich-nur-in-der-welt-informieren/

  7. Biermann war schon längst in die wohlverdiente Vergessenheit geraten, bevor Lammert ihm noch mal einen Auftritt auf der Bundestagsbühne verschafft hat. Trösten wir uns damit, dass der Brabbler nach diesem kurzen Intermezzo endgültig den Weg des Dodos beschreiten wird.

  8. @Markus B.: Jetzt zieh‘ dich warm an – der Drachentöter wird auch dich heimsuchen ob dieser despektierlichen Zeilen.

    P.s.: Hätte er diesen Schwachsinn letzte Woche schon im *räusper* „Hohen Haus“ von sich gegeben – dem Angie M. wäre es wohl warm am Bein runtergelaufen.

  9. Ach Macht kommt aus den Fäusten
    und nicht aus dem guten Gesicht
    aus Mündungen kommt die Macht ja
    und nur aus den Mündern nicht
    Genossen das ist wahr
    das ist und bleibt auch war
    das ist die blutige Wahrheit
    der Unidad Popular
    Dies sang der „Genosse“ Wolf Biermann damals in Erinnerung an den erschossenen Kameramann in Chile, aber auch an Victor Jara

    Du verbitterter Wolf

    du warst einer von uns?

    Mag sein,

    damals als du den „Kommandante“ gesungen hast!

    Du warst einer von uns?

    Mag sein,

    damals als du den Fotografentod besungen hast!

    Du warst einer von uns?

    Mag sein,

    damals als wir beide zusammen, an einem Altonaer Sonntag,

    gegen die Nazis standen!

    Du warst einer von uns?

    Mag sein.

    Damals!

    Heute bist du einer von dir, für dich.

    Am Tag der tausendfachen Drachentöter

    krönst du dich selbst zum Drachentöterkönig !

    Wer sich so schamlos im Licht der Sonne

    Goldenen Glanz verleiht,

    verbannt sich am Ende selbst

    auf eine grau zerklüftete Insel.

    Noch wärmst du bitter bellend

    deine alten Knochen am herrschaftlichen Kamin,

    doch die Revolte hinter deinem Namen

    schrumpft an diesem Feuer,

    zur lügenhaften Farce.

    Wann hat je ein Dichter seinem Werk

    in einem selbstgerechten Augenblick

    so konsequent die Wahrhaftigkeit geraubt ?

    Das Privileg im Hohen Haus zu singen

    hast du genüsslich benutzt

    um einen kleingeistigen Schiss zu platzieren.

    Jahr und Tag hast du ehrenvoll

    im Schatten Victor Jara´s deinen Schmerz besungen,

    heute hast du dich zum Schatten deiner selbst gemacht !

    Armer alter, einsamer Wolf.

    Heute warst du einer von dir gegen dich selbst.

    Paul Sachse

    1. Danke, Paul!
      Auch meine – etwas traurigen und bitteren – Gefühle haben Sie gut getroffen und literarisch geformt!

      Aus einem, der Solidarität einen mitreißenden emotionalen Ausdruck geben konnte, wurde einer, der selbstverliebt und seine eigene Verherrlichung scham- und maßlos betreibend, als Ewiggestriger nur noch den blind um sich spritzenden Giftzahn eines Drachentöters geben konnte (mit Applaus von der „richtigen“ Seite).
      Da tauchte und trat einer auf, der sich in einer Falte der Zeit verirrt hatte, und meinte das SED-Politbüro des Jahres 1980 säße vor ihm….

      (BTW: Die Titulierungen von realen Mitgliedern des Bundestages waren respektlos und beleidigend! Warum unterblieb da der Ordnungsruf des Bundestagspräsidenten?!)

    2. Danke, Paul Sachse! Treffender hätte ich meine Gedanken über den Wolf Biermann nicht aufschreiben können. Als Student in der DDR zur damaligen Zeit habe erstmalig zur Ausbürgerung etwas über ihn gehört. Ich glaube, sowohl Gauck als auch Biermann sind in Ihrem geistigen (oder geistlichen ;-)) Wertekorsett von vor 25 Jahren steckengeblieben, was ihnen das jetzige System und dessen Gallionsfiguren nur noch mit Strahlenkranz erscheinen lässt.
      Was mich wundert, wer hängt denen all die Orden um (siehe Homepage Biermann) und hebt die auf solche Podeste? Ist das Doofheit der „Eliten“ oder System? Was wird dem Wahlvolke da vor die Nase gesetzt? Vielleicht hat es aber auch nur dass bekommen, was es verdient. Zu viele Fragen …

  10. Wolf Biermann ist ein 1a Antikommunist, j.Edgar Hoover hätte seine Freude an ihm. Es ist nicht so schön das die Bundesregierung inkl. Gauck den Leierkastenmann so hofiert, anderseits ist es nur konsequent von Lammert den rechten Barden zu einzuladen.

  11. da merkt man halt, dass Leuten ihr Weltbild wichtiger ist, als Fakten. Biermann ist da nicht der einzige, der lieber sein „fehlerfreies“ Weltbild im Kopf hat, als Fakten.

  12. ich glaube nicht, dass biermann noch verstehen wird, wie fatal seine satte fehleinschätzung ist.

    sowohl über sich als digital erfasster mensch, als auch über die angesprochenen dienste und ihren auftrag: never again.

    es gab auch mal ein biermannsches never again, dazu konnte ich fabelhaft stehen. diese neuesten äußerungen hingegen sind kein standpunkt. eher ausdruck von ahnungslosigkeit eines kulturellen funktionsträgers, dem der markenkern schon lange abhanden gekommen ist.

    .~.

  13. Ein Zeitzeuge ist ein Zeitzeuge ist ein Zeitzeuge.
    Ich würde Biermann weder in Sachen Musikgeschmack noch in Fragen der Tagespolitik folgen. Seine Position zum NSA Skandal ist putzig, schmälert aber seine Rolle als Zeitzeuge überhaupt nicht. Ich habe seinen Auftritt im Bundestag genossen und freue mich darüber, dass er es seinen einstigen Peinigern heimzahlen konnte.

    1. Welcher Zeitzeuge? 1964 ist Biermann aus der SED geflogen. Die Beschimpfung der Linken als die Leute, die ihn 1964 aus seiner geliebten SED geworfen haben, ist dummes Zeug. 1976 hat er sich vom Acker gemacht (wie ein anderer Rechter, der Peter Altmaier, immer sagt). 1989 hatte er mit dem Zusammenbruch der DDR nichts zu tun. Er war nicht da, als die Bürgerinnen und Bürger der DDR das System haben zusammen krachen lassen. Er hatte es sich trotz der Warnung von Margot Honecker lieber im Westen kuschelig gemacht, wo seine geliebte SED ihn immer gerne hat hinreisen lassen. Was soll ein Zeitzeug, der 1964 aus der SED geflogen ist und seine Parteikarriere zum strammen Mitglied des ZK zu Ende war und denn erzählen? Man kann aus den mentalen Amokläufen zum Irakkrieg und der NSA ahnen, warum die Genossen ihn schon so schnell nicht mehr in der SED haben wollten. Für die kalten Krieger kann er gegen kleines Geld natürlich immer noch den Kasper machen und sich von den Rechten vor ihren Karren spannen lassen. Um es mit Gauck zu sagen: als Zeitzeuge ist so ein Spinner wenig geeignet.

      1. „Vom Acker gemacht“ hiess damals 1976: Ihm wurde die Staatsbürgerschaft der DDR entzogen und er durfte nicht wieder einreisen. Wenn Sie Biermann außerdem als Rechtsextremen beschimpfen, darf ich Sie wegen ihrer Verleumdungen dann A…loch nennen?

      2. Vom Acker gemacht hieß 1976 für Wolf Biermann konkret:
        Er war von seiner Gönnerin Margot Honecker gewarnt worden, dass er Probleme bekommen würde, wenn er bei seiner Westreise (die Arbeiter und Bauern in der DDR verboten waren, nicht aber dem SED-Reisekader) wieder aus der Rolle fallen würde.
        Biermann hatte keine Böcke mehr und wollte in seiner ursprünglichen Heimat BRD bleiben. Er hat sich vom real existierenden Sozialismus verpisst, wo er vorher mit glühendem Eifer unbedingt dabei sein wollte und aus der BRD 1953 auswanderte.
        Biermann ist ein gnadenloser Opportunist. Respekt habe ich vor den Menschen in Leipzig, Berlin, Rostock, Dresden, Cottbus, die unter hohem persönlichen Risiko die Diktatur gestürzt haben. Nicht vor einem gehätschelten Reisekader, der von der First Lady des Landes in die DDR geholt wurde und in der FDJ und der SED sich nicht durchsetzen konnte und dann lieber unter großem Tratra an den Honigtöpfen des Westens blieb. Wie Sie mich nennen ist mir egal. Mit der Realität stehen Sie ja eh im Konflikt :-)

      3. Mal ein anderer Gedanke:
        Vielleicht war die schnelle Ausbürgerung von WB nur ein Ausweg aus profanen Problemen im Dreiecksverhältnis Wolf-Margot-Erich und die Systemkritik nur großes Theater? Noch ne Frage …

      1. Bin der Meinung, mir hierauf die Arbeit gemacht, nachgeforscht und repliziert zu haben. Das wäre dann schon der zweite von zwei Kommentaren, die ich jemals auf NP geschrieben habe und die dann verschwinden. Seltsam. Dabei drücke ich mich normalerweise ziemlich gewählt aus. Sogar spät nachts im Rausch.

        Naja, hier nochmal aus der Erinnerung: Zu meiner eigenen Überraschung musste ich feststellen, dass es durchaus noch einige SED-Altkader (also damals noch Jungkader) in der Linksfraktion gibt. Die meisten sind allerdings enttäuschte Ex-SPDler und -Gewerkschafter aus dem Westen, auch einige Grasswurzelbewegte sind dabei.

        Ich wunder mich immer noch. Liegt’s an meiner Nase, Markus?

  14. Bitte akzeptiert verdammt nochmal die historische Tatsache, dass Wolf Biermann mit seinem Hit „I’ve been looking for freedom“ allein die DDR in die Knie gesungen hat. Naja, genuschelt.

    Aber ernsthaft, hat dieser dauerjammernde Mann für irgendwen, der nach den 70ern sozialisiert wurde, ernsthaft irgendwann einmal irgendwelche Relevanz gehabt? Ich erinnere mich immer nur an irgendwelche traurigen Auftritte, bei denen er als letzter „Intellektueller“ Wahlwerbung für die SPD gemacht hat. Schon das war grauenhaft.

  15. Biermann gibt den Pofalla

    NSA? Alles gut. Ich lieb Euch alle.

    Der Georg Diez hat im SPON die Biermann-Farce auf den Punkt gebracht:
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/mauerfall-mit-gauck-und-biermann-teddys-auf-geschichtsausflug-a-1001649.html
    Manchmal überkommt mich das Gefühl, dass mit Menschen wie Pofalla, Gauck, Biermann Kirmes-Spektakel inszeniert werden sollen, die von der Politik ablenken sollen.
    Am rechten Rand wird dann von „Unrechtsstaat gefaselt, von Leuten die in Afghanistan Massaker wie in Kunduz inszenieren, vorn Leuten, die der NSA für Spionage, Wirtschaftsspionage und anlasslose das DE-CIX öffnen lassen und beim BfV die gesetzlich vorgeschriebene Spionageabwehr sabotieren, wie Steinmeier, der sich fast überschlägt, den Orient mit deutschen Waffen in Flammen zu setzen: Patriot-Raketen in der Türkei auf Syrien gerichtet, Handfeuerwaffen für die PKK-Terroristen in Syrien, CIA-Waffen für die Terroristen, die halb Syrien schon zerstört haben, 300 Mio € deutscher Steuern als Subventionen für Israel für Schiffe, mit denen Israelis spielende Kinder am Strand von Gaza töten. BND-Handydaten an die NSA, damit die Leute von Obama in Pakistan und Jemen Mohrhuhnschießen mit Drohnen spielen können, um tausende Zivilisten (Nichtkombattanden) in Ländern zu töten, denen man nicht den Krieg erklärt hat. Wenn man die Leute nicht durch Menschenräuber einfängt und erst mal gut durch foltert, wie Obama uns neulich mitteilte.

    Wenn man nach Rechtsstaatlichkeit und demokratischer Kontrolle von aus dem Ruder gelaufenen Geheimdiensten fragt, erdreistet sich die Regierung, die Aufklärung zu verweigtern und verhöhnt das Parlament mit schwarzen Seiten.

    Die NATO massakriert in Kunduz in einer Nacht mehr Zivilisten als die DDR in den ganzen 40 Jahren ihres kümmerlichen Daseins an der Mauer ermordet hat. Der rechte Rand legt Wert darauf, dass wir eine Diskussion über zusammengestürzte Staaten wegen „Unrechtsstaat“ führen und haut dem Bürger gleichzeitig ins Gesicht mit vollständigem Verzicht auf Law and Order. Das wird nicht gut gehen. Ging in der DDR auch nicht gut. Nicht mal bei Realitätsverweigerern und Ex-SED-Mitgliedern wie Biermann.

    Na, vielleicht haben Sie Biermann auch einen tollen Proforma-Job bei der Bahn versprochen oder sie lassen so unkoscheren Kram zu wie bei Gauck, der sich eine 120.000 €/a Witwenversorgung zu erschleichen versucht mit seiner Scheinehe in Rostock. In der DDR hat die Elite dem Staat ja ebenso tief in die Tasche gegriffen. Die Wandlitz-Generation.

  16. Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
    die stets man noch zum Hungern zwingt!
    Das Recht wie Glut im Kraterherde
    nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
    Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
    Heer der Sklaven, wache auf!
    Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
    Alles zu werden, strömt zuhauf!
    |: Völker, hört die Signale!
    Auf zum letzten Gefecht!
    Die Internationale
    erkämpft das Menschenrecht. :|

  17. Zuviel Aufmerksamkeit für einen in jeder Hinsicht untalentierten Gitarrenschrammler und Vor-sich-hin-Krächser mit seinen grottenlangweiligen bier(mann)ernsten Texten. Vergeßt den Knallkopf!

    Carla van Breiten

    1. Carla,
      wir werden uns überlegen müssen, warum uns die Rechten so eine Knalltüte mit solcher NSA-Grütze vorsetzt. Droht uns hier ein Abgrund von Landesverrat aus der CDU, die mit diesem Schwachmat verdeckt werden soll, damit wir uns an dem abarbeiten, statt an den Kriminellen, die unseren Staat zerrütten?

  18. Wenn Biermann die Problematik des NSA-Skandals nicht versteht, dann finde ich das nicht weiter schlimm. Nur wenn er dann meint, sich zu diesem Thema öffentlich äußern zu müssen, dann ist das einfach nur peinlich.
    Er hätte auch einfach sagen können, dass zu diesem Thema nichts sagen kann. Dabei wäre ihm kein Zacken aus der Krone gebrochen.

  19. > ist nur “hysterische Propaganda-Idiotie”

    _SEI_ (!) nur “hysterische Propaganda-Idiotie”,
    _SEI_ nur “hysterische Propaganda-Idiotie”,
    SEI nur “hysterische Propaganda-Idiotie”,
    sei nur “hysterische Propaganda-Idiotie”

  20. Biermann: Ein böser alter Mann, der sich von Herrn Lammert vorführen lassen hat. Mein Kaspar war so: schlitzohrig, etwas beschränkt und hat immer auf jemanden eingedroschen bis alle Kinder gejault haben. Weiter so, das Theater wird immer besser.

  21. Ich habe mal die Stasi-Knast-Gedenkstelle in Hohen-Schönhausen besucht. Es ist wiklich beklemmend. Man wir da von ehemaligen Gefangenen durch die Anlage geführt. Derejninge der uns damals durch die Anlage geführt hat, hat allerdinsg auch gesagt, dass er die Verhältnisse Guantanamo für durchasuvergleichbar hält und das auch gerne Touristen aus den USA sagt.
    Man hätte auch so jemanden in den Bundestag einladen können.

  22. Natürlich ist er als Kind von KPD-Genossen in die DDR verschickt worden. Was sollten diese auch tun.wenn sie weiter in der KPD arbeiten wollten und das hat z.B. seine Mutter bis zu ihrem Tode getan, Mit allen Gefahren : KZ-Illegalität-Gefängnis durch Adenuer und Co. Nun lässt er seinen ganzen Frust in Narrenfreiheit raus. Genauso wie schon in der DDR. Einfach ein Mitleidauslösendes infantiles trauriges Menschliches Wrack dieser Biermann. Auch noch mit gräßlicher Musik. Genau so traurig wie unser Bund-
    destag mit den meisten seiner Gestalten.

  23. wer gegen Biermann ist, identifiziert sich mit dem Unrechtsstaat DDR, identifiziert sich mit mauer, Stacheldraht, Schießbefehl, Zwangsadoption, nur, wer diesen Verbrecherstaat DDR erlebt hat, kann nicht für die sed heute die linken sein.
    christa

    1. Andersherum auch?
      Wer für Biermann ist, ist für einen rechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Irak.
      Wer für Biermann ist, ist dafür, dass ein deutscher Politiker ungestraft bei Spionage und Wirtschaftsspionage den USA gegen die deutsche Bevölkerung hilft.
      Wer für Biermann ist, findet es richtig, dass unfähige Obristen mit einem einzigen Bombenschlag mehr Menschen in Kunduz beim Spritklauen exekutiert hat als die DDR je an der Mauer erschossen hat („Wer gegen den massentötenden Christen Oberst Klein (nach Massentötung zum General befördert) ist, darf kein Christ mehr sein?).

      Der BND hilft den Amis beim Morden mit Drohnen bei mehreren Tausenden Zivilisten in Pakistan und Jemen. Die deutsche Regierung gibt 300 Mio € deutsche Steuern aus, damit Israel Schiffe bekommt, mit denen sie ungestraft Kriegsverbrechen begehen kann wie das Töten von spielenden Kindern am Strand von Gaza.

      Ist jetzt die BRD auch ein Unrechtsstaat? Muss bei jeder Koalitionsvereinbarung von Schwarz-Rot, Grün-Rot, Rot-Grün, Schwarz-Gelb usw. immer in die Präambel rein: „Die BRD ist ein Unrechtsstaat!“? Führen wir wieder wie früher die Sippenhaft ein, dass wieder kollektiv gehaftet wird für die schuldhaften Verbrechen von Personen?

      Ich glaube, die Verteidiger des Amokläufers Biermann,. der mit seinen Halluzinationen uns in den Irakkrieg hetzen wollte, gehen ein wenig zu weit mit ihren allumfassenden Unsinn und machen sich das Leben mit ihrer Amok-Propaganda zu leicht.

      Spinner Biermann zum Irakkrieg:
      “Ich behaupte aber, dass absolut jeder weiß, ob er nun für oder gegen den Krieg ist, dass Saddam all diese Waffen besitzt.”

  24. @Christa: Es ist Unrecht die Biografien von 18 Millionen Menschen unter dem Begriff „Unrechtsstaat“ subsumieren zu wollen – genauso wie die Idee wiederholen zu wollen, Wer nicht für mich ist mein Feind sein muss….

  25. Biermann ist offenbar ein ekliges opportunistisches Fähnchen im Wind.

    Mit seinem Auftritt im Bundestag hat er sich als gestriger Mann, entpuppt, der in seiner Welt, die längst vorbei ist, hängen geblieben ist.

    Mit Blick auf die langsame aber spürbare Rechtsdrift unseres Landes seit 30 Jahren ist das treten gegen die demokratisch in den Bundestag gewählte Linke (die ein wichtiges Gegengewicht zum neo-liberalen Kurs ist) dumm und undemokratisch.

    Die Dauerüberwachung „sich infofmieren“ nennen ist verstörend und dämlich.

    Sorry, der Mann wirkt auf mich mittlerweile nur noch hohl.

    Martin

  26. @Markus

    Könnt ihr nicht eine Sammlung organisieren, damit wir Herrn Biermann ein paar Bücher wie „Der NSA-Komplex: Edward Snowden und der Weg in die totale Überwachung von Marcel Rosenbach & Holger Stark“ und “ Die globale Überwachung: Der Fall Snowden, die amerikanischen Geheimdienste und die Folgen von Glenn Greenwald“ sowie eine Kinokarte für Citizenfour schenken können?

    Aber letztlich zeigt dieses Beispiel sehr schön, dass die meisten Menschen die Gefahr dieses komplexen Themas einfach nicht begreifen.

  27. Hab ewig nichts mehr von Biermann gehört, fand ihn damals klasse wegen seiner „frechen“ Klappe. Sein Auftritt im Bundestag war einfachg nur entsetzlich und peinlich. Senile Retardierung macht offensichtlich auch vor ihm nicht halt.
    Btw.: Was soll eigentlich das Gestänker gegen die Linken? Die wird ihre Altlasten auch noch los. Wieviele JAHRZEHNTE hat die CDU gebraucht, um ihre kleinen und großen Schweinchen bis hin zu Filbinger und Konsorten hinter sich zu lassen? Und: noch heute Nazidenke in den unter Adenauer aufgebauten Geheimdinsten? Illegale Finanzierung? Des künstlich hochgejubelten Kohls schmutzige Geheimnisse? Alles schon vergessen?
    Mich k…t es zunehmend an, auch in der internationalen Politik, dass gerade die, die -oops- die Kehrwoche vor der eigenen Tür beflissen schleifen lassen, ununterbrochen auf die bösen Anderen zu zeigen!

  28. Wer Biermann als DDR-System-konform bezeichnet, hat wirklich überhaupt keine Ahnung. Über ihn wurde schon Jahre vor seiner Ausbürgerung kontrovers in der DDR-Presse debattiert. In Zeiten, als man es in der DDR noch nicht so mit der Ausweisung/Ausbürgerung hatte und einige in der SED_Führung der Meinung waren, dass abweichende Äußerungen „ausdiskutiert“ werden müssen, waren es Biermann’s Lieder schon dem Wochenend-Kulturteil der kommunistischem Parteizeitung „Neues Deutschland“ wert, über ihn herzufallen.
    Es war für mich damals sehr verblüffend, als mein Vater nach Bekanntwerden der Ausbürgerung Biermann’s aus einem seiner Ordner die entsprechenden Artikel holte, die er ausgeschnitten und gesammelt hat.
    Vielleicht sollte man auch Biermann’s NSA-Äußerungen anders werten, als es hier einige Schreiber/Schreiberlinge tun. Wer in der DDR aufgewachsen ist, sieht das vielleicht auch etwas anders. Die Beschnüffelung und Überwachung durch die Stasi konnte direkte persönliche, physische Folgen haben, vom Arbeitsplatzverlust quer durch bis zum Gefängnis.
    Für jüngere Menschen oder für alle, die im Westen in einer Demokratie aufgewachsen sind, wird das nie nachzuvollziehbar und begreifbar sein.
    Sicherlich ist die NSA-Überwachung unangenehm, bestimmt rechtswidrig, ein Eingriff in die Proiatsphäre und sie muss abgestellt werden. Aber sie bringt mich nicht in den Knast.
    Insofern hat Biermann eine völlig andere Sicht auf die Konsequenzen, er sieht das Tun der NSA viel relexter. Darüber kann man anderer Meinung sein, aber für mich ist es verständlich. Eben weil ich aus meiner Stasi-Akte weiß, wie das Verwanzen der Wohnung, die „Aufklärung“ der persönlichen Verhältnisse inklusive aller Verwandten und die angedachte „unauffällige“ Entfernung vom Arbeitsplatz (inklusive der Erstellung von passenden „Beweisen“) geplant und realisiert wurden. Mein Glück war, dass die Wende schneller kam als die geplanten Maßnahmen der Stasi zum Tragen kamen, Aber es geht mir bei der Beurteilung schon etwas wie Biermann: Es sind Welten zwischen dem Ausschnüffeln von Mail und der echten Überwachung im Staat des „realen Sozialismus“

    1. Der „reale Sozialismus“ würde heute auch moderner schnüffeln. Die Wohnungsverwanzungen waren ja vermutlich kein Selbstzweck, sondern damaliger Stand der Technik.

    2. @Oskar
      Wieder die typische Naivität in Bezug auf Geheimdienste: naja die schnüffeln ja nur ein bisschen rum.
      Ist es so schwer sich mal um die ganze Tragweite zu informieren oder lesen alle nur Überschriften???
      Die NSA ist in Sachen Spionage Welten von der Stasi entfernt bzw. vorraus und als Vergleichsgeheimdienst zur Stasi taugt ja eher die CIA ! Die hat mehr Menschenleben und Existenzen auf dem Gewissen wie es in der DDR Stasimitarbeiter gab… Bei dem was bereits als nachgewiesen gilt packt einen das Grausen, dagegen ist die NSA ein Haufen Computernerds mit einigen Hochbefugten in der Führungsetage aber keine Abteilung die persönlich Hand anlegt und mit Kommandoaktionen versucht den Lauf der Welt zu manipulieren.
      Leider geht das Thema CIA (was ist mit den illegalen Foltergefängnissen in Osteuropa?) unter im allgemeinen NSA-Rausch.

  29. Es zeigt sich eben, dass hier keine wirkliche Durchdringung und systemische Kritik vorhanden war, sondern nur ein Auswendiglernen, wer ist gut, wer ist böse. Vergessen wir mal die heutige Situation, Biermann ignoriert ja auch die Serie US-amerikanischer Staatsstreiche, verdeckter Interventionen und Aufrüstung ihrer Feinde von morgen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. All das stützte sich natürlich auch auf nachrichtendienstliche Erkenntnisse.

    Im Übrigen, wäre die DDR eine vollkommene Diktatur gewesen, hätte noch nie jemand etwas von Wolf Biermann gehört.

    1. Er hat sich jedenfalls reformfähig gezeigt und irgendwann entdeckt, dass der Che Guevara auch nicht gerade sympathisch war. Im übrigen haben Menschen in dem Alter ja auch das Recht ein wenig stehen zu bleiben und ruhiger zu sein, und auf der Linie der Mehrheit zu sein, denen einfach die Einsichten fehlen.

  30. Natürlich ist Biermann – im Gegensatz zur Datenschutzlobby – aufgrund seiner eigenen Geschichte eher dem Westen und den USA zugeneigt als undemokratischen Systemen wie Russland, China, etc., das sollte man schonmal vorweg sagen.

    Insgesamt hat Biermann aber doch vollkommen recht. Ich lese schon seit einiger Zeit Artikel auf netzpolitik.org und das Ganze hier ist einfach nur hochtendenziös, vollkommen undifferenziert und journalistisch obendrein schwach – Biermann meint Leute wie Euch! Hat sich Eure Community denn noch nie gefragt, warum über die NSA-Geschichte kaum noch jemand spricht außer die hochaggressive Datenschutz-Lobby, Aktivisten und ein paar Nerds? Warum ist bspw. die Piratenpartei mitten im NSA-Skandal in der Bedeutungslosigkeit verschwunden? Warum bleibt der Aufschrei in anderen europäischen Ländern fast vollständig aus?

    Die NSA ist nunmal keine Stasi – und wer das behauptet, der schwadroniert höchst geschmacklos und unglaublich geschichtsvergessen daher, aus purer Ideologie! Nochmal zur Erinnerung: ein Stasi-Mitarbeiter hat sich höchstpersönlich um 300-400(!) DDR-Bürger „gekümmert“. Es ging dort vorrangig darum, Systemkritiker mundtot zu machen, darum, „Feinde des Sozialismus“ aufzuspüren und wegzusperren, wegen einer bloßen Meinung!

    Auch ist die NSA nicht das Ende des Rechtsstaates. Selbst Hardcore-Datenschützer können mir aus Deutschland nicht einmal drei Beispiele nennen, bei denen jemand durch die „Willkür“ der NSA zu unrecht verdächtigt oder gar verhaftet wurde – das gibt es de facto nicht. Und wer meint, „die NSA“ (oder gar ein Mensch) würde seine privaten Mails oder sonstwas lesen, der bildet sich lediglich ein, wichtig zu sein.

    Sicher nutzen die Amerikaner sehr viele technische Möglichkeiten, vielleicht auch deutlich zu viele, aber auf dem Rücken dieser Angelegenheit wird doch insgeheim schon sehr viel plumper Antiamerikanismus betrieben. Spontan fällt mir da auch ein Herr Ströbele ein, der die USA schon gehasst hat, als Snowden noch in die Windeln gemacht hat! Jetzt spielt sich der Mann völlig zu unrecht als Retter der Freiheit auf.

    P.S.: Nein, ich bin kein unbeholfener Internet-User, der einem leid tun kann, sondern lediglich ein Realist – kein Idealist! Ich bin gespannt, ob Eure Community so eine Meinung aushalten kann!

    1. „Die NSA ist nunmal keine Stasi – und wer das behauptet, der schwadroniert höchst geschmacklos und unglaublich geschichtsvergessen daher, aus purer Ideologie! Nochmal zur Erinnerung: ein Stasi-Mitarbeiter hat sich höchstpersönlich um 300-400(!) DDR-Bürger “gekümmert”. Es ging dort vorrangig darum, Systemkritiker mundtot zu machen, darum, “Feinde des Sozialismus” aufzuspüren und wegzusperren, wegen einer bloßen Meinung!“

      Richtig, die NSA macht keine Bürger mundtot. Sie macht die richtig tot. Sie besorgt die Koordinaten für die Drohnen-Morde in Pakistan und Jemen. Edles Mohrhuhnschießen von US-Boden aus. Kannste mit dem Joystick im Johnny-Walker-Suff machen. Nicht so viel Handarbeit wie bei der Stasi ohne Leichen. Im Westen bekommst Du eine Bombe auf den Kopf, bloß wegen 20 l Sprit klauen wie in Kunduz.

      „NSA hilft der CIA beim Töten
      Die NSA besorgt die Daten mutmaßlicher Terroristen, die CIA bringt sie dann um. Wie wichtig die Hilfe der NSA dabei ist, zeigen neue Dokumente von Edward Snowden. “
      http://www.zeit.de/digital/internet/2013-10/nsa-liefert-cia-daten-drohnen

      Aber das braucht der Spinner Biermann ja nicht zu wissen. Der hat ja genug mit seinen Halluzinationen der Massenvernichtungswaffen zu tun, die er ebenso wie Angela Merkel hatte. Machte eine FDJ-Mitgliedschaft so krank in der Wahrnehmung der Realität wie bei den beiden, Merkel und Biermann?

    2. Bitte einmal gründlich mit der NSA ( under GANZEN Tragweite und nicht nur dieser private-mail-lesen-Quatsch) beschäftigen. Wenn man nur Überschriften in ein paar Massenmedien liest wird man über „hab ja nichts zu verbergen also mir egal..“ kaum hinauskommen.
      Und ganz wichtig: die CIA ! Die sind der operative Arm, da finden die ganz üblen Sachen statt.
      Dagegen ist die Stasi nun wirklich eher als lästig zu bezeichnen. Sorry, fasst schon Welten dazwischen.

    3. Ich finde es auch unpassend, Biermann zu diffamieren. Er hatte seine Zeit, und seine Ausbürgerung hat bei den DDR-Intellektuellen sicher etwas bewirkt. Und sicher ist die NSA nicht das Ende des Rechtsstaats. Aber die Möglichkeit der Staaten, sich Zugriff auf die privaten Informationen zu beschaffen, ist durch die Überwachung verdammt gestiegen. Kombiniert mit dem Terrorismus-Vorwurf kann jeder mundtot gemacht werden. Keine schöne neue Welt, oder aber anders, als Biermann es gerne glauben möchte.

  31. Hysterische Propaganda-Idiotie ist ja wohl eine gute Beschreibung für die Begründungen für die Totalüberwachung, nicht für das Warnen davor. Was soll denn daraus anderes werden als eine furchtbare Diktatur, wenn der Staat sich durch einseitige Information derartig unangreifbar macht?

    Die Stasi hatte Aktenschränke, die NSA Rechenzentren.
    Die Stasi agierte in der DDR, die NSA in der ganzen westlichen Welt und darüber hinaus.
    Die Stasi hatte, wieviele, inoffizielle Mitarbeiter? Eine Million? Wieviele „Smartphones“ gibt es?

    Natürlich kann man das nicht vergleichen. Die DDR war schon ein etabliertes System, mit einem größeren Spektrum an routinemäßig eingesetzten Repressionsmitteln. Aber wie dumm ist es, die Anfänge kleinzureden statt sich dagegen einzusetzen.

    1. Ich kapier einfach nicht wie man alles auf die NSA reduzieren kann. Die agiert grösstenteils online, nicht nur in Sachen Spionage jeder Form oder Dechiffrierung sondern betreibt auch Manipulation im Onlinebereich. Die CIA tut viel viel mehr und viel viel Schlimmeres. Und sie betreibt auch die Offlinespionage, also das klassische Spionieren und Sammeln von Informationen und Agententätigkeiten bis zu illegalen Entführungen in Geheimgefängnisse die Guantanamo wohl weit übertreffen (siehe Bericht von Senatorin Feinstein) und Morden, auch politischen Morden und Mordversuchen.
      Würde es einen Snowden geben mit zehntausenden Dokumenten über die Untaten der CIA (obwohl ja schon genug nachgewiesen sind dank zwangsfreigegebener Dokumente), es würde wohl ein ganz anderes Ausmass annehmen.

      1. Wenn wir schon bei der Hitliste des Bösen „made in USA“ sind, bitte auch die privaten Mörderfirmen wie Blackwater oder wie auch immer die jetzt heißen nicht vergessen. Ist alles der militärisch-industrielle Komplex.

  32. Bezeichnend finde ich, dass unsere „Volksvertreter“ so jemanden einladen / dem nicht widersprechen! Das zeigt, wie weit wir uns schon vom Grundgesetzt gedanklich und real entfernt haben.
    NSA-Bespitzelung ist eine Verletzung meines Grundrechtes. Und kein Politiker stört’s.
    Verzeihung, die Mutter der Nation war dann doch etwas „not surprised“, als sie erfuhr, dass auch das hocheilige Kanzerlinnenhandy abgehört wurde. Aber sie ist ja gleicher als andere…

  33. Ich lese in den meisten Kommentaren immer was von Demokratie und Diktatur und glaube keiner weiß richtig was diese Begriffe in dieser Jetzigen Gesellschaft bedeuten. Biermann war zwar auch kritisch aber dennoch immer ein Mitläufer. Er wechselt eben nur ab und zu die Seiten. Wäre ein guter FDP-Mann oder auch ein guter Grüner.

  34. Biermann liebt g.w. bush,den angriff auf den irak,die nsa spionage,die ukrainischen nazis u.v. aehnliches.
    mehr braucht man zu diesem traurigen lumpen eigentlich nicht zu sagen

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