Why Germans Are Afraid of Google

Die Tagesspiegel-Journalistin Anna Sauerbrey erklärt den US-Amerikanern in der New York Times, warum die deutsche Debatte um Google: Why Germans Are Afraid of Google.

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Silicon Valley fears neither fines nor political reprimand. It invests millions in lobbying in Brussels and Berlin, but since it finds the democratic political process too slow, it keeps following its own rules in the meantime. Uber simply declared that it would keep operating in Germany, no matter what the courts ruled. Amazon is pushing German publishers to offer their books on its platform at a lower price — ignoring that, in Germany, publishers are legally required to offer their books at the same price everywhere. It is this anarchical spirit that makes Germans so neurotic. On one hand, we’d love to be more like that: more daring, more aggressive. On the other hand, the force of anarchy makes Germans (and many other Europeans) shudder, and rightfully so. It’s a challenge to our deeply ingrained faith in the state.

13 Kommentare
  1. Widerlich anmaßend das diese Dame wie viele andere Journalisten glauben für eine ganze Bevölkerung reden zu können. Persönlich sehe ich es völlig anders. Ich würde die Preisregulierung durch einen freien Markt begrüßen und finde es wichtig das Käufer & Nutzer solcher Angebot zu Eigenverantwortung gezwungen werden. Sie legitimieren die Konzerne dazu ihr Treiben fortzusetzen indem Sie die Angebote nutzen. Es ist scheinheilig wenn auf der einen Seite kritisiert wird das bei Amazon bspw. die Verkäufer zu Preissenkungen gezwungen werden aber die Bevölkerung auf der anderen Seite, insbesondere in Deutschland, auf jedes Schnäppchen losstürmt als gäbe es kein morgen.

    Das Problem ist nicht das sich die Konzerne darüber hinweg zu setzen versuchen sondern der Regulierungswahn der in allen Beispielen um sich greift. Lobbyismus in diesem Maße ist ausschließlich ein hilfreiches Mittel für diese Konzerne weil Politiker und Regierungen existieren deren „Entscheidungen“ durch Zwang auf uns abgewälzt werden können. Würde den Konzernen der Hebel Staat verloren müsste der Einfluss auf den Einzelnen schon physisch und mittels eigener Ressourcen erfolgen um Macht über ihn ausüben zu können.

    Ich bin erfreut das die Konzerne sich vom ineffizientesten Konstrukt der uns bekannten Menschheitsgeschichte nicht auf der Nase rumtanzen lassen. Gleiches muss nur endlich mal in den Köpfen der Bevölkerung ankommen damit wir wahre Freiheit genießen können. Denn, und ich zitiere einen User aus dem Web, „ein bisschen Freiheit ist wie ein bisschen schwanger“.

    1. Naja ich habe auch das Gefühl das die meisten deutschen am liebsten alles vom Staat reguliert haben wollen. Aber vielleicht manipulieren auch nur die Medien einen so das man glaubt das die deutschen das so wollen. Das Problem sehe ich eher darin, das Über, Amazon und Google zwar alte Monopole aufbrechen was für uns gut ist. Aber gleichzeitig alles tun selber Monopolisten zu werden. Dabei wäre es besser wenn jeder gleiche Marktchancen hätte. Wie soll denn bitte ein Startup Suchmaschiene das „Recht auf Vergessen“ umsetzen und 140.000 Löschanfragen korrekt (manuell) durchführen?

      1. Persönlich höre ich aber auch im Privatleben zumeist Forderungen nach neuen Verboten, die Enteignung der Reichen, Verstaatlichung von Konzernen usw. In Zeiten von Krisen ist es ja immer so das der eine Teil sich in die Arme der linken Sozialisten treiben lässt und der andere Teil in die der rechten Sozialisten. Nur ein verschwindend geringer Teil zieht die nötigen Konsequenzen und denkt über faire, freie alternativen zum herrschenden System nach, dabei wäre es so unglaublich einfach.

        Mein Post sollte auch nicht das Treiben der Konzerne verteidigen, im Gegenteil. Es war mehr das Anprangern der herrschenden Unmündigkeit in der gesamten Gesellschaft. Sie sind es die den Konzernen auf Basis von Angebot & Nachfrage ganz einfach zeigen können was Sie von den Methoden halten. Amazon würde umgehend einknicken würde die Nachfrage nach Büchern merklich schwinden. Gleiches gilt für alle anderen Firmen.

        Ständig hört man nur Forderungen an die Konzerne und Unternehmen mit der Erwartungshaltung das diese nach moralisch einwandfreien Prinzipien agieren sollen aber wenn der Einzelne nicht in der Lage ist diese für sich selbst als Maßstab herzunehmen sind solche Forderung nichts weiter als heiße Luft.

      2. „Naja ich habe auch das Gefühl das die meisten deutschen am liebsten alles vom Staat reguliert haben wollen.“

        So sehe ich das auch. Das mag zum einen historische Gründe haben. Deutsche gelten als eines der obrigkeitshörigsten Völker überhaupt und haben keine Tradition von Freiheit. Die Staatsgläubigkeit vieler Deutschen ist immer wieder zutiefst erschreckend – insbesondere vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte.

        Zum anderen ist Freiheit anstregend. Denn Freiheit bedeutet auch immer, die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen zu tragen. Und da empfinden es wohl nicht wenige Menschen als angenehmer und einfacher, andere entscheiden zu lassen.

      3. @Stefan:
        100% Zustimmung. Mir wäre es ja auch egal wenn sich die Masse gerne weiterhin der Hörigkeit hingibt aber das ich und andere freiheitsliebende Menschen durch die Unmündigen ebenso zur Unterwürfigkeit gezwungen werden.

  2. Oh, da hat aber jemand die Buchpreisbindung nicht verstanden:

    „Amazon is pushing German publishers to offer their books on its platform at a lower price — ignoring that, in Germany, publishers are legally required to offer their books at the same price everywhere.“

    Nicht die Verlage müssen zum gleichen Preis anbieten – und tun das auch nicht -, sondern die Buchhändler müssen sich an die vom Verlag vorgegebenen Preise halten. Es ist dagegen übliche Praxis, dass große Buchandlungen oder die Zwischenhändler billiger einkaufen als die Butze vom Dorf.

    1. … und dazu kommt, dass ein Geschäftsmodell, wie es der Berlin Story Verlag vorhatte, bei dem man für das Buch soviel gezahlt hat, wie man wollte, nicht realisierbar ist.

      1. Schon mal was von Humble Book Bundle gehört? Funktioniert vll nicht als großer Markt aber immerhin fällt dabei was für Stiftungen, Autoren und die Platformbetreiber an. Sollten sich die Deutschen Häuser ne Scheibe von abschneiden. Ebooks zum Preis einer Papierversion (LOL) das ist übelste Feudalzeit.

        Man muss ja nicht gleich das gesamte Sortiment als Almosensammlung preis geben. Aber ab und zu die Dauerbrenner in einer Neuauflage plus ein oder zwei Hörbücher. Mindestpreis kann man auch festsetzen. Ich denke wenn es bei Spielen, Musik und gemischten Medien bei den Amis funktioniert dann kann sowas auch hierzulande klappen wenn man es nicht mit dem Konzept übertreibt (so wie ein paar Groschenblätter seinerzeit auf die Nase gefallen sind mit der Idee).

  3. Eigentlich reagieren weniger ‚der Deutsche‘ als die Leitfiguren des entsprechenden Marktes. Freie Märkte sind ein virtuelles Konstrukt an das die Allgemeinheit glauben soll; wer sich mal selber in diesen Markt begibt, wir schnell die Begrenzungen finden, die Marktführer als Hürde geschaffen haben (Patente, Copyright, Zertifizierungen usw.).

    Google tut dies geschickterweise mir technologischem Vorsprung, Uber mit effizienterer Ausnutzung ihrer Arbeitskräfte.
    Mit einer ‚anarchistischen Kraft‘ hat das weniger zu tun, es geht simple um die Kontrolle des Marktes. Es geht um Geld und Einfluss. Das die nationalen Marktführer nun Panik bekommen ist sogar verständlich.

    1. Freier Markt würde ebenso bedeuten das Patente und das Copyright eben nicht mehr existieren. Es gäbe schließlich keinen Hebel mehr mit dem die Konzerne diese angeblichen „Rechte“ durchsetzen können, außer sie zwingen den „Verletzer“ dieser „Rechte“ physisch dazu.

  4. Der Grund warum Deutsche wegen Google besorgt sind, ist doch wohl vielmehr der, das Google in Deutschland Geld verdient, sich aber nicht an deutsches Recht halten will. Die lesen sogar die Emails ihrer Nutzer mit. Uber hingegen hatte jüngst gerichtliche Anordnungen zu beachten, sagt aber statt dessen einfach, das sie auf deutsches Recht scheissen.

    Deutschland ist der zweitgrößte Buchmarkt der Welt; rund 100.000 Neuerscheinungen im Jahr, etliche Übersetzungen aus anderen Sprachen. Qualitativ kann der englischsprachige Markt da nicht mithalten. Bei Taschenbüchern reichts nicht mal für die Papierqualität.

    1. Das sind internationale Unternehmen, die sich sogar ihre Steuern aushandeln lassen können (Siehe Amazon in Luxenburg). Gesetze und Vorschriften sind eine Art internationales Puzzle, dass es zu lösen gilt. Klappt dies nicht, verführt man ‚einfach‘ die Masse der Bevölkerung mit sexy Produkten bevor der Gesetzgeber merkt, dass Gesetze gebrochen wurden. Manchmal kann man dann sogar so eine Nation vor vollendete Tatsachen stellen.

      Für mich hat es in dieser Richtung erst spät Klick gemacht. Und zwar als Google damals bei den Nationen nachgefragt hat, ob sie denn bei Google Books mitmachen wollen. Solche Unternehmungen gingen sonst nie ohne massive Subventionen des Staates und dieser hat früher Firmen aufgerufen mitzumachen.
      Heute ruft Google Staaten auf mitzumachen. Das hat eine neue Qualität, über desssen Konsequenzen wir uns noch nicht wirklich im klaren sind.

    2. News to me. Alone the UK published 149,800 (new titles!) in 2011 when the, new, releases in Germany were 82,048. The English language book market in the United States is twice that of the UK. These are figures from Unesco.

      So, a larger population publishes substantially fewer books. True both of Germany and the US in comparision with the UK.

      As for the quality. Nonsense. I bet you’d be unable to distinguish Electra-brite 72 from newsprint.

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