Netze

Netflix droht den ISPs in Sachen Netzneutralität

In einer Pressemitteilung an die AnteilsinhaberInnen hat Netflix deutlich Position in der Debatte um Netzneutralität bezogen, die gerade in Amerika nach dem Verizon-Prozess (wir berichteten) hochkocht:

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Unfortunately, Verizon successfully challenged the U.S. net neutrality rules. In principle, a domestic ISP now can legally impede the video streams that members request from Netflix, degrading the experience we jointly provide. The motivation could be to get Netflix to pay fees to stop this degradation. Were this draconian scenario to unfold with some ISP, we would vigorously protest and encourage our members to demand the open Internet they are paying their ISP to deliver.

Ferner geben sie die Einschätzung ab, dass die Internet Service Provider in ihrer Sicht nicht die Netzneutralität angreifen würden, da dies nicht im Sinne der KundInnen sei. Argumente liefern sie dafür im Subtext. Zwischen dem vierten Quartal 2012 und  dem Q4 2013 ist alleine die Zahl der zahlenden NutzerInnen von Netflix von 25,5 Millionen auf 31,7 Millionen gestiegen. Und nicht nur das: Netflix ist laut der Global Internet Phenomena von Sandvine für 31,6% des gesamten Internet-Traffics Nordamerikas zuständig und damit auf Platz 1 mit weitem Abstand zu Platz 2, Youtube mit 18.6%.

Da Netflix aber nur Dienst ist, und nicht selbst Provider, hat das nur Einfluss auf die Verhandlungsposition, in der Netflix gegenüber den ISPs sitzen kann. Wie Netflix damit in der Praxis umgehen, gerade im Kontext von Sponsored Content, und wie sehr sich die ISPs von dieser Drohung beeinflussen lassen, werden die nächsten Monate zeigen. 

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3 Kommentare
  1. Diese Strategie ist doch nicht schlecht. Wenn Google eine „Youtube verifiziere HD“-Liste macht, dann könnte das Netflix auch machen. Die Leute denken sich, ich will das alles sehen und wechseln ihren Provider. Die sind nicht in der schlechtesten Position. Wenn die sich mit ihren „Konkurrenten“ verbünden, dann haben sie sogar noch bessere Karten. Insellösungen sind das schlimmste was passieren könnte. Der Provider X macht Y schneller. Provider A macht B schneller. Ich hoffe die großen Contentplattformen können sich wehren.
    Grüße, Alex.

  2. Tja Niemand will den Transport bezahlen, auch wenn der sich mal eben verzehnfacht hat. Netflix und andere Dienste bauen ein Geschäftsmodell auf dem Rücken von Datentransportern auf und wollen, dass der doch bitte die Füße still hält wenn ihr Geschäft super läuft.

    Ähnliches hatten wir ja auch mit Telekom hier in DE. Ich weis gar nicht mehr den Ausgang.

  3. Ich finde es spannend, dass Netflix jetzt einen Nebenschauplatz aufmacht, um von den Bestrebungen, DRM in HTML5 implementieren zu lassen, abzulenken. Freies Internet, aber mit Beschränkungen der Rechte der Kunden? Finde ich nicht schlüssig.

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