Überwachung

Hat Snowden sich doch Passwörter von Kollegen besorgt?

In dem Twitterinterview mit Edward Snowden, das am 23. Januar stattfand, lautete eine der Fragen:


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Wurde die Privatsphäre Ihrer Kollegen beachtet, während Sie ihre Login- und Passwortinformationen gestohlen haben?

Snowden antwortete daraufhin, dass die Berichte von Reuters-Journalist Mark Hosenball „bei allem Respekt“ nicht der Wahrheit entsprächen und er keinerlei Kollegen dafür benutzt habe, sich Zugang zu Dokumenten zu verschaffen. In Hosenballs Bericht war von 20-25 NSA-Mitarbeitern, durch die sich Snowden unbefugten Zugang zum Netzwerk der NSA verschafft habe, die Rede. Jetzt berichtet NBC News wieder von einem Hinweis darauf, dass Snowden genau das doch getan haben könnte.

Konkret handelt es sich um eine Notiz vom 10. Februar, die an die Kongressausschüsse gesendet wurde und in der der Verantwortliche für legislative Angelegenheiten der NSA, Ethan Bauman, davon berichtet, dass drei Personen im Umfeld der NSA vermutlich in Zusammenhang mit den Enthüllungen stünden. Ein ziviler Angestellter habe infolgedessen nun seine Kündigung eingereicht. Er habe bereits am 18. Juni dem FBI gegenüber eingestanden, sein Passwort auf Snowdens Computer eingegeben und Snowden damit sein Public-Key-Zertifikat zur Verfügung gestellt zu haben, damit dieser ihm verwehrte Dokumente im „NSANet“ einsehen habe können. Er habe zwar behauptet, sich nicht über die Motive Snowdens im Klaren gewesen zu sein, aber dennoch sei das eine Missachtung der Sicherheitsvorschriften.

Aus dem Dokument geht auch hervor, dass den zwei weiteren vermuteten Involvierten, einem Militärdienstleistendem und einem Vertragspartner, schon im August Zugang zur NSA-Infrastuktur entzogen wurde und weitere Konsequenzen von deren Arbeitgebern gezogen werden müssten.

Die spannende Frage ist nun, ob Snowden gelogen hat oder versucht wird, ihn als Lügner zu diskreditieren, was im Zusammenhang mit den geplanten Anhörungen Snowdens vielen gelegen kommen dürfte. Von Ben Wizner, einem seiner Anwälte von der American Civil Liberties Union, gab es dazu bisher keinen Kommentar.

8 Kommentare
  1. Mit Verlaub, diese Frage ist überhaupt nicht spannend. Sie ist nur spannend, wenn man sich an dieser Hexenjagd, die gegen Snowden von Seiten der interessierten Mächte betrieben wird, beteiligen möchte.

    Ich denke aber, die Mehrheit der Leute hier, möchte diese Beteiligung in keinster Weise.

    1. Das würde ich so nicht teilen. Vielleicht ist sie persönlich nicht spannend – denn keine Lüge Snowdens könnte eine Lüge der NSA aufheben. Aber falls er einmal die Unwahrheit gesagt hätte, würde das große Konsequenzen für seine Glaubwürdigkeit in der öffentlichen Diskussion nach sich ziehen – so in Anhörungen in Untersuchungsausschüssen. Damit gäbe es Gründe, ihn nicht anzuhören, was von einigen Seiten sicherlich begrüßt werden würde.

      1. Gemeint war: Natürlich ist das ein Diskreditierungsversuch. Selbstverständlich versuchen die Urheber seine Glaubwürdigkeit zu zerstören, indem man ihn als vertrauensunwürdige Person darstellt. So wie die plötzlich auftretenden Vergewaltigungsvorwürfe und Vorwürfe des Narzissmus damals bei Assange. Solche Bemühungen sind nichts neues bei den Amis: Siehe zum Beispiel https://de.wikipedia.org/wiki/COINTELPRO … „Mittels falscher Anschuldigungen in den Medien, gefälschter Briefe, anonymer Denunziationen etc. wurde versucht, Arbeitsverhältnisse und persönliche Beziehungen von bestimmten Personen zu zerstören.“ Wir sollten nicht darauf hereinfallen. Auch sie nicht! ;)

  2. Punkt 1. Da überhaupt nachzufragen spielt den Leuten die ihn diskreditieren wollen nur in die Hände.
    Punkt 2. Selbst wenn er da gelogen hat. Na und? Was hat das denn bitte mit seiner Glaubwürdigkeit bezüglich allem anderen zu tun. Vielleicht hat er nur versucht die entsprechenden Leute vor Konsequenzen zu bewahren. Er erfährt ja gerade am eigenen Leib wie das ist, im Schussfeld von Geheimdiensten zu sein.
    Abgesehen davon, dass diese „Lüge“ auch gut zu seinem „Mir geht es um Systeme, nicht um einzelne Menschen“ passt.
    Und er muss ja nun auch nicht alle schwachstellen die er genutzt hat, ausplaudern. Andere Whistleblower sollen es ja vielleicht nicht allzu schwer haben.

    1. Finde ich auch. Wenn ihm die Passwoerter ueberlassen wurden, hebt das finde ich den Vorwurf auf. Ich wuesste auch nicht, was es fuer ihn fuer einen anderen Sinn machen sollte das zu verheimlichen.

  3. Es geht im Endeffekt um die Aufdeckung und nicht WIE diese gemacht wurde. Außerdem ist es DAS Argument für die Bullen überhaupt – von wegen der Zweck heiligt die Mittel. Die NSA Schweine haben sogar den Senat und vor dem TV gelogen was eine Straftat ist da regt sich kaum einer auf. Alle kriechen nur auf den Boden und wollen „Aufklärung“ … Was für Aufklärung Mann ?!? Snowden hat schon alles aufgeklärt und die Journalisten ebenfalls. Wenn die NSA & Co. nein dazu sagen ist das also Aufklärung genug oder wie ?! Senile Scheiß Politiker-Rentner sollen endlich mal in die Rente gehen oder nen <3 Anfall bekommen

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