Die FAZ hat einen ihrer Kommentar-Trolle besucht und portraitiert: Hass im Netz: Ich bin der Troll. Die Idee ist nicht neu, sondern wurde bereits vor ein oder zwei Jahren von Zeit.de (?) genauso gemacht. Der FAZ ist es aber gelungen, ein besonderes Exemplar zu finden.
Ich hab ja mal die These aufgestellt, dass eher ältere frustrierte Männer mit viel Zeit ein Problem für Kommentarspalten sein könnten. Zumindest das FAZ-Beispiel bestätigt diese These mit ihrem interessanten Psychogram über die Motivation und Leidenschaft von einem Kommentator.
„Ich habe gemerkt, dass ich noch viel weiter gehen kann“, sagt er. „Ich habe nichts zu verlieren, mir kann keiner was.“ Die Provokationen werden schärfer, die Beleidigungen entgleisen: Der Bundespräsident sei ein kriegstreiberisches Arschloch, die katholische Kirche eine „Kinderficksekte“, die Bundesregierung korrupt, Veganer faschistisch. Jeden Tag spuckt Uwe Ostertag seinen Hass ins Netz. Er kämpft gegen alles und nichts. Sein größter Wunsch: „So ein richtiger Shitstorm.“ Ostertag will das, wovor sich andere fürchten. Er will Streit. Er will Prügel.
Wir haben hier leider auch immer wieder Kommentatoren, die damit auffallen, dass sie nur negative Kommentare knapp an der oder hinter der Grenze von Beleidigung und Volksverhetzung bringen. Das sind zum Glück Einzelfälle und nach einer größeren Debatte dazu löschen wir sie einfach. Das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern vor allem mit einer Dialogkultur. Wir wollen, dass sich mehr Menschen in die Kommentare einbringen und ihre Meinung teilen. Nicht nur diejenigen, die am destruktivsten sind und damit das Klima vergiften.