Überwachung

TAT-14: Britischer Geheimdienst zapft auch deutsches Glasfaser-Kabel an

Unter den mehr als 200 Glasfaser-Kabeln, die der britische Geheimdienst GCHQ anzapft und abhört, ist auch das Kabel TAT-14. Das berichtet sueddeutsche.de unter Berufung auf Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden. Über dieses Kabel wird „ein großer Teil der deutschen Übersee-Kommunikation abgewickelt“.


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John Goetz, Hans Leyendecker und Frederik Obermaier berichten:

Wie aus geheimen Dokumenten hervorgeht, über die der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden verfügt, hat nach Recherchen des NDR und der Süddeutschen Zeitung der britische Nachrichtendienst Government Communications Headquarters (GCHQ) unter anderem das Glasfaserkabel TAT-14 ausgespäht, über das ein großer Teil der deutschen Übersee-Kommunikation abgewickelt wird.

(Woher kommt eigentlich die Unsitte, die Original-Quelle nicht mit zu veröffentlichen? Falls die jemand hat: wir tun das gerne.)

Die Wikipedia:

TAT-14 ist die Abkürzung für Transatlantisches Telefonkabel Nr. 14, ein leistungsfähiges Unterwasserkabel, das Nordamerika über zwei Strecken mit Europa verbindet.

Süddeutsche weiter:

Beim Ausspähen sollen dem britischen Geheimdienst zwei Telefongesellschaften behilflich gewesen sein. Angeblich handelt es sich dabei um Vodafone und British Telecommunications (BT).

Deutscher Teilhaber der Datenleitung ist die Deutsche Telekom. Dem Unternehmen liegen nach eigenen Angaben „keine Erkenntnisse“ zum britischen Lauschprogramm vor.

Vorhin im Bundestag sagte Ulrich Weinbrenner aus den Innenministerium noch:

Wir wussten nur von PRISM nichts. Von der grundsätzlichen Überwachung waren wir nicht überrascht. Das kann niemand behaupten, der sich damit beschäftigt. Was Angela Merkel gesagt hat, weiss ich auch nur aus der Presse.

Bereits letzten Donnerstag haben wir berichtet, wie die NSA Glasfaserkabel anzapft.

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13 Kommentare
    1. Gleiches gilt und galt für die Übernahme von Unitymedia durch Liberty Media! Direktzugang für unsere „amerikanischen Freunde“. Nicht das deutsche Unternehmen in voraus eilendem Gehorsam viel sicherer wären. Auch stellt sich die Frage nach der Kontrolle der Kabelmodems, den Zugangsdaten etc. ebenfalls.

  1. Die sollen SDH Ende zu Ende Verschlüsselung vorschreiben, dann sind die Engländer direkt aus dem Geschäft. Prism nicht, klar, aber schon mal einer weniger!

    Gibts ja mit BSI Zulassung, da kann der BND mal was sinnvolles für sein Geld kaufen! :)

    pandacomdirekt.com/produkte/security/layer-2-verschluesselungssysteme/sdh-stm-141664.html

  2. Wenn Vodafone sich weiterhin zum Spionage-Gehilfen deutscher Daten macht und nicht einmal zur Aufklärung beitragen will, sollte das für Vodafone-Deutschland ernsthafte Konsequenzen haben, welche bis zu einem Lizenz-Entzug in Deutschland gehen müssten.

    1. Herr Bosbach ist meiner Meinung nach auch nach wie kein Feund des Datenschutzes und Verteidiger der Bürgerrechte. Er ist der typische deutsche Politiker und hat damit jediglich die zur Situation ihm sinnvoll erscheinende Meinung geäußert.

  3. @Andre Meister: Ich verstehe nicht, was deine Anmerkung in der Klammer bedeuten soll?

    Es handelt sich hier um eine Recherche der Süddeutschen Zeitung in Zusammenarbeit mit dem NDR, also ist das natürlich auch die Quelle! Und wie man im Artikel der SZ nachlesen kann http://www.sueddeutsche.de/politik/nachrichtendienst-gchq-briten-schoepfen-deutsches-internet-ab-1.1704670 beruht die SZ-Recherche auf geheimen(!) Dokumenten von Snowden. Also was genau erwartest du hier eigentlich noch für eine angebliche Quelle? Einen Link auf geheime Dokumente von Snowden? Die Quelle ist und bleibt doch in diesem Fall die SZ.

    1. Ich will mindestens wissen, was für ein Dokument das ist und von wem, aus dem sie ihre Erkenntnis ziehen und ein Zitat der Stelle, die deren Behauptung belegt. Aber eigentlich will ich das komplette Original-Dokument, so wie wir das auch oft genug getan haben. Es ist genug Platz im Internet.

    2. An Snowden kommt niemand ran, also auch die sz nicht. Auch sie mussten über den Kollegen Greenwald vom Guardian gehen.
      Ist das Futterneid?

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