Überwachung

Guardian: NSA erkauft sich die Dienste des GCHQ

blog_nsa_gchq_logos_1Bisher war das Ausmaß der Zusammenarbeit des amerikanischen Geheimdienstes NSA und seines britisches Pendants, dem GCHQ, nicht klar. Die neuesten Enthüllungen des Guardian zeigen nun auf, wie sich die NSA systematisch die Dienste des GCHQ erkauft hat. Alleine in den letzten drei Jahren sollen mehr als 100 Millionen Pfund von der NSA an das GCHQ überwiesen worden sein.


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Britische Minister gaben bisher an, nicht die „Drecksarbeit“ für die NSA übernommen zu haben. Daran darf nun gezweifelt werden. Aus sogenannten jährlichen „investment portfolios“ vom GCHQ, die zu den von Edward Snowden geleakten Dokumenten gehören, ist klar ersichtlich, dass die NSA jährliche Zahlungen an das GCHQ vorgenommen hat. So sollen 2009 22,9 Millionen Pfund, 2010 39,9 Millionen Pfund und 2011/2012 34,7 Millionen Pfund überwiesen worden sein. Zusätzlich bekam das GCHQ weitere 15,5 Millionen Pfund für die Sanierung eines Gebäudekomplexes des GCHQ in Bude, im Norden Cornwalls. Die Zahlungen seien immer mit Gegenleistungen verbunden gewesen, wir der Guardian schreibt:

The top secret payments are set out in documents which make clear that the Americans expect a return on the investment, and that GCHQ has to work hard to meet their demands. „GCHQ must pull its weight and be seen to pull its weight,“ a GCHQ strategy briefing said.


Laut des Berichts des Guardians enthalten die Dokumente aber noch weitere Interessante Einzelheiten:

• GCHQ is pouring money into efforts to gather personal information from mobile phones and apps, and has said it wants to be able to „exploit any phone, anywhere, any time“.

• Some GCHQ staff working on one sensitive programme expressed concern about „the morality and ethics of their operational work, particularly given the level of deception involved“.

• The amount of personal data available to GCHQ from internet and mobile traffic has increased by 7,000% in the past five years – but 60% of all Britain’s refined intelligence still appears to come from the NSA.

• GCHQ blames China and Russia for the vast majority of cyber-attacks against the UK and is now working with the NSA to provide the British and US militaries with a cyberwarfare capability.

Die Dokumente belegen einerseits die enge Zusammenarbeit der beiden Geheimdienste. Doch sie offenbaren ebenso eine Abhängigkeit die zwischen den Geheimdiensten entstanden ist. Die NSA scheint abhängig von Informationen des GCHQ zu sein. Gleichzeitig deuten die Dokumente an, dass das GCHQ sich gerne als starker Partner der Amerikaner fühlt und auf Anerkennung der NSA aus ist.

GCHQ seems desperate to please its American benefactor and the NSA does not hold back when it fails to get what it wants. On one project, GCHQ feared if it failed to deliver it would „diminish NSA’s confidence in GCHQ’s ability to meet minimum NSA requirements“. Another document warned: „The NSA ask is not static and retaining ‚equability‘ will remain a challenge for the near future.“

Ob weitere Zahlungen an andere Geheimdienste wie den deutschen BND geflossen sind ist zu jetzigen Zeitpunkt nicht klar.

11 Kommentare
  1. werft die schnüffler aus deutschland raus und kein handel mehr global mit der usa.

    könnte sein das dann der verstand zurück kommt?
    ist doch nicht normal, das die den ganzen planeten als feind betrachten!
    und die briten sind so bestechlich wie unsere politiker, gleich mit raus!

  2. Ich hab vorhin was Bissiges auf Twitter gelesen, lautete wie folgt ungefähr.

    Wenn man sein Land deindustrialisiert, muss man sich eben neue Verdienstmöglichkeiten suchen und da wird sein Geheimdienst anscheinend zur Hure anderer.

  3. Ein Schwerpunkt der Spionage dürfe das Thema „Voraussage von wirtschaftlichen Entscheidungen sein“. Beispiel: wenn man noch vor der deutschen Regierung weiß, ob und wieviel Geld die Griechen bekommen, lässt sich damit richtig viel Geld an der Börse machen. Oder wenn man noch vor der Hauptversammlung weiß, wie der Jahresbericht ausfällt usw. Und wo sitzen die zwei erfolgreichsten Börsen :) Die Engländer sollten sich mehr um ihre Schafe kümmern.

  4. Mir wird sowieso schlecht bei der Betrachtung der momentanen Berichterstattung in Deutschland.
    Erstens weil die Medien dem „normalen“ User (zumindest mMn.) nicht ausreichend erklären welche Gefahren von diesen Programmen ausgehen.
    Zweitens weil das Handeln der Briten in der Presse bisher quasi nicht thematisiert wird.
    Was passiert ist nun (vermutlich aber bisher nur zum Teil) bekannt geworden, aber damit es den Aufschrei gibt, der eigentlich jetzt passieren müsste, bedarf es vermutlich noch eines Gau´s wie Tschernobil oder Fukushima es für die Atomkraft war.

  5. Schade, dass die dicken Dinger erst langsam rauskommen, also dann wenn sich keine Sau mehr dafür interessiert. Immerhin steigen die Umfragewerte für Schwarz/Gelb bzw. Merkel so gut wie nie.

    Sicherheit ist DAS Zugpferd und ich wäre nicht überrascht, wenn Merkel gerade WEGEN der NSA die Wahl gewinnt.

    Greetz,
    GHad

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