Wissen

Leistungsschutzrecht: Rhein-Zeitung legte erste Bilanz vor

Seitenaufrufe der Rhein-Zeitung über Google-News

Das Leistungsschutzrecht ist vor rund zwei Wochen, am 01.08., in Kraft getreten. Auch wenn das keine große Zeitspanne ist, hat die Rhein-Zeitung erste Zahlen veröffentlicht, die einen kleinen Einblick in die Auswirkung des Leistungsschutzrechts erlauben. Das Ergebnis: Die Zahl der Besucher, die die Webseite der Rhein-Zeitung über Google-News besuchen, tendiert, wenig erstaunlich, gegen Null. In Relation zu den gesamten Besucherzahlen der Rhein-Zeitung spielen die Aufrufe über Google-News jedoch kaum eine Rolle.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

Seitenaufrufe der Rhein-Zeitung über Google-News
Seitenaufrufe der Rhein-Zeitung über Google-News


Wie man sieht, hatte die Rhein-Zeitung an einigen Tagen über 1000 Seitenaufrufe über Google-News. Am 01.08. waren es noch 103 Besucher und seitdem weniger als 100 pro Tag, wie Marcus Schwarze im Blog der Rhein-Zeitung schreibt. Dass es überhaupt noch zu Aufrufen über Google-News kommt, obwohl die Rhein-Zeitung Gebrauch vom Leistungsschutzrecht macht und demnach eigentlich nicht mehr von Google gelistet wird, erklärt Kay Oberbeck auf Twitter damit, dass es sich um normale Suchanfragen bei Google handele und diese nicht vom Leistungsschutzrecht betroffen sei.

Schaut man sich nun jedoch die gesamten Zugriffe auf die Rhein-Zeitung an, stellt man fest, dass der Wegfall von Google-News scheinbar keine Rolle zu spielen scheint.

Seitenaufrufe gesamt
Seitenaufrufe der Rhein-Zeitung insgesamt

Auch das exakte Aufschlüsseln, auf welchem Wege die Besucher auf die Webseite der Rhein-Zeitung gelangten, zeigt wie wenig Wegfall der von Google-News ins Gewicht fällt.

Aufschlüsselung: von welchen Seiten kamen die Besucher
Aufschlüsselung: von welchen Seiten kamen die Besucher

Auffällig sind die rund 32% der Nutzer, welche die Rhein-Zeitung über die Google-Suche erreichen. Die Suche ist nicht vom Leistungsschutzrecht nicht betroffen, sodass Nutzer die Rhein-Zeitung dort noch vorfinden.

Beim Betrachten dieser Daten muss man sich aber vor Augen führen, dass die Rhein-Zeitung eine Regionalzeitung mit einer mittleren Besucheranzahl von weniger als 100.000 Besuchern pro Tag handelt. Die Ergebnisse sollten also nicht als Indiz dafür genommen werden, dass das Leistungsschutzrecht auch auf die großen Nachrichtenseiten in Deutschland, wie Spiegel Online, die Süddeutsche oder ZEIT ONLINE keine Auswirkungen hätte. Doch hierbei handelt es sich sowieso nur um Hypothesen. Nahezu alle großen deutschen Seiten machen derzeit kein Gebrauch vom Leistungsschutzrecht und sind somit auch weiterhin bei Google-News gelistet.

11 Kommentare
  1. Auch auffällig: zwar will man bei der Rhein-Zeitung keinen Traffic von Google haben (was ihr gutes Recht ist), das (kostenlose) Webanalyse-Tool von Google nutzen sie allerdings noch. ;-)

  2. Woraus leiten eigentlich alle Beteiligten ab, dass die normale Google-Suche nicht vom LSR erfasst sei? “ Zulässig ist die öffentliche Zugänglichmachung von Presseerzeugnissen oder Teilen hiervon, soweit sie nicht durch gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen oder gewerbliche Anbieter von Diensten erfolgt, die Inhalte entsprechend aufbereiten“, heißt es im Gesetz, und Google ist wohl recht eindeutig der gewerbliche Suchmaschinenanbieter von sowohl google.de als auch news.google.de.

  3. Genau, es ist eine Rgionalzeitung mit einem (wahrscheinlich) hohen Anteil von Stammlesern. Wer sich über das tagesaktuelle internationale, überregionale Geschehen informieren möchte, greift eher zu andern Zeitungen. Genau das macht Google News interessant. Bei anderen Zeitungen dürften die Zahlen doch spürbar abweichen.

    Doch eines ist klar: Die Presse hat sich mit dem LSR keinen Gefallen getan.

  4. Ich möchte nur anmerken, dass ich bei Google-News für meinen täglichen Nachrichtenüberblick reinschaue. Und die Rhein-Zeitung gehört dabei nicht zu den Zeitungen, die ich dort täglich gesehen habe.
    Genauer gesagt, kann ich mich daran erinnern, dort einen Artikel dieser Zeitung gefunden zu haben, der mich interessiert (es kann sein, dass ich Links zu der Zeitung gesehen habe, aber an Links erinnere ich mich generell eher weniger).

    1. ( Ich biete einmal ein „nicht“, kostenfrei. :-)

      Ich finde es extrem ärgerlich das Springer & Co, die uns das LSR eingebrockt haben, es im Moment nicht nutzen… Ich will sehen, was sie davon haben, gerade Springer. Erst brocken sie uns die Suppe ein und dann löffeln sie sie nicht mal mit aus.

  5. Soso. Es gibt also immer noch jeden Tag 100 „Titel der vertikalen Achse“ von Google News, die aber in Wirklichkeit gar nicht von Google News sind.

    Das ist doch *genau* die Auswertungsqualität, auf der ich wirtschaftliche und legislative Entscheidungen treffen möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.