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Piraten in der Politik – 100 Tage einer Aufsteigerpartei

Gestern Abend lief in der ARD die 45 Minuten lange Dokumentation „Piraten in der Politik – 100 Tage einer Aufsteigerpartei„. Diese findet sich in der ARD-Mediathek und auf Youtube:


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Von Null auf 15 – Fünfzehn Abgeordnete der Piratenpartei wurden am 18. September 2011 ins Berliner Abgeordnetenhaus gewählt. Ein Erfolg, der seit den Grünen keiner anderen Partei-Neugründung in Deutschland mehr gelungen ist. Innerhalb weniger Wochen liegen sie in den Umfragen bundesweit zwischen 8 und 10 %. Nicola Graef und Torsten Mandalka begleiten vier Abgeordnete während ihrer ersten 100 Tage im Berliner Parlament: Andreas Baum, den Fraktionsvorsitzenden und besonnenen Vermittler zwischen den parteiinternen Strömungen; Susanne Graf, die einzige Frau und die mit 19 Jahren jüngste Abgeordnete; Christopher Lauer, enfant terrible und „Medien-Rampensau‘; Schließlich: Martin Delius, der redegewandte parlamentarische Geschäftsführer der Piratenfraktion in Berlin.

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28 Kommentare
  1. Am Beispiel Christopher Lauer könnte man gestern gut sehen, dass selbst in Parteien im vermeintlich korrekten ethischen Umfeld, wenig begabte aber machthungrige Menschen rumturnen.

  2. Sehr schön. Was ich bisher nicht wusste: Christorpher Lauer war Kommilitone von Christian Lindner, ehemaliger Generalsekretär der FDP. Das ist das Einzige, was mir etwas Angst macht. Man möchte als tatsächlich liberale Partei ja möglichst wenig mit diesem neokonservativen Haufen in Verbindung gebracht werden.

  3. Ich habe irgendwie alles vermisst, was an den Piraten relevant ist. Bis auf die Szene in der Martin LiquidFeedback erklärt, ist die ganze Sendung nur irrelevantes Gebrabbel. Immer möglichst so zusammengefasst, dass die Piraten doof dabei dastehen. Beispiel Palestinensertuch, das hat Faxe von Israelis geschenkt bekommen als er vor Ort war. Stattdessen behaupten sie Faxe denke sich nix dabei. Aber das muss man halt von der ARD erwarten.. tendentiöse Berichterstattung.

  4. @ Stammleser at work: Es zeugt aber nicht gerade von einer sonderlich liberalen Haltung über die Mitglieder einer Partei ein derartig pauschales Urteil zu fällen. Davon mal abgesehen ist es auch fragwürdig von einer „tatsächlich liberalen Partei“ zu sprechen, angesichts der vielen Sachen welche Piratenpartei-Vertreter sozialisieren wollen. Ich empfehle sich da noch einmal über den Liberalismus ordentlich zu informieren.

      1. 1. Diese Definition von neoliberal ist falsch bzw. zumindest unvollständig. Ich empfehle dazu die entsprechende Beschreibung in der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Neoliberalismus

        2. Falls sie diese Definition als hinreichende Rechfertigung erachten sollten um die FDP als neoliberal und die Piratenpartei als liberal zu bezeichnen, dann haben sie entweder keine Ahnung von der Programmatik der FDP oder verleumden diese gar bewusst. Zudem sollten sie dann z.B. mal erklären was daran sonderlich freiheitlich sein soll, die Allgemeinheit etwa für die kostenlose Nutzung von ÖPNV bezahlen zu lassen. während die Bürger äußerst unterschiedlich in der Lage sind diesen zu nutzen bzw. auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse diesbezüglich haben.

  5. @lynX : Er möchte damit keine explizite Ausage treffen ist ja wohl richtig. Was er damit verbindet ist ja eine andere Sache. Warum sollte das tendentiös sein? Oo

    @Stammleser at work : Was hat denn ein Studiengang mit der eigenen Gesinnung zu tun? Ich glaube dass in der Politikwissenschaft ein sehr breites Spektrum an politischen Denkweisen zu finden sind.

  6. Die PP hat ein Problem: Lauer. Der Typ kommt leider immer unsympathisch rüber, egal, wo man ihn sieht. Er kann labern, nervt aber extrem durch gelangweilte overcoolness, die einen irgendwann anwidert. Seine Gesichtszüge sollte er ebenfalls mal im Zaum halten. Geht gar nicht. Grinsen ohne zu Grinsen ist einfach nur Fratze. Nein, definitiv kein Aushängeschild.

    1. Lauer ist Schauspieler und er leidet an ADHS (http://www.christopherlauer.de/2012/01/24/adhs/). Ich habe mal aufgeschnappt, dass er seine „Fratze[n]“ sogar bewusst macht/machen muss. Doch eigentlich sollte man hier fragen, warum sich Lauer eigentlich dafür rechtfertigen muss, nicht in das Bild einiger Leute hier zu passen. Ist es wirklich Aufgabe von ihm, eurem Bild, wie jemand zu sein hat, zu entsprechen? Oder solltet nicht viel eher ihr euch fragen, warum ihr ihn nicht so akzeptiert wie er ist?

  7. Den Lauer habe ich jetzt in sieben großen Laberrunden gesehen, und immer hat er ein oben genanntes Bild abgegeben. So mies war nicht mal Joschka zu seinen fettleibigen Bonzenzeiten. Da kommt ja der Seehofer richtig nett rüber, und das will schon was heißen. Der Lauer geht nicht. Ich kann es nur wiederholen. Abhaken. Zu großkotzig, zu wichtigtuerisch, zu gelangweilt, um einem Publikum einen Applaus zu entlocken. Augenrollen, falsches Grinsen und Überheblichkeit gehen gar nicht. Ganz furchtbar. Braucht kein Mensch, haben wir schon zu genüge. Ein Grund, die PP nicht zu wählen. Stelle man sich diese Typen in zehn Jahren vor. Grausam!

  8. Die Piratenpartei ist ja noch kommunistische als die Linkspartei, selbst die Linke will kein Bedingungsloses Grundeinkommen. Diese Partei ist 100% LINKSEXTREM spielt sich in der öffentlichkeit aber als die „Liberale Hoffnung“ auf. irgendwie finde ich das extrem grotesk.

  9. Erschreckend empfinde ich die weite Verbreitung von Geräten der Firma Apple. Wenn man digitale Freiheit will darf man doch diese Firma nicht unterstützen.

  10. @monade, peter
    euer problem mit dem Lauer kann ich ja mal gar nicht nachvollziehen…
    Und auf welche Art ihr ihn abstempelt nachdem ihr mal n paar Fernsehrunden (ihr bildet eure meinung tatsächlich durch fernsehkonsum?,,,) gesehen habt ist ziemlich befremdlich.
    Mein bisheriger Eindruck ist eher der das er ebenso sachbezogen ist wie die anderen der Fraktion. Aber er macht eben einen energischerem Eindruck als die anderen was auf manche durchaus irritierend wirken kann.
    Aber sowas ist superwichtig wenn man vorankommen und vor allem seine Positionen durchsetzen will.
    Schaut euch doch mal ein paar seiner Reden bei yt an, die sind echt gut!
    Für mich sind Lauer und Baum bisher die einzigen der Fraktion denen ich zutraue den etablierten den Schneid so richitg abzukaufen.

    @peter Weil du eine person unsympatisch findest ist die partei für dich unwählbar?,,, das klingt ja ziemlich nach ganz alten denkmustern oder einfach nach nem spd/cdu/fdp/grüne-troll…

    1. @tdh
      Das sind natürlich nicht die einzigen Gründe für Unwählbarkeit. Aber wenn Du schreibst. „Für mich sind Lauer und Baum bisher die einzigen der Fraktion denen ich zutraue den etablierten den Schneid so richitg abzukaufen.“, dann spricht das alleine schon für die Richtigkeit meiner Aussage. Für Berlin schon mies genug, bundesweit werden die in den nächsten Jahren keinen Fuß in die Parlamente kriegen. Die brauchen noch bis 2020, dann kann man darüber nachdenken, sie zu wählen, sollte es sie noch geben. Sie haben keine guten Leute und kaum Ahnung von irgendwas außerhalb ihrer Kernthemen. Daher bleiben sie Splitterpartei oder in den „Sonstigen“.

      1. Das spricht überhaupt nicht für die Richtigkeit deiner Aussage.
        In jeder Partei gibt es Leute die stärker und andere die weniger hervorstechen. Und man kriegt ja nur einen Bruchteil davon mit. Bestimmt sind einzelne aus der Fraktion hinter den Kulissen superwichtig, sind aber nicht so gut mit ihrer medialen Repräsentation.
        Es gibt sicher noch ne Menge Entwicklungspotential nach oben, natürlich auch in der thematischen Breite.

        Das Ding ist eben das sich die Piraten darüber bewusst sind, das offen kommunizieren und intern recht glaubwürdige Werkzeuge geschaffen haben sich diesbzgl weiterzuentwickeln. Und das ist der aktuell beste Ansatz gegen diesen ganzen korrupten Lobbymist.

  11. Leider erst heute dazu gekommen den Beitrag zu sehen. Wie man schön sieht, auch Piraten müssen mit Wasser kochen. ;o)

    Der Beitrag ist doch so weit in Ordnung, ich frage mich was es hierbei zu bemängeln gibt? Er zeichnet ein ganz normales Bild von Leuten, die sich im Grunde erst noch den „Respekt“ erarbeiten müssen. Vorschusslorbeeren nach 100 Tagen im Amt braucht es doch jetzt nicht mehr. ;o)

    Und dass ein Herr Lauer nun nicht gerade gut rüber kommt, ach was solls?! Jeder muss sich entwickeln. Lasst ihm Zeit dabei. Denn wenn die Piraten tatsächlich durchhalten mit dieser offenen Eigenberichterstattung, wird sich ein Herr Lauer entweder beweisen und es gut machen oder irgendwann gehen.

  12. Was ist an einem Bedingungslosen grundeinkommen kommunistisch? Informiere dich erstmal, was Kommunismus ist, bevor du hier einen unsinn verbreitest. So, wie es derzeit ist werden Arbeitslose mit Sanktionen, streichungen und obdachlosigkeit bestraft, während Kinderschänder, Mörder und andere Schwerverbrecher zwar ins gefängnis kommen, dort aber ein dach und drei Malzeiten täglich haben. Erst überlegen, dann posten.

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