Kultur

Klone unterstützen die Volkszählung

Ein schönes Beispiel, wie man mit Photoshop oder Gimp mal kurz Unterstützer multiplizieren kann, zeigt eine aktuelle Werbeanzeige für den Zensus 11. Das Original zeigt viele lächelnde Studenten in Deutschlandfarben und die Message wird überliefert: Deutschland braucht die Volkszählung, damit wir Morgen wissen, wieviel Studienplätze wir brauchen. Aber ich hoffe, dass die zukünftige Studienplatzberechnung besser als die Werbung funktioniert und zukünftig nicht jeder Student noch ein paar Klone ni die Uni mitbringt, wie die Werbung suggeriert:


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Gefunden hab ich das gerade bei chriszim.com, das ich leider gerade via Twitter geddost habe. Das Original liegt wohl seit gestern bei Twitpic.

37 Kommentare
  1. Ich würde nicht annehmen, dass die Leute da mit Photoshop reingesetzt wurden.
    Da wurde einfach ein Bild aufgenommen, dann haben sich alle umgesetzt und es wurde wieder eins aufgenommen usw.
    Dann werden die Bilder übereinander gelegt und fertig ist das Plakat.
    So spart man Schauspieler und mit Photoshop wäre das viel mehr Arbeit.
    Anschließend wurde natürlich Photoshop eingesetzt um das Ganze aufzuhellen und nachzubessern und die blonde Dame vorne links einzufügen, aber dass ist ja „normal“.

    Schon ne peinliche Aktion.

    1. Noch nicht ganz fertig. Erst noch aus jeder Ebene eine „Sitzspalte“ löschen. Das ist aber binnen weniger Minuten erledigt, weil man extrem grob auswählen kann, kaum auf Schatten achten muss &c. Aufgehellt werden muss da eigentlich nichts. Sowas geht natürlich nur mit fixierter Kamera (Stativ). Alles in allem eine Sache, die sich binnen 90 Minuten erledigen lässt – inklusive Fotoshooting.

      1. Übrigens eine sehr schöne Sache für Leute, die gerade angefangen, Photoshop zu lernen. Einfach mal mit Kamera und Stativ in die nächste Fußgängerzone gehen, wenn sie nicht ganz so voll ist …

  2. Hätte die Werbeagentur nicht geschummelt und wirklich so viele Leute eingeladen würdet ihr euch sicherlich aufregen, dass da soviel Gage verplempert wird.

  3. ich hab noch einen: mitte/4te reihe von unten-2ter von rechts= links/5te reihe/ 3ter von rechts — wer das nicht findet—der dude trägt einmal ein gelbes shirt–draufsteht jam, blonde haare, seitenscheitel

  4. Oh mein Gott, welch ein Skandal…

    Mal ehrlich, darüber kann ich mich nicht aufregen.

    So läuft das halt bei der Werbung im Allgemeinen, und hier haben wir auch noch den Fall, dass sich die Werbeagentur sichtlich Mühe gegeben hat. Die Jungs und Mädels sitzen in unterschiedlichen Posen perspektivisch korrekt da und sind nicht einfach mit dem Stempel gekont worden.

    Wenn man den Zensus angreifen möchte, ist ein halbwegs gut gemachtes Plakat IMHO nach der falsche Ansatz.

    1. Sehe ich ebenso. Anstatt Energie in etwas zu stecken, worüber man sich nicht wirklich aufregen kann (maximal ein bisschen schmunzeln über die Ironie), könnte man andere Sachen machen. Aufklärungskampangen starten z.B.

      Also da habe ich wirklich schon wesentlich schlechtere Plakate gesehen.

  5. Natürlich ist es gängige Praxis von Agenturen, die Model-Kosten zu begrenzen. Nun will der Zensus ja genaue Zahlen, auch zur Studienplatzsituation. Die Frage ist also, ob der Zensus das rausbekommt, was aufmerksame Betrachter des Bildes sehen – mehrfach eingeschriebene, fröhliche Studenten, die irgendwelche Gelder abzocken….. Studenten, die sich auf allen möglichen Wegen bewerben, nur um irgendwo einen Platz zu bekommen…. usw. usf.

  6. (Achtung, ich schreibe nicht ganz p.c. – aber auch nur, weil ich gar nicht weiß, wie man das in Deutschland in p.c. ausdrückt)

    Bin ich hier die einzige Person, der aufgefallen ist, dass auf diesem Plakat, welches uns die Volkszählung als etwas hübsches andrehen will, weil man damit *Studenten* von morgen helfen könnte, keine einzige Person ist, die nicht europäisch (im weitesten Sinne) aussieht???
    Soll heißen: asiatisch aussehende Personen – wo seid ihr? Leute mit dunkleren Hautfarben (als Käseweiß)?
    Hallo?! Gehören diese Leute etwa nicht zu den Studenten von morgen? Darf mein Nachbar also in Zukunft nicht studieren?

    Also ernsthaft liebe Bundesregierung: Wenn ihr schon Werbung machen wollt und uns weismachen wollt, dass würde *allen* irgendwie helfen in der Zukunft irgendwann einmal, wie wäre es da mit ein bisschen mehr politischer Korrektheit?

    (Edit: Vllt. sitzt in der zweiten Reihe eine Person asiatischer Herkunft? … jemine, sagt man das so? „Asiatische Herkunft“? Hört sich nicht so nett an.)

  7. Ich traue nur der Statistik, die ich selbst geklont habe.
    In dieser Werbung liegt sicher die Wahrheit.

    Habt ihr schon mal gesehen, wer noch in der Zensuskommission sitzt?
    Ein gewisser Herr Rürup.
    Das ist der, der mit Herrn Maschmeier Geschäfte macht…

  8. Wenn der Zensus stattfinden soll, um unter anderem die Zahl der Studienplaätze zu berechnen, dann verstehe ich diese Werbung vom Grundsatz nicht. Das Auditorium ist etwa zur Hälfte besetzt, also es wird wohl weniger Studenten geben als Plätze vorhanden. Und selbst diese Hälfte ist ein Fake, wie hier schon eingehend beschrieben wurde.

  9. Diese Plakataktion ist offenbar geglückt. Man regt sich darüber auf, daß da anscheinend gephotoshopt wurde. Dabei macht das Bild alles andere als den Eindruck, sein Produzent hätte verbergen wollen, daß es gestellt ist. Und die eigentliche Frage ist bislang in keinem Kommentar gestellt worden: Was zum Henker sollen die Ergebnisse dieser Volkszählung mit bekanntem Fragenkatalog über den zukünftigen Bedarf an Studienplätzen aussagen? Da wird ein \Argument\ vorgeführt, das völlig haltlos ist, aber kritisiert wird die Deko. Die Matrix funktioniert.

    1. Na, ist doch völlig klar. Fragen 23 bis 25. Wenn man am 15. Mai 2011 ein Gymnasium besucht, dann wird man in 2 Jahren möglicherweise einen Studienplatz brauchen, oder eine Weltreise machen, oder auswandern. Wenn man aber eine Hauptschule besucht, dann wird man sicher nicht nach ein paar Jahren plötzlich die Hochschulreife nachholen wollen und an einer Fernuni einen Master machen. Wo käme man denn da hin. Nein, nein. Aber wichtiger sind die Fragen in der Gebäude- und Wohnungszählung, wenn man da nämlich als Bewohner Personen unterschiedlichen Geschlechts einträgt, dann gibt das bestimmt Kinder und DIE brauchen irgendwann einen Studienplatz. So ist das gemeint.

  10. Erst habe ich gedacht, naja, die haben halt nicht so viele Erhebungsbeauftragte zusammenbekommen, will ja auch keiner machen, ausser Leuten von der NPD, da musste man halt ein paar dazuerfinden, aber dann habe ich mir gedacht, eigentlich doch ein guter Plan. Wenn die Zähler kommen, dann lasse ich mich auch einfach mehrfach zählen. Heute bei mir zuhause, morgen bin ich einem Bekannten, fülle ich nochmal nen Bogen aus, übermorgen gebe ich noch einen bei der Post ab. Wenn die schon alles so akribisch genau machen wollen, statt eine einfache statistische Erhebung zu machen, dann sollen sie das auch richtig ordentlich machen. Doppelt hält besser, dreifach erst recht.

  11. NPD ist nur in einigen Gegenden ein Problem. Bei uns auf dem platten Land gibt es Probleme mit den Erhebungsbeauftragten, weil keine Fahrtkosten gezahlt werden. Wenn dann noch die Leute nicht da sind und es nicht die 7,50 Euro pro Fragebogen gibt, sondern nur die 2,50 für einen später mit der Post zurückgeschickten, arbeiten die Erheber unter Gestehungskosten.

  12. wie, in der werbung wird geschummelt? nee, oder? als nächstes kommt vielleicht noch raus, dass es den osterhasen gar nicht gibt!

    aber im ernst, das bild sagt nur aus, dass das budget für die aktion nicht für mehr models gereicht hat. um’s mal positiv zu sehen, es wurden unsere steuergelder eingspart.
    durch mehr echte menschen im bild würde sich die aussage ja auch nicht ändern.

  13. ist das vllt. Absicht – Botschaft könnte für den Aufmerksamen Zuschauer sein: so kann es sein, wenn man keine genauen Zahlen hat – dann werden bspw. mehrfach die Studienplätze freigehalten und das kostet…

    … oder so ähnlich.

  14. Volkszählung und Zensus war doch schon immer wichtig. Schließlich benötigen wir doch Statistiken. Damit wir wissen wie die Entwicklung weiter geht und was sonst noch so kommt. Die Botschaft ist doch klar. Je mehr Studenten es in der Zukunft geben wird, desto höher werden die Studiengebühren. Die sollten vielleicht einmal eine Umfrage machen, wer denn überhaupt noch in der Zukunft bereit ist Arbeiten zu gehen, angesichts der immer höher werdenden Kosten. Bin ich froh das ich meine Spielelösungen habe an denen ich schreiben kann. In meinem Sektor sieht man sehr schön den Trend der Zukunft oder kann ihn daraus erkennen. Die Spielehersteller haben immer mehr Probleme ihre Games loszuwerden und lassen die Preise purzeln.

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