Öffentlichkeit

Heute ist Welttag gegen Internetzensur

Heute ist der Welttag gegen Internetzensur. Wie in den vergangenen Jahren hat Reporter ohne Grenzen wieder zehn Feinde des Internets aufgelistet. Das sind Staaten, wo Meinungsfreiheit am meisten missachtet werden. Auf der Liste stehen wie im vergangenen Jahr: Birma, China, Kuba, Iran, Nordkorea, Saudi Arabien, Syrien, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam. Tunesien und Ägypten waren letztes Jahr auch noch mit dabei, dort gab es aber bekanntlich Revolutionen.


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Diese Staaten zensieren das Internet durch massive Filterungen und Sperrungen von Websites, verfolgen kritische Internetnutzer systematisch und instrumentalisieren das Netz für propagandistische Zwecke, heißt es in dem mehr als 100-seitigen ROG-Bericht. Auch weil Internetnutzer in Ländern wie China, Iran und Saudi Arabien zunehmend Programme zur Umgehung von Zensur nutzen, haben viele autoritäre Staaten in den vergangenen Jahren über das Blockieren und Filtern hinausgehende Methoden der Online-Überwachung und -Manipulation entwickelt: Staatliche Mitarbeiter oder eine eigens geschaffene Cyberpolizei kontrollieren Inhalte im Netz oder infiltrieren soziale Netzwerkseiten. Blogger werden dafür bezahlt, Kommentare auf gut besuchten Websites zu platzieren. Websites werden durch Cyberattacken oder Spyware lahmgelegt. Mit neuen Gesetzen versuchen die Regierungen Internetnutzer zu zwingen, ihre Anonymität aufzugeben. In Ländern wie Birma war mehrfach zu beobachten, dass die Geschwindigkeiten der Internetverbindungen so stark gedrosselt wurden, dass eine Nutzung des Mediums für die Bevölkerung kaum mehr möglich war. Die Störungen gehen in einigen Ländern bis hin zur Abschaltung des Internets und sind häufig begleitet von Unterbrechungen des Mobilfunks.

Dazu gibt es noch die Beobachtungsliste inklusive Frankreich:

16 Staaten stellt ROG in seinem Bericht „Unter Beobachtung“. Es handelt sich um Länder, die beunruhigende Zensurmaßnahmen ergriffen haben, die leicht missbraucht werden könnten. Neu „Unter Beobachtung“: Frankreich, Libyen und Venezuela.

Hier ist die englische Fassung des 103-seitigen Berichts „Feinde des Internets“.

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11 Kommentare
  1. @sabine #4, dann hast du die website regln.de bewußt provokant zu deiner guten aussage reingenommen? denn viele regeln stellen für mich auch schon eine zensur meiner eigenen (entscheidungs)freiheit dar. ob ich mit weißen tennissocken zu einem empfang gehe, ob ich wasser aus einer kaffeetasse im restaurant trinke oder ob ich meinem kind erzähle, daß sich pubsen nicht gehört und es lieber blähungen haben soll, sind alles freiheitseinschränkende regeln, die uns auf spätere andere regeln und dann auch zensuren vorbereiten (sollen). ;-)

  2. #5 nachtrag, ich will es mal an einem zitat von http://www.regeln.de/regeln-fuer-kinder/ deutlich machen, was ich mit meiner aussage meinte.
    „Ein Beispiel um Kindern Regeln beizubringen ist beispielsweise, dass man diese immer intensiver trainiert, angefangen beispielsweise mit einer leichten Übung beim Abendessen, wo das Kind erst wieder aufstehen darf um zu spielen, wenn es aufgegessen hat. So lernt das Kind, dass es die Regeln einhalten muss und dafür eine Belohnung bekommt, nämlich dass er wieder spielen gehen darf.“
    das kind lernt also, alles zu schlucken, weil es wieder spielen will. später dann schluckt der unterbezahlte arbeitnehmer auch alles, damit er bei seinem spiel- und arbeitsplatz weiter mitmachen darf. denn er hat ja früh gelernt, daß wenn man alles aufißt und schluckt, die sonne morgen wieder scheint. ;-)

  3. „Passend“ dazu hat laut heise.de hat der französische Verfassungsgerichtshof diese Tage Websperren für verfassungsgemäß erklärt. Die Beschränkung der Befugnisse der geplanten Behörde seien klar auf Kinderpornographie beschränkt…

    http://heise.de/-1206781

  4. … weil ich es nicht aushalte, wie sehr ihr euch auf Gypten und seine Netzabschaltung gestürzt habt, und wie sehr ihr euch NICHT um Libyen kümmert:

    „Die ägyptischen Machthaber hatten auf einen Schlag fast alle BGP-Routen (Border Gateway Protocol) zurückgezogen, womit nur noch wenige ägyptische Systeme erreichbar waren. Das fiel auf, und die weltweite Internet-Nutzergemeinde sympathisierte schlagartig mit den unterdrückten Ägyptern.“

    „Datenverkehr von und nach Libyen seit einer Woche nicht mehr möglich, mit wenigen Ausnahmen. An einem zentralen Punkt, wahrscheinlich nahe der Landestation des Unterseekabels, wird der Verkehr so stark gebremst oder ganz blockiert, dass nichts mehr funktioniert. Einige wenige Systeme sind allerdings ausgenommen. Hier wird offenbar von Hand selektiert.“

    http://www.heise.de/netze/meldung/Internet-Abschaltung-Libyen-hat-von-Aegypten-gelernt-1206016.html

    Ich wollte ja nicht böse lästern, aber offensichtlich müssen da Profis ran. Hier im Blog gab es anscheinend nichts zu berichten.

    Und jetzt zurück nach Japan. Hat übrigens anscheinend auch ein Beben durch das Netz geschickt hat: am DFN-Backbone war am 11.3. der Wurm drin, IMHO. Aber angesichts INES 4 (mal sehen, wann die auf 6 oder 7 gehen…) ist das eher eine Randbemerkung.

    Schönen Sonntag noch.

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