Netzpolitik

Digitale Gesellschaft: Jetzt in Deinem Land verfügbar

Heute haben wir offiziell Digitale Gesellschaft gestartet. Was wir seit Jahren im Kopf hatten, immer wieder durchdiskutiert haben und vor allem, wo wir die Notwendigkeit drin gesehen haben, ist jetzt offiziell. Als Idee in die Welt gesetzt, für den Anfang schonmal mit einer Rechtsform versehen. Jetzt warten wir nur noch auf die letzten Bescheide vom Finanzamt und Amtsgericht, nach mehreren Malen zum Notar rennen. Dann sind wir offiziell ein eingetragener Verein und dazu gemeinnützig. Wer konnte auch ahnen, dass die Förderung von Grund- und Freiheitsrechten nicht gemeinnützig ist? Was uns das Finanzamt nach der ersten Satzungsversion mitteilte, so dass wir diesen Punkt in einer Extrarunde in eine Präambel packen mussten. (Weitere Extrarunden sollten folgen.) Warum ein Verein in Zeiten von Internet und losen Netzwerken? Die Antwort ist recht einfach: Eine Rechtsform braucht man, um z.B. gemeinnützig zu sein und transparent und nachvollziehbar Spenden annehmen und verwalten zu können und für eine Stiftung fehlte uns das Geld.

Die Idee von Digitale Gesellschaft ist eigentlich recht einfach und für uns eine konsequente Weiterentwicklung von dem, was hier im Blog seit sieben Jahren machen: Wir wollen uns mit Digitale Gesellschaft schlagkräftiger für digitale Bürgerrechte einsetzen. Kurz zusammengefasst: Wir wollen skalieren. Ziel ist es, einerseits visuell und kommunikativ ansprechende Kampagnen zu entwickeln, die auch Menschen außerhalb sehr internetaffiner Kreise für unsere Themen begeistern. Dazu wollen wir auch eine eigene Kampagnenplattform entwickeln, so dass man nicht bei jedem neuen Thema als erstes daran denken muss, wer denn jetzt einem die Webseite baut und den Server aufsetzt – und ob die Person sich eine Woche später auch noch dran erinnern kann, bzw. nicht untergetaucht ist. Die Umweltbewegung zeigt mit Plattformen wie campact.de oder greenaction.de, was möglich ist, wir wollen diese Ideen konsequent digital weiterdenken.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Und wir wollen eine bessere Interessenvertretung gegenüber der Politik und den starken Wirtschaftslobbys organisieren, so dass Netzpolitik nicht immer nur unter dem Aspekt „Mehr Industrie wagen“ gesehen wird, sondern als „Mehr Demokratie wagen“. Wir haben ja bei netzpolitik.org den Running-Gag, dass täglich eine neue Einladung von irgendeinem Politiker, einem Ministerium oder einer Fraktion reinkommt, um dort die Nutzersicht zu repräsentieren. Nur wer soll das alles machen? Ich hab schon lange nicht mehr die Zeit (und oft auch Lust) für alle Einladungen und brauche dringend Unterstützung. Auch fehlen in der Regel Stellungnahmen aus Nutzersicht zu allen aktuellen Gesetzesentwürfen, auch darum wollen wir uns kümmern.

Wir, das sind rund 20 Menschen aus dem Autorenteam und dem Umfeld von netzpolitik.org. Da ist alles dabei: Vom Politologen über den Informatikprofessor, bis hin zu Designern, Psychologen, Juristen und NGO-Analysten. Wir haben uns für den Anfang für ein Modell entschieden, was dem von Greenpeace, aber auch Campact sehr ähnelt. Wir planen nicht den Aufbau von Landes-, Kreis und Ortsverbänden und werden auch nicht der Bloggerverband oder der Internet-ADAC. Wir haben uns dafür entschieden, erstmal klein anzufangen, mit Menschen, die dieselbe Idee und Motivation haben. Ohne lange rum zu diskutieren, was Digitale Gesellschaft sein und machen soll. Ohne Streit und Machtspiele, wie sie jede größer werdende Organisation schnell bekommt. Zu oft haben wir ähnliche Initiativen schnell zerreden und zerfallen sehen, weil viele unterschiedliche Sichtweisen, Hoffnungen, Motivationen und Vorstellungen aufeinanderprallten, bis alle unmotiviert auseinandergingen. Wir wollen unsere knappe Zeit mit Spaß und Motivation einsetzen und etwas bewegen.

Digitale Gesellschaft ist ein Angebot. Wir maßen uns damit nicht an, die ganze sogenannte „Netzgemeinde“ zu vertreten. Aber wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass unsere Anliegen lauter Gehör finden und dass wir gesellschaftliche Mehrheiten für eine bessere Netzpolitik, ein offenes Netz und starke (digitale) Bürgerrechte organisiert bekommen.

Dazu brauchen wir Deine Hilfe. Wir haben hier bei netzpolitik.org nie nach Spenden gefragt, auch weil wir nie wussten, wohin das Geld fließen soll. Das ist jetzt anders, wir haben einen Verein, an den wir auch unsere eigenen Ansprüche nach Transparenz und Accountability erfüllen können. Wenn Dir gefällt, was wir hier auf die Beine gestellt haben und Du uns unterstützen willst, dass wir unsere Arbeit der letzten Jahre noch viel besser und effektiver machen, dann unterstütze uns finanziell oder mit Deiner Zeit, Kreativität und Engagement.

Wir brauchen Hilfe
, Kreativität und Ideen beim Fundraising, bei der Entwicklung und Durchführung von Aktionen und Kampagnen, beim Bekanntmachen von Digitale Gesellschaft.

Wir freuen uns über Mithilfe, sagen aber auch gleich, dass wir auch erstmal Abläufe und Strukturen schaffen müssen, um mit vielen HIlfeangeboten umzugehen. Wir machen das auch nur ehrenamtlich und nebenbei, sind aber ausreichend motiviert, diese Herausforderung zu lösen. Weil wir überzeugt davon sind, dass es notwendig ist.

Es wird ein langer Weg, aber wir haben den Vorteil, nicht ganz neu anfangen zu müssen, sondern darauf aufzubauen, was wir hier lange gemacht haben. Und mit Eurer Hilfe wird das auch klappen.

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73 Kommentare
  1. Klingt inhaltlich nicht schlecht. Ich bin gespannt.

    Ich verstehe es aber schon richtig, dass nicht jeder, der möchte, einfach so beitreten kann? Falls ich es richtig verstehe, fände ich es nicht gut. Bei Greenpeace grummele ich auch immer schon, wenn ich einen Fördermitglied-Beitrag leiste, ohne mitreden zu dürfen.

    1. @Christian S.: Wir wollen erstmal Strukturen aufbauen, um Kampagnenfähig zu sein. Dann schauen wir, wie wir uns öffnen können. Öffnung bedeutet Ressourcen, die wir im Moment nicht haben. Wir wollen keinen Internet-ADAC und wir wollen auch nicht erstmal Jahre lang darüber diskutieren, welche Strukturen wie sinnvoll sind und was man tun müsste, wie wir es oft erlebt haben.

      1. Alles schön und gut. Finde ich in Ordnung, wenn ihr das für euch so entschieden habt und es für euch funktioniert. Ich investiere meine Zeit, Arbeit und Geld halt lieber da, wo ich auch Einfluss habe bzw. theoretisch haben könnte, wenn ich wollte. (Ausnahmen wie Greenpeace bestätigen die Regel.)

  2. Die „Machtfrage“

    heisst bei uns Mindermächtigen einfach „Wer macht das?“ Ich mache so dies und das (könnte viel mehr sein), und freue mich über jeden, der auch was „macht“.

    Was ich von @digiges am meisten erhoffe, ist sachliche Dokumentation zu allen Facetten der Netzpolitik, von ACTA bis Zensus. Selbst recherchiert, oder einfach nur Links gesammelt.

    Wunderbar wären dann noch Flyer-Vorlagen (z.B. als PDF) mit diesen dokumentierten Fakten. Ich würde die sehr gern verteilen, wenn ich mal wieder am Infostand stehe. (Ich bin Pirat). Die Bürger sind schon manchmal neugierig, und ich würde sie gerne besser mit Infos versorgen (derzeit erzähl ich halt, was ich gelesen habe, aber ein Flyer hier, ein Flyer da wär schon extrem gut.)

    Ich will hier gar keine Parteipropaganda machen. Die 2% der Piraten bringen halt nur einen „Achtungserfolg“ nach dem anderen. Ich will, dass wir ein breites Bündnis von >50% zusammenkriegen, das irgendwann, irgendwie vernünftige Politik macht. Nicht nur im Netz. Überall.

    1. Ich hielte es für wenig förderlich, wenn die Digitale Gesellschaft am Ende womöglich als Lieferant von Werbematerial für Parteien gesehen wird; das würde ihre Schlagkraft mindern und ihr genau den Vorteil der Überparteilichkeit nehmen.

      (BTW @markus: Bei Wortmarken, die aus normalen deutschen Wörtern bestehen, finde ich es schwierig, wenn sie in Texten nicht grammatikalisch richtig eingebunden werden. Das Lesen erinnert dann immer ein wenig an ein Malefitz-Spiel, weil dauernd so ein Ding im Weg ist. Also nicht „Die Idee von Digitale Gesellschaft“, sondern „Die Idee der Digitalen Gesellschaft“ usw.)

      1. Es ging mir nicht um Werbematerial. GG Art.21(1) „Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit.“

        Das will ich auch, und welches (meiner Meinung nach) sachlich-korrekte Material ich verteile, ist mir egal – ob von Greenpeace, Attac, oder eben @digiges. Der politische Wille sollte auf Fakten gestützt sein.

        Wir Piraten haben an unseren Infoständen auch Grundgesetze verteilt. Nicht als Werbematerial (keine Aufkleber oder so), sondern einfach als Info.

      2. Es ist ein offensichtlicher Unterschied, ob man einen Verfassungstext verteilt oder das Produkt einer Lobbyorganisation. Als Organisation – gerade als eine, die als „Interessenvertretung GEGENÜBER der Politik“ wahrgenommen werden will – würde ich jedenfalls sehr genau darauf achten, in Wahlkämpfen auf Distanz zu bleiben und eine eigene Meinung zu vertreten (sowie Parteien zu kritisieren), aber niemals als Partnerorganisation irgendeiner Partei verstanden zu werden. Klar wär das für dich aus Piratensicht womöglich von Vorteil, aber für die DG eher fatal, als Futterlieferant einer bestimmten Partei gesehen zu werden. Da landet man fix in einem Beiboot, aus dem man nicht mehr rauskommt.

        Wenn du im Wahlkampf auf von anderen gesammelte Fakten zurückgreifen willst, solltest du diese Fakten vorher selbst aufbereiten, also einen eigenen Piraten-Flyer basteln, darin die Fakten darlegen und die DG, Greenpeace, Attac usw. als Quellen angeben. Die Fakten selbst kommen dann ja immer noch rüber, mit dem positiven Nebeneffekt, dass der frisch überzeugte Wähler auf dem Wahlzettel dann auch die richtige Zeile findet und nicht wegen des von dir verteilten Greenpeace-Flyers die Grünen wählt. ;)

      3. @Andi

        Ich gebe dir recht. Im Sinne eines Corporate Image wäre es für die Piraten sicher besser, eigene Flyer zu produzieren, mit Logo und allem, die Fakten darstellen (mit sauberen Quellenangaben :-) Aber davon haben wir halt zuwenig :(

        Doch mir geht es nicht einfach nur um Wählerfang. Wenn einer wegen unserer Flyer die Grünen wählt – herzlich gerne, wenn er sonst gar nicht gewählt hätte.

        Ich denke, in dem parteipolitischen Getöse geht die sachliche Argumentation etwas unter. Aber die ist wichtige Voraussetzung für vernünftige Entscheidungen. Ich sehe die Digitale Gesellschaft nicht (nur) als Lobby-Organisation, die versucht, Partikularinteressen durchzusetzen. Ich hoffe so sehr, dass sie rationale Argumente zu netzpolitischen Themen öffentlich macht, und damit beiträgt, die Diskussion zu versachlichen. Selbst aus den Nachrichten entnehme ich immer wieder, dass zuviel Bauchgefühl die Debatten treibt.

        I have a dream: Leibniz: „Calculemus!“

      4. „Ich hoffe so sehr, dass sie rationale Argumente zu netzpolitischen Themen öffentlich macht, und damit beiträgt, die Diskussion zu versachlichen.“

        Was Piraten einfach nicht kapieren wollen: es gibt in der Politik quasi keine „rationalen Entscheidungen“. Eine Entscheidung für X ist meist eine Entscheidung gegen Y – und für X wie für Y sprechen meist gute Gründe. Man muss sich irgendwann einfach entscheiden, welche Gründe man für wichtiger hält. Zwei Personen, die von einem Thema A gleich viel wissen, müssen dennoch nicht zur gleichen Überzeugung gelangen.

      5. @Christian S,

        Zitat: „Was Piraten einfach nicht kapieren wollen: es gibt in der Politik quasi keine “rationalen Entscheidungen”. Eine Entscheidung für X ist meist eine Entscheidung gegen Y – und für X wie für Y sprechen meist gute Gründe. Man muss sich irgendwann einfach entscheiden, welche Gründe man für wichtiger hält. Zwei Personen, die von einem Thema A gleich viel wissen, müssen dennoch nicht zur gleichen Überzeugung gelangen.“

        Gibt es rationale Entscheidungen jetzt nur nicht – oder sind sie unmöglich? Wie wird Wichtigkeit von Gründen bemessen? Allein vom Hören der Radionachrichten (B5aktuell) fällt mir auf: der eine sagt, etwas „Überhastetes“ wäre nicht gut; die andere (Kanzlerin) sagt, man müsse was-auch-immer „mit Augenmaß“ betreiben…

        Beide sollten einen größeren Betrag ins Phrasenschweinchen spenden. Überhastet ist nie gut, mit Augenmaß ist immer gut, Das sollte einfach rationaler Grundkonsens sein, und keiner Rede mehr wert.

        OK, ich gebe zu, Politik ist ein schmutziges Geschäft, und wird es vielleicht auch bleiben. Aber wenn nicht? Kann sachliche (und öffentliche) Argumentation, wie sie z.B. die Digitale Gesellschaft anstrebt, nicht vielleicht doch was nützen?

        Wenn nicht, ist all unser Einsatz für @digiges oder @piratenpartei vergeblich. Aber so pessimistisch bin ich (noch) nicht. In dem Maße, wie etablierte Parteien sich mehr und mehr lächerlich machen, hoffe ich, dass ernsthafte Sachlichkeit was helfen kann. Angefangen von Blicken ins Grundgesetz. Und unbestreitbaren Fakten.

      6. „Wenn nicht, ist all unser Einsatz für @digiges oder @piratenpartei vergeblich. Aber so pessimistisch bin ich (noch) nicht. In dem Maße, wie etablierte Parteien sich mehr und mehr lächerlich machen, hoffe ich, dass ernsthafte Sachlichkeit was helfen kann. Angefangen von Blicken ins Grundgesetz. Und unbestreitbaren Fakten.“

        Konkretes Beispiel: Du und ich sind uns vermutlich einig, dass Netzsperren unsinnig und doof sind.

        Viele sehen das jedoch weiterhin anders. Trotz all der guten Gründe gegen Netzsperren. Und obwohl Du und ich das Gefühl haben, dass wir da eine total rationale Entscheidung getroffen haben und die Fakten unbestreitbar sind.

        Das war ein einfacher Fall.

        Schwierig wird es, wenn man verschiedene Dinge gewichten muss.

        Beispiel: sollen nicht-personenbezogene Daten, die von staatlichen Einrichtungen erhoben werden, der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung gestellt werden, auch kommerziellen Nutzern?

        Ich meine: ja, weil diese Daten bereits bezahlt wurden.

        Andere sagen: nein, weil es Geld kostet, diese Daten zu erheben.

        Und das sind nur kleine Randaspekte.

        Wie das komplette Urheberrecht ausgestaltet sein soll, dazu kann es keine „richtige“ und keine „falsche“ Meinung geben. Sondern nur verschiedene Meinungen. Die dann im Meinungsstreit abgewogen werden. Und die „beste“ gewinnt dann – also die, die die Mehrheit gut findet.

        „Sachlichkeit“ hilft bei Wertentscheidungen nun einmal nicht weiter.

    2. „Wunderbar wären dann noch Flyer-Vorlagen (z.B. als PDF) mit diesen dokumentierten Fakten. Ich würde die sehr gern verteilen, wenn ich mal wieder am Infostand stehe. (Ich bin Pirat). Die Bürger sind schon manchmal neugierig, und ich würde sie gerne besser mit Infos versorgen (derzeit erzähl ich halt, was ich gelesen habe, aber ein Flyer hier, ein Flyer da wär schon extrem gut.)“

      Warum sollte irgendein Bürger eine Partei wählen, die Infomaterial von einer anderen Organisation verteilt? Das macht doch keinen Sinn. Oder missverstehe ich?

      1. Zitat: „Warum sollte irgendein Bürger eine Partei wählen, die Infomaterial von einer anderen Organisation verteilt? Das macht doch keinen Sinn. Oder missverstehe ich?“

        Die Wahlen, selten genug, sind doch eh nur ein kurzes Blubbern im Schaum, alle 4..5 Jahre einmal. Trotzdem werfen wir Piraten uns mit Inbrunst in den Wahlkampf, wenn mal wieder einer ist. Und kassieren unsere üblichen 2%.

        Wir machen übrigens (allerdings seltener) auch Infostände ausserhalb des Wahlkampfs. Da sind die Gespräche mit Bürgern teils sogar besser, entspannter. Politik geschieht jeden Tag, und ist immer unsere Sache („Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“) Allgemein stehen Piraten für freies Wissen und freie Bildung, und politisches Wissen ist dabei sehr wichtig. Egal, von wem die Flyer kommen.

      2. Klar ist politisches Wissen wichtig, aber Parteien wollen ja vor allem gewählt werden. Ein Bürger will ja irgendwann wissen, was er wählt, wenn er Partei X wählt. Und da helfen Flyer von Vereinen nur bedingt weiter.

      3. Nach meiner Erfahrung sind wir (Piraten in Konstanz) da zwiegespalten. Einerseits machen wir, wenn es denn die Zeit ist, heftigen Wahlkampf; andererseits versuchen wir, uneigennützig Wissen zu vermitteln. Etwa die Piratenakademie, „Internet für Senioren“, wo wir (in Zusammenarbeit mit AWO) einfach Fakten erklären und Gebrauchsanleitungen geben („Mausfahrschule“ – wie geht ein Doppelklick?)

        „Du hast keine Chance, aber nutze sie.“ Diesen Paradox-Optimismus sehe ich erst mal sowohl bei @digiges wie bei den Piraten. Infra posse totus obligatur – man tut, was man kann :)

  3. Glückwunsch und alles Gute … !

    ps: Kleine Nachfrage zu „… wir haben einen Verein, an den wir auch unsere eigenen Ansprüche nach Transparenz und Accountability erfüllen können …“, da ich auf digitalegesellschaft.de keine Satzung gefunden habe:

    Werden die Statuten (nach Eintragung) noch online gestellt?

  4. Was ich bei der ganzen Geschichte nicht verstehe ist, warum musstet ihr hier wieder etwas Neues/Eigenes aufmachen, anstatt die bereits bestehenden Orgas (CCC, FoeBuD, AK Zensur, Humanistische Union ) in einer Art Dachorganisation zu bündeln? Damit könnte man dann doch quasi mit einer (großen) Stimme sprechen und den bereits vorhandenen Sachverstand auch weiter bündeln. Von den strukturell bedingten Synergieeffekten ganz zu schweigen.

    Ich erkenne bei euch bisher keinerlei Alleinstellungsmerkmal. Nur eine Stimme mehr im für Außenstehende eh schon recht unübersichtlichen Meinungsgemenge zum Thema Netzpolitik.

    1. @Otzelotz: Soweit ich das Konzept verstanden habe (read: Ich gehöre nicht zu den Mitmachern) will die „Digitale Gesellschaft“ gerade keine Dachorganisation sein, sondern das Spektrum dort ergänzen, wo die anderen bisher nicht aktiv sind bzw. strukturelle Defizite haben.

      Davon ab: Keiner der genannten würde sich einem Dachverband unterordnen. Die Zusammenarbeit ist auch jetzt schon schwierig genug. Letztendlich will halt jede Gruppierung mit ihrer eigenen Stimme präsent sein. Dieser Futterneid ist mitunter etwas frustrierend, aber leider auch etwas, was man recht schnell lernt, wenn man sich in NGOs engagieren will.

      (PS: Das ist meine rein persönliche Meinung nach nun gut 10 Jahren im netzpolitischen Streichelzoo)

      1. Ich würde das nicht „Futterneid“ nennen, sondern Leute wollen eben auch für ihre Arbeit anerkannt werden. Das finde ich nur menschlich. Das ist doch in jedem kleinen Hasenzüchterverein so.

        Außerdem belebt Konkurrenz das Geschäft. ;-)

  5. mmh… kann ja wohl keine kleine isolierte Minderheit werden/bleiben, solange die Mitglieder das höchste Organ im Verein sind? Oder anders gefragt: Wie deutsch muss man eigentlich sein, um für alles und jedes einen Verein zu gründen? Ab jetzt bin ich dann mal vorsichtig mit der Digitalen Gesellschaft ;-) e.V.

  6. Was Alice für die Frauen ist, will Markus jetzt Webklicker sein? Ich find das etwas schade, ich hab wirklich an Ihn geglaubt.

    Alice Schwarzer und Ursula Engelen-Kefer
    in einer Person?
    Hmm…

    Zugegeben, schon eine Weile her… Ich hab an Ihn geglaubt.
    Zu der Zeit hatte er noch Angst vor Prozessen…

    Diesertage ist er groß und will „skalieren“:
    Na denn… Auf, auf!

    So ganz klar komm ich da noch nicht drauf: Joschka Fischer (Cheflobbyist für Öl-, Atom- und Pipelinekonzerne, überhaupt Industrien ) ist bekanntermaßen Grünen-Benutzer, Grüne-Wellen-Surfer, kein Grüner, Markus jetzt Internetuser-Benutzer? Benutzerusersurfer?

    Was passt denn nun? Ich weiss nicht, er will ein großer sein
    und nach oben: Ok! Aber warum auf diesen Wegen?
    Warum nicht straight?

    „I’m not convinced“, ich weiss nicht, mir fehlt der Glaube:
    Sorry Markus, tut mir leid.

    Und dann wären da noch die lieben Medienkollegen, die Ihn hoch-, höher, höchst hinaus schreiben:

    Wirkt fast Guttenbergartig: Gefahr! Die vielen lieben guten Freunde… Achtung, geht nach hinten los. Der Erfahrung nach.

    Egal, die Schritte sind vollzogen, für’s Glückwünschen zu spät, bin sehr gespannt, wohin diese Reise geht. Wünsche gutes (!), aber eben… Der Glaube… Der fehlt. Auch weil dort, zwischen den Stühlen, aber eben mit Abhängigkeiten, Aufträgen diesen Dingen: Die Distanz flöten geht, zu den Akteuren, von deren vielen Einladungen er leicht disrespektvoll wollend zu berichten weiss… Aber eben: Die ein oder andere nimmt er trotzdem an… Ja.

    Kleiner Blog. Die frühen Tage: Wir verstehen: Das ist vorbei. Schade. Eben auch, weil es anders geht, anders gegangen wäre. So it goes…

    Alles gute, verzeiht bitte die kritischen Töne, ich bemüh mich,
    ich glaub nicht dran, auch wenn ich gerne würde.

    Schade ja, für mich durchaus nebenbei, richtig: Eben.
    Wer ist Markus, wer war Markus? Der damals? Der jetzt?
    Kann, will er das selbst beantworten?

    Wir werden sehen. Rasiserklingenritt:
    Wünscht Ihm und den anderen: Glück.

    Rupert

    1. @Martin: Mit deinem schwachsinnigen Hetz-Posting hast du dich nicht nur lächerlich gemacht, sondern auch als ernstzunehmenden Beitrag vollkommen disqualifiziert.

      Wenn man sich ernsthaft nur noch daran aufgeilt, über einen ehemaligen Grünen-Poltiker zu lästern, der heute keine politische Rolle mehr spielt, statt sich auf die nach wie vor aktive Atom-Lobby und die Konzern-Schmarotzer in der schwarz-gelben Regierung zu kümmern (die weit mehr Macht und Durchschlagskraft mit ihren krummen Dingern haben), dann fragt man sich schon, ob es dir nicht nur darum geht, die schwarz-gelbe Regierung schönzureden.

      Dann noch ausgerechnet das konservativ-neoliberale Handelsblatt als angeblich ernstzunehmende Quelle angeben *kotz* Dann lies mal weiter schön brav dein Lieblingsmagazin für BWL-Studenten und rücksichtslose Manager, das dir anscheinend so gut gefällt, dass du mit dem verlinken komplett durchgedreht bist.

      Übrigens: Würdest du es mit deiner Kritik ernst meinen, hättest du garnicht erst auf das Manager-Kampfblatt verlinkt und es damit aufgewertet.

  7. Hallo Markus @ All,

    erst einmal finde ich es gut, dass Ihr Euch zu diesem Schritt entschieden habt und wünsche viel Erfolg. Ehrlich gesagt, ich denke darüber nach selbst aktiv zu werden. Aber, ohne wieder mal den Schlauscheißer herauszukehren, doch noch eine Frage.
    Bürgerrechte im Internet – feine Sache, genau wie die Bürgerrechte allgemein (wegen mir auch offline). Aber wie sieht es aus mit der heranwachsenden Web-Generation, die zwar im Web groß werden (Sorry, ich in meinem Alter bin eh ein Dino in dieser Web-Welt), aber die noch nicht mal ihre Offline Bürgerrechte kennen.
    Mal ganz klar gesagt, ich vermisse dringend nötige Vereinsarbeit auf dem Gebiet der Bildung. Nicht den Kids erklären wie das Web funktioniert, sondern ihnen die Probleme überhaupt klar machen die mit dem Web auf sie zu kommen. Also eben Einschnitte in die Bürgerrechte. Das wäre m.E. nach eine sinnvolle Ergänzung.

    Also nochmal viel Erfolg

    Thomas

  8. Hallo Markus und die anderen,

    nach diversen Vorankündigungen stand ich der Geschichte ja zunächst auch skeptisch gegenüber. Allerdings meine ich, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob man Lobbyarbeit für die wirtschaftlichen Interessen eines Unternehmens oder einer Branche macht – oder eben im Sinne der Allgemeinheit. Als Gegengewicht sozusagen. Den Verweis auf Greenpeace finde ich treffend, denn es wird wohl niemand behaupten, dass dort im Sinne bestimmter Konzerne gearbeitet würde oder die Umweltaktivisten käuflich wären.

    Auch den geschlossenen Ansatz finde ich im Sinne einer stringenten Arbeitsweise gut. Als Pirat sehe ich Tag für Tag, wie die Umsetzung guter Ideen durch teils wichtige, teils aber auch vollkommen unnötige Diskussionen verhindert, zumindest aber verzögert wird. Ich bin zwar davon überzeugt, dass sich dies dank Professionalisierung mittelfristig ändern wird, aber der umgekehrte Ansatz ist sicher kurzfristig Erfolg versprechender und – bei entsprechender Transparenz –auch durchaus legitim.

    Was die Frage angeht, ob jetzt „noch ein Verein“ gegründet werden müsste, so ist dem zu entgegnen, dass es den bisherigen Vereinen trotz herausragender Arbeit einfach an Schlagkraft fehlt. Der CCC ist der einzige, der einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat; meines Erachtens jedoch hat er sich in letzter Zeit von der Politik teils instrumentalisieren, teils über den Tisch ziehen lassen. Die AKs und FoeBud leisten gute Arbeit, sie sind aber außerhalb der „Szene“ völlig unbekannt. Insofern könnte die Digitale Gesellschaft, die dank der überregionalen Presse in den letzten Tagen wahrscheinlich schon jetzt bekannter sein dürfte, ein ganz anderes Gewicht in die Waagschale legen können.

    Aus diesen Gründen halte ich einen Verein wie die digitale Gesellschaft für richtig und wichtig. Ich werde ihn nach Kräften unterstützen.

  9. Vom Politologen bis zum Informatikprofessor??
    ja wo ist denn die arbeiterklasse in eurem tollen verein?
    fragt euch mal selbst ob da alles so stimmt mit eurem vorhaben im polizei ,beamten und aebeiterstaat brd.
    meine guete wenn ich den artikel so les bin ich froh das ich schon vor jahren ausgewandert bin aus dem land der unbelehrbaren.
    denkanstoss von mir: zuviel regeln speziell fuer den normalbuerger zerstoeren die lebensqualitaet.
    ihr aber macht den ganzen mist mit. iq-test oder uniabschluesse werden euch dabei nicht helfen die gesellschaft positiv zu veraendern,sondern nur lebenserfahrung und das verstehen von kulturen und mentalitaeten von menschen anderer rassen und laendern.

    1. Lesekompetenz bitte:

      Wir, das sind rund 20 Menschen aus dem Autorenteam und dem Umfeld von netzpolitik.org. Da ist alles dabei: Vom Politologen über den Informatikprofessor, bis hin zu Designern, Psychologen, Juristen und NGO-Analysten.

      Der für dich wichtige Teil, steht im ersten Satz. Da steht nicht, dass man keine Arbeiter, Beamte, etc. dabei haben möchte. Gerade die Fußarbeit, kann von vielen Leuten ohne Studium erledigt werden, da wird auch nicht nach Gesellschaftsstatus gefragt.

      PS: Gibt es keine Vorschau-Funktion mehr oder bin ich Blind?

  10. Wo kann man Ideen und Vorschläge loswerden? Auf der Website habe ich nichts dazu gefunden. Die Content-Gruppe hat gerade meinen Denkapparat ziemlich befeuert. Und würde es nicht Sinn machen, sich auch beim Aufbau der DG die Schwarmintelligenz zunutze zu machen?

    1. z.B. hier (#14):

      http://www.digitale-gesellschaft.de/mitmachen/

      was mir persönlich unter #12 noch fehlt sind Ideen, wie man sich um die „nachkommende Generation“ kümmern möchte. Kinder- und Jugendliche müssen herangeführt werden an die wichtigen Themen (z.B. durch ein Equivalent zu den Freiheitsrednern). Junge Menschen, Eltern, Lehrer sollten nicht erst wenn sie von sich aus Interesse zeigen an die Hand genommen werden. Es bringt auch nichts, wenn wir nur „unseren“ Kids die Kompetenzen vermitteln, dann bleiben wir auf der „Insel“. Raus aus dem Netz – nicht nur in die Hinterzimmer der Politik und Lobbyisten – sondern raus ins Leben und das Problem schon an der Wurzel angehen.

      1. Hab ich mich schon angemeldet. Aber wo soll ich da Ideen einbringen? Da melde ich mich für die Mithilfe an, kann aber nichts von mir aus starten oder einbringen.

  11. Ich bin ja mal gespannt. Wenn die seit Jahrzehnten im Bereich Bürgerrechte und digitale Gesellschaft etablierten Vereine und losen Gruppen mal ein Thema nicht abdecken, dann liegt das meist nicht daran, dass die das nicht könnten oder wollten, sondern dass die keine Leute haben, sich auch darum noch zu kümmern. Ein Versuch, das Problem mit den fehlenden Leuten durch neue Strukturen zu kompensieren, scheint mir nicht so recht zielführend. Die Gefahr besteht eher darin, dass die Spendengelder nun auf eine weitere Organisation verteilt werden und so den bisherigen einzelnen Akteuren weniger verbleibt. (Ich erinnere mich an padeluun, der in 2009 bitter beklagte, dass alle Leute jetzt der Piratenpartei spenden und der FoeBuD weniger abbekommt.)

    Der Name „Digitale Gesellschaft“ ist natürlich schön, aber steht auch schon bei einigen anderen im Untertitel.

  12. Hallo Markus

    Das Anliegen ist klar, und die Verteidigung der Bürgerrechte gegen eine immer weiter umsichgreifende Kontrollwut von Staat und EU ist absolut notwendig.
    Soweit so gut und volle Zustimmung.

    Ich rate aber dringend davon ab, sich in ein Boot mit Greenpeace und Umweltaktivisten zu setzen. Diese Leute sind Ideologen und daher indiskutabel.
    Sätze wie dieser schaden der Sache erheblich.

    „Ich glaube, wir können uns ganz gut an der Umweltbewegung orientieren, die ja in den letzten vier Jahrzehnten sehr schlagkräftige Organisationen wie Greenpeace aufgebaut hat….“

    Ich rate auch davon ab zu politisch zu werden (gegen diese Partei für jene usw.) Alles das tut einer Organisation, die die Rechte der Bürger im WEB steigern will nicht gut.

    So eine Organisation muss streng darauf achten nicht ideologisch zu sein, faktenbezogen zu handeln und Behauptungen beweisbar und neutral zu halten.

    Nur dann wird sie auch Zuspruch von Kreisen erhalten, die auf Grund ihrer Ausbildung und ihrer liberalen Einstellung niemals mit Greenpeace und Umweltaktivisten etwas zu tun haben wollen. Genau diese Kreise werden aber gebraucht.

    mfG
    Dipl. Ing.(TU) Zöllner

  13. Geschlossene Gesellschaft die Spenden sammelt trifft es im Moment wohl eher. Momentan gefällt mir da der CCC doch besser, was vielleicht auf daran liegen mag, das jene schon Struktur haben. Allerdings stelle ich mir auch die Frage, was das Problem an Einladungen von Politikern ist. Diese kann man ebenfalls ablehnen und sollte es wohl auch meistens tun, weil da oft nicht viel mehr rauskommt, als „schön das wir drüber gesprochen haben“. Wenn die politische Grade oft genug gegen die Wand gelaufen ist, werde die daraus ggf. mehr lernen, als von einem Netz-Greenpeace…

  14. Wer sich an Greenpeace orientiert, der orientiert sich an einer Sekte. Und stösst somit einen beträchtlichen Teil interessierter Zeitgenossen ab. Beckedahl sollte seine linksgrüne Gesinnung gefälligst an der Garderobe abgeben.

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