Wissen

Die zweite „Kleine“ zur Rückmigration im Auswärtigen Amt

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat diese Woche im Bundestag eine kleine Anfrage zur Rückmigration des Auswärtigen Amts auf Microsoft Windows XP gestellt (PDF). Die Grünen bemängeln, dass die Haltung der Bundesregierung zum Einsatz Freier Software weiterhin unklar ist.


Netzpolitik.org ist unabhängig, werbefrei und fast vollständig durch unsere Leserinnen und Leser finanziert.

In den 39 Fragen geht es unter anderem um die Freie-Software-Strategie der Bundesregierung; die Verbreitung Offene Standards; Software-Monopole und Herstellerabhängigkeit; Fragen der IT-Sicherheit; und die Rolle des Innenministeriums, des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Open-Source-Kompetenzzentrum des Bundesverwaltungsamtes (CCOSS).

Nachdem die Bundesregierung auf die kleine Anfrage der SPD in ihrer Antwort keine klaren Aussagen gemacht hat, fragen die Grünen konkret nach:

  • seit wann der Bundesregierung die Rückmigration bekannt war (hier wird auf die geleakten Dokumente von netzpolitik verwiesen),
  • warum das Auswärtige Amt gegen die Empfehlungen der selbst in Auftrag gegebenen Studien handelt (das hatte ich in einem Interview mit der TAZ „Eine Studie nach der anderen“ bemängelt)
  • Welche Anstregungen unternommen wurden um die genannten Interoperabilitätsprobleme zu beheben,
  • warum es diese Interoperabilitätsprobleme gab, obwohl die Bundesverwaltung nach dem IT-Rats-Beschluss Nr. 11/2008 Open Document Format-Dokumente (ODF) empfangen, bearbeiten und zurückschicken können müssen,
  • was getan wurde, um die Mitarbeiter besser bei der Migration einzubinden
  • wie hoch die erwarteten und später die tatsächlichen Kosten waren
  • wie das Auswärtige Amt es schafft, dass wie die Bundesregierung schrieb, bei der Rückmigration keinerlei Kosten auftreten werden

Die Free Software Foundation Europe (FSFE) hatte bereits in der Vergangenheit gefordert, den Prozess transparenter zu machen (siehe dazu Dradio-Wissen-Interview mit Bernhard Reiter) und begrüßt daher die kleine Anfrage der Grünen, wie damals auch die Anfrage der SPD.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
13 Kommentare
  1. Wer hat denn Win XP auf dem Rechner, wo doch schon an dem Nachfolger von Win7 gearbeitet wird??

    Ok, ok, ich gehe ja schon. Ich weiß ja, Ihr tippelt der Moderne hinterher.

    Dauergast

    Ps. Die s.g. „kleine Anfrage“ wird sowieso nicht beantwortet. Man kann sich auch mal was ersparen.

    1. > Ps. Die s.g. “kleine Anfrage” wird sowieso nicht beantwortet. Man kann sich auch mal was ersparen.

      Die Bundesregierung muss sie beantworten. Allerdings werden oft ausweichende order mehrdeutige Antworten gegeben.

  2. hm mir fehlt hier irgendwie der Hinweis, dass der Autor für die FSFE arbeitet.

    Gehört imho jedenfalls zum guten Ton, solche Dinge zu erwähnen.

  3. Und es gehört auch zum guten Ton, nicht immer mit Abkürzungen zu schreiben, wohlwissend, daß es Leute gibt, die keine Kenntnis haben, was gemeint ist.

    Dauergast

    1. Korrigiere mich, wenn ich mich irre: Aber in den Kommentaren hier, finden wir sicherlich „imho“ deutlich häufiger als „s. g.“, nicht?
      (Korrigiere mich auch hier, aber muss nicht ein Leerzeichen zwischen zwei Worte? Auch bei Abkürzungen?)

      1. Du irrst.

        S.g. und auch z.B. werden grundsätzlich ohne Leerzeichen geschrieben. Es wird Bezug genommen, daher ist es zu werten wie ggf..

        Dauergast

  4. Nein, hier geht es. So wie oben möchte ich es hier nämlich immer sehen.

    Dort hat sich mal ein Junge die Mühe gemacht. Das ist hier nicht immer so. Daher geht an diesen mein Lob. Wenn ich manche Beiträge sehe, dann vergeht es mir. Dort bestehen Sätze nur noch aus diversen Großbuchstaben ohne jede Verweise.

    Beispiel: Ich war gestern bei FHDF, da hat mir der PD gesagt, ich könne nicht auf die GTE, weil FHS nicht dort war. Daher haben wird den TP auf TCPD gesetzt, damit die BVK auch wissen….stöhn….

    Dauergast

  5. @mayleen

    Ich konnte Dir nicht antworten unter Deinem Beitrag, da die Option fehlt.
    Wenn Du es weißt, warum dann ein Fragezeichen?

    Soll es also wie vor hundert Jahren heißen:

    z. B. ??? Das gilt nicht mehr. MfG jetzt mit Punkten??

    Man muß sich auf irgendwas einigen können. Ok, wenn es Dir gefällt, dann soll es z. B. heißen. In meinen Augen falsch, aber ich nutze ja auch weiterhin das ß. Soll ja auch aus der Mode gekommen sein.

    Dauergast

  6. Zur Sache.
    Die frage ist warum sie keine Open Source Software in den Staatsaperat einführen um Lizenz kosten zu sparen ?
    Spekulation meiner seits:
    1. Da gibts wieder die böse Lobi
    2. Was der Bauer nicht kennt frist er nicht.
    3. Ich bin doch schon froh wenn die alten Herren E-mails abrufen können.
    Naja man kann zu gute halten das sie es schon im geringen umfang mit Open Office probieren.
    Und wenn dann die angst vor dem „ach so komplizierten LINUX“ das nur Profis benutzen können verflogen ist dann geht es da sicher auch vorwärts.
    Man kann nicht immer die super Geschwindigkeit von Politikern erwarten wie in dem Fall: Atomkraft Verlängerung gestern, Atomausstieg am besten vorgestern.

  7. ich hatte mal in einer norddeutschen stadt mit einem polizisten zu tun, der an einem linux-rechner mit windowmaker gearbeitet hat. auf meiner frage, wie er denn das arbeiten mit dem betriebssystem so fände, meinter der mittfünfziger zu mir: „na ja, ist halt ein computer, nicht wahr“.

    das fand ich sehr erfrischend.

    .~.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.