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Es muss nicht immer ‚Schland sein

Auch wenn alle den monochromen Kickern des DFB natürlich fest die Daumen drücken bei der WM, kann mancher vielleicht das ewige „Schland, oh ‚Schland“ nicht mehr hören. Muss er auch nicht, denn die berliner Band Tonträger beweist, dass es auch ohne Lena-Vorlage geht und noch dazu frei lizenziert und besser (meine Meinung). Ihr Titel „Wir sind eins“ steht unter der Creative-Commons-Lizenz BY-SA 3.0 de, darf also nach Belieben herumkopiert, ge-remixt und bearbeitet werden, auch kommerziell, solange dabei die Band als Urheber genannt und für Bearbeitungen/Remixes wieder die gleiche Lizenz verwendet wird. Ich habe mir daher erlaubt, ein OGG-File daraus zu machen. Es gibt den Titel aber auch als MP3 und direkt zum Anhören auf tontraegerberlin.de.


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31 Kommentare
  1. Ich stelle gerade fest, dass ich trotz permanentem Public Viewing diesen Song noch kein einziges Mal gehört habe… Ignoranz ist es nicht, ich kenne ihn noch nicht mal – faszinierend!

    1. ich kann verstehen, wenn man (wie ich) so seine Probleme mit dem SchwarzRotGelb-Overload hat und dessen mutmaßliches Ende wäre ein positiver Nebeneffekt, wenn die Jogi-Jungs heute auschieden. Aber dann im „Party-Patriotismus“ das neue Feindbild zu suchen ist ja wohl etwas übertrieben. Die Texte der Tonträger und auch von Uwu Lena sind selbstironisch genug, um die Gegenreflexe erstmal stecken zu lassen, finde ich. Außerdem: Es ist nur Fußball.

  2. Irgendwie lief mir da ein kalter Schauer den Rücken herunter. Assoziation: „Wir sind alle eins…“ – ein Volk, ein Reich, ein Führer .
    Nationale Propaganda ist auch unter freier Lizenz nicht besser.

  3. Au weia schon wieder dieser Nationalismus Unfug!

    Ich sehe echt überhaupt keinen Widerspruch darin einerseits zur Fußball-WM unsere demokratische Nationalflagge ans Fenster zu hängen und meiner linksliberalen Einstellung andererseits die sich zum Beispiel in meinen Wahlgewohnheiten widerspiegelt.

    Mal ehrlich wer in der Unterstützung unserer Multi-Kulti geprägten
    Fußballnationalmannschaft Nationalismus wittert dem ist echt nicht zu
    mehr zu helfen.

    Ganz schön fand ich in diesem Zusammenhang diesen Artikel hier:

    http://rueckseitereeperbahn.blogspot.com/2010/06/schland-ist-gar-nicht-schlimm.html

    Gruss

    Sven

    PS: @Querulant: Unabhängig vom Inhalt: Rave geht gar nicht

    1. @Sven: Ich find die deutsche Multikulti-Mannschaft spielerisch selber klasse und drücke denen nachher sogar die Daumen. Das heisst aber nicht, dass ich mich eins mit denen fühle und die Hymne mitsinge. „Wir sind eins“ ist einfach ziemlich daneben. So trägt der Fussball-Pop dazu bei, real existierende gesellschaftliche Widersprüche zu übertünchen. Frag doch mal die arbeitslosen Eltern, denen jetzt nach Meinung der FDP das Elterngeld komplett gestrichen werden soll, ob sie sich wirklich eins fühlen mit dem Merkel-Fan Joachim Löw. „Wir sind eins“ ist Affirmation der bestehenden schlechten Verhältnisse via Fussball-Patriotismus.

  4. Wer bringt denn hier ein Party-Lied mit „real existierenden Widersprüchen“ und „Nationalismus“ zusammen? Wo ist da die Verbindung? Und was ist eigentlich an ein wenig mehr Nationalismus so schlecht? Fragt man einen x-beliebigen Menschen aus dem Ausland, Amerika, Südamerika, Asien danach, welches Land er für das Beste hält. Sein Heimatland natürlich! Nun ich kann differenziert genug denken, um Deutschland nicht für das beste Land der Welt zu halten, aber so schlecht, wie einige denken und es uns glauben machen wollen, ist es auch nicht.

    Mich kotzt es an, dass Nazis die Deutschlandflagge (ein Symbol der Demokratie!) für ihre Zwecke missbrauchen und mir missfällt es außerordentlich, dass Linke Leuten mit der Deutschlandflagge am Auto gleich „Nationalismus“ unterstellen. Beide Seiten können mich mal kreuzweise ehrlich gesagt.

  5. Hat sich eigentlich irgendeiner von den schlauen Kommentatoren den ganzen Text angehört und das Lied bis zum Ende verfolgt? Wenn man dann noch die übrigen Songs und Texte der Bänd hört, weiß man Bescheid…

  6. Da muss ich Cola beipflichten. Das Lied gewinnt seinen eigentlichen Witz nicht aus dem Refrain, sondern aus den Strophen. Die sind aber imho schlichtweg genial.

  7. Joar, Tonträger ist geil. *Wieder die alten Alben in die Playlist geladen hat*

    schade, dass ich kommenden Montag keine Zeit hab um zum Konzert zu gehen.

  8. Kann der Verfasser des Arikels mal bitte erklären was er am Spiel der Mannschaft „monochrom“ findet? Natürlich nur falls er auch nur einen Hauch von Ahnung von Fussball hat, andererseits ist seine Meinung nicht von Interesse.

    1. da ich nicht für mich in Anspruch nehme, irgendeine nennenswerte Ahnung von Fußball zu haben, ist meine Meinung ja eh nicht von Interesse :) außerdem hat Floh es schon erklärt. Nur das mit dem arrogant versteh ich nicht.

  9. Omg, warum regt sich eigentlich keiner der Kommentatoren darüber auf, dass hier überhaupt Fußball thematisiert wird? Lieber John, können wir diese Kommerz-Ablenkungs-Gröhl-Shice nicht einfach mal totignorieren?

    Bitte, bitte!

  10. Auweia …

    Die Leute, die zur Zeit draussen auf den Straßen Schwarz-Rot-Gold schwenken (im übrigen ein Symbol für Demokratie. Was genau ist jetzt daran böse ? ) treffen damit keine politische Aussage, sondern sie feuern ein Fußballteam an. Erzählt ihr ähnlichen Bockmist auch über Leute, die FC Bayern oder Werder Bremen Fahnen schwenken ?

    Manche Kommentatoren hier müssten doch echt vom ständigen Ar***backen zusammenkneifen und missmutig dreinschauen langsam Muskelkater bekommen ….

    P.S. : Das Lied finde ich trotzdem schlecht … aber das hat musikalische Gründe, keine politischen ^^

  11. Wenn es beim Fahnenschwingen nur um den Fußball geht, warum wird dann ausnahmslos Schwarz-Rot-Gold (mit der einzigen Variation Bundesadler ja/nein) geschwungen und nicht das Logo der FIFA oder des DFB?

    Der gemeine Vereinsfan schwingt ja auch das Logo des Vereins und nicht das Wappen der hinzugehörigen Stadt.

    Es geht beim Fußball nie nur um Fußball.

  12. Es geht bei diesem Blogpost vor allem um die Präsentation einer frei lizenzierten Alternative zum herkömmlichen Mitgrölmaterial. Worum es beim Fußball genau geht, was gelb/orange genau mit golden zu tun haben mag und wieso viele der hier Kommentierenden so typisch deutsch an Humorfreiheit leiden – das kann gerne an passenderer Stelle diskutiert werden. Es ist auch niemand zum Mitgrölen verpflichtet, außerdem Ausländer rein und Rheinländer raus. Viel Spaß noch mit der WM oder ohne …

  13. „Es geht beim Fußball nie nur um Fußball.“

    Würd ich nicht sagen, es gibt Leute die glotzen das nicht nur an Bildschirmen an, sondern spielen selber und haben Spaß dabei. Das Problem ist doch nicht der Fußball, sondern seine Inszenierung als Kampf der Völker im Rahmen der WM und der gehirnlose Mob, der anlässlich von Spielen besoffen in schwarz-rot-gelb durch die Straßen marodiert. Das sind keine Fußballfans, sondern Deutschlandfans. Und Spiele sind für diese Leute ein Ventil, um ihre Sensucht nach Identifikation und Auflösung im Kollektiv auszuleben (für einige geht es auch um die Möglichkeit, ungestraft asoziales Verhalten in der Öffentlichkeit zur Schau stellen und randalieren zu können).

  14. Es geht bei diesem Blogpost um die Präsentation einer frei lizenzierten Alternative zum herkömmlichen Mitgrölmaterial. Worum es beim Fußball genau geht, was gelb/orange mit golden zu tun haben mag und wieso viele der hier Kommentierenden so urdeutsch an Humorlosigkeit leiden – das sollte an passenderer Stelle diskutiert werden. Ich wünsche jedenfalls noch viel Spaß mit der WM oder ohne.

  15. @ 25 : Fifa ? Die Fifa ist der Dachverband. Hast du schonmal jemand ne „1. Bundesliga“ Flagge bei nem Bundesligaspiel schwenken sehen ?
    DFB ? Wäre ne Möglichkeit. Die Flagge sieht aber einfach nicht schön aus. Und ausserdem ist es umgangssprachlich die „Deutsche Nationalmannschaft“, und nicht die „Mannschaft des DFB“, auch wenn sie das natürlich strenggenommen ist, aber kaum einer wird da einen Unterschied machen.

    Es ist absolut lächerlich, allen, die mit schwarz-rot-gold das deutsche Team bejubeln irgendeine politische Absicht oder Aussage unterstellen zu wollen.

    Und selbst wenn es so wäre : „Deutschland ist fies, und Nationalstolz ist pöhse, und alle Fußballfreunde auf den Straßen sind ja eigentlich verkappte Rechte, und obendrein ist es allen Menschen in diesem Land bei Strafe verboten, Spaß zu haben, denn in der dritten Welt verhungern Kinder !“ ist als Grundaussage der Kritik auch mal reichlich wenig zielführend. Es kann in Deutschland noch so viel schei**e laufen, ich lebe noch immer hundert mal lieber hier, als in irgend einem anderen Staat der Erde, denn in den meisten davon sieht es eher noch schlechter aus.
    Und wer das anders sieht, der kann ja gehen. Freies Land, Demokratie, Menschenrechte und so. Eigentlich doch alles ganz knorke …

    @ 26 : „Inszenierung als Kampf der Völker im Rahmen der WM “

    Was auch immer daran schlecht sein soll. „Kampf der Völker“ ist erstmal Teil unserer Natur. Dass wir inzwischen soweit sind, ihn in Form von Fußballspielen auszutragen, anstatt uns andauernd gegenseitig mit Panzern zu überrollen, halte ich durchaus für eine positive Entwicklung. Genausogut könntest du sagen, dass Fußballbundesliga „Kampf der Städte und Gemeinden“ ist, und in der hinterletzten Holzklasse ist es dann „Kampf der Dörfer“. Ganz schlimm wird es bei Sportarten ohne Mannschaft, zum Beispiel Tennis. Das ist dann „sinnloses Gemetzel im Kampf jeder gegen jeden.“

    „Es gibt Leute, die nur aus dem Grunde in jeder Suppe ein Haar finden, weil sie, wenn sie davor sitzen, so lange den Kopf schütteln, bis eins hineinfällt.“
    (Christian Friedrich Hebbel )

  16. Schwarz-rot-goldener Partynationalismus ist mir zuwider. Ob mit oder ohne CC-Lizenz.

    Patrioten sind Idioten. Immer und überall.

    PS: Ich mag das Spiel der DFB-Elf. Macht wirklich Spaß anzuschauen.

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