Stellungnahme von Jörg Tauss

Jörg Tauss hat nun zu den Vorwürfen bezüglich des Kinderpornographie-Verdachts ausführlich Stellung genommen (PDF).


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18 Kommentare
  1. Es kann ja jeder halten wie er will. Für meinen Geschmack hat Jörg Tauss seine Kompetenzen und Befugnisse durch die persönlichen Ermittlungen in der Kinderpornographie-Szene weit überschritten. Das ist eindeutig die Aufgabe der Polizei. Das strafrechtlich relevante Material dann noch abzuspeichern und zu archivieren, lässt sich durch seine heutige Stellungnahme (für mich persönlich) nicht entschuldigen.

    Um sich ein Bild und Urteilsvermögen über die kriminelle KiPo-Szene verschaffen zu können, genügt es vollkommen, sich im Internet nur 2 Minuten diese widerlichen Darstellungen von eindeutig sexuellen Handlungen Minderjähriger unter 14 Jahren anzusehen. Eine Speicherung dieses Schunds ist überhaupt nicht notwendig, um Überlegungen anstellen zu können, wie die Verbreitung solchen Materials zukünftig verhindert oder zumindest deutlich erschwert werden kann.

  2. „Einfache“ Betrachtung von Kinderpornographie im Netz dürfte ebenfalls schon strafbar sein (Stichwort Bilder im Browsercache).

    Übrigens ist während all meiner Surfsessions noch nie bewusst Kinderpornographie untergekommen. Um den Gegenbeweis zur ständig zumindest implizit aufgestellten Behauptung der leichten Verfügbarkeit von KP im Netz ging es Herrn Tauss, so wie ich es verstanden habe. Das konnte er zumindest ansatzweise nachweisen.

  3. ich sehe das auch kritisch. Er war intensiv genug im Thema um zu wissen, dass er das so und ohne jegliche Kenntnis Dritter zum absichern nicht machen kann. Daher -> unglaubhaft. Und wenn seine Version doch wahr ist, ist er hiermit an seiner eigenen Idiotie gescheitert. Sonst wäre das für alle Politiker ein Freibrief für illegale Aktivitäten. Dann käme: „ich hab doch gar nicht bei der Mafia mitgemacht, ich wollte nur einen Mafia-Ring sprengen. Ich hab doch gar nicht veruntreut, ich wollte nur einen Veruntreuungsring sprengen“, etc. pp.

    1. Ich nehme Herr Tauss ebenfalls nicht in Schutz, möchte dennoch – in Bezug auf die Aussage bagelcats – auf folgendes zum nachdenken verweisen:
      NPD V-Männer

      Ganz bewusst werden dort Mitarbeiter eingeschleust die dazu legitimiert sind mitunter auch Gesetze zu brechen.

      Die Themen sind an sich nicht vergleichbar, die Auswirkungen haben jedoch gleiches: Das Brechen von Gesetzen.

  4. Wenn Tauss schreibt, er habe „Mist gebaut“ dann ist das durchaus eine Untertreibung.

    Aber was ist denn davon zu halten.
    zB die Welt am 6. März: <>

    Soso. Das wusste der Staatsanwalt mit dem Babyface schon über alle Medien zu verbreiten – knapp eine Woche, bevor er gegenüber T. die Vorwürfe konkretisiert hat.

    Ein sehr unerfreuliches Gschmäckle hat das, was die Karlsruher da veranstalten.

    PS Im Zweifel für den Angeklagten greift hier natürlich nicht: Herr T. ist ja gar kein Angeklagter.

  5. Ooops. Und hier die Welt:

    Es spreche „nichts dafür, dass es in irgendeiner Weise mit einer Abgeordnetentätigkeit zu tun hat“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, der vielmehr Hinweise auf ein „Interesse an kinderpornografischem Material“ sieht.

  6. So sind sie, unsere wackeren Politiker. Selbst wenn sie aus Volkssicht zu den tendenziell „Guten“ gehören, haben sie sich doch schon so weit von der Realität verabschiedet, dass sie als über dem Gesetz stehend betrachten.

  7. In gewisser Weise kann ich seinen Gedankengang aber nachvollziehen.

    Es ist einfach nicht möglich, eine realistische Darstellung der Zustände zu erhalten, unter anderem auch weil dieses Thema auch vom BKA massiv instrumentalisiert wird. Es gibt Stellungnahmen von Politikern, die deutlich machen, mit welchen Falschaussagen und maßlosen Übertreibungen (sogar vor extrem detaillierten Videovorstellungen in den entsprechenden Gremien wird nicht zurückgeschreckt!) durch die Ermittler Handlungsdruck auf die Politik ausgeübt wird.

    Damit gebe ich Herrn Tauss recht.

    Wie aber soll man sich ein Bild machen über die tatsächlichen Zustände ?

    Die Idee, auf eigene Faust zu ermitteln, liegt also nahe. Auch ich habe mit diesem Gedankein gespielt, aber aus offensichtlichen Gründen darauf verzichtet.
    Ich bin aber der Meinung, daß es unbedingt notwendig ist, daß Leute Ermittlungen anstellen, die unvoreingenommen an dieses Thema herangehen. Aus diesem Grund bin ich Herrn Tauss sehr dankbar für seine Erkenntnisse. Sie bestätigen meine Vermutungen, daß die gesamte Szene durch die Politik und die Medien deutlich übertrieben dargestellt wird, um politische Entscheidungen durchzusetzen.

    Leider hat sich Herr Tauss durch unzureichende Verbereitung seiner Ermittlungen nun zur Zielscheibe gemacht. Andererseits sehe ich auch keine Möglichkeit, wie er unvoreingenommen hätte ermitteln können, ohne sich angreifbar zu machen.

  8. … und die Drogenbeauftrage der Bundesregierung organisiert einen schwunghaften Handel mit illegalen Drogen. Sie muss ja „eigene Erkenntnisse für die politische und gesetzgeberische Arbeit zu diesem Thema gewinnen“. Einen Drogenring zu sprengen hätte ihr auch nicht beim Bekanntheitsgrad geschadet.

    Wenigstens beruhigend, dass die Familienministerin selber schon 7 Kinder hat. Gar nicht darn zu denken, wenn die sich auch mal schnell die eigenen Erkenntnisse für die gesetzgeberische Arbeit aneignen müsste (nach dem Motto: Sperrt eure Kinder ein, Ursula kommt…).

    Was Tauss da gemacht hat ist moralisch und ethisch nicht zu entschuldigen. MdBs werden nicht gewählt und bezahlt, um ihrem Hobby als Privatermittler nachzugehen.

  9. Aja da hängt ein Herr Tauss sich das Deckmäntelchen der Recherche um und schon sollen wir ihm glauben. Logisch – er der SPD Politiker….über jeden Zweifel erhaben!? Nur wenn es um die schnelle Vorverurteilung Andersdenkender geht ist gerade die SPD nicht zimperlich. So ein Mann hat in der Politik dieses Staates nichts zu suchen. Auf seine „Tätigkeit“ gibt es nur eine Antwort : Ziel verfehlt – Leb wohl !

  10. Ich kann Tauss Ansatz und Vorgehen sehr gut nachvollziehen, verstehe und halte es für legitim.

    Wozu sonst gibt es politische Immunität?

    Nächstes Mal bei sowas den Recherchewillen notariell beglaubigen lassen und gut ist.

  11. Die Beschaffung von Kipo erfüllt einen Straftatbestand, egal aus welchen Gründen T. gehandelt hat. Die Frage nach dem Motiv, womöglich aus einer pädophilen Neigung heraus oder aus „dienstlichen Gründen“, wirkt sich dann eher auf das Strafmaß aus. Dass T. als Abgeordneter in Richtung „Verbotsirrtum“ gehen will, ist wahrscheinlich ein aussichtsloses Unterfangen. Gerade als Abgeordneter ist er sich der Gewaltenteilung und der Grenzen seiner Befugnisse bewusst.
    Da er die Beschaffung – gezielt und gegen Geld – sogar offen einräumt, dürfte auch die Einstellung des Verfahrens wegen „geringer Schuld“ kaum möglich sein. Seine „Unschuld“ braucht er deshalb schon gar nicht mehr zu beteuern.
    Da sind eben nicht mal vesehentlich ein paar unverlangte Bilder über einen Chatroom auf dem Rechner gelandet, die dann schnell wieder gelöscht wurden. Nein, das Material wurde bewusst beschafft und gehalten. In der Begründung des Herrn T. sehe ich eine „Schutzbehauptung“. Das ist meine persönliche Meinung. In einem Rechtsstaat zählt aber nicht die Meinung eines einzelnen, sondern einzig und alleine der Urteilsspruch eines Richters.
    Wenn es zu einer Verurteilung kommt, ist es unerheblich weshalb T. so gehandelt hat, sei es aus einer pädophilen Neigung heraus oder aufgrund seines hohen „Sendunsbweusstseins“: in beiden Fällen, ist er als Abgeordneter mehr als fraglich. Und zwar vollkommen unabhängig davon, welcher Partei er angehört. Rein rechtlich könnte er wahrscheinlich wieder kandidieren, wenn ihm nicht die staatsbürgerlichen Rechte aberkannt wurden. Das wird nicht der Fall sein.
    Der eigentliche Skandal in einem Rechtstaat ist aber für mich die Tatsache, wie schnell der Stand der Ermittlungen an die Medien getragen wurde. Und gleichwohl mit welcher Gier die demokratische Presse darauf anspringt und unter dem Schutzmantel des „Rechts der Öffentlichkeit auf Berichterstattung“ einen Menschen fertig macht. Vollkommen egal, welcher Partei er angehört. Ein Urteil steht nur dem Richter zu.
    In dem gesamten Fall finden die Grundsätze eines Rechtstaates, aus meiner persönlichen Sicht heraus, weder durch die Presse noch durch die Öffentlichkeit ausreichend Beachtung.

  12. Als Udo Blumenthal ein Informatiker vor Jahren zufällig auf kinderpornographische Seiten stiess und ein zwei Tage Material sammelte und dies bei der Polizei meldete wurde er sofort in U-haft genommen.

    Warum läuft Tauss nach monatelangem Sammeln von Kinderpornographiebildern noch frei rum?

    Glauben die da oben, dass die Bevölkerung alles vergisst oder halten sie uns für völlig verblödet?

    Erkundigt euch mal nach dem Fall Udo Blumenthal und ihr werdet euch auch fragen, warum Tauss noch frei rumläuft.

    Politiker oder nicht , zunächst ist er Bürger dieses Staates wie wir alle und sollte genauso behandelt werden.

    Leute wacht endlich auf.
    Ministerialrat in München = kinderpornographises Material
    Verwaltungsgericht-Kassel, Vorstandsvorsitzender Richter = kinderpornographisches Material
    usw usw.
    Warum werden wohl die Gesetzte gegen Kinderschänder seit 30 Jahren nicht verschärft?????????

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