Zensur

  • : MPAA und RIAA gegen Studenten
    MPAA und RIAA gegen Studenten

    Der Untergang des Abendlandes beginnt in studentischen Wohnheimen?! RIAA und MPAA haben heute 40 Briefe an die Präsidenten von Universitäten verschickt und damit ihre Propaganda-Kampagne gegen das Tauschen von Kulturgütern in Universitäts-Netzen gestartet. Vermutlich meinen sie damit besonders die Vernetzung von Wohnheimen.

    As part of the entertainment industry’s efforts to address the ongoing theft of music and movies online by college students, the Recording Industry Association of America (RIAA) and the Motion Picture Association of America (MPAA) today announced a systematic program to identify and curtail campus Local Area Network („LAN“) piracy at universities across the country.

    In der Pressemitteilung finden sich noch Stilblüten wie diese:

    The perceived security and privacy of these campus LANs give many students incentive to engage in activity they have otherwise learned is illegal and unacceptable. „We are appreciative of our partners in the university community and all they have done in recent years to tackle the problem of digital piracy at campuses across the country,“ said RIAA President Cary Sherman. „Despite the progress achieved by our collaborative efforts, this remains an ever-evolving problem. We cannot ignore the growing misuse of campus LAN systems or the toll this means of theft is taking on our industry. As we prioritize our focus on campus LAN piracy in the coming year, we hope administrators will take this opportunity to fully evaluate their systems and take action to stop theft by all means.“

    Als erstes fordert man nun die Präsidenten der Universitäten auf, Gegenmassnahmen zu treffen, gegen Musiktauscher vorzugehen und die eigenen Netze zu zensieren:

    The letters encourage administrators to review the use of their computer networks and, if appropriate, take steps to stop and prevent such theft. Blocking and filtering devices are currently available to help administrators restrict inappropriate use of a campus network.

    In dem Brief an die Präsidenten, welche unter der Pressemitteilung angehängt ist, klingt das dann so:

    As you are no doubt aware, these issues are critically important to not only us, but to all communities that value the protection of copyright and intellectual property. We look forward to working with you as we continue to pursue a comprehensive approach to addressing piracy on college campuses: promoting educational efforts; working with university administrators on technological solutions and offering legal music and movie services; and when necessary, enforcing our rights as appropriate.

    28. April 2006
  • : China scheint Technorati zu blocken
    China scheint Technorati zu blocken

    Wie einige Weblogs berichten, scheint die chinesischen Zensur-Firewall seit gestern Technorati zu blocken.

    26. April 2006 1
  • : Datenspuren in Dresden: Privatsphäre war gestern
    Datenspuren in Dresden: Privatsphäre war gestern

    Am 13. und am 14. Mai 2006 findet im Kulturzentrum Scheune in Dresden das nächste Datenspuren-Symposium mit dem Motto „Privatsphäre war gestern“ statt. Der Chaos Computer Club Dresden organisiert wieder die jährliche Veranstaltung.

    Das Programm soll morgen stehen, bisher gibt es eine Übersicht der Vorträge und Workshops.

    24. April 2006 1
  • : Google & Co: Selbstzensur in China
    Google & Co: Selbstzensur in China

    Die New York Times geht der Frage nach, wie denn die US-Firmen in China zensieren und das ist sehr interessant: Google’s China Problem (and China’s Google Problem).

    American Internet firms typically arrive in China expecting the government to hand them an official blacklist of sites and words they must censor. They quickly discover that no master list exists. Instead, the government simply insists the firms interpret the vague regulations themselves. The companies must do a sort of political mind reading and intuit in advance what the government won’t like. Last year, a list circulated online purporting to be a blacklist of words the government gives to Chinese blogging firms, including “democracy” and “human rights.” In reality, the list had been cobbled together by a young executive at a Chinese blog company. Every time he received a request to take down a posting, he noted which phrase the government had objected to, and after a while he developed his own list simply to help his company avoid future hassles.

    24. April 2006 1
  • : Ist das die Welt in der ich Leben will?
    Ist das die Welt in der ich Leben will?

    Was ist der Unterschied zwischen Microsoft Corp und 1000 Bloggern? Microsoft hat ein Gesicht und eine Stimme, wird dadurch gehört und wahrgenommen. Wenn der chinesische Regierungschef Mr. Bill Gates besucht kommt das zur Prime Time auf allen Fernsehkanälen, würde er 1000 normale Blogger besuchen, so käme das höchstens in die Regionalpresse. Das Muster läßt sich beliebig fortsetzen. Der potenzielle Verlust von 200 Jobs bei Bertelsmann wiegt schwerer als 10 000 Jobs bei den namen- und gesichtslosen IT-Kein- und Kleinstbetrieben. Kein Gesicht gleich keine Stimme gleich keine Publicity.

    Die Frage, die sich mir stellt: ist das wirklich so, oder kann man mit den modernen Technologien ein so lautes Rauschen erzeugen, dass man wahrgenommen wird? Kann man mit Hilfe von Blogs ein Gegengewicht zu der Lobbymaschine der allgegenwertigen Gesichter erzeugen? Ich weiß es nicht. Aber es ist es wert in einem Experiment erprobt zu werden.

    Auf netzpolitik.org wird fast täglich über neue Gesetze und Entwicklungen berichtet, die unsere Welt nachhaltig verändern werden. Doch wie wird diese Welt aussehen? Lasst uns in der Bloggosphäre unsere Visionen einer Zukunft sammeln, in der wir nicht leben möchten. Wenn das Experiment klappt und wir genügend Visionen zusammenbekommen, so wird das Rauschen so laut sein, dass man uns hören wird. Wenn das Experiment nicht klappt, so bekommen wir vielleicht wenigstens ein paar anschauliche Argumente, welche Folgen diese Veränderungen dieser Zeit mit sich bringen könnten.

    Wie sieht das Experiment aus: Wenn ihr Blogger seit, so berichtet über dieses Experiment und verfasst eventuell eine oder mehrere Visionen und lasst uns dies über Trackbacks wissen. Wenn ihr kein eigenes Blog habt, so könnt ihr eure Kommentare und Visionen direkt in den Kommentaren hinterlassen.

    24. April 2006 20
  • : Reporter ohne Grenzen besuchen Yahoo
    Reporter ohne Grenzen besuchen Yahoo

    Julien Paine von Reporter ohne Grenzen hat gestern mit einem ABC-Kamerateam das Yahoo-Headquarter besucht, um diese mit den Zensurvorwürfen in China zu konfrontieren. CNet hat die ganze Story: Yahoo pressured over China cooperation und ein kurzes Video: Fighting Yahoo’s China policies. Und Spiegel-Online verwertet die CNet-Story zu einem eigenen Artikel: Reporter ohne Grenzen besuchen Yahoo-Zentrale.

    Passend dazu ist auch die aktuelle Meldung: Chinese group calls for web filtering.

    A consortium of 14 Beijing-based websites – including popular Sina.com, Sohu.com, Baidu.com, and Yahoo’s Chinese website – plan to block what they described as „unhealthy“ content and urged all internet portals to join them, Xinhua news agency said. „We are absolutely opposed to indecent online messages that are against social virtues and Chinese people’s good culture and traditions,“ the group said in its proposal.

    13. April 2006
  • : NZ-Interview: Raum ohne staatliche Indokrination
    NZ-Interview: Raum ohne staatliche Indokrination

    Die Netzeitung hat ein Interview mit Hossein Derakhshan zu Weblogs im Iran: «Raum ohne staatliche Indokrination».

    Das Bloggen ist im Iran deshalb so populär weil es Bedürfnisse befriedigt die von den staatlichen Medien nicht mehr erfüllt werden. Zum Beispiel nutzen wir unsere Online-Tagebücher um Tabus anzusprechen über die Im Iran nicht öffentlich diskutiert werden darf, wie zum Beispiel Homosexualität, Rechte der Frauen oder ganz profan westliche Musik. Die überwiegend jungen Nutzer haben sich so einen Raum erobert, eine Öffentlichkeit geschaffen in der man seine freie Meinung äußern und zu aktuellen Themen Stellung beziehen kann.

    Passend dazu ist auch ein Wired-Artikel: Iran Cracks Down on Bloggers.

    29. März 2006
  • : Transparency International: Schöner abmahnen [update]
    Transparency International: Schöner abmahnen [update]

    Jetzt ist nunmal der Brief des Justiziars von TI online und der restliche Textberg auch. Und innerhalb der Blogosphäre gibt es eine gewisse Übereinstimmung, daß die Wortwahl des Justiziars verfehlt war und die Art, wie TI sein Begehren durchsetzen wollte auch.

    Was mir bisher fehlt, ist ein konstruktiver Gegenvorschlag. Wie bringt ein Verein, der sich zu Unrecht niedergemacht fühlt, diesen Unmut zum Ausdruck?

    Es folgt ein Versuch.

    Disclaimer: Nein, dieser Brief ist nicht von TI. Nein, er ist nicht real. Nein, er wurde nicht vom Justiziar geschrieben. Und ja, ich glaube, er hätte sich vielleicht daran orientieren können, als er den echten Brief schrieb. Und ja, ich bin dankbar für Kommentare (auch von Juristen), ob man so eine Herangehensweise für effektiver hält als juristische Nastygramme.

    Sehr geehrte Frau S…,

    mein Name ist J. M. und ich arbeite für Transparency International Deutschland, einen Verein, der vor allem gegen Korruption käpft. Unter www.transparency.de gibt es einen Einblick in unsere Arbeit.

    Ich schreibe Ihnen wegen eines Eintrages in ihrem privaten Weblog der unter http://wasweissich.twoday.net/stories/1407348/ abgelegt ist. Er handelt von einer Personalentscheidung bei Transparency International, der ihre Freundin betrifft und von der Sie wohl auch die Schilderung haben.

    Bei uns hat dieser Eintrag für Irritationen gesorgt und wir halten diese Schilderung für falsch. Es ist natürlich klar, daß alle Beteiligten unterschiedliche Meinungen haben und dies ist völlig zulässig. Problematisch wird es dann, wenn es um Tatsachenbehauptungen geht, von denen wir wissen, daß sie so nicht stimmen.

    Transparency International nimmt die Rechte von Menschen ernst. Dazu gehört, daß wir interne Informationen über (ehemalige) Mitarbeiter nicht nach außen tragen. Ich kann also Ihnen nicht einfach so weitere Details oder Richtigstellungen geben.

    Der Vorstand von Transparency International hat lange über dieses Posting diskutiert. Wir möchten Ihrer Freundin anbieten, mit Ihr noch einmal über die Gründe zu sprechen, die zu dem Ende des Arbeitsverhältnisses geführt haben. Ich denke, daß dies etwas ist, daß vor allem Transparency International und Ihre Freundin betrifft.

    Ich möchte Sie bitten, den Eintrag in Ihrem Weblog in der gegenwärtigen Form nicht weiter online zu stellen und glaube, daß dies auch im Interesse Ihrer Freundin ist. Es geht nicht darum, Ihre Solidarität oder Freiheit zu einer Kommentierung zu beschneiden. Genauso möchte ich Sie um Verständnis dafür bitten, daß mit dem Text in der gegenwärtigen Form unserem Verein Unrecht getan wird.

    Sie können mich unter Tel. 030/.…. jederzeit erreichen und ich freue mich über eine Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen,
    J. M.

    [update – 29.03.2006 – 09:30]

    Moni hat einen Textvorschlag für eine mögliche Antwort, die auf ein solches Schreiben gekommen wäre. Und sie hat mir erlaubt, ihn hier online zu stellen. Danke.

    Sehr geehrter Herr J.M.,

    nach so langer Zeit hätte ich nicht einmal gedacht, dass überhaupt noch jemand mein Posting lesen würde. Meine Freundin hatte seinerzeit mit einem Brief an alle Vorstandsmitglieder versucht, noch einmal über die Angelegenheit zu sprechen, da sie gar nicht verstanden hat, warum der unerwarteten Kündigung keinerlei Verhandlungen vorangingen. Für sie gab es Klärungsbedarf, aber keiner der Briefe an die Vorstandsmitglieder wurde beantwortet. Dass ausgerechnet mein kleines Forum – zumal der Beitrag ja längst in den Untiefen des Archivs verschwunden ist – dazu führt, dass nun doch kommuniziert wird, ist mir nun wiederum eine unerwartete Freude.

    Ich bin zwar der Meinung, dass die Angaben in meinem Text richtig sind, aber das wird sich nun hoffentlich in dem Gespräch zwischen der von ihnen repräsentierten Organisation und meiner Freundin klären. Derweil werde ich den Text vorerst offline stellen, ohne ihn zu löschen. Ich behalte mir allerdings vor, das Posting später wieder online zu stellen. Vorerst erwarte ich mit Interesse die Ergebnisse der Gespräche ab.

    Mit freundlichen Grüßen,

    28. März 2006 5
  • : Transparency International: War alles nicht so gemeint
    Transparency International: War alles nicht so gemeint

    Einige Tage, nachdem die deutschsprachige und zunehmend auch die internationale Blogosphäre über den Fall „Transparency International Deutschland versus Bloggerin“ berichtetet und kommentiert, hat sich nun auch die klassische Online-Presse der Sache angenommen.

    Für tagesschau.de schreibt Fiete Stegers: Transparency International im Clinch mit Weblogs.

    Die Fakten überprüft oder sich wie professionelle Journalisten mit Transparency International als Gegenseite in Verbindung gesetzt hatten die privaten Blogbetreiber dabei nicht.

    Bei Focus Online gibt es ein paar lesenswerte Details von Thomas Wiegold: Der selbst gemachte PR-GAU

    Transparency International reagierte. Mit Nervosität. Auf Anfrage von FOCUS Online lehnte Geschäftsführerin Dagmar Schröder noch am Montagnachmittag jede inhaltliche Stellungnahme ab

    … und dann

    Die Verschwiegenheitspflicht hielt nur wenige Stunden. Noch am Montagabend veröffentlichte die Organisation eine Pressemitteilung, in der die angeblich so schützenswerten Personalangelegenheiten detailliert ausgebreitet wurden:

    Bei der Netzeitung (deren Inhalte an anderen Stellen syndiziert werden) gibt es ein Interview mit der justiziarten Bloggerin von Ben Schwan : Transparency hat ein Blog-Problem

    Soweit die Presseschau. Es ist anzunehmen, daß es hier noch weitere Medien geben wird, die auf diesen Zug aufspringen.

    Ich hatte heute die Gelegenheit, mehrmals mit Menschen von Transparency International Deutschland e.V. zu sprechen. Mein erster Versuch, an das Statement von TI zu kommen, auf das Focus verweist, erwies sich als schwierig. Zitieren lassen wollte man sich dort nicht, konnte aber nur sagen, daß das Statement nicht mehr herausgegeben werde. Whatever.

    Irgendwann fand es irgendwie doch seinen Weg in die Blogosphäre und liegt nun beispielsweise bei Don Alphonso.

    Das dritte Gespräch an diesem Tag war ein Anruf von Dagmar Schröder, Geschäftsführerin bei TI Deutschland e.V., die mir ausführlich Auskunft über den Sachverhalt gab.

    Dass es das Statement von TI nicht mehr gebe (es war übrigens nach ihren Aussagen nie online, sondern wurde nur auf Nachfrage herausgegeben), konnte sie nicht bestätigen: „Es gab keine Telephonkonferenz und keinen Vorstandsbeschluß, das Statement [vom 27. März] nicht weiter herauszugeben. Jeder bekommt das Statement, der bei uns nachfragt.“

    Das umfasst natürlich auch die Zahlen, die es in dieser oder ähnlicher Form auch bei Moni gab und die Don Alphonso in seiner Kopie entfernt hat.

    Im übrigen handele der Justiziar nicht im Auftrage von TI, wenn es um sein Begehren ginge, die Veröffentlichung seines Schreibens mit dem Löschungsbegehren mittels Rückgriff auf das Urheberrecht zu verhindern.

    Was Moni sicherlich freuen dürfte, wenn sie es noch nicht gehört hat: Transparency International wird keinerlei Schritte gegen sie einleiten, was diese Postings angeht. Keine Unterlassungserklärung, keine einstweilige Verfügung. Dagmar Schröder lässt sich hierzu zitieren:

    „Wir werden diese Blog-Einträge nicht weiter verfolgen. Wir wollen unserer normalen Arbeit nachgehen.“

    Sie konnte mir im Telephonat nicht bestätigen, daß die Bloggerin davon schon in Kenntnis gesetzt wurde. Den Hinweis, daß sie es schon merken werde, wenn die Frist ablaufe und nicht kommt, halte ich hier übrigens für deutlich zu schwach. Spannend dabei ist auch die Verknüpfung der beiden Aussagen. TI’s Entscheidungsfindung könnte wohl durch die Aufregung in der Blogosphäre beeinflusst worden sein. Es ist müßig zu spekulieren, ob ohne eine solche Aufregung nicht andere Schritte erfolgt wären.

    Jemand anders möge bitte ein oder mehrere Fazitversuche starten. Meinetwegen dann, wenn es eine direkte Kontaktaufnahme von TI an Moni gab, daß die Sache erledigt ist (und man meinetwegen nochmal mitteilt, daß man von TI aus die Darstellung weiterhin für sachlich falsch hält, man aber aus – legitimen – Gründen hier nicht ins Detail gehen kann.

    Was übrigens noch interessant ist: Die ex-TI-Mitarbeiterin hat wohl auch vom Justiziar ein Schreiben bekommen, in der Sie aufgefordert wird, falsche Behauptungen über ihren ehemaligen Arbeitgeber zu unterlassen. Ist es naiv zu hoffen, daß dieses Schreiben freundlicher oder brauchbarer ist?

    Wenngleich Transparency offenbar noch nicht Anwendungsmöglichkeiten von Blogging im eigenen Feld erkannt hat (soll’s ja geben), gibt es ein paar Streicheleinheiten für die Vertreter der als Klowände gescholtenen virtuellen Häuschen:

    „Wir haben nichts grundsätzlich gegen Weblogging. Es ist eine legitime Kommunikationsform der Zivilgesellschaft.“

    Wir auch nicht :)

    28. März 2006 29
  • : Google-TV: Sell out in china?
    Google-TV: Sell out in china?

    Auf Google-Video gibt es eine 28min lange Diskussionsrunde mit dem Thema „Did Google sell out in China?“ Gast im Studio von „Digital Age“ waren Rebecca Mackinnon und Timothy Wu. Man kann sich die sehenswerte Talkrunde entweder im Browser anschauen oder bei Google-Video eine 110 MB grosse AVI-Datei herunterladen.

    Hier klicken, um den Inhalt von video.google.com anzuzeigen.

    26. März 2006
  • : Euroweb Internet GmbH
    Euroweb Internet GmbH

    Mehr Informationen über die Firma „Euroweb Internet GmbH“ und ihre Interpretation von Meinungsfreiheit findet man u.a. bei Spreeblick.

    20. März 2006 1
  • : Wikinews in chinesischer Sprache
    Wikinews in chinesischer Sprache

    Unter Ausschluss der chinesischen Öffentlichkeit wurde heute der Start der chinesischsprachigen Wikinews-Seite ausgerufen. Vorausgegangen waren umfangreiche Meinungsbildungsprozesse. Die Politik der chinesischen Webwascher half hier übrigens für eine Konsensfindung.

    Heise und Netzeitung haben mehr darüber.

    14. März 2006
  • : Chinesischer Ministerpräsident verteidigt Zensur
    Chinesischer Ministerpräsident verteidigt Zensur

    Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao wird in der Netzeitung zitiert: Chinas Ministerpräsident verteidigt Internet-Zensur.

    Es sei notwendig, Chinas «nationale, soziale und kollektive Interessen zu schützen. Webseiten sollten korrekte Informationen vermitteln, anstatt die Menschen in die Irre zu führen und negativ auf die soziale Ordnung einzuwirken.» Chinas so genanntes «Internet-Management» halte sich strikt an die Gesetze und entspreche internationalen Praktiken, sagte Wen Jiabao. «Jeder Bürger in diesem Land hat Rede- und Publikationsfreiheit, aber gleichzeitig sollte jeder die Gesetze befolgen.» Der Regierungschef forderte die Internetindustrie zu «Selbstdisziplin und Selbstmanagement» auf.

    Irgendwie widerspricht er sich sehr stark.

    14. März 2006 1
  • : MP3: Cory Doctorow – Europe’s Coming Broadcast Flag
    MP3: Cory Doctorow – Europe’s Coming Broadcast Flag

    Bei IT-Conversations gibt es jetzt die spannende Keynote von Cory Doctorow auf der vergangenen Eurooscon zum Thema „Europe’s Coming Broadcast Flag“ (MP3).

    European mandates such as the Digital Video Broadcasting organization’s Content Protection & Copy Management are similar to the American broadcast flag but possibly more draconian in scope. Doctorow argues that digital rights management (DRM) is based on the notion that you can design a safe „so strong you can leave it in the robber’s living room“ and that DRM technologies treat users as attackers. According to Doctorow, DRM does little to protect copyright and is not a contract, as some might argue. At stake, he believes, is the open source community’s ability to write software, understand and improve technology, and disrupt markets with new and better way to create or distribute creative works.

    14. März 2006
  • : Was bei Kindern funktioniert, klappt auch anderswo
    Was bei Kindern funktioniert, klappt auch anderswo

    Windows Live Family Safety Settings.

    Golem berichtet darüber, wie Windows Live dem Systemadministrator (oder dem TCPA-Settingsbeauftragten nach dem Service Pack 1) die Chance gegeben wird, Internetinhalte nach Kategorien zu filtern.

    14. März 2006
  • : China: Wieder mal Blogs von Journalisten zensiert
    China: Wieder mal Blogs von Journalisten zensiert

    Reporter ohne Grenzen informatieren darüber, dass in China mal wieder zwei Blogs zensiert wurden. Das Blog „Massage cream wird vom Beijinger Journalist Wang Xiaofeng geschrieben, der bei den Best of Blogs 2005 der Deutschen Welle den Preis für das beste journalistische Blog in China gewonnen hat.

    Das zweite Blog heisst Milkpig und wird von einem Journalisten in Guangzhou im Süden Chinas geschrieben. Statt den Blogs erscheint nur die Meldung „For unavoidable reasons known to all, this blog is now temporarily closed“. Allerdings sind die Zensuren glücklicherweise technisch etwas ungeschickt, denn die RSS-Feeds sind noch lesbar: Massage cream / Milkpig (Etwas chinesisch sollte man aber schon beherschen).

    8. März 2006 2
  • : Video: Polizeieinsatz gegen kenianische Presse
    Video: Polizeieinsatz gegen kenianische Presse

    Über die Stürmung einer kenianischen Zeitung durch die Polizei und die Verbrennung einer Zeitungsausgabe hatte ich letzte Woche schon berichtet. Jetzt ist über BoingBoing ein Video aufgetaucht, welches die Stürmung zeigt:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

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    CCTV video of 3/2006 Kenya media crackdown.

    6. März 2006
  • : blogger.com wird in Pakistan gefiltert
    blogger.com wird in Pakistan gefiltert

    Passend zum Besuch von George W. Bush in Pakistan wird dort der Zugang zu blogger.com gefiltert. Dies berichteten in den letzten beiden Tagen mehrere pakistanische Blogger auf der GlobalVoicesOnline-Mailingliste. Mittlerweile sind es soviele, dass die Information wahrscheinlich als verifiziert gewertet werden kann.

    Update: Die BBC berichtet jetzt darüber: Pakistan blocks blogs on cartoons. Die Vermutung ist, dass Blogs zensiert werden, welche dazu aufrufen, neue Mohammed-Karrikaturen zu zeichnen. Dabei kam es wohl zu etlichem Kollateralschaden.

    3. März 2006
  • : Kenianische Polizei geht gegen Presse vor
    Kenianische Polizei geht gegen Presse vor

    Während meines Kenia-Trips hatte ich wenige Gelegenheiten, mit kenianischen Bürgern zu sprechen. Wenn es mal dazu kam, wurde Korruption in der kenianischen Verwaltung oftmals als ein grosses Problem beschrieben. Bei Spiegel Online findet sich jetzt ein Artikel, wonach die kenianische Polizei die älteste Zeitung Kenias, „The Standard“, überfallen hat und die komplette aktuelle Ausgabe in Brand gesetzt hat. Ursache waren Recherchen und Berichte der Zeitung über Korruption und geheimes Treffen zwischen dem Präsidenten und des Oppositionsführers, was die Regierung dementiert hatte. Seit drei Tagen sollen deswegen auch drei Journalisten in Haft sein.

    Update: Ein Foto der Aktion findet sich hier, ein Artikel hier.

    2. März 2006 2
  • : Projekt Sonniges und Grünes Internet
    Projekt Sonniges und Grünes Internet

    Wenn die Situation in China nicht so Ernst wäre, könnte man die folgende Meldung der chinesischen Botschaft in Deutschland glatt als Satiretext werten: „Projekt Sonniges und Grünes Internet“. Es geht um ein Programm für ein „sicheres Internet“ der chinesischen Regierung, welches heute mit blumigen Worten vorgestellt wurde. Darin finden sich Stilblüten wie:

    Aber gleichzeitig sind die Internet-Surfer permanent mit schädlichen E‑Mails, pornographischen oder anderen illegalen Informationen sowie Computer-Viren konfrontiert.

    Was mit „anderen illegalen Informationen“ gemeint ist, dürfte den LeserInnen dieses Blogs vermutlich hinreichend bekannt sein. Für neue LeserInnen sei nur mal eine Ansammlung von Stichwörtern präsentiert: Menschenrechte, Dalai Lama, Proteste, Kritik an der Staatsführung oder schlechten Arbeitsbedingungen, Religionen, Ökologie, Freiheit…

    Bei folgendem Abschnitt handelt es sich leider nicht um die Beschreibung einer Informationsökologie-Strategie, obwohl sie beinahe danach klingt:

    Das chinesische Ministerium für Informationsindustrie als zuständige Behörde für die Internet-Branche in China hat nun eine neue Offensive zur Reinhaltung des Internets und Schaffung einer harmonischen Netzumwelt gestartet. Am Dienstag startete das Ministerium in Beijing das „Projekt Sonniges und Grünes Internet“.

    Eine Weiterentwicklung der massiven Zensur‑, Überwachungs- und Kontrollinfrastruktur wird gleich mit angekündigt:

    „Das Ministerium für Informationsindustrie wird gemeinsam mit den Behörden bei der Entwicklung von IT-Produkten, der Verwaltung des Internetbetriebs sowie bei Informationsdienstleistungen eine Serie von reichhaltigen Aktivitäten in verschiedener Form entfalten. Ziel ist, das Internet sauber zu halten, eine vernünftige Internetanwendung für die Gesellschaft zu gewährleisten, schädlichen und illegale Informationen herauszufiltern und damit ein gesundes Aufwachsen der Jugendlichen zu garantieren.“

    Aber irgendwie klingt das auch ein wenig nach deutscher Jugendschutz-Rhetorik.

    2. März 2006 4