Netzpolitischer Wochenrückblick
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 38
: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 38
Wir feiern unseren zehnten Geburtstag. Wir hatten zwar schon im August, aber da waren wir im Urlaub. Zehn Wochen später steigt das Fest und zwar am 17. Oktober mit der „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz und Abends einer Party. Das Programm ist zumindest bei uns schon fertig und Anfang der Woche vollständig online, viele Sprecherinnen und Sprecher werden über unterschiedlichste Aspekte reden und diskutieren. Außerdem haben wir schöne DJs. Mehr Infos gibt es drüben. September ist Konferenzmonat, zumindest in Berlin. Kaum ein Tag ohne Veranstaltung, die Politik ist halt wieder aus der Sommerpause zurück. Die Informationsfreiheitsbeauftragte (in Personalunion mit der Bundesdatenschutzbeauftragte) lud zum 3. Symposium der BfDI zur Informationsfreiheit. Über Offene Bildungsmaterialien wurde auf der #OERde14 – Wikimedia Konferenz zur Zukunft freier Bildungsmaterialien diskutiert. Parallel trafen sich 120 Jugendliche bei Jugend hackt – ein Wochenende lang Hacken, Basteln und Programmieren.
während wir uns noch fragen, welche Positionen Günther Oettinger in der Netzpolitik vertreten wird, kommt die WiWo schon zu fertigen Einschätzungen. Und das sieht nicht gut aus. In den USA hat ein Gericht entschieden, dass die NSA weiter Metadaten sammeln darf. Der Spiegel berichtet über die #TREASUREMAP: Google Maps für die NSA. Und die Deutsche Telekom ist offensichtlich gehackt und merkt es nicht. Dafür wird jetzt alles gut, der NSA-Chef will weiter im Amt bleiben und verspricht die Berücksichtigung von Privatsphäre und Bürgerrechten.
Die Linken haben die Bundesregierung gefragt, wer denn eigentlich für Netzpolitik in den Ministerien zuständig sei? Die Bundesregierung kann das nicht beantworten, „ist eben Querschnittsthema”. Als Reaktion darauf bekommt erstmal der Bundestagsausschuss für Digitale Agenda mehr Bedeutung. Es muss sich aber noch zeigen, ob das lediglich ein neuer Anstrich oder tatsächlich mehr Relevanz bedeutet. Wir sind skeptisch, wünschen trotzdem viel Erfolg. Nur den Preis für digitale-agenda.de will die Bundesregierung mit Verweis auf Betriebs- und Geschäftsgeheimnis des Dienstleisters init nicht rausrücken. Vielleicht haben sie Angst, dass rauskommt, wieviel Steuergeld für so ne läppische Webseite im Windows 8 – Promo-Layout ausgegeben wurde.
In Frankreich kann man anschaulich beobachten, was passiert, wenn man Netzsperren nicht effektiv verhindert: Diese werden dort ohne Richterkontrolle im Kampf gegen den Terrorismus ausgeweitet. Aus Ägypten gibt es auch mal gute Nachrichten. Der ägyptische Blogger Alaa Abd El Fattah wurde nach Hungerstreik auf Kaution entlassen. Die schlechte Nachricht ist, dass seine Verhaftung schon nicht rechtstaatlich war. Und jetzt auch noch Deep Packet Inspection zur besseren Überwachung ausgerollt wird. In Russland wird dafür über einen Kill-Switch diskutiert: Ausschalter für “ausländisches Internet” in Russland geplant – “zum Schutz vor EU und USA”.
In Berlin sind 151.000 Personen polizeilich mit “Drogenkonsum” getaggt, andere mit “geisteskrank” oder “Ansteckungsgefahr”. Man kann nachfragen, ob man selbst betroffen ist. Und die Top Top 20 der deutschen Internetseiten haben beim Thema TLS-Unterstützung noch Handlungsbedarf, wie unser Test zeigt.
Apple und U2 wurden übergriffig und daran sieht man, wie sich Zeiten ändern: Früher wollte U2 Downloads verhindern, jetzt wollen Nutzer Uploads verhindern. Leonhard Dobusch hat die Max-Planck-Bibliothekarin Susanne Hilbring zum aktuellen EuGH-Urteil interviewt. Und sie findet (wie auch wir): “Verlage bescheren illegalen Plattformen Zulauf”. In den USA erklärt der nächste TV-Moderator zur guten Sendezeit einem Massenpublikum, was Netzneutralität ist. In Deutschland kommt das Thema wahrscheinlich erst im Fernsehen an, wenn es zu spät ist.
Wir wünschen ein schönes Wochenende und freuen uns auf viele neue Themen in der kommenden Woche.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 36
Foto: paxtonscameravideodigital, (CC BY 2.0) : Netzpolitischer Wochenrückblick KW 36 Und schon wieder ist eine Woche (so gut wie) rum. Es ist Zeit für unseren Netzpolitischen Wochenrückblick.
Es wird herbstlich, und so scheint es nicht verwunderlich, dass alle an ‚Vorrat’ denken. Schließlich steht der klirrend kalte Winter bevor. Dementsprechend war die Woche geprägt von Berichten über Vorratsdatenspeicherungen aller Art. Auf EU-Ebene soll die Vorratsdatenspeicherung für Fluggastdaten noch in diesem Jahr kommen. Dabei sollen so relevante Daten gespeichert werden, wie das für den Flug bestellte Essen. Außerhalb der EU, in der Schweiz, ist Vorratsdatenspeicherung ebenfalls großes Thema: Die Digitale Gesellschaft Schweiz ist mit ihrer Beschwerde gegen die Schweizer Vorratsdatenspeicherung nun an das Schweizer Bundesverwaltungsgericht gelangt.
Damit wären wir schon beim Hauptthema dieser Woche: „Überwachung“. Die NSA hat in dieser Woche erneut unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Es stellte sich heraus, dass die NSA gerne mit und gegen die Türkei arbeitet. In einem Gastbeitrag beschäftigt sich Ben Hayes mit der globalen Gegenwehr nach dem NSA Skandals.
Wir müssen aber gar nicht so weit weg gehen, auch in Deutschland gab es einiges Berichtenswertes zum Thema Überwachung in dieser Woche. Das Bundeskriminalamt forscht an Alternativen zu IMSI Catchern zur genaueren Ortung von Mobiltelefonen. Der Bundestag möchte immer noch nicht sagen, ob Journalistinn*en außerhalb von Hessen vom Verfassungsschutz überprüft wurden. Die AfD Sachsen fordert die Überwachung des Telekommunikationsverkehrs zur Gefahrenabwehr . Und Deutsche Unternehmen verdienen prächtig mit dem Export von Überwachungstechnologien, wie Ben Wagner und Claudio Guarnieri in einem Gastbeitrag berichten.
Und wer schützt diejenigen, die uns vor der Überwachung schützen, oder zumindest uns über die Überwachung informieren? Um den Whistleblower Schutz in Deutschland ist es nach wie vor nicht gut gestellt. Und einen Ehrendoktor winkt auch nicht für Whistleblower-Errungenschaften.
Ein Blick in die Zukunft: Nach der “Hightech-Strategie” (HTS) des Bundeskabinetts wird Deutschland zum dem Standpunkt schlechthin für Industrie 4.0. Die Zukunft der Störerhaftung, beziehungsweise die anstehende Novellierung der Störerhaftung, bewerten wir als planlos. Außerdem dürfen wir gespannt sein, was Europol und seine neu gegründete “Joint Cybercrime Action Taskforce” (J‑CAT) in Europol in der Zukunft so treiben wird.
Und noch ein praktischer Tipp zum Schluss: Wenn ihr das nächste mal in den Nationalpark geht, lasst die Drohne vielleicht besser zu Hause.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 35
Vielleicht helfen solche Spürhunde gegen Cyber Crimes? Quelle: SkyWideDesign (CC BY-NC-ND 2.0) : Netzpolitischer Wochenrückblick KW 35 Wir dachten zuerst, uns würde langweilig werden nach der aufregenden Kalender Woche 34, die ganz im Zeichen der Digitalen Agenda stand. Dem war aber nicht so. Was die letzten 14 Tage passierte, könnt ihr auch im 14 Tage Rückblick sehen.
Wir verdauten die letzten Nachwehen der Digitalen Agenda. Neben allen anderen Versäumnissen fehlte in der Digitalen Agenda eine Auseinandersetzung mit der Zukunft von Arbeit im digitalen Zeitalter. Außerdem mussten wir feststellen, dass das ambitionierte Ziel „Verschlüsselungs-Standort Nummer 1“ zu werden, in den Reihen des Bundestages noch nicht umgesetzt ist, um nicht zu sagen Lichtmeilen von einer Umsetzung entfernt ist: Abgelaufene Verschlüsselungszertifikate von Bundestagsabgeordneten und ein bürokratischer Spießrutenlauf um OpenPGP im Bundestag. Eine positive Nachricht: Endlich, wir haben eine Hymne zur Digitalen Agenda!
Ohne Gesetzesentwürfe wäre das Leben langweilig. Ein brandneuer Entwurf zur Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes kam raus. Gut ist, dass die_der Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit eine eigenständige Bundesbehörde werden soll. Den Rest des Entwurfes bezeichnet der ehemalige Datenschutzbeauftragte Peter Schaar in seinem Gastbeitrag als „völlig unzureichend“. Außerdem haben wir uns noch mal mit dem Entwurf zum IT Gesetz und seinen fünf B’s (BKA, BND, BfV, BSI und BfDI) befasst.
Richtiger Schocker in dieser Woche: Cyber Crime Alarm! Jede*r Zweite von uns ist Opfer von Cyber Attacken. Was sind denn diese gefährlichen cyber crimes? Anscheinend gibt es eine große Anzahl von Dunkelfällen und Farraddiebstählen (?) – und nicht zu unterschätzen: Viren Attacken und Spam!
Das Thema Überwachung ist immer aktuell, so auch in dieser Woche: Wenn ihr (ungeschützt) mit euren Handys herumhantiert, können auch Privatunternehmen ohne Probleme eure Handys tracken. In einem Interview mit Tobias Engel erklärte dieser uns die Einfachheit von Handytracking. Neue Enthüllung aus dem „Hause Snowden“ gab es zu vermelden: die NSA hat ihre eigene Suchmaschine ICReach. Wen wundert das?
Schließlich, in eigener Sache: die Vorfreude steigt! Die ersten Sprecher*innen für unsere „Das ist Netzpolitik!“ Konferenz stehen fest. Merkt euch den 17.10. vor. Ihr möchtet doch nicht die Konferenz verpassen und wie diese Katze aussehen, oder?
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 34
Ein Selfie? Bild: Joachim S. Müller, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0 : Netzpolitischer Wochenrückblick KW 34 Dieser Woche wurde eindeutig von der Digitalen Agenda 2014–2017 der Bundesregierung dominiert. Und das, obwohl sie zu wenig Konkretes aussagt und viel zu spät kommt. Doch der Reihe nach: Am Dienstag veröffentlichten wir die neueste Fassung der Digitalen Agenda. Das war sozusagen die Merkel-Version, an der im Vergleich zum letzten ressortabgestimmten Entwurf nur noch wenig geändert worden war. Dazu lieferten wir auch einen Vergleich mit den netzpolitischen Vereinbarungen des aktuellen Koalitionsvertrags und fragten uns: Wo sind all die Versprechen hin? Wir freuen uns, wenn jemand der Großkoalitionäre die Förderung von Open Source – Plattformen und Freifunk-Netzwerken wiederfindet.
Damit die offizielle Präsentation des schon seit Wochen bekannten Texts am Mittwoch nicht gar zu langweilig wurde, hatten wir ein Bingo-Spiel vorbereitet. Und unsere drei Internetminister gaben alles: Schon nach 20 Minuten hieß es #dabingo! Wir spielten live vor Ort in der Bundespressekonferenz in Berlin mit, die „besten“ Aussagen haben wir für euch transkribiert, und für alle, die sich die gesamte PK antun möchten, gibt es ein Video. Auch eine kleine Sammlung an Tweets und eine Übersicht der Kommentare und Reaktionen in der Presse haben wir zusammengestellt. Dazu gab es einen Gastbeitrag zu Sigmar Gabriels juristischem Irrflug beim Thema Störerhaftung.
Um es kurz zu machen: Das Feedback war so gut, wie die Digitale Agenda ambitioniert ist. Bis auf Teile der Wirtschaft, die diese wahrscheinlich mitgeschrieben haben, scheint mit der Digitalen Agenda niemand zufrieden zu sein, nicht einmal die Titanic. Aber das wundert uns nicht, viele der Vorhaben in dem Papier wären schon vor einigen Jahren nicht ambitioniert gewesen. Deswegen hat die Digitale Gesellschaft eine eigene, alternative Digitale Agenda verfasst, die in sieben konkrete Punkten zentrale netzpolitische Herausforderungen erörtert. Außerdem hat die stiftung neue verantwortung einen Vorschlag vorgelegt, wie das netzpolitische Koordinierungschaos zwischen drei federführenden Internetministerien reduziert werden könnte.
Auch wenn es sich so anfühlt, die Digitale Agenda war nicht das einzige Thema der Woche. Wir erfuhren, dass Affen kein Recht an ihren Selfies haben, wer die EFF Pioneer Awards 2014 erhält und, dass das US-Militär seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor dem Lesen des „Intercept“ warnt. In einem Gastbeitrag schreibt die Europaabgeordneten Julia Reda (Piraten Partei) über ihren Besuch in einem schwedischen Gefängnis – bei Peter Sunde, dem Sprecher von The Pirate Bay.
Unsere Informationsfreiheitsanfragen an das Innenministerium und den Bundesnachrichtendienst wurden leider abgelehnt, weil beide angefragten Dokumente geheim seien. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat der „sogenannten Netzgemeinde“ übrigens in der FAZ eine „Gier nach immer neuen Informationen“ attestiert. Wir fühlen uns geehrt. Aus dem Auswärtigen Amt wurde bekannt, dass diplomatische Vertretungen ihr Geheimdienst-Personal melden sollen. Und der Entwurf des neuen IT-Sicherheitsgesetzes wurde veröffentlicht, wir haben ihn natürlich unter die Lupe genommen. Das Verwaltungsgericht Berlin hat sich gegen Geheimhaltung in Bundestagsausschüssen ausgesprochen, leider aber ohne rechtliche Wirkung.
Eine weitere Meldung macht die Runde: Auch der deutsche BND spioniert „befreundete“ Staaten aus. Damit geraten nun auch endlich die deutschen Geheimdienste in den Fokus der Aufmerksamkeit. Und zwar auch schon unter der rot-grünen Regierung. Der moralische Vorteil Deutschlands schmilzt damit wie Eis in der Sonne und die Türkei ist zu Recht sauer, genau wie davor die Kanzlerin, als sie noch meinte „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht“.
Zum Schluss noch ein Wort in eigener Sache: Wir bedanken uns beim Chao Computer Club für eine großzügige Geburtstagsspende. Und am 17.10. feiern wir mit Konferenz und Party 10 Jahre netzpolitik.org – save the date!
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 33
Bild von Jessica Fiess-Hill, Lizenz CC BY 2.0. : Netzpolitischer Wochenrückblick KW 33 Diese Woche ist Netzpolitik.org-Geburtstagswoche. Wir sind 10 geworden. Anlässlich dieses runden Geburtstags geben die verschiedenen Autorinnen und Autoren dieses Blogs persönliche Einblicke, wie sie zu Netzpolitik kamen, warum sie mitmachen und wie das hier alles so ist. Den Auftakt machten diese Woche Leonhard, Kilian und Anna. Mehr wird in den nächsten Wochen folgen. Außerdem wollen wir unser NP10-Jubiläum auch für statistische Rückblicke und Analysen nutzen. Die ersten hübschen Schaubilder und Zahlen gibt es schon.
Aber auch diese Woche gab es natürlich mehr zu berichten, als nur unseren Geburtstag. Im Nachgang zu den Gamma/FinFisher Leaks von letzter Woche, veröffentlichten wir eine DIY-Anleitung des Hackers, in der er beschreibt wie er die Firma hacken konnte.
Das CETA-Freihandelsabkommens mit Kanada wurde geleakt, und zwar von der Tagesschau. Wir hatten das Dokument über fragdenstaat.de angefragt, aber dem zuständigen Ministerium lag damals angeblich noch nichts vor. Außerdem durften wir erfahren, dass das Bundesverteidigungsministerium nicht weiß was die Digitale Agenda ist. Eine weitere kleine Anfrage lieferte zu Tage, dass die Bundesregierung auch beim „Phänomenbereich“ Wirtschaftsspionage tendenziell ahnungslos ist.
Erst heute erschien ein ausführlicher Artikel über die verschiedenen Versionen an Staatstrojanern. Dort lest ihr welche das sind, wozu sie eingesetzt werden (sollen) und welche Unternehmen dahinter stecken. Die Rheinische Post berichtete, dass der Gesetzentwurf zur Störerhaftung fertig sei und ihr vorliege. Schade, dass sie ihn nicht auch veröffentlichen, dann könnten wir uns alle ein Bild davon machen.
Außerdem gab es engagierte Debatten über Wikipedia Zero, ein spezielles Abkommen der Wikimedia Foundation mit Telekom-Unternehmen, das die Netzneutralität untergräbt; und über die Deutsche Post, die offiziell die angeblich sichere Messenger-App namens SIMSme vorgestellt hat – inklusive Selbstzerstörungsfunktion. Ebenfalls heiß diskutiert wurden die fünf Irrtümer über das Recht auf Vergessenwerden, die aus dem sogenannten Google-Urteil des Europäischen Gerichtshofs resultierten. Es wurde auch bekannt, dass Google Webseiten, die per HTTPS verschlüsselt sind, in seinen Suchergebnissen höher platziert als unverschlüsselte Seiten.
Und keine Woche ohne Edward Snowden: James Bamford hat für Wired hat eine tiefgründige, absolut lesenwerte Reportage über „The Most Wanted Man in the World“ geschreiben. Darin kommt unter anderem auch ans Licht, dass es nicht das dortige Regime selbst, sondern NSA-Hacker waren, die für einen Internet-Blackout in Syrien 2012 gesorgt haben. Am 8. September wird eine weltweite Lesung für Snowden stattfinden.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 32
Heute ist übrigens auch internationaler Katzentag (Frank Fox, CC BY-SA 2.0) : Netzpolitischer Wochenrückblick KW 32 Wie immer bieten wir euch hier einen knappen, handlichen Überblick, was diese Woche auf netzpolitik.org so los war. Alle Artikel chronologisch nach Tagen geordnet findet ihr in unserer 14-Tage Übersicht.
Die erfreulichste Meldung der Woche: Edward Snowdens Asyl in Russland wurde um drei Jahre verlängert. Zwei Tage zuvor hatte die Courage Foundation in einem Brief zum wiederholten Male Schutz für den Whistleblower gefordert.
Am Montag berichteten wir auf Basis neuer von The Intercept veröffentlichter Snowden-Dokumente über die Kooperation der NSA mit dem israelischen Geheimdienst. Der Datenaustausch zwischen den beiden Diensten soll demnach sehr weit reichen. Gleichzeitig zeigt sich anhand des Falls aber auch wie zwischen den Spähapparaten ein Wettlauf des gegenseitigen Überwachens entsteht. Der deutsche Justizminister Heiko Maas denkt unterdessen auch darüber nach, ob die Rechtsgrundlage der Geheimdienstarbeit vielleicht verändert werden muss. Könnte sein.
Obwohl in der Digitalen Agenda (hier im Beta-Schnell-Test) angekündigt wird, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mehr Ressourcen für die Spionageabwehr erhalten soll, wurde diese Woche bekannt, dass dem BSI Gelder gestrichen werden. Dazu kommt, dass auch CDU-Politiker erkennen mittlerweile, dass Deutschland beim Thema Netzpolitik so einiges verschlafen hat. Aber dafür kann die CDU natürlich nichts. Und ob die groß angekündigte Digitale Agenda daran viel ändern wird, bleibt erstmal abzuwarten.
Über das Freihandelsabkommen TTIP brachte die ARD eine halbstündige Dokumentation, die die EU-Kommission wiederum zu einer Stellungnahme veranlasste. Darin heißt es lustigerweise, dass man ausgerechnet aus Datenschutzgründen wichtige Dokumente nicht veröffentlichen könne. Wenn man selbst betroffen ist, mag man auf Datenschutz dann halt doch nicht verzichten. Es gab aber auch erfreuliche News aus den USA, denn dort wird aktuell ein Gesetzentwurf debattiert, der zum ersten Mal seit 30 Jahren die Befugnisse der Geheimdienste beschränken könnte. Mal sehen was daraus wird.
Wer Lust, sich der Sammelklage von Max Schrems anzuschließen, kann das ab sofort tun. Alle, die einen Facebook-Account haben und nicht in den USA oder Kanada wohnen können sich an der Klage gegen Facebook Ireland Ltd wegen unzureichender Datenschutzbestimmungen beteiligen.
Eine Woche voller Leaks
Außerdem war diese Woche voller spannender Leaks. Zuerst die Veröffentlichung einer US-Datenbank aller als „Terroristen“ eingestuften Personen. Zur Abwechslung stammt dieses Leak nicht aus dem Snowden-Fundus, sondern aus einer anonymen Quelle. Über den Presse-Tenor „es gibt einen neuen Snowden?!“ mussten wir uns aber etwas wundern. Die Snowden-Enthüllungen sind in ihrer Bedeutung kaum hoch genug zu hängen. Jetzt jedes (anonyme) Leak als zweiten Snowden zu deklarieren wird der Leistung Edward Snowdens nicht wirklich gerecht.
Dann wurden von einem Hacker insgesamt 40 GB interne Dokumente des Unternehmens Gamma International ins Internet gestellt. Das Unternehmen produziert unter anderem (Staats-)Trojaner unter dem Namen FinFisher/FinSpy die weltweit eingesetzt werden. Auf Grund der internationalen Bedeutung des Themas haben wir darüber auch auf Englisch berichtet.
Zu guter Letzt haben wir zwei Versionen der „Vorhabensdokumentation“ der Bundesregierung online gestellt. Uns liegt eine Version von Ende Juni und eine vom 22. Juli vor. Im Vergleich beider Dokumente kann man sich genau anschauen, was in nur einem Monat neu dazu kam und welche Projekte gestrichen wurden. Die Bundesregierung wollte uns diese Listen eigentlich nicht aushändigen, aber wir bekamen sie trotzdem zugespielt und halten sie für die Öffentlichkeit für durchaus relevant und interessant.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 30
: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 30 Die Zukunft der deutschen Netzpolitik wird derzeit auf Bundesebene verhandelt. Auch wenn man darüber streiten kann, welche Bedeutung die Digitale Agenda der Bundesregierung letztendlich haben wird – letzte Woche Freitag kam uns ein erster Entwurf zu, den wir händisch aus der Nicht-Maschinenlesbarkeit befreiten um ihn Dienstag zur Diskussion zu stellen. Er vereint großes Allgemeinsprech mit konkreten Vorschlägen im allzu detaillierten Klein-Klein. Der Vorteil daran, so einen Entwurf zu kennen: Jetzt noch rechtzeitig die großen Kritikpunkte einbringen. Und gleichzeitig wissen, an welchen Stellen welche Lobby noch ihre Forderungen unterkriegt. Eine erste Kritik gibt es schon bei uns zu lesen: an den unzureichenden Maßnahmen zur Beseitigung der Störerhaftung.
Und wo wir schon bei politischen Prozessen sind: Auch auf EU-Ebene wird gerade verhandelt – um ein neues Urheberrecht. Die Kommission legte jetzt einen Bericht über die Ergebnisse der öffentlichen Konsultation vor (in diesem Artikel findet sich jetzt ein grafisches Update, was das Ungleichgewicht zwischen Forderungen der Endnutzer und Konsumenten einerseits und Verlegern und Rechteverwertern andererseits). Was ein zu strenges Urheberrecht anrichten kann, dafür gibt ein Student aus Kolumbien ein anschauliches Abschreckungsbeispiel. Für sein Eintreten für freien Zugang zu Wissen droht ihm nun eine jahrelange Haftstrafe.
Freier Zugang zu Wissen, freier Zugang zu Informationen – damit haben wir bei netzpolitik.org diese Woche unsere ganz eigenen Erfahrungen gemacht. Die Bundesnetzagentur beispielsweise will uns nur über das Priorisieren, Drosseln und Blocken von Internet-Anschlüssen deutscher Internetprovider informieren, wenn wir dafür nach Bonn kommen und begleitenden Erläuterungen lauschen. Den Brief mit den Fragen der Bundesregierung an die US-Regierung über die Straftaten, die Snowden vorgeworfen werden, dürfen wir nicht haben – das Wissen um die Fragen könnte die Antworten der USA ändern. Und die Antwort auf Frage des Linkenabgeordneten Andrej Hunko, wie viele Trojaner von Bundesbehörden eingesetzt würden, könnte ein Sicherheitsrisiko für Deutschland darstellen. Ich weiß, dass ich nichts weiß.
Deutschland, deine Geheimdienste. Mit ungebremstem Wissensdurst möchten Militär und BND jetzt soziale Netzwerke ausforschen, sich also aus offenen Quellen bedienen. Wir erklären, wie sie das machen, warum sie das für richtig halten – es aber eigentlich falsch ist. Die Daten, die viele von sich unwissentlich oder sogar bereitwillig von sich preisgeben, lassen mit den ‚richtigen’ Algorithmen tiefgreifende Schlüsse über Individuen zu – das kann dann zu allzu zielgerichteter Werbung führen, aber auch einen Platz in der US-Watchlist der bekannten oder verdächtigten Terroristen führen – oder gleich ganz zum Tod der Demokratie und einer technokratischen Post-Politik.
Und wer schützt uns gegen Überwachung? Gegen Ausforschung sowohl öffentlicher als auch nicht öffentlicher Informationen? Sammlung privater Daten? Die Bundesregierung nicht, die spielt lieber ihre politischen Spiele – und schafft es einfach nicht, Hauptzeuge Snowden einzuladen. Der erklärt in einem Interview mit dem Guardian, er hasse Politik.
Aber eigentlich müssen wir uns über Überwachung gar keine Sorgen mehr machen, wie uns der BND freundlich wissen lässt. Die Neuigkeit des Tages – wir werden doch nicht überwacht, nur weil wir keine .de-Domain haben. Aha, dann ist ja alles gut. Keine Probleme mehr. Die Geheimdienste wissen also nichts über uns – nur wo deine Katze wohnt.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 29
: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 29 Welcome to the Open Weekly Review – vergebt uns, wir wollten das neue Internetzauberwort auch einmal in eigener Sache ausprobieren. Natürlich völlig zweckentfremdet. Dieser Wochenrückblick ist überhaupt nicht offen. Er ist ein geschlossener Artikel, und ihr lebt damit, oder nicht. Dafür ist ‚open’ ein großes Thema diese Woche – in Berlin fand von Dienstag bis Donnerstag das ‚Open Knowledge Festival 2014’ statt, ein Klassentreffen der Open Data Community. Im Vorfeld veranstalteten Flashhacks bereits einen Datenmarathon, um möglichst viele Firmendaten zugänglich zu machen. Denn offen, das ist nicht nur ‚veröffentlicht’, das ist auch ‚benutzbar’. Eine ganz andere Kategorie. Berichte über das #OKFest14 folgen im Blog. Als Auftakt empfehlen wir Eier in der Hose. (Diese „Eier“ sind im Übrigen ein Zitat des einen Keynote-Speakers. Er meint damit, dass man sich rechtlichen Herausforderungen und Androhungen stellen sollte, wenn sie einem im Kampf um Transparenz und Gerechtigkeit begegnen.)
Flugverkehr ist eine ernste Sache, auch wenn die tragischen Geschehnisse um MH17 kein spezifisch netzpolitisches Thema sind. Ein ziviles Flugzeug kann nicht nur abgeschossen werden, es kann auch durch militärische Übungen gestört und gefährdet werden, wie im Juni geschehen und von deutschen Medien übersehen.
Neuigkeiten vom BPJM-Leak: Auf Druck aus Deutschland und mit Bezug auf vermutlichen Verstoß gegen amerikanisches Recht entschied sich jetzt der Hoster neocities gemeinsam mit dem Hacker, die Liste der URLS aus dem Netz zu nehmen. Der deutsche Einfluss reicht weit.
Unsere Freunde, die Briten, haben einen halben Salto gemacht bei der Anstrengung, möglichst mit Lichtgeschwindigkeit ein Notfallgesetz zur Vorratsdatenspeicherung zu verabschieden. Es ist jetzt fast durch. In einem Interview mit dem Guardien kritisierte Snowden dieses Vorgehen, was intransparent und einem demokratischen Parlament nicht würdig sei. Sowieso ist Vorratsdatenspeicherung eigentlich tot und Alleingänge nicht mehr so recht mit EU-Gesetzgebung vereinbar, was auch rumänische Gerichte erkannt haben.
Was machen unsere Geheimdienste? Man weiß es nicht, wünscht sich aber Transparenz. Vielleicht hätten das deutsche Dienste auch ganz gerne, so ahnungslos wie sie immer selbst sind. Was die konstante Überwachung mit dem täglichen Leben zu tun hat, lässt sich hervorragend in diesen polnischen Animationsfilmen nachfühlen – jetzt auch mit englischen Untertiteln. Und wem das immer noch nicht genügend persönliche Betroffenheit ist, dem sei der Interviewausschnitt des Guardians mit Snowden ans Herz gelegt. Die NSA lacht über deine Nacktfotos. Das hat jetzt hoffentlich auch der letzte kapiert.
Wie immer endet dieser kleine Rückblick mit einer kleinen Auflockerung. Wir haben jetzt Stellenanzeigen auf netzpolitik.org, das ist doch eine gute Nachricht. Und: Dieser Artikel wurde nicht von einem Bot verfasst. Garantiert nicht.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 28
: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 28 Wer hätte gedacht, dass wir einmal auf Druck einen Link löschen würden? Wer für möglich gehalten, dass wir uns quasi selbst zensieren? Um Zensur drehte sich einiges bei Netzpolitik diese Woche.
Am 8. Juli berichteten wir, dass ein(e) anonyme® Hacker(in) eine Liste indizierter Webseiten der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien geleakt hat. Das ist an sich schon eine große Nachricht: Solche Sperrlisten kennen wir aus anderen Ländern, sie sind zumeist außerordentlich fehleranfällig und sperren mehr, als ihrem Auftrag entspricht. Auch die Qualität der geleakten Liste bestätigt dies. In unserem Beitrag setzten wir einen Link auf die Seite der Veröffentlichung – und plötzlich wurden wir selbst zu ‚Verbreitern von Kinderpornografie’ und gerieten unter juristischen Druck. Und entschieden uns schließlich, wegen des großen persönlichen und finanziellen Risikos, den Link wieder zu entfernen – eine Entscheidung, der sowohl mit Verständnis als auch mit Kritik begegnet wurde. Zur Vertiefung der Thematik führten wir ein Interview mit dem/der Hacker(in) und veröffentlichten auch einen Gastbeitrag von Joachim Bellé vom AK Zensur. Fragen, die diese Ereignisse aufwerfen: Ist der Schutz der Liste wichtiger als die freie Berichterstattung über Missstände? Wieso wird so sehr darum gekämpft, Links zu entfernen und Seiten zu sperren, anstatt die konkreten Inhalte zu löschen? Leakte die BPJM ihre Liste nicht eigentlich selbst? Denn nur weil man den Klartext nicht sieht, heißt das nicht, dass er nicht da ist. Handelt es sich überhaupt um ein Leak der Liste? Das Thema ist jedenfalls noch nicht abgeschlossen.
Aber auch an anderen Fronten bewegt sich die Welt – siehe Datenschutz. Um ihren Verwaltungsaufwand zu verringern und Effizienz zu erhöhen, strebt die EU „Single Points of Contact“ für den Austausch polizeilicher Daten an. Riesige Datenmengen in zentralisierten Händen. Die finden sich übrigens auch bei Facebook, was dieses eiskalt und „AGB-entsprechend“ ausnutzt, wie jetzt einige Leute schockiert zum ersten Mal bemerken. Um unsere Daten zu schützen, benötigen wir kompetentes Personal. Die Wiederwahl einen besonders qualifizierten Datenschützers haben die Piraten in Schleswig-Holstein aber gerade aus Verfahrensgründen erfolgreich verhindert.
Aber was wäre eine netzpolitische Woche ohne neue NSA-Enthüllungen und Nachrichten über unseren Lieblings-Untersuchungsausschuss. Großer Schock: Ein Doppelagent spionierte den NSAUA aus. Nein. Schrecklich. Das politische Berlin ist entsetzt. Die Enttarnung von Agenten ist sowieso gerade groß in Mode. Aber nichts kann unsere transatlantischen Beziehungen trüben. Auch wenn manche über die Dummheit weinen. Sowieso ist es überraschend, dass ausgerechnet Abgeordnete aus dem NSAUA Gegenstand gezielter Überwachung werden. Welch Schicksalsschlag. Obwohl die Sitzungen des Untersuchnugsausschusses doch bereits optimal geschützt sind, zum Beispiel durch ansprechende Hintergrundmusik. An der Bedeutung von Snowden als Zeuge ändert sich immer noch nichts, an dem Gezerre um seine Vernehmung auch nichts. Immer wieder erfrischend, die Briefe seines Anwalts aus Moskau zu lesen, der die öffentlichen Äußerungen der Ausschussmitglieder eigentlich nicht kommentieren will. Aus neuen Analysen der Dokumente geht darüberhinaus hervor, dass die anlasslose Massenüberwachung die gezielte Überwachung weit übersteigt. Und dass die gezielte Überwachung – aus geheimen Gründen – zum Beispiel gegen augenscheinlich unschuldige US-amerikanische Muslime eingesetzt wird. Wenn gar nichts mehr hilft, einfach zurücklehnen und sich die schönen HD-Aufnahmen des NSA-Geländes in Utah ansehen.
In other news: O2 bietet jetzt besonders vorteilhafte Flatrates an, die endlich keine echten Flatrates mehr sind – darauf hat der Kunde lange gewartet. Es ist schön, zu sehen, wie diese nervigen Vielsurfer dann mehr bezahlen dürfen als der durschnittliche Unter-300-GB-pro-Monat-Internetnutzer. Mehr davon, bitte. Wir finden schließlich alle Netzneutralität total doof.
Zur Aufheiterung, oder für einen erleichternden Facepalm: Das Video der Verleihung des Grimme-Online-Awards an netzpolitik.org. Wir können uns immer noch nicht entscheiden, ob dieser Auftritt nicht absichtlich humoristisch war und sich seinerseits um einen Preis in der Kategorie „Spezial II: Bestes Online Slapstick Video“ bewirbt. Wir wünschen viel Erfolg!
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: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 27
: Netzpolitischer Wochenrückblick KW 27 Es ist mal wieder Zeit für einen kompakten Überblick der netzpolitischen Themen der letzten Woche(n), ein kleines Best-off der Dinge, die hier so passieren. Allen voran tagte gestern der NSA-Untersuchungsausschuss im Bundestag zur öffentlichen Zeugenvernehmung von Whistleblowern William Binney und Thomas Drake, Ex-NSA-Mitarbeitern, von 13 Uhr bis 0:30 nachts. André Meister hat alles live mitgetippt, weil die Regierungsfraktionen keinen Livestream autorisieren wollten. Absolut lesenswert, weil zum Teil spannende Fragen und Aussagen. Den Anfangsteil über Grillabende und Tankgutscheine bei der NSA kann man getrost überspringen. Hier findet ihr auch noch Verweise auf Interviews mit den beiden hochspannenden Zeugen. Und ganz aktuell zum NS-AUA: Ein Mitarbeiter des BND soll den NSA-Untersuchungsausschuss ausspioniert und Informationen an einen “US-Dienst” weitergegeben haben.
Apropos Überwachung: Das zweite namentlich bekannte Ziel der NSA-Überwachungsmaßnahmen wurde gestern öffentlich: Sebastian Hahn, Student aus Erlangen und Betreiber eines TOR-Anonymisierungsservers. Aber: Keep calm and join the Torrorists.
Die Finger der NSA sind lang, ihr Wissensdurst unbegrenzt („collect everything“). Die Washington Post berichtete diese Woche über Dokumente, die eindeutig darlegen, dass die NSA ganz legal eigentlich alle Staaten der Welt überwachen darf, mit Ausnahme der Five Eyes Mitglieder. Zusätzlich die wichtigsten internationalen Organisationen. Und auch die eindeutig verpartnerten Staaten, nur für den Fall. Soll man die anlasslose Massenüberwachung einfach klaglos hinnehmen? Nein, denken sich sieben internationale Provider, und reichten eine Klage gegen das GCHQ beim britischen Investigatory Powers Tribunal (IPT)ein. Mit dabei ist auch der Chaos Computer Club (CCC).
In puncto Datenschutz und Meinungsfreiheit im Internet gab es diese Woche einen kleinen Erfolg vor dem Bundesgerichtshof: Es gibt laut dem Urteil zumindest keinen zivilrechtlichen Anspruch auf Herausgabe von Nutzerdaten, wie der Fall eines von falschen Bewertungen düpierten Arztes zeigt. Ein kleiner Schritt für Schutz von Anonymität, jedoch wären strafrechtliche Schritte noch immer möglich – und wir dafür, dass die Daten gar nicht erst gespeichert werden.
Großes Thema der letzten Wochen war auch die Debatte über (Kampf-)Drohnen für Deutschland. Wir berichteten hierzu im Vorfeld, dass das Verteidigungsministerium die “breit angelegte Debatte in Politik und Gesellschaft” über Kampfdrohnen für beendet hält, und auch über die Anhörung im Bundestag.
Dann haben wir ja auch seit gestern einen flächendeckenden Mindestlohn für alle – wirklich alle? – Nein. Die Koalition leistet fleißig Widerstand, und so gibt es noch immer eine Vielzahl an Ausnahmen. Eine erregt besonders unser Interesse: die der Zeitungsboten. Diese verbirgt nämlich eine ungeahnte netzpolitische Dimension.
Zum Schluss noch zwei Meldungen in eigener Sache: Zum einen hat der aufmerksame Leser sicherlich gemerkt, dass unser Blog nun schöner geworden ist. Wer noch Fehler findet, bitte nicht behalten sondern vertrauensvoll an uns wenden. Und schließlich freuen wir uns ganz besonders über den Grimme-Online-Award, den wir am Wochenende in der Kategorie ‚Spezial’ entgegen nehmen durften. Ein schönes Zeichen, dass unsere Arbeit wertgeschätzt wird. Vielen Dank euch allen für die Treue, die ihr uns über die Jahre gehalten habt.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick 21/2014
: Netzpolitischer Wochenrückblick 21/2014
Woosh, wie schnell so eine Woche vergeht. Nur noch zweimal schlafen, dann ist Europawahl! Wir haben uns eingehend mit dem Thema befasst und sogar eine netzpolitische Wahlempfehlung für euch zusammengestellt! Sie basiert auf den detailliert analysierten Europawahlprogrammen der Parteien und den Versprechen von Kandidaten auf wepromise.eu. Diese Woche gab es auch noch einige Statements auf WePromise von den EU-Spitzenkandidaten, der Piratenpartei und zivilgesellschaftlichen Akteuren.Was uns die anstehende Europawahl noch einmal verdeutlicht: Die wichtigen Themen wie ACTA, Urheberrecht und Netzneutralität sind noch nicht vorbei. Für Interessierte wurde vor Kurzem eine wissenschaftliche Analyse des Scheiterns von ACTA aufgrund des Engagements zivilgesellschaftlicher Organisationen veröffentlicht, in der auch netzpolitik.org und Markus Beckedahl vorkommen. Worth a read! Und die Bedeutung von Netzneutralität verdeutlichen uns Juice Rap News in der neuen Ausgabe ihrer Nachrichtenshow.
Wie sieht es so aus mit der Überwachung? Ach ja, wir haben erfahren, dass die NSA sich ein bisschen an kompletter Totalüberwachung ausprobiert, auf den Bahamas und, zunächst ein Mystery-Land, in Afghanistan. Und ob das eine erschöpfende Liste ist, bleibt abzuwarten. In jedem Fall hat sich eine Debatte um die Scheibchentaktik der Veröffentlichung von Snowdens Dokumenten daran entzündet.
Um die Überwachung für andere ein bisschen schwieriger zu machen, verhängte wenigstens das Wirtschaftsministerium einen Exportstop für deutsche Überwachungstechnologien in „Unrechtstaaten“.
Aber Apropos Überwachung, Snowden, NSA: Großes Kino gab es am Donnerstag in der ersten öffentlichen Anhörung des NSA-Untersuchungsausschusses des Bundestags. Wir waren live dabei und bloggten fünf Stunden lang simultan. Nachdem wir schon vorab das Gutachten von Matthias Bäcker vorliegen hatten, in dem er die Überwachungspraxis des BND als grundrechtswidrig anprangert, zeichnete sich im Verlauf der Anhörung ab, dass alle drei Sachverständigen die Materie sehr einhellig sehen: Der BND verstößt mit seiner Abhörpraxis im Ausland gegen Grundrechte, und wie kann man von anderen Geheimdiensten fordern, woran man sich selbst nicht hält? Bezeichnend auch die Aufforderung der Juristen an den Ausschuss: Wenn die Politiker sich nicht ausreichend von der Bundesregierung informiert fühlen, sollen sie doch klagen. Aber was befassen wir uns überhaupt noch mit dem leidigen Problem NSA, wissen wir doch nach dem Interview von Innenminister Thomas de Maizière mit dem MDR, dass unsere deutsch-amerikanischen Beziehungen „wichtiger sind als das schwierige Thema NSA“.
In other news: Mit der Ehrendoktorwürde für Snowden sieht es mau aus, der Rektor der Universität Rostock hat Bedenken ob der Wissenschaftlichkeit von Snowdens Leistungen. Sagt er zumindest. Facebook bringt derweil fröhlich eine neue App heraus, die alle Umgebungsgeräusche mithört, damit man noch besser der ganzen Welt mitteilen kann, was gerade um einen herum geschieht. Keep calm and listen on. Da freuen wir uns doch über die erfreuliche Nachricht, dass die Beschlagnahme des Podcast-Busses von Metronaut rechtswidrig ist – und trauen uns demnächst wieder mit Mikrofonen auf die Straße.
Und jetzt: Happy voting!
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: Netzpolitischer Wochenrückblick 20/2014
: Netzpolitischer Wochenrückblick 20/2014 Großes Thema dieser Woche ist das wegweisende Gerichtsurteil des EuGH, Google habe sich an europäisches Datenschutzrecht zu halten und könne dazu verpflichtet werden, Links aus Ergebnislisten zu entfernen. Das Urteil in sich und mit seinen Implikationen ist sehr komplex, weswegen wir damit beschäftigt sind, unterschiedliche Einschätzungen und Meinungen zu sammeln und zu veröffentlichen. Den Anfang machte unser Blogger Leonard Dobusch, der in dem postulierten „Recht auf Vergessen“ zuviel des Guten sieht.
Stilisiert zu einem Recht auf Löschen als „Grundrecht des digitalen Zeitalters“ nimmt auch Sigmar Gabriel an diesem netzpolitischen Freitag in seinem Feuilleton-Beitrag der FAZ auf das Urteil Bezug. Zeitgleich gibt es ein Interview mit Thomas de Maiziere im Handelsblatt zu lesen, die wir beide auf ihren tatsächlichen Gehalt abklopfen und kommentieren.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick 13/2014
: Netzpolitischer Wochenrückblick 13/2014 Klick für die Hörversion. Vielen Dank an Tim Thaler von bln.fm für die Aufzeichnung!
Liebes Internet,
auch diese Woche ist nicht wenig passiert. Außer bei der Bundesregierung. Die 100-Tage-Bilanz der ersten Bundesregierung mit eigenem Internetminister fällt entsprechend dürftig aus.
Dafür benutzt die die Berliner Polizei ab sofort Twitter. Über den Kurznachrichtendienst erfahren die Follower zukünftig nicht nur alles Wissenswerte über Ausflüge der Polizeispitze nach Rumänien oder Informationen über Sperrungen, sondern auch, wie sie sich anständig auf Demos zu verhalten haben. Die Pressesprecher der Polizei twitterten auf den Demos gegen Polizeiwillkür vergangene Woche die Durchsagen der Polizei im Wortlaut. Immerhin: Laut der Polizei ist über Twitter keine Versammlungs-Anmeldung noch das Abgeben von Notrufen möglich.
Außerdem begann in dieser Woche die mehrwöchige öffentliche Online-Konsultation zur Neufassung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages. Der Vorentwurf bzw. der Minimalkonsens der Rundfunkanstalten gleicht leider immer noch dem gleichen Gruselkabinett, welches 2010 durch das Nein der Landesregierung NRW gestoppt wurde. Es wird immer noch unzureichend zwischen „Onlinemedien“ und „Trägermedien“ differenziert, der Jugendschutz soll in erster Linie technisch durch Jugendschutzsoftware durchgeführt werden und Medienbildung bleibt eine unbedeutene Fußnote. Wir laden alle ein, die an wirklich sinnvollen Lösungen bei Fragen des Jugendmedienschutzes interessiert sind am Onlinekonsulationsverfahren teilzunehmen!
Und wo wir schon bei technischen Infrastrukturen für Zensur sind: Die Situation in der Türkei hat sich nicht wirklich gebessert. Mittlerweile sind auch der Google DNS-Dienst und bestimmte URL-Shortener, die eine Umgehung der Twitter-Sperre ermöglicht hätten, durch die Regierung abgeschaltet worden. Außerdem ist seit Donnerstag Youtube gesperrt worden. Zwar hat ein Gericht in Ankara die Sperren für unzulässig erklärt, die Umsetzung des Urteils wird jedoch erfolgreich verschleppt. Das Ergebnis: Eine Bevölkerung mit tiefem Wissen über die Umgehung staatlicher Internetsperren. Bei den kommenden Wahlen am Sonntag wird sich zeigen, wie stabil Erdogans Machtbasis nach diesen Vorkommnissen noch ist.
Ironischerweise hat nahezu zeitgleich das EuGH die Zulässigkeit von Netzsperren erklärt. sofern sie zur Bekämpfung von Urheberrechtsverstößen angewendet werden. Dieses Urteil birgt das Risiko, nun als Argumentationsmuster für weitere Sperren angeführt zu werden, sei es wie in Großbritannien politischer Extremismus oder Pornographie. Inhalte zu löschen statt zu sperren hat sich in mehreren Studien als die effektivere Wahl entpuppt – und das ohne die Grundlagen für eine staatliche Zensurinfrastruktur aufzubauen.
Auf globaler Ebene nimmt der Export von Überwachungstechnologie zu. Was Grenzkontrollsysteme beispielsweise angeht ist die US-Regierung aktuell sehr spendabel und gönnt Pakistan, Malta und der Türkei entsprechende Technologie. Eine Reihe von NGOs, darunter die Digitale Gesellschaft, haben diese Woche eine entsprechende Studie veröffentlicht, in der der aktuelle Stand der Exportkontrollen kritisch betrachtet wird und welche Handhabe die Umsetzung des Wassennaar-Abkommen hätte.
Aber es gibt auch Lichtblicke: In Brasilien ist der erste Schritt zur Internetverfassung Marco Civil erfolgreich hinter sich gebracht worden. Der Entwurf ist nicht perfekt, da er über die Jahre mitunter starkem Lobbydruck ausgesetzt war, aber dennoch ein Signal in die richtige Richtung. Der Anfangstext wurde unter offener Beteiligung der Bevölkerung erstellt, das brasilianische Nachrichtenportal G1 spricht von 2,3 Millionen Beiträgen aus der Bevölkerung seit Beginn des Prozesses.
Übrigens: Vom Zeitfresser 2048 gibt es nicht nur eine Flappy Bird und Doctor Who-Version, sondern auch eine netzpolitik.org Edition, bei der Ihr Euch auf die Suche nach der Digitalen Agenda machen könnt!
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: Netzpolitischer Wochenrückblick 12/2014
: Netzpolitischer Wochenrückblick 12/2014 Klick für die Hörversion. Ein weiteres Mal vielen Dank an Tim Thaler von bln.fm für die Aufzeichnung!
Liebe Leute,
diese Woche war mal wieder ein großer Spaß für die Freunde anlassloser Massenüberwachung. So hat Le Monde enthüllt, dass der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy mit einer auf einen fremden Namen registrierten SIM-Karte versucht hat, sich gegen die von ihm selbst eingeführte Telekommunikationsüberwachung zu schützen. Anlass für ihn waren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu den genauen Hintergründen seiner Wahlkampffinanzierung. Ein besonders zynischer Fall, hatte sich doch gerade Sarkozy 2011 als leidenschaftlicher Befürworter der Vorratsdatenspeicherung zur Verbrechensbekämpfung hervorgetan.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick 11/2014
: Netzpolitischer Wochenrückblick 11/2014 Klick für Hörversion. Vielen Dank an Tim Thaler von bln.fm!
Okay, wo fangen wir diese Woche bei so vielen Schauplätzen auf dem Schlachtfeld Netzpolitik an? Beginnen wir global, schauen dann auf der anderen Seite des atlantischen Teiches und arbeiten uns übers Europaparlament nach Deutschland vor.
Ein Musterbeispiel für globale Zusammenhänge im Wortsinne ist das World Wide Web. Die Idee dafür wurde vor 25 Jahren geboren. Seitdem ist vieles passiert, Gutes wie Schlechtes. Der geistige Vater des weltweiten Netzes, Tim Berners-Lee, glaubt deshalb, dass wir in Zukunft eine „Magna Charta“ für das Internet brauchen werden, in der ein Verhaltenskodex festgeschrieben ist. Das soll helfen, das Internet als den freiheitsfördernden inspirierenden Raum zu bewahren, der es einmal war und zu verhindern, dass es zu einem Instrument der Überwachung, Zensur und Beeinflussung verkommt. Visionen für die Fortentwicklung des Netzes hat auch das Pew Research Center zusammengetragen und daraus 15 Thesen formuliert, was mit dem WWW bis 2025 passieren könnte. Darunter finden sich sowohl positive Visionen – zum Beispiel: Nationale Schranken werden unwichtiger und es wird mehr globale Verbindungen geben – als auch negative – zum Beispiel: Staaten werden versuchen ihre Macht auch über das Internet zu manifestieren.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick 10/2014
: Netzpolitischer Wochenrückblick 10/2014 Hier die Hörversion als Podcast mit Tim Thaler von bln.fm. Danke dafür!
Liebe Freunde des freien und offenen Internets,
auch in dieser Woche haben die Anhänger nationaler Sicherheit und anlassloser Massenüberwachung nicht geruht. Die deutsche Sicherheitsfirma G Data hat russische Spionagesoftware gefunden, die Offline-Rechner ausspähen kann, solange nur ein anderer Computer in einem Intranet mit dem Internet verbunden ist. Die Software ist so fortgeschritten, dass sie vermutlich von offiziellen Stellen kommen müsse und sich gegen größere Ziele wie Unternehmen oder andere Regierungen richte. Neuigkeiten gab es auch über den Staatstrojaner RCS der italienischen Firma Hacking Team. Dass dieser entgegen der Beteuerung der Entwickler auch von autoritären Regimes eingesetzt wird, war bereits bekannt. Jetzt hat ein Bericht von Citizen Lab ergeben, dass von dem RCS-Trojaner genutzte Server-Infrastruktur, die zum Verbergen des Ursprungs der Spähangriffe verwendet wird, in den USA gehostet ist. Welche rechtliche Rahmensituation und eventuelle Gesetzesverstöße daraus entstehen, ist noch unklar.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick 9/14
: Netzpolitischer Wochenrückblick 9/14 Klick zur Podcast-Version. Möglich durch die Unterstützung von Tim Thaler und bln.fm, vielen Dank!
Hallo liebe Netzbewohner. In den letzten Wochen haben wir euch ständig bedrängt, euren Europa-Abgeordneten Mails und Faxe zu schicken oder sie anzurufen, um euch für die Rettung der Netzneutralität einzusetzen. Bis diesen Montag wäre Zeit gewesen – dachten wir. Unerwarteterweise haben die Parlamentarier nun die Abstimmung verschoben, da nicht für alle Änderungsanträge Übersetzungen in die verschiedenen EU-Sprachen vorlagen. Die nächste Abstimmung könnte in zwei Wochen sein – also zwei Wochen mehr Zeit für euch und uns. Deshalb: Informiert euch auf savetheinternet.eu und macht euch darauf gefasst, dass wir euch auch im nächsten Wochenrückblick nochmal erinnern.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick 8/2014
: Netzpolitischer Wochenrückblick 8/2014 Diesen Rückblick gibt es auch zum Hören. Möglich wird das durch Tim Thaler und bln.fm, dafür ein großes Dankeschön!
Hallo liebe Leser- und Hörerschaft, an dieser Stelle wie immer freitags: Der Wochenrückblick.
Gleich nach Veröffentlichung des letzten Rückblicks erreichte uns die Nachricht: Unser ehemaliger Bundesinnenminister, dann Agrarminister, Hans-Peter Friedrich ist im Zuge der Edathy-Affäre zurückgetreten. Traurig sind wir nicht gerade, aber es ist auch klar, dass uns sein politisches Erbe noch eine Weile erhalten bleiben wird. Er hatte sich zum Beispiel für die grenzübergreifende polizeiliche Nutzung von Ein- und Ausreisedaten eingesetzt, die von der EU-Kommission gerade im „Maßnahmenpaket intelligente Grenzen“ umgesetzt wird. Ursprünglich zur Ermittlung von „Over-Stayern“ geplant, die sich zu lange in einem anderen Land aufhalten, soll diese Riesen-Vorratsdatenspeicherung gleichzeitig „zur Verhütung und Verfolgung terroristischer und sonstiger schwerwiegender Straftaten genutzt werden“ – sonst lohne sich die Investition nicht.
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: Netzpolitischer Wochenrückblick 7/2014
: Netzpolitischer Wochenrückblick 7/2014 Auch diese Woche mit Podcast. Danke an Tim Thaler von bln.fm!
Diese Woche ist einiges passiert, vor allem hier in Deutschland, aber auch in Sachen Edward Snowden. Es gab zwar keine neue Enthüllung über die NSA, dafür wurde bekannt, dass der britische Geheimdienst GCHQ unter dem Motto „Deny, Disrupt, Degrade, Deceive“ Zielpersonen zuerst in eine Falle lockt, zum Beispiel durch eine attraktive junge Agentin, und dann öffentlich bloßstellt. Im gleichen neu veröffentlichten Maßnahmenkatalog geht es auch um die Störung von Kommunikationsvorgängen und die Verbreitung von Viren.
Ganz still blieb es bei der NSA trotzdem nicht, denn die versucht gerade, herauszufinden, wie Edward Snowden an all die Dokumente gelangen konnte. Es hat sich jetzt herausgestellt, dass er dafür nur einen einfachen Webcrawler benutzt zu haben scheint, der alles automatisch erledigt hat, so ähnlich wie bei der Arbeit einer Suchmaschine – und niemandem ist dabei etwas aufgefallen. Angeblich hat er sich außerdem noch Passwörter von Kollegen erschlichen, wird zumindest offiziell behauptet.