Medien
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: Arianna Huffington über Journalism 2009
: Arianna Huffington über Journalism 2009 Arianna Huffington hat über „Journalism 2009: Desperate Metaphors, Desperate Revenue Models, And The Desperate Need For Better Journalism“ geschrieben:
I was recently on a panel in Monaco with Mathias Döpfner, CEO of the German publisher Axel Springer. He decided to play a confusing metaphor game by comparing news content to beer. „If it’s your business decision to offer beer cans for free, fine,“ he said. „But don’t take our beer and offer it for free.“ This struck me as a really bizarre metaphor. Information is hardly the same thing as a product that can only be consumed once by a single person. If you consume a news story, you might be one of millions. If you consume a beer, no one else can consume it. So it’s a false metaphor. And if you start from a false premise, you will inevitably be led to a false conclusion. Or, to put it another way, if you chug-a-lug too many of old media’s metaphoric beers, you will end up staggering down the street of illogical thinking and banging into the lamp post of wrong revenue models.
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: Die wirtschaftlichen Hintergründe des Zeitungssterben
: Die wirtschaftlichen Hintergründe des Zeitungssterben In der aktuellen Zeit steht ein ausführlicher Artikel zu den wirtschaftlichen Hintergründen des Zeitungssterben in Deutschland: Deutschland, entblättert. Wie man sich das vorstellen kann, ist nicht unbedingt das Internet Schuld daran. Sondern eher Controlling-Massnahmen und Rendite-Erwartungen, die über dem Durchschnitt liegen.
Ein unsichtbares Band ist gerissen, in Anklam, Stuttgart, München. Die deutschen Verleger hatten es über Jahrzehnte verstanden, Unternehmer zu sein und gleichzeitig gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Über Jahrzehnte vertraute man seinem Produkt, auch in Durststrecken. Als die ZEIT Ende der Neunziger vier Jahre lang Verluste machte, reagierte man mit Geduld, nicht mit Sparmaßnahmen. Springer wartete 60 Jahre lang darauf, dass die Welt rentabel würde. Heute zählen in vielen Verlagen nur die nächsten Quartalszahlen.
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: Warum die Verleger zum Internet einfach schweigen sollten
: Warum die Verleger zum Internet einfach schweigen sollten 1. Verglichen mit den meisten Wirtschaftszweigen geht es den Medienhäusern in der sog. Wirtschaftskrise gut – nicht zuletzt Springer, die besonders laut tönen – 13% Rendite lt. 3. Quartalsbericht sind kein Grund zum Weinen. Auf diesem Niveau zu jammern, ist eher unverschämt.
2. Es gibt für Internetnutzer keinen Grund, eine Zeitung zu kaufen, die zu 2/3 ungelesen im Müll landet. Das Internet befördert Selektion, wie auch schon die Musikindustrie erfahren musste. Das muss man als Gesamtwerkproduzent nicht hübsch finden, aber akzeptieren (und sich überlegen, wie man die Leser für weitere Inhalte bei sich begeistern kann).
3. Die Entwicklung kommt nicht überraschend und dass die Verleger bis heute kein Modell gefunden haben, wie sich ihre Veröffentlichungen (ich spreche bewusst nicht von Journalismus, das ist ein Großteil ihrer Erzeugnisse nicht) online rentieren können, haben sie sich zum Großteil selbst zuzuschreiben, denn:
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: Verwirrung ums Leistungsschutzrecht
: Verwirrung ums Leistungsschutzrecht Die Deutschlandradio-Sendung Breitband berichtet über „Verwirrung ums Leistungsschutzrecht“ und hat zwei Interviews dazu online gestellt:
Das gesamte Interview mit Matthias Spielkamp hier als MP3. Spielkamp antwortet zuerst auf die Frage, was gegen ein Leistungsschutzrecht spricht.
Das gesamte Interview mit Christoph Keese hier als MP3. Keese antwortet zuerst auf die Frage, warum wir ein Leistungsschutzrecht brauchen.Hier findet sich die Rede unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den Zeitschriftentagen des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger.
Die neue Koalition hat von Ihrer Seite schon grundsätzliche Zustimmung in einer anderen Rechtsfrage erfahren, nämlich in der Frage des Leistungsschutzrechts für Presseverleger. Ich weiß um manche Bedenken, die es bei Autoren und natürlich vor allem in der Internetgemeinde gibt. Doch eine überhand nehmende Gratismentalität steht dem wirtschaftlichen Erfolg mit Presseerzeugnissen entgegen. Der Pressevielfalt ist damit nicht gedient. Das heißt, wir müssen uns mit diesem neuen Schutzrecht beschäftigen. Es muss natürlich ausgewogen den Interessen aller Beteiligten gerecht werden – der Autoren, der Verleger, der kommerziellen Nutzer und der Endnutzer. Ich weiß, dass sich das sehr viel leichter sagt, als es sich nachher umsetzen lässt. Auch hier bitte ich um aktive Mitarbeit, damit wir in diesem sehr spannungsgeladenen Geflecht zu einer vernünftigen Rechtsgrundlage kommen.
Tagesspiegel berichtet über den VDZ-Kongress: Gute Information gibt es nicht gratis.
Jörges findet das Internet zu oberflächlich. Zeitungen und Zeitschriften würden Lesern einen besseren Hintergrund verschaffen können, sagte er – und erntete dafür Widerspruch von Zeit-Online-Chefredakteur Wolfgang Blau. „Es ist ein Irrtum, dass Printmedien immer noch die Agenda setzen.“ Zwar glaubt Blau fest an die Zukunft von Print, der Ort gesellschaftlicher Diskussionen sei inzwischen jedoch das Internet. Die Autorität der Online-Angebote entstehe durch die Qualität der Autoren und die Transparenz. Wichtig sei jedoch, die Menschen auf Augenhöhe anzusprechen.
Robin Meyer-Lucht war auch vor Ort und berichtet über den Vortrag des Juristen Mathias Schwarz: Blogs “rippen” die elektronische Qualitätspresse.
-Zur Bedrohung werden Rip-Offs für die bestehende Presse insbesondere dann, wenn nur kurze, aber mit hohem professionellen Aufwand erstellte Textausschnitte übernommen werden, für die nach deutschem Recht kein Urheberrechtsschutz besteht.[…]
– Sollte die elektronische Presse auch in Zukunft weitgehend schutzlos bleiben, kann sie im Internet nicht bestehen.
– Wir brauchen die elektronische Qualitätspresse als ein unentbehrliches Organ der Kontrolle von Staat und Wirtschaft.Und auch Matthias Spielkamp kommentiert den Vortrag von Mathias Schwarz: Leistungsschutzrecht: Alter Wein in alten Schläuchen.
Es sind gefährliche Zeiten, in denen das Selbstverständliche wie ein gütiges Zugeständnis verkauft wird. Ein Schutzrecht, das leistet, was die Verlage gern hätten – das Aggregieren und sonstige „gewerbliche Nutzen“ von Inhalten zu unterbinden oder zumindest abgabepflichtig zu machen – müsste so weit gehen, dass das Schutzrecht selbst die Pressefreiheit in Gefahr bringt. Auf den Gesetzesentwurf kann man gespannt sein.
Christiane Schulzki-Haddouti hat in der Futurezone fünf mögliche Optionen eines Leistungsschutzrechtes beschrieben: Vom Leistungsschutz zum Link-Verbrechen.
1. Enteignung der Urheber zugunsten der Verlage.
2. Einschränkung des Zitierrechts.
3. Die Textindustrie erhält dieselben Rechte wie die Musik- und Filmindustrie.
4. Die Verwertungsgesellschaften dürfen eine Internet-Abgabe einziehen.
5. Internet-Access-Provider und Mobilfunkbetreiber finanzieren eine Kulturflatrate.Diese Zusammenstellung an Infomationsquellen könnte bei Einführung eines Leistungsschutzrechtes vielleicht nicht mehr legal sein.
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: eco polITalk: Die „Digitale Mentalität“ 2009
: eco polITalk: Die „Digitale Mentalität“ 2009 Gestern Abend lud der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco zum „polITalk“ in Berlin. Es ging um die „Digitale Mentalität“, Geschäftsmodelle im Internet und digitale Inhalte als Kultur- und Wirtschaftsgut in Deutschland und Europa. Die Diskussion verlief durchaus kontrovers.
Lawrence Lessig schreibt in seinem großartigen Buch „The Future of Ideas“, „The commitment of a society open to innovation must be to let the old die young.“ Dieser Satz hätte als Motto für die Diskussion dienen können, die damit begann, dass Hergen Wöbken vom Institut für Strategieentwicklung in seinem Impulsreferat feststellte: „Die wenigsten alten Geschäftsmodelle sind eins zu eins auf das Netz zu übertragen“.
Während Wöbken darauf hinwies, dass das Internet „in fast allen Bereichen der Wertschöpfungskette“ einen Vorteil biete, klagte Silke Springensguth, bei DuMont zuständig für das Internetgeschäft: „Wir kämpfen im Internet mit ganz großen Problemen.“ Denn Nachrichten im Internet lesen sei nicht illegal – sondern ganz normal. Den Verlagen fehle es so an Einnahmequellen.
Die Klage ist altbekannt: „Das Internet ist nicht für lau, aber die, die die Inhalte erstellen, verdienen nichts.“ Bezahlen würden die Kunden für die Transportwege, daher müsse man sich anschauen, wie man auf dem Weg zum Konsumenten Geld verdienen können. Diese Haltung der Verlage, sich „an jemanden dranzuknüpfen“, kritisierte Johnny Haeusler von Spreeblick dagegen vehement: Mal sei es Google, dass ja ohne die Inhalte der Verlage kein Geld verdienen könne, mal die Provider. Springensguth widersprach allerdings: Man wolle nicht von den Providern Geld erhalten.
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: 10+ Faktoren für den Qualitätsjournalismus
: 10+ Faktoren für den Qualitätsjournalismus Christiane Schulzki-Haddouti hat auf Kooptech „10+ Faktoren für den Qualitätsjournalismus“ zur Diskussion gestellt. Als Hintergrundinformation gibt es die ausführliche und lesenswerte Mediendisput-Analyse als PDF.
Die zehn Faktoren, die guten Journalismus beeinflussen:
* Geld: Die knapper werdenden finanziellen Ressourcen führen in den Redaktionen zu einem Abbau des Personals und bei freien Journalisten über weniger Aufträge und Honorardumping zu einem niedrigerem Einkommen.
* Zeit: Es steht aufgrund des erhöhten finanziellen Drucks immer weniger Zeit für Recherche und Qualitätssicherungsmaßnahmen zur Verfügung.
* Routinen: Die Selektionskriterien von Journalisten können zu einer systematischen Vernachlässigung von Themen führen, die für die Bevölkerung relevant sind. Die Recherche als Routine wird zunehmend abgebaut. -
: Redesigning public media for the 21st Century
: Redesigning public media for the 21st Century Interessante Diskussion über die Zukunft des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks in den USA: Ellen Goodman and Jake Shapiro on Redesigning public media for the 21st Century.
Ellen Goodman of Rutgers University School of Law and Jake Shapiro, Executive Director of the Public Radio Exchange (PRX), discuss public media’s role in providing public discourses, advancing democratic capabilities, and empowering publics to communicate and organize. The two investigate whether the United States has a system of public media that is able to support the kinds of widespread, high value, noncommercial, and productive communications essential for democratic functions.
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: Soziale Netzwerke bei analyse & kritik (ak)
: Soziale Netzwerke bei analyse & kritik (ak) Die traditionsreiche linke Zeitung analyse & kritik (ak) (Wikipedia) hat in ihrer aktuellen Ausgabe einen Schwerpunkt zu sozialen Netzwerken und Web 2.0.
Bürogemeinschaft 9to5: Alle Menschen werden Freunde – Das politische Potenzial von sozialen Netzwerken:
Eine vergleichbare soziale Dynamik liegt auch vielen aktuellen politischen Auseinandersetzungen zu Grunde: der Bewegung „V de Vivienda“, die von einer anonymen Mail ausgelöst wurde; der Klagewelle gegen Hartz IV, die ohne Internetforen wie chefduzen.de kaum denkbar wäre; dem erfolgreichen Streik der italienischen IBM-Arbeiter, der nicht im Betrieb, sondern innerhalb der digitalen Online-Welt Second Life stattfand; der Online-Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen, die offline nicht zu Stande gekommen wäre; …
Mercedes Bunz: Sozial 2.0: Herr, Knecht, Feind, Freund – Soziale Netzwerke und die Ökonomie der Freundschaft (Original und ungekürzt in De:Bug 120):
Die Sache ist komplizierter. Tatsächlich sind soziale Netzwerke nicht per se böse. Auch wenn sie immer mal wieder den Usern zu nahe treten, ihre Daten für targeted ads verticken und das in all jenen Fällen, in denen sie ihren Usern zu nah auf die Pelle rücken, jedes Mal nach der Welle der Empörung bitter rückrudernd bereuen, werden sie ihre User nicht prinzipiell für ein Appel und ein Ei verkaufen. Denn das vergrault sie. Und damit ist das Businessmodell futsch. Der Herr ist heute eng an den Knecht gebunden, tatsächlich wird er ab und an deshalb eben zum Knecht der User, denn natürlich wollen sie mit den Datenspuren ihrer Kunden Geld machen. Umso dringender muss man sich die Frage stellen, wem heute eigentlich meine Gewohnheiten gehören – mir oder dem Netzwerk.
Klaus Schönberger: Die Debatte erden – Das Internet, soziale Netzwerke und Realität des Web 2.0:
Der Protest von sozialen Bewegungen wird seit der frühbürgerlichen Revolution periodisch mit der Entwicklung von Medientechnologie in Verbindung gebracht. Immer wieder gelten medienkulturelle Entwicklungen als Verursacher und Auslöser von Protest und Widerstand. Dabei ist es umgekehrt. Unter denen, die AktivistInnen sind, protestieren und mobilisieren, finden sich insbesondere auch jene, die willens und qualifiziert sind, sich die neuen Medienformate anzueignen. Insofern macht es Sinn, gesellschaftliche Bereiche wie soziale Gruppen zu unterscheiden.
Meine Daten gehören mir – ein Interview mit Jan Schallaböck vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein zu sozialen Netzwerken, Suchmaschinen und Datenschutz:
Es erscheint notwendig, nochmals grundlegend über diese Fragen nachzudenken. So stellt sich die Frage, ob unser Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung, das 1983 zweifelsohne wegweisend war, heute noch ausreicht. Auf Grund der vielen gesetzlichen Ausnahmeregelungen davon und privaten Datensammlungen ist es für User nicht zu überblicken, was mit den Daten eigentlich passiert. Es wäre viel besser, wenn man zwei oder drei Grundprinzipien hätte, die dafür ohne große Einschränkungen gälten.
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: Öffentlich-Rechtlich neu denken?
: Öffentlich-Rechtlich neu denken? Thierry Chervel stellt im Wahlblog der Heinrich Böll Stiftung die Frage, ob man anstatt der Debatten rund um Kultursubventionen, der Diskussion um GEZ-Gebühren, dem Streit um staatlichen Artenschutz für die Presse und die Kulturflatrate nicht einfach das große Ganze diskutieren sollte: Den öffentlich-rechtlichen Anstalten eine Zukunft stiften.
Welche Partei wäre in diesem Wahlkampf, in dem nichts zur Debatte zu stehen scheint, bereit, hier einen wirklichen Bruch zu skizzieren? Zum Beispiel: die Anstalten aufzulösen und an ihre Stelle Stiftungen treten zu lassen, die einzelne Sende- oder Medienprojekte ausschreiben? Alle Medien wären dann frei, sich darauf zu bewerben, die neu gefassten Strukturen der Öffentlich-Rechtlichen ebenso wie Zeitungskonzerne oder Internetmedien. An die Stelle einsamer Intendanten-Entscheidungen, die von Rundfunkräten abgenickt werden, solange der Parteienproporz gewahrt ist, träte eine gesellschaftliche Diskussion über die Relevanz von Formaten und Inhalten. Vielleicht gäbe es dann auch witzige Ideen für Fernsehserien statt Alpenglühen und Volksmusik. Das knappe öffentliche Gut sind heute jedenfalls nicht mehr ein paar Frequenzen, zu deren Verwaltung fest installierte Institutionen notwendig sind. Das knappe Gut ist die Öffentlichkeit selbst.
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: Taz.de und die Abhörzentrale
: Taz.de und die Abhörzentrale Taz.de berichtete am Wochenende über „Schäubles Abhörzentrale“. Dieser Text stand nicht lange online und erstmal wurde auf der Seite davon berichtet, dass der Artikel aus „rechtlichen Gründe“ runtergenommen wurde. Aus den „rechtlichen Gründen“ wurden dann bald „technische Gründe“. Schnell schossen Verschwörungstheorien aus dem Boden, dass dahinter Schäuble oder eine andere Institution stecken könnte, die unliebsame Berichterstattung verhindern will. Der Artikel stand bald auch dokumentiert auf Wikileaks.
Mittlerweile findet sich ein weiterer Hinweis auf Taz.de:
Dass wir den Text aus dem Netz genommen haben, ist nicht, wie irrtümlich geschrieben, aus rechtlichen Bedenken etc. geschehen und Herr Schäuble hat uns dazu auch nicht aufgefordert oder gezwungen. Wir wollen ihn inhaltlich nachbessern und veröffentlichen Anfang der kommenden Woche zum Thema eine aktualisierte Version des Textes.
Das sieht danach aus, dass der Artikel runter genommen wurde, weil das Qualitätsmanagement nicht klappte und einige inhaltliche Fehler in dem Artikel eingeflossen sind. Ist ja auch Sommerzeit und da sind viele im Urlaub. Wenn man sich den Artikel genauer durchliest, findet man auch einige Fehler, z.B. dass in der Abhörzentrale die Vorratsdatenspeicherung durchgeführt wird. Das stimmt natürlich nicht: Die Provider speichern die Daten der Vorratsdatenspeicherung, auf die dann die Sicherheitsbehörden zugreifen können. Ich bin mal gespannt, wie der neue angekündigte Text ausfallen wird. Etwas schade ist, dass die Krisenkommunikation durch taz.de nicht einwandfrei geklappt hat. Hier hätte man sofort transparent die Gründe offen legen sollen, um der Verbreitung von Gerüchten entgegen zu wirken.
Update:
Hier ist das Drama um den Taz.de Artikel zur Bundesabhörzentrale anschaulich dokumentiert.
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: Webseitenkritik beim ZDF
: Webseitenkritik beim ZDF vor einem Monat war ich bei einer Presse-Vorstellung vom ZDF zu den Online-Aktivitäten im Rahmen des Bundestagswahlkampfes. Dabei habe ich wohl einige interessante Fragen gestellt und Verbesserungswünsche gehabt, so dass ich am morgigen Freitag nach Mainz eingeflogen werde, um bei den Internet-Verantwortlichen des ZDF eine Webseitenkritik zu machen. Konkret geht es um die Angebote heute.de und wahl.zdf.de.
Viele Verbesserungsvorschläge wie Embedding der Videos, Creative Commons Lizenzen, etc. habe ich schon im Kopf, aber Ihr könnt mir gerne weitere in die Kommentare schreiben, die ich dann mitnehmen kann.
Update: Danke für die vielen konstruktiven Verbesserungsvorschläge. Ich hab die alle mitgenommen und vorgestellt.
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: Zeitungskrise im Deutschlandfunk
: Zeitungskrise im Deutschlandfunk Der Deutschlandfunk hat heute im DLF-Magazin ab 19:10 Uhr über die Zeitungskrise berichtet. Die MP3s sind schon im Netz verfügbar. In einem Beitrag wurde mein morgendliches Mediennutzungsverhalten mit dem der etwas älteren Radio-Journalistin verglichen: Klicken statt Blättern – Notebook contra Zeitung. (MP3).
Die weiteren Beiträge zum Thema:
Wenn Zeitungen von gestern sind – Die New York Times und das Internet (MP3)
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: Der dradio-Recorder im Beta-Test
: Der dradio-Recorder im Beta-Test Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur haben vor einem Monat einen kostenlosen Radiorecorder vorgestellt. Dieser läuft derzeit im Beta-Test und sucht noch Feedback. Bisher ist nur eine windows-Version verfügbar, aber Mac- und Linux-Versionen sind angekündigt. Der Recorder soll zwar an die Bedürfnisse der dradio-Hörer angepasst sein (Was immer das heißen mag), aber soll gleichzeitig auch über 5000 andere Radiosender mitschneiden können.
Mehr zur Software und dem Beta-test gibt es auf der dradio-Webseite: Sendungen mitschneiden und hören, wenn Sie Zeit haben.
Wer zu spät einschaltet, verpasst das Beste. Das galt früher. Mittlerweile bietet dradio-online mit Podcasts und Audio-on-Demand vielfältige Möglichkeiten, Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur zeitsouverän zu nutzen. Dieses Angebot wird nun durch ein Multi-Talent vervollständigt: Der dradio-Recorder ist noch im Beta-Stadium, also im Entwicklungsstadium.
Er spielt die Live-Streams der beiden Programme zuverlässig ab, zeichnet Radiosendungen sofort oder zeitversetzt auf oder zeichnet eine Sendung auf, während Sie den Live-Stream einer anderen Radio-Station hören. Aber der Recorder leidet auch noch an kleineren Kinderkrankheiten. -
: Heute Nachmittag: Taz-Diskussion um WM-Boykott
: Heute Nachmittag: Taz-Diskussion um WM-Boykott Heute gibt es zwischen 14–16 Uhr eine Diskussion der Taz rund um ihren Boykott der Leichtathletik-WM live im Netz und im Taz-Cafe:
Die Auflagen, denen JournalistInnen zustimmen müssen, um eine Akkreditierung für Großveranstaltungen zu bekommen, werden immer absurder. Die taz hat die Leichtathletik WM zum Anlass genommen, um darauf deutlich hinzuweisen und boykottiert die gesamte Berichterstattung. Wir diskutieren gemeinsam mit KollegInnen anderer Medien über die zunehmende Einschränkung der freien Arbeit von Journalisten.
Mit dabei sind:
Claudio Catougno, Sportredaktion „Süddeutsche Zeitung“ – Uwe Vorkötter, Chefredaktion „Berliner Zeitung“ (angefr.) – Jörg Winterfeldt, Sportredaktion „Die Welt“ (angefr.) – N.N., Chefredaktion „Der Tagesspiegel“ – Michael Konken, DJV-Chef, und die ehem. SportlerInnen Dr.med. Heidi Schüller und Dieter Baumann
Ort: tazcafé, Rudi-Dutschke-Str. 23, 10969 Berlin, Eintritt frei
[Danke an Veselin]
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: Spagat im Spiegel: „Das Internet ein Polizeistaat ohne Staat.“
: Spagat im Spiegel: „Das Internet ein Polizeistaat ohne Staat.“ Der aktuellen Spiegel widmet sich dem Netz und den damit einhergehenden Herausforderungen für die Politik. Der Artikel schafft oder versucht es zumindest sich keiner der Netzideologischen Kampfrichtungen anzuschließen. Die Autoren decken die komplexen Grenzen auf, an die unser Rechtssystem und auch der Staat angesichts einer globalen digitalen Anarchie stoßen.
„Zwietracht und Rechtsstreit: Das ist meist alles, was dabei herauskommt, wenn die Politik versucht, in die Netzwelt einzugreifen.“
Das Web will in die Wirklichkeit.
Das Internet wurde zuerst als rein technisches Kommunikationsmedium wahrgenommen, schon damals von großer Euphorie begleitet. Mit dem Web 2.0 bekam das Netz eine soziale Dimension und jetzt stehen wir an der Schwelle zu einem gesellschaftlichen Netz. Einem Internet, indem sich Menschen nicht nur zum Musik hören, Sex haben und Joggen verabreden – sondern politische Entscheidungen treffen wollen und da dafür noch die Volksvertreter da sind, verabreden sie sich eben erstmal online dazu denen offline auf die Füße zu treten. Ja, heute hat sogar der Spiegel erkannt: „Möglicherweise ist das allmächtige Netz, die erste globale Entscheidungsstruktur, die tatsächlich den internationalen Zirkus, der von den Staaten angetriebenen Konsenssuche ersetzen kann.“
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: SPIEGEL: Netz ohne Gesetz
: SPIEGEL: Netz ohne Gesetz Nachdem letzte Woche schon der SPIEGEL in seiner Ausgabe drei Seiten über Netzpolitik und die Netzöffentlichkeiten geschrieben hat, ist nun daraus eine Titelstory geworden. Der Titel „Netz ohne Gesetz – Warum das Internet neue Regeln braucht“ ist wieder gewohnt reisserisch und spielt mit dem beliebten Vorurteil, dass das Internet ein rechtsfreier Raum ist. Schade, das hätte man auch besser machen können, wie Heiko Hebig zeigt. Auf 13 Seiten widmet sich die Redaktion der Debatte um Netzregulierung und Netzpolitik.
Als Spiegel-Abo-Besitzer konnte ich mir praktischerweise gerade schon die Story durchlesen. Die Kurz-Kritik nach dem lesen von 57680 Zeichen: Die Story ist besser als der Titel verspricht. Es werden viele richtige Fragen gestellt und Probleme beschrieben, auch wenn ich nicht alle Schlußfolgerungen teile.
Übrigens heisst der Tital im Heft anderes:
freiheit@unendlich.welt
Längst ist das Internet ein Paralleluniversum. Die Refugien der Diebe, Rufmörder, Kinderschänder entziehen sich weitgehend der Kontrolle des Rechtsstaats. Nur einer transnationalen Instanz kann es gelingen, Ordnung zu schaffen. Das Ziel: die globale Netzdemokratie.
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: Sicherheitswahn: taz boykottiert Leichtathletik-WM
: Sicherheitswahn: taz boykottiert Leichtathletik-WM Gut, mag sein, dass wir bei Netzpolitik nicht gerade das sportlichste Blog des Landes sind. Mit Überwachung und Datenschutz hingegen kennen wir uns ein bisschen aus. Und genau deshalb können wir gut nachvollziehen, warum sich die geschätzten Kollegen von der taz querstellen:
PRESSEMITTEILUNG, Berlin, 5. August 2009
Die taz boykottiert Berichterstattung über Leichtathletik-Weltmeisterschaft
Kein Ereignis ist wichtig genug, um für eine Berichterstattung die Grundregeln der Pressefreiheit zu verraten. Deshalb hat sich die in Berlin erscheindene tageszeitung (taz) entschieden, über die Leichtathletik-Weltmeisterschaft, die am 15. August in Berlin beginnt, nicht zu berichten.
Wie schon bei der Fußball WM 2006, müssen JournalistInnen, um eine Akkreditierung für die WM zu bekommen, einer umfassenden Überprüfung ihrer persönlichen Daten zustimmen. Genutzt werden dabei Datensammlungen der Polizei des Bundes und der Länder bis hin zu Informationen des Verfassungsschutzes sowie des Bundesnachrichtendienstes.
Die taz versteht das als massiven Eingriff in das Gebot der Pressefreiheit. Wenn ein Journalist nachweisen kann, dass er ein Journalist ist, hat er das Recht seiner Arbeit nachzugehen. Jegliche Einschränkungen sind aus guten Gründen nicht geboten.
Die Datenerhebung wird nicht nur zu einer rechtswidrigen Auflage gemacht, um eine Arbeitsgenehmigung im Olympiastadion zu bekommen. Dazu kommt, dass privaten Unternehmen, jetzt dem Berlin Organising Committee (BOC), bei der Fußball WM der FIFA, die Daten der Sicherheitsbehörden zur Verfügung gestellt werden. Es sind dann schließlich diese Privatunternehmen die entscheiden, wem es erlaubt wird, das Stadion zu betreten und wem nicht. Auch dafür gibt es keinerlei Rechtsgrundlage.
Diese so genannten Zuverlässigkeitsprüfungen sind ein weiterer Beleg dafür, dass unter dem Deckmäntelchen Sicherheit die Rechte von JournalistInnen immer weiter eingeschränkt werden. Nachdem die Überwachung von Telefon- und Internetdaten deutlich ausgeweitet wurde, werden Pressevertreter bei Großveranstaltung offensichtlich immer häufiger gezwungen, einem Personencheck zuzustimmen, wenn sie ihre Arbeit machen wollen.
Dieses Spiel macht die taz nicht mit.
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IMPRESSUM
taz Verlag
Rudi-Dutschke-Strasse 23
10969 Berlin -
: Hamburger Erklärung: Google und der Zoodirektor
: Hamburger Erklärung: Google und der Zoodirektor Malte Welding hat im Blogblick der Netzeitung einen schönen Überblick zur derzeitigen (ziemlich bizarren) Journalismus-/Urheberrechts-Debatte verfasst: Google und der Zoodirektor.
Verlage gegen Google, Journalisten gegen Blogger, bloggende Journalisten gegen journalistischen Contentdiebstahl – die Lage ist unübersichtlich, aber mit ein wenig Anstrengung entwirrbar. Aber der Reihe nach: Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Zoodirektor. 50 Prozent Ihrer Besucher kämen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Busunternehmer, Bahn und Taxifahrer bezahlen zwar keinen Cent für die Fütterung der Tiere, verdienen aber sehr ordentlich an den Zoobesuchern. Da ist es doch nur allzu verständlich, dass Sie als Zoodirektor Geld von den Transportunternehmern fordern. «Aber das ist doch Unsinn», sagen Sie, «der Zoodirektor profitiert doch schon von den Verkehrsbetrieben, denn sonst kämen nur Fußgänger.» Aber bedenken Sie doch bitte: Sie sind der Zoodirektor! «Ach so. Ja, dann sollen die bezahlen!» Sehen Sie. So einfach ist das. Und schon haben Sie die Hamburger Erklärung verstanden.
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: UK: 24h CCTV-Überwachung für 20.000 Problemfamilien?
: UK: 24h CCTV-Überwachung für 20.000 Problemfamilien? Die bizarre Story, dass in Grossbritanien demnächst CCTV-Videoüberwachung für 20.000 Problemfamilien eingeführt wird, ging die letzten Tage durch deutsche Medien und Blogs. Ich habs nicht thematisiert, weil mir die Story irgendwie komisch vorkam und ich keine Zeit zum recherchieren hatte. Letzteres hat Torsten Kleinz freundlicherweise übernommen. Er ist den Quellen nachgegangen und fand heraus, dass die Story ziemlicher Schwachsinn ist: Big Brother und die Medienkompetenz .
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: Spiegel: Aufstand der Netzbürger
: Spiegel: Aufstand der Netzbürger Der aktuelle gedruckte Spiegel berichtet prominent auf den Seiten 26–28 über Netzpolitik und den „Aufstand der Netzbürger“ (Update: Artikel ist schon online!). Der ursprünglich als Titel-Story geplante Artikel ist leider aufgrund einiger anderer Konkurrenzthemen in den vergangenen Wochen zu einem „mittelgroßen“ Beitrag geworden. Aber trotzdem prima, dass Netzpolitik mal der Spiegel-Zielgruppe nahe gebracht wird.
Ein kleiner Fehler hat sich eingeschlichen: „Von den Positionen des Chaos Computer Clubs, die möglichst eine totale staatliche Abstinenz in Digitalien fordert, ist er weit entfernt.“, werde ich da zitiert. Das kommt wahrscheinlich davon, dass ich länger mit dem Redakteur auch über John-Perry Barlow und die Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace gesprochen habe. Auf die Frage, wo man denn noch Vertreter dieser radikal-libertären Positionen finden könnte, hab ich auf den Chaos Computer Club als möglichen weiteren Kontakt verwiesen, weil dort einzelne Mitglieder diese Positionen teilen. Die öffentlichen Aussagen der Chaos Computer Clubs kann ich aber in der Regel jedes Mal unterschreiben.
Mal schauen, wie lange es noch dauert, bis Netzpolitik als Thema mal der Titel-Aufhänger von Spiegel, Stern oder Focus werden?