Thierry Chervel stellt im Wahlblog der Heinrich Böll Stiftung die Frage, ob man anstatt der Debatten rund um Kultursubventionen, der Diskussion um GEZ-Gebühren, dem Streit um staatlichen Artenschutz für die Presse und die Kulturflatrate nicht einfach das große Ganze diskutieren sollte: Den öffentlich-rechtlichen Anstalten eine Zukunft stiften.
Welche Partei wäre in diesem Wahlkampf, in dem nichts zur Debatte zu stehen scheint, bereit, hier einen wirklichen Bruch zu skizzieren? Zum Beispiel: die Anstalten aufzulösen und an ihre Stelle Stiftungen treten zu lassen, die einzelne Sende- oder Medienprojekte ausschreiben? Alle Medien wären dann frei, sich darauf zu bewerben, die neu gefassten Strukturen der Öffentlich-Rechtlichen ebenso wie Zeitungskonzerne oder Internetmedien. An die Stelle einsamer Intendanten-Entscheidungen, die von Rundfunkräten abgenickt werden, solange der Parteienproporz gewahrt ist, träte eine gesellschaftliche Diskussion über die Relevanz von Formaten und Inhalten. Vielleicht gäbe es dann auch witzige Ideen für Fernsehserien statt Alpenglühen und Volksmusik. Das knappe öffentliche Gut sind heute jedenfalls nicht mehr ein paar Frequenzen, zu deren Verwaltung fest installierte Institutionen notwendig sind. Das knappe Gut ist die Öffentlichkeit selbst.