In der aktuellen Zeit steht ein ausführlicher Artikel zu den wirtschaftlichen Hintergründen des Zeitungssterben in Deutschland: Deutschland, entblättert. Wie man sich das vorstellen kann, ist nicht unbedingt das Internet Schuld daran. Sondern eher Controlling-Massnahmen und Rendite-Erwartungen, die über dem Durchschnitt liegen.
Ein unsichtbares Band ist gerissen, in Anklam, Stuttgart, München. Die deutschen Verleger hatten es über Jahrzehnte verstanden, Unternehmer zu sein und gleichzeitig gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Über Jahrzehnte vertraute man seinem Produkt, auch in Durststrecken. Als die ZEIT Ende der Neunziger vier Jahre lang Verluste machte, reagierte man mit Geduld, nicht mit Sparmaßnahmen. Springer wartete 60 Jahre lang darauf, dass die Welt rentabel würde. Heute zählen in vielen Verlagen nur die nächsten Quartalszahlen.