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  • : BOBs Finale am Donnerstag in Berlin
    BOBs Finale am Donnerstag in Berlin

    Am Donnerstag Abend gibt es im Museum für Kommunikation in Berlin die Preisverleihung der „BOBS – Best of Blogs“ der Deutschen Welle. Cedric Kalonji (Kongo), Gewinner „Best Weblog Französisch“ in 2007, hält eine Keynote über “Blogs Give a Voice to the Voiceless“.

    Beginn ist 20 Uhr, Einlass etwas früher und der Eintritt ist frei. Dieses Jahr soll es auch WLAN geben. Das Museum für Kommunikation ist in der Leipziger Straße 16 in Berlin-Mitte.

    24. November 2008
  • : Presse-Echo zum IT-Gipfel
    Presse-Echo zum IT-Gipfel

    Heise: IT-Gipfel: „digitale Dividende“ für mobile Breitband-Versorgung

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für eine rasche Neuaufteilung des durch die Digitalisierung von Radio und Fernsehen freiwerdenden Funkspektrums ausgesprochen. „Wir brauchen auch die Luft“, erklärte die CDU-Politikerin Politiker am heutigen Donnerstag auf dem dritten nationalen IT-Gipfel in Darmstadt. Die „digitale Dividende“ im Rundfunkbereich müsse in den Internetbereich umgelagert werden. Sonst sei das Vorhaben nicht zu schultern, Breitband „bis ins letzte Haus“ verfügbar zu machen. Dieses Ziel sollte ihrer Ansicht nach aber prinzipiell „in drei bis vier Jahren“ umgesetzt werden. Das habe schon allein etwas mit der Schaffung von Lebensqualität zu tun.

    Carta: “IT-Gipfel”: Korporatistisches Schaulaufen ohne Vision.

    Dabei hätte die Digitalisierung und ihre Folgen eine wirklich ernsthafte Beschäftigung der Regierung verdient. Dabei müssen die inhaltliche Vorbereitung, die Führung und die Visionen jedoch von der Politik und der Regierung ausgehen. Das genau aber scheint bei dem Gipfel nicht der Fall zu sein. Statt dessen entsteht der Eindruck einer eher mäßig organisierten Kontaktmesse für Regierungsbeamte und Lobbyisten mit angeschlossenem Medienevent.

    Breitband-Online: Visionen an der Leine – IT-Gipfel verpasst den Anschluss an eine zeitgemäße Netzpolitik.

    Statt Internet als Grundversorgung voranzubringen, forden die Branchenriesen Investitionen in die öffentliche Infrastruktur. Dazu gehören die elektronische Gesundheitskarte oder der neue ePersonalausweis – beide Projekte sind außerhalb der profitierenden IT-Branche höchst umstritten.

    20. November 2008 4
  • : 30. Berliner Web Montag
    30. Berliner Web Montag

    Heute abend ist wieder Web Montag im newthinking store.

    17. November 2008
  • : openeverything Berlin
    openeverything Berlin

    Am Samstag, 6. Dezember 2008, findet der Berliner Event der globalen Diskurs-Reihe openeverything statt.

    openeverything is a global conversation about the art, science and spirit of ‚open’. It gathers people using openness to create and improve software, education, media, philanthropy, neighbourhoods, workplaces and the society we live in: everything. It’s about thinking, doing and being open.

    openeverything Berlin bringt Akteure, die in ganz verschiedenen Bereichen mit offenen Ansätzen produzieren, kooperieren und experimentieren zu Austausch, Präsentation und Diskussion zusammen. Freie/Open Source Software, Wikipedia und Freifunk bilden als etablierte und erprobte offene Projekte eine Grundlage zum Verständnis offener Ansätze. Prinzipien von Teilen, Transparenz, online Kollaboration, aufeinander Aufbauen, Offenlegen von Designelementen, Freigabe zur Bearbeitung usw. verändern Leben und Arbeiten heute weit darüber hinaus. Zu den Themen werden u.a. gehören: Open Design, Open Fashion, Open Government Strategien, Open Business Modelle, Open Hardware, Creative Commons, Open Music + Film, Kunstprojekte mit offenem Ansatz, Open Education, Open Event Formate … , sowie ein neuer Dokumentarfilm zu Open Governance (Programm + (wachsende) Teilnehmer/Themen-Liste).

    Wir freuen uns besonders, dass openeverything Berlin einen zentralen Punkt der globalen Veranstaltungsreihe bilden wird. Organisatoren der bereits stattgefundenen Events in Kapstadt/Südafrika und London/UK werden bei uns vor Ort sein und einen Überblick über die Ergebnisse ihrer jeweiligen Events vorstellen. Am Morgen wird es eine Übergabe mit Open Everything Hong Kong und am Abend mit Open Everything Madison/Wisconsin/USA geben.

    9. November 2008 8
  • : Towards Networked Protest Politics – Tag eins
    Towards Networked Protest Politics – Tag eins

    Ich war gestern und bin auch heute noch auf der Konferenz „Social Web – Towards Networked Protest Politics?“ an der Universität Siegen. Unter dem Zeichen der „Medienumbrüche“ geht es um digitale Technologien und deren Einfluss auf politische Protestformen. „Simply new wine in old bottles or is it a new politics of protest?“ fragt der Flyer.

    Weil der Tag doch recht lang war, will ich erst einmal nur einige interessante Positionen herausgreifen.

    Dieter Rucht erklärte in seiner Keynote, dass das Internet für „progressive gruppen“ keinen Vorteil gegenüber ihren Opponenten bedeute. Als Grund nannte er vor allem die Dominanz der „Big Player“, die von Suchmaschinen, aber auch Angeboten wie der Wikipedia bevorzugt würden.

    „Not accidentally, the privileged websites, i.e., those who range on top of the list of findings by search engines, tend to be those of the big political players. This pattern is basically mirrored by articles in the Internet, e.g., entries of Wikipedia, that are meant to give orientation to un-experienced information seekers. Not surprisingly, these articles too tend to focus on the big political players. Nevertheless, it seems that the Internet has contributed to reduce the gap between the media standing of big and small players, though this effect should not be overestimated.“

    Zudem sei auch das Web 2.0 nicht geeignet, neue Aktivisten zu mobilisieren. Ruchts Schluss: „The role of the Internet in political communication and, above all, political mobilisation was and still is overestimated.“

    Eine eher ungewollte Unterstützung für diese These lieferte Patrick Meier, der im Rahmen seiner Dissertation den Einfluss von Informations- und Telekommunikationstechnologien (ICT) auf authoritäre Regimes untersucht hat. Das überraschende Ergebnis seiner Studie lautet:

    „An increase in the number of internet users leads to a decrease in protests in authoritarian regimes.“

    Anders als erwartet führen neue Organisationsmöglichkeiten über Social Media nicht zu einem Anstieg, sondern zu einem signifikaten Abfall an größeren Protesten. Das gleiche gilt, allerdings in deutlich geringerem Maß, für die Verbreitung von Mobiltelefonen. Eine Erklärung für dieses Phänomen, das auch meine subjektiven Wahrnehmung von Protestbewegungen etwa in Ägyoten konterkariert, hat Meier bisher nicht.

    Ralf Lindner zeigte am Beispiel einiger kanadischer Organisationen auf, das politische Aktivisten ICT-Anwendungen sehr selektiv auswählen und signifikant unterschiedlich nutzen.
    Er teilte dafür Anwendungen in vertikale (Allocution, Consultation, Registration) und horizontale Kommunikation (Conversation / Dialogue) ein. Im Ergebnis zeigt sich, dass rechte / konservative Gruppen eher vertikale, linke / progressive Gruppen eher horizontale Kommunikationswege nutzen.

    „A positive relationship between a favoured model of democracy and specific communication modes has been largely confirmed. […] Ideological orientations are an important factor in the processes of adopting ICTs for the purpose of political communication.“

    Edouard Morena wies im Zusammenhang mit seiner Arbeit über Soziale Netzwerke in der französischen Bauernbewegung „Fédération Paysanne“ darauf hin, dass Social Networks regionale Gruppen nicht etwa durch Vernetzung aufheben, sondern erhalten. Letztendlich führten Soziale Netzwerke zum Verwischen der Trennung zwischen inhaltlichen Themen und sozialen Gruppen.

    Der aus meiner Sicht interessanteste Beitrag war allerdings die Keynote des Amsterdamer Professors Richard Rogers, der in seiner Keynote die Forderung nach einem völlig neuen Forschungsstil darlegte.

    Bis etwa 2000, so Rogers, sei man von dem Konzept des Cyberspace ausgegangen – der Trennung von virtueller und „realer“ Welt. Um 2000 sei dann diese Trennung zugunsten der Sichtweise des Virtuellen als Teil der realen Welt aufgegeben worden.

    Die wissenschaftliche Fragestellung sei damit „Web as virtual society?“

    Nun sei es aber Zeit für eine neue Fragestellung: „Web as virtual? society“, wie Rogers vorschlug.

    „The virtual has become an indication of what’s going on in the real […] claims about society are being grounded in the digital.“

    Unter den jetzigen Bedingungen würden Methoden aus den Sozialwissenschaften auf das Web übertragen. Rogers schlug stattdessen „Virtuelle Methoden“ vor, die einem anderen Aufhänger folgen und weniger das menschliche Verhalten als vielmehr die Struktur der Onlineangebote betrachten.

    8. November 2008 10
  • : World Usability Day 2008
    World Usability Day 2008

    Am 13. November ist wieder World Usability Day. In fast 30 Ländern mehr als 80 Veranstaltungen zum Thema Usability durchgeführt. In Deutschland finden dieses Jahr in 15 Städten Veranstaltungen zum Thema Usability statt. Zum vierten Mal wird der World Usability Day in Berlin veranstaltet. Themenschwerpunkt ist dieses Mal „Usability im Web 2.0“. Veranstaltungsort ist der GLS Campus in der Kastanienallee 82. Der Eintritt ist frei.

    Aus dem Programm:

    10:10
    Keynote: Aaron Day (iconmobile, Berlin)
    „Making life easier“ – Are we doing this? Aula

    30. Oktober 2008 4
  • : Ubuntu 8.10 „Intrepid Ibex“ Release Party
    Ubuntu 8.10 „Intrepid Ibex“ Release Party

    Theoretisch sollte heute oder morgen die neue Ubuntu-Version 8.10 mit dem Codenamen „Intrepid Ibex“ erscheinen. Das .10 steht ja immer für den Erscheinungsmonat Oktober. Kurze Zeit später ist Ubuntu 8.10 auch schon offiziell erschienen.

    Auf jeden Fall gibt es schon eine angesetzte und mittlerweile traditionelle Release Party am kommenden Samstag, den 1. November in der c‑base in Berlin. Organisiert von der Berliner Ubuntu-Community wird es wieder Vorträge rund um Ubuntu und Freie Software geben. Beginn ist 16 Uhr und der Eintritt dürfte wie immer frei sein.

    Es gibt wieder interessante Vorträge für Ein- und Umsteiger aber auch für Ubuntu-Nutzer:

    * 16:30 Neues in Ubuntu Intrepid Ibex
    * 17:00 Unerschrocken durch alle Netze, neues Netzwerkmanagement des Steinbocks
    * 17:30 Netz, von Fenster zu Fenster
    * 18:00 Der semantische Desktop „DeepaMehta“
    * 18:30 Erste Schritte mit Ubuntu & Desktop aufpeppen
    * 19:00 Arbeitsumgebungen in Ubuntu: KDE 4

    30. Oktober 2008 3
  • : Münchener Medientage zu Blogs und Open Source
    Münchener Medientage zu Blogs und Open Source

    Meine newthinking-Kollegin (und leider viel zu seltene Mitbloggerin) Andrea Goetzke ist Morgen Nachmittag auf den Münchener Medientage Teilnehmerin einer Podiumsdiskussion über „Blogs, Open Source Medien und social Networks – Zwischen Selbstüberschätzung und Beitrag zur Pluralen Meinungsbildung“.

    Der US-Präsidentschaftswahlkampf wird an breiter Front im Internet geführt, Barack Obama wirbt für sich mit einem Profil auf MySpace, die Initiative ‚Off the Bus’ arbeitet mit tausenden Laien-Berichterstattern, die über die Kandidaten im ganzen Land informieren. ‚Das Internet demokratisiert die Macht’, sagte Arianna Huffington, Chefin der ´The Huffington Post‚ einmal in einem Interview. Die vereinfachte Technik, die es in Mediendemokratien grundsätzlich jedem ermöglicht, im Internet zu publizieren und zu interagieren, weckt Hoffnungen auf mehr politische Partizipation und größere Transparenz. Doch anders als in den USA scheint die politische Debattenkultur in deutschen Blogs noch nicht so richtig angekommen. Für die deutschen Parteien könnte der Bundestagswahlkampf 2009 ein Anlass sein, die neuen Möglichkeiten besser auszuloten. Oder sind Weblogs für deutsche Parlamentarier, die nicht auf Direktstimmen setzen müssen, unattraktiv? Beeinflusst die Logik von Weblogs politische Partizipation? Wie kann eine gewisse Qualität und Glaubwürdigkeit gesichert werden?

    28. Oktober 2008 1
  • : Medizin2null Symposium
    Medizin2null Symposium

    Am Samstag, den 8. November findet im newthinking store in Berlin das „Medizin2null Symposium“ statt.

    Wie Web 2.0 den Alltag des Mediziners verändern wird

    Das Web 2.0 durchdringt nach und nach alle Lebensbereiche auch die Medizin. Für Ärzte sowie Patienten ergeben sich eine Reihe neuer Chancen, Risiken und Anforderungen. Mit Best Practice-Beispielen und durchdachten Zukunftsvisionen informiert das eintägige Symposium über alles, was heute Mediziner über Web 2.0 wissen sollten. Die Teilnehmer können sich aus erster Hand über eHealth, Virtualisierung, Online-Marketing und Web2.0 informieren und mit Experten auszutauschen.

    Beginn ist 10:00 Uhr, der Eintritt kostet 20 Euro / ermässigt 10 Euro, hier kann man sich das Programm anschauen und hier sich anmelden.

    28. Oktober 2008
  • : BigBrotherAwards 2008: Die Gewinner
    BigBrotherAwards 2008: Die Gewinner

    In Bielefeld sind heute die BigBrotherAwards 2008 verliehen worden. Hier ist die Liste der Gewinner mit den Kurzbegründungen:

    Der BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Verbraucher“ geht an die Mitglieder des 16. Deutschen Bundestages für das Durchwinken mehrerer Gesetze, die eine Erhebung, langfristige Speicherung und Weitergabe von detaillierten Daten über Reisende erzwingen.

    Der BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Europa/EU“ geht an den Rat der Europäischen Union (EU-Ministerrat) in Brüssel für die demokratisch nicht legitimierte EU-Terrorliste, in der Organisationen und Einzelpersonen als „terroristisch“ eingestuft und gravierenden Sanktionen unterworfen werden.

    Der BigBrotherAward 2008 in den Kategorien „Arbeitswelt“ und „Kommunikation“ geht an die Deutsche Telekom AG für die illegale Nutzung von Telefonverbindungsdaten zur Bespitzelung von Telekom-Aufsichtsräten und Journalisten. Dies ist ein beispielloser Vertrauensbruch gegenüber ihren Mitarbeitern, Kunden und der gesamten Öffentlichkeit.

    Den BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Technik“ erhält die Yello Strom GmbH für ihre Vorreiterrolle bei der Einführung der Digitalstrom-Technik für Privatkunden. Diese Technik ermöglicht eine sekundengenaue Verbrauchserfassung jeder Wohnung und sogar einzelner Geräte und könnte damit in Zukunft zu einer detaillierten Aktivitäts-Überwachung im häuslichen Bereich genutzt werden.

    Der Big Brother Award 2008 in der Kategorie „Verbraucher“ geht an den Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. (ADM) für die rechtswidrige Richtlinienempfehlung, Telefoninterviews im Bedarfsfalle auch ohne Kenntnis von Interviewern und Interviewten heimlich mitzuhören.

    Den BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Politik“ erhält das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie für die Verabschiedung des Gesetzes über das ELENA-Verfahren, ehemals „Jobcard“ genannt. Dieses Verfahren setzt eine zentrale Datensammlung der Einkommensdaten aller Arbeitnehmer voraus und ist verbunden mit der Zwangseinführung der elektronischen Signatur.

    Der BigBrotherAward 2008 in der Kategorie „Gesundheit und Soziales“ geht an die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) für die Weitergabe von Patientendaten von 200.000 chronisch kranken Versicherten an eine Privatfirma, ohne die Versicherten über die Weitergabe zu informieren oder ihre Zustimmung einzuholen.

    24. Oktober 2008 7
  • : Creative Commons auf der Web 2.0 Expo
    Creative Commons auf der Web 2.0 Expo

    Zusammen mit Michelle Thorne hab ich heute auf der Web 2.0 Expo in Berlin in einer Präsentation Creative Commons vorgestellt. Die „How do you CC?“ – Präsentation hatte einen zielgruppen-kompatiblen Schwerpunkt auf Geschäftsmodelle mit Offenheit.

    Peter Bihr hat im Berlinblase-Blog Fotos davon gepostet.


    Die Präsentation gibt es als ODP, PDF und PPT online zum downloaden und remixen zu finden. Ich hab keine Ahnung, ob es hier Aufzeichnungen gibt. Aber ich mach einfach nochmal einen Netzpolitik-Podcast in deutsch mit mir, um einen Überblick über Open Business – Geschäftsmodelle zu geben.

    22. Oktober 2008 1
  • : Abstimmung: Worst EU Lobbying Awards 2008
    Abstimmung: Worst EU Lobbying Awards 2008

    Bis zum 30. November kann man bei den „Worst EU Lobbying Awards 2008″ abstimmen. Gefragt ist, wer in diesem Jahr den Negativpreis für das schlimmste irreführende und manipulative Lobbying in Brüssel verdient hat? Die Worst EU Lobbying Awards sollen solche umstrittenen Lobby-Strategien öffentlich anprangern und so ihren weiteren Gebrauch eindämmen. Sie werden organisiert von den Nichtregierungsorganisationen Corporate Europe Observatory, Friends of the Earth Europe, LobbyControl und Spinwatch. Die Gewinner werden bei einer feierlichen Preisverleihung am 9. Dezember in Brüssel bekannt gegeben.

    Für den Worst EU Lobbying Award stehen folgende Kandidaten zur Wahl:

    * Die Agrosprit-Lobby – nominiert für ihre irreführenden Kampagnen, Agrotreibstoffe „grün“ zu färben
    * Die European Alliance for Access to Safe Medicine (EAASM) – nominiert, weil sie die Beteiligung großer Pharmakonzerne in ihren Kampagnen verschweigt
    * Das European Business and Parliament Scheme – nominiert dafür, dass sie Lobbyarbeit aus ihren Büros im Parlamentsgebäude betreiben
    * Die Brüsseler Lobby- und PR-Agenturen Gplus und Aspect Consulting – nomiert für ihre Rolle als Verbreiter von Kriegspropaganda im jüngsten Konflikt zwischen Russland und Georgien.
    * Die International Air Transport Association (IATA) – nominiert für ihre irreführende Lobby-Kampagne mit dem Ziel, Vorschriften zur CO2-Reduzierung im Luftfahrtsektor zu vermeiden

    Die Kandidaten für den Worst Conflict of Interest Award sind:

    * Caroline Jackson (MEP) – nominiert für ihre Doppelrolle als gewählte Volksvertreterin, die sich mit Umweltfragen befasst, und als Umweltberaterin bei der privatwirtschaftlichen Abfallentsorgungsfirma Shanks.
    * Piia-Noora Kauppi (MEP) – weil sie ihre Funktion als Abgeordnete des Europäischen Parlaments missbraucht hat, um für die Interessen ihres zukünftigen Arbeitgebers – einer Banken-Lobbygruppe – zu werben.
    * Klaus- Heiner Lehne (MEP) – nominiert aufgrund seiner Doppelrolle als Europaabgeordneter und Anwalt für EU Wettbewerbs- und Regulierungsfragen und das Ausnutzen seiner Stellung als Abgeordneter, um Anwälten die Lobbyarbeit im Dunkeln zu ermöglichen.
    * Die ehemaligen EU-Kommissionsbeamten Petite, Klotz und Kjølbye – nominiert für ihren fliegenden Wechsel zu Anwaltskanzleien, die für ihre Klienten aus der Industrie Lobbyarbeit machen
    * Fritz-Harald Wenig, Generaldirektion Handel der EU-Kommission – nominiert, da er Insider-Informationen über Zölle an „Lobbyisten“ weitergab – die in Wirklichkeit investigative Journalisten waren.

    Ausführlichere Beschreibungen, warum diese nominiert worden sind und nicht andere, bietet ein PDF von LobbyControl.

    20. Oktober 2008 2
  • : re:publica’09 im April in Berlin
    re:publica’09 im April in Berlin

    Nach zwei erfolgreichen re:publica – Konferenzen mit 700 Teilnehmern in 2007 und 950 Teilnehmern in 2008 sind längst wieder die Vorbereitungen für eine re:publica’09 angelaufen. Neben der bewährten Kalkscheune haben wir eine größere Location im Auge, mit der wir in Verhandlungen stehen. Diese werden bis übernächste Woche abgeschlossen sein und dann werden wir voraussichtlich den endgültigen Termin präsentieren. Bis dahin bleibt die Ansage: „re:publica’09 – Die Konferenz über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft“ wird im April 2009 wieder in Berlin stattfinden.

    Die re:publica ist eine Koproduktion von newthinking communications und spreeblick.

    17. Oktober 2008 5
  • : Free Culture Conference 2008
    Free Culture Conference 2008

    Unweit der Sproul Hall, wo der Anführer des Berkeley Free Speech Movements Mario Savio 1964 eine berühmt gewordene Rede gehalten hatte, gab sich am Freitag Juraprofessor und Creative Commons Gründer Lawrence Lessig ebenfalls kämpferisch.

    Vor dem Hintergrund seines Buches „Remix“ (das Piraterie nicht verteidigt) forderte er die über 230 Vertreter der Students for Free Culture auf, dafür zu kämpfen, nicht gegen das Gesetz leben zu müssen. Eine ganze Generation verliert Lessig zufolge ihr Vertrauen in das Recht, wenn bestimmte Formen sozialer Produktion kriminalisiert und verfolgt werden.

    Mit großer Zustimmung wurden seine Einlassungen zu „zivilem Ungehorsam“ aufgenommen. So betonte er, Widerstand beinhalte die Bereitschaft Strafen zu zahlen oder ins Gefängnis zu gehen. Es gehe darum dem Druck der Großkonzerne nicht zu weichen, sondern einer größeren Öffentlichkeit die eigene Haltung plausibel zu machen.

    Allerdings sollte man berücksichtigen (eigene Anm.), dass es in Deutschland (anders als in den USA) keine sog. Law Clinics gibt, die es erlauben Rechtsstreitigkeiten, die sich im Bereich Technologie & öffentliches Interesse bewegen, ohne Anwaltskosten zu führen (Bsp. Samuelson LawClinic Berkeley).

    Nur mit Hilfe der EFF sowie der Stanford Cyberlaw Clinic war es aber den Studenten Nelson Pavlosky und Luke Smith gelungen, den Wahlmaschinenhersteller Diebold (nun Premier) erfolgreich wegen Missbrauch des Urheberrechts zu verklagen, was man heute mustergültig bei Google nachlesen kann:

    Tatsächlich gab es kürzlich einen Fall (weitere Informationen erhalten Sie unter http://www.onlinepolicy.org/action/legpolicy/opg_v_diebold/), bei dem ein Unternehmen, das eine Benachrichtigung über eine Urheberrechtsverletzung eingereicht hatte und die Entfernung solcher urheberrechtlich geschützter Online-Materialien erwirken wollte, dazu verurteilt wurde, diese Kosten und Anwaltshonorare zu übernehmen. Diese beliefen sich auf insgesamt 100.000 US-Dollar.

    In der Folge entstand die Bewegung Students for Free Culture, die seitdem regen Zuspruch findet und mittlerweile auch Hochschulgruppen in Indonesien, Ägypten und Puerto Rico zählt.

    Open University Kampagne

    Nach zahlreichen Aktionen in der Vergangenheit (v.a. zum Thema DRM) einigten sich die Studenten im Rahmen der diesjährigen Konferenz auf eine Hochschulkampagne, die sowohl Open Access als auch OpenCourseWare nach dem Vorbild des MIT vorantreiben will:

    Students for Free Culture’s Open University

    Also known as „The Wheeler Declaration“

    1. Open Access
      • The research a University produces is open access
    2. OpenCourseWare
      • The course materials are open educational resources
    3. Free Software
      • The University favors free software and open formats (wording)
    4. Patents
      • University patents are used for the public interest
        • Software
        • Medicine
    5. Internet
      • The University embraces the open nature of the Internet

    Sehr gut gefallen hat mir die Idee eines Rankings, das Universitäten nach ihren Bemühungen und bisherigen Errungenschaften auflisten will. Zumindest was OpenCourseWare anbelangt, dürfte im deutschsprachigen Raum Klagenfurt sprichwörtlich einsame Spitze sein.

    Nach meinem Gefühl wird die Unterstützung von freier Software vielerorts forciert, aber noch nicht in die Tat umgesetzt. Hier gibt es noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, wobei die Studierenden selbst bisweilen skeptischer scheinen, als die Verantwortlichen.

    Der in der Konferenz heftig diskutierte Punkt 4 kann kaum angegangen werden, wenn wir nicht engangierte Mediziner und Informatiker finden.

    Deshalb kann sich jeder, der helfen möchte oder eine eigene Gruppe gründen will, an uns wenden. Wir geben Tipps und helfen bei der Registrierung mit dem Vorstand in den USA (In Deutschland gibt es bislang Gruppen in Bamberg und Bremen).

    Die Mailadresse versteht sich hinter einem kleinen Spamschutz (mindestens 1 Wort eingeben), da wir nicht von Spam überflutet werden wollen.

    16. Oktober 2008 2
  • : Open Access Tage Berlin: Wissenschaftler und Bibliothekare fordern freien Zugang zu Wissen
    Open Access Tage Berlin: Wissenschaftler und Bibliothekare fordern freien Zugang zu Wissen

    Am 9. und 10. Oktober fanden in der Freien Universität Berlin (FU) die Open Access Tage statt. Laut den Veranstaltern von open-access.net und der FU nahmen ca. 250 TeilnehmerInnen an der Konferenz teil. Das Vortrags- und Workshop-Programm wurde durch eine Open Access Messe ergänzt, auf der sich Dienstleister wie Verlage, Repositorien und Zeitschriften präsentierten.

    Das Vortragsprogramm am ersten Tag wendete sich vor allem an WissenschaftlerInnen und AutorInnen, die sich über die Möglichkeiten und Stärken des freien Publizierens informieren wollten. In den Workshops am zweiten Tag ging es um Strategien der praktischen Umsetzung des Open Access Modells.

    Auf besonderes Interesse stieß der Vortrag von Dr. Steinhauer, Magdeburg über rechtliche Fragen von Open Access. Gegenüber netzpolitik.org unterstrich er seine Forderung nach der Aufnahme eines Online-Zweitveröffentlichungsrechts für AutorInnen in das Urheberrecht. Danach sollen AutorInnen ungeachtet Ihrer Verträge mit Verlagen das Recht eingeräumt werden, Ihre Werke online zu publizieren. In der Diskussion um den sogenannten zweiten Korb des Urheberrechts wurde dies diskutiert, jedoch verworfen. Steinhauer rief dazu auf, sich für eine weitere Reform des Urheberrechts stark zu machen, und damit die Interessen von Bildung und Wissenschaft zu unterstützen. In Hinblick auf die zukünftige Rolle wissenschaftlicher Verlage geht er davon aus, dass zwar das klassische Geschäftsmodell an Bedeutung verlieren wird, es aber einen steigenden Bedarf an professionellen Dienstleistern für Open-Access-Journale und Repositorien geben wird. Die Messe gab einen ersten Ausblick auf diesen neuen Dienstleistungssektor.

    Ein weiteres großes Thema war die Frage der Qualitätssicherung. Mangelnde Qualität ist immer noch ein häufig anzutreffendes Vorurteil über OA-Zeitschriften und Publikationen. Hierzu stellte Ulrich Pöschl, Mainz ein interaktives Peer-Review-Modell vor, welches sich im Bereich naturwissenschaftlicher Zeitschriften als sehr erfolgreich erwiesen hat.

    Die Open Access Tage haben gezeigt, dass es eine sehr aufgeschlossene und aktive Gruppe von Befürwortern des freien Publizierens gibt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist. Es geht nicht nur um ein Distributionsmodell, sondern letztlich um die Möglichkeit freier Forschung und Lehre.
    Der Bibliotheksdirektor der Humboldt Universität Berlin, Prof. Ulrich Naumann, brachte dies erfreulich drastisch auf den Punkt, indem er im Rahmen einer Podiumsdiskussion Open Access nicht als bloß interessante Option, sondern als „Notwehr gegen den Verwertungszwang“ bezeichnete. Er forderte, dass mit öffentlichen Mitteln finanzierte Forschung auch öffentlich zugänglich sein muss.

    14. Oktober 2008 3
  • : Werben für eine Grundrechte-Demonstration? Aber nicht am Tag der deutschen Einheit
    Werben für eine Grundrechte-Demonstration? Aber nicht am Tag der deutschen Einheit

    Der folgende Bericht erreichte uns von Andy vom AK Vorratsdatenspeicherung Hamburg. Sehr aufschlussreich, weil das ein Schlaglicht auf den Zustand unserer Republik wirft.

    Um zu begreifen, welches Denken in den Köpfen von einigen Innenministern, BKA-Chefs und Polizeipräsidenten vorherrscht, muss man gar nicht solche extremen Fälle wie den von Anne Roth anschauen, auch kleine Beispiele, die fast jeden Tag passieren, können aufschlussreich sein, so auch ein Erlebnis, welches ich am 3.10.2008 hatte.

    Am besagten Tag wollten einige Aktive des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung Hamburg in der Stadt und vor allem in der HafenCity, wo das „Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit“ gefeiert wurde, Flyer für die Demo vom letzten Samstag verteilen. Zusammen mit einem Mitstreiter, den ich jetzt einfach mal Markus nenne, habe ich zuerst bei der Auftaktkundgebung zu der an diesem Tage stattfindenden Demonstration gegen die Einheitsfeierlichkeiten und dann am Rande dieser an Passanten Flyer verteilt.

    Wegen dieser Demonstration hatte die Stadt Hamburg große Panik – 4000 Polizisten und mehrere Wasserwerfer und Räumpanzer kamen an diesem Tag zum Einsatz, da man wohl fürchtete, Autonome könnten die Feierlichkeiten stören.

    Um das zu verhindern, wurde einiges an präventiven Abwehrmaßnahmen aus dem Hut gezaubert: Nach der Demonstration war es unmöglich, den Platz der Abschlusskundgebung in Richtung HafenCity zu verlassen (zumindest wenn man aussah, als ob man bei der Demonstration gewesen sein könnte). Straßen wurden gesperrt, U- und S‑Bahn-Stationen ebenfalls. Erst bei der U‑Bahn-Station St. Pauli war es uns möglich, den Weg zu unserem Hauptziel anzutreten: Das große Bürgerfest, wo man Einigkeit und Recht und Freiheit feiern wollte. Flyer für eine Demonstration, die den Erhalt der Grundrechte fordert, sollten da doch eigentlich sehr passend sein, könnte man denken.

    Aber falsch gedacht: Zum Eingang der HafenCity gab es Polizeikontrollen, und Markus und ich wurden sofort aus der Menge herausgerufen und durchsucht. Schon nach kurzem Blick in meinen Rucksack, bei dem eine schwarze Regenjacke, einige Flyer und Markus’ Handschuhe (ganz normale, nicht gerade dazu geeignet, Steine auszubuddeln und zu werfen) zu sehen waren, erklärte der Polizist: „Ok, das reicht mir schon.“ Aufgrund unserer Kleidung (ich trug eine schwarze Kapuzenjacke) und der Flugblätter könne er darauf schließen, dass wir dem „linken Spektrum“ angehören würden und deshalb wohl auch an der Demonstration teilgenommen hätten.

    Das hatten wir zwar nicht wirklich – aber selbst wenn, dann wäre das ja auch nichts Verbotenes gewesen, schließlich war es eine angemeldete Demonstration, die vollkommen friedlich verlaufen war.

    Aber dem Polizisten war das alles vollkommen egal: Er erteilte uns einen Platzverweis für das gesamte Gelände der HafenCity für den gesamten Tag.

    Bei Zuwiderhandlung würden wir in Polizeigewahrsam genommen.

    Sprich: Wer schwarze Kapuzenpullover, schwarze Regenjacken, Handschuhe (es war kalt und regnerisch an diesem Tag) und einige Flyer dabei hat, deren Inhalt von dem Polizisten nicht einmal überprüft wurde, ist links. Wer links ist, hat an der an dem Tag stattgefundenen Demonstration teilgenommen. Wer an dieser Demo teilnimmt, ist ein Störer.

    Ein Einzelfall? Höchstwahrscheinlich nicht, wie uns ein Spiegel TV-Reporter, der den Vorfall filmte, erzählte: Ähnliches sei an diesem Tag schon häufig passiert.

    Und auch der Polizist meinte, wir seien nicht die Ersten, die an diesem Tag seine Dienstnummer haben wollten. Die Letzten waren wir mit Sicherheit auch nicht.

    Diese Maßnahmen waren eindeutig von oben gedeckt, ansonsten wäre die Polizei nicht so systematisch rechtswidrig vorgegangen. Aus diesem Grund habe ich auch keine Dienstaufsichtsbeschwerde geschrieben, die nur mit einem Standardtext abgeblockt worden wäre, sondern habe mich an den Eingabenausschuss der Stadt Hamburg gewendet. Wer diese Eingabe durch seine Unterschrift unterstützen möchte muss nur einen Brief an den Eingabenaussschuss schicken und unter Angabe des Geschäftzeichens (634/08) und des Datums (07.10.2008) seine Unterstützung äußern, da reicht ein Satz. Handschriftlich unterschrieben dann an:

    Eingabendienst
    Geschäftsstelle des Eingabenausschusses der Hamburgischen Bürgerschaft
    Poststraße 11
    20354 Hamburg

    Mein Fazit aus der Geschichte ist, dass sich staatliche Institutionen immer weniger um rechtsstaatliche Prinzipien scheren und nur noch nach dem Motto denken: Was können wir tun, damit ja nichts passiert? Bei einer solchen Linie wird man ganz schnell wegen Kleinigkeiten verdächtig.

    Oder um Kai-Uwe Steffens vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung zu zitieren:

    Ich nehme von dieser Veranstaltung mit, dass man als Bürger, der am Tag der Deutschen Einheit auf dem Deutschlandfest für den Schutz der Grundrechte wirbt, damit rechnen muss, dafür eingesperrt zu werden.

    14. Oktober 2008 20
  • : Mittwoch: Creative Commons Salon in Berlin
    Mittwoch: Creative Commons Salon in Berlin

    Am Mittwoch Abend gibt es um 19:30h wieder einen Creative Commons Salon im newthinking store in Berlin.

    Creative Commons Lizenzen sind die zeitgemäße Antwort auf die Nutzung von digitalen Inhalten im Internet. Leider stehen der großen Idee, zu einer freien Kultur beizutragen, viele praktische Unsicherheiten und Vorbehalte gegenüber. Das wollen wir mit einer monatlichen Workshop-Reihe ändern. Gemeinsam mit Juristen, die auf Medien- und Urheberrecht spezialisiert sind, bieten wir ab November 2008 Workshops zu Rechtsfragen von Creative Commons an. Der Creative Commons Salon bildet den Auftakt für diese Reihe und soll allen Interessierten die Möglichkeit geben, sich in offener Atmosphäre über das Thema zu informieren und sich auszutauschen. Neben den Referenten werden VertreterInnen von Creative Commons International und zeitgeisty.de zu Gast sein.

    Die Adresse ist Tucholskystr. 48 und der Eintritt ist frei.

    13. Oktober 2008
  • : Datengarten 28: Weltraummedizinforschung
    Datengarten 28: Weltraummedizinforschung

    Am kommenden Donnerstag, den 16.10. gibt es in den Räumen des Chaos Computer Club Berlin wieder einen Datengarten. Das Thema ist diesmal „Weltraummedizinforschung’ “. Die Veranstaltung mit Dr. Bergita Ganse gibt einen Überblick über das Gebiet der Weltraummedizin und stellt aktuelle Forschungsprojekte vor. Beginn ist 20 Uhr, die Adresse ist Marienstrasse 11 in Berlin-Mitte und der Eintritt ist frei.

    13. Oktober 2008
  • : Größte Demonstration für Datenschutz in Deutschland
    Größte Demonstration für Datenschutz in Deutschland

    Der Samstag war grandios. Letztes Jahr waren wir vollkommen geflasht, als 15.000 Menschen unserem Aufruf nach Berlin folgten, um unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ gegen die Vorratsdatenspeicherung, die ausuferende Überwachung und für Datenschutz und unsere Bürgerrechte zu demonstrieren. Einen größeren Erfolg hatten wir uns zwar erhofft, aber nicht wirklich erwartet. Aber Petrus ist ein Datenschützer und hat uns trotz des Herbsttermines ein grandioses Wetter präsentiert.

    Und so kommen Menschenmassen zur diesjährigen „Freiheit statt Angst“-Demonstration in Berlin. Wieviele genau kann ich nicht abschätzen. In den Medien werden unterschiedliche Zahlen genannt. 15.000 nennt die Pressestelle der Polizei, welche allerdings nach einem pauschalem Schlüssel zählt. Unser Verbindungsbeamte bei der Polizei berichte wiederholt von 50.000 Teilnehmern. Üblicherweise nimmt man bei Demonstrationen die von der Polizei genannte Zahl und multipliziert diese mal zwei. Wir haben zum Ende der Demonstration und vor Beginn der Abschlusskundgebung 50.000 nach draussen kommuniziert. Als diese Zahl vom Verbindungsbeamten mehrfach uns gegenüber kommuniziert wurde, wurde auf der Bühne nach dem bei Demonstrationen üblichen Verfahren verdoppelt. Die Pressetelle der Polizei bleibt leider bei 15.000 Menschen. Die eigenen Beamten vor Ort sagen mehr.

    Ob es 100.000 Menschen waren, ist daher unklar. 50.000 Menschen werden aber von den meisten Teilnehmenden als sehr realistisch eingeschätzt. Der Demo-Zug war auf der Straße Unter den Linden etwa 1,5 Kilometer lang. Die Abschlusskundgebung vor dem Brandenburger Tor war voller Menschenmassen, die die Straße des 17. Junis weit in Richtung Siegessäule füllten. Und die Demonstration war friedlich, entspannt und wunderbar.

    Medien berichten von zehntausenden Demonstranten. Das ist alles ist riesiger Erfolg, den niemand so für möglich gehalten hat. Und dieser hat alle Beteiligten noch mehr motiviert, weiterzumachen und Widerstand gegen die ausufernde Überwachung zu organisieren. Das Zeichen dieser Demonstration ist überwältigend. Es gibt eine neue Datenschutz-Bewegung, das haben wir Samstag wiederholt unter Beweis gestellt! Es gibt eine junge Generation, die für digitale Bürgerrechte auf die Strasse geht und Massen mobilisieren kann.

    Das wird weltweit ausstrahlen und ist ein neuer Exportschlager aus Deutschland. Über 20 Länder haben sich unseren Protesten angeschlossen und mit uns Aktionen und Demonstrationen organisiert. Das ist toll und erst der Anfang. wir sind ein Vorbild für Aktivisten in aller Welt. Innerhalb von drei Jahren haben sich die Zahlen der Demonstranten von 200 Menschen auf zehntausende multipliziert.

    Ab jetzt geht es darum, (digitalen) Bürgerrechten zurück zu erobern. Wir haben heute den Wahlkampf für Bürgerrechte eröffnet. Wir werden weiterkämpfen und uns unsere Freiheiten zurück erobern! Und das macht ungemein Spass, wie unzählige Menschen heute in Berlin erlebt haben.

    12. Oktober 2008 50
  • : Heute: Freiheit statt Angst – Demonstration in Berlin
    Heute: Freiheit statt Angst – Demonstration in Berlin

    Heute ist der „Freiheit statt Angst“-Aktionstag mit der großen Demonstration in Berlin. Das Wetter soll gut werden und um 14 Uhr geht es am Alexanderplatz los. Kommt zahlreich! Die Route des Spazierganges führt entlang von historischen Bauten und kurz vor Schluss bietet sich auch die Möglichkeit, mal dem Bundestag und dem Bundeskanzleramt unsere Banner zu zeigen. Die Endkundgebung findet dann am Brandenburger Tor statt. Dazu gibt es gute Musik von einigen Wagen.

    Hier ist ein erstes Foto vom Aufbau der Bühne am Brandenburger Tor:

    Neueste Nachrichten von der Demonstration gibt es live über die Twitter-Accounts Netzpolitik und akvorrat. Das Radio1984 sendet ebenfalls live aus Berlin und per Stream sowie Telefon-Leitung! Und wenn alles gut geht, werden wir auch mit Bildern und Text hier im Blog von der Demonstration berichten.

    Update: Und bald gehts los. Das Wetter ist bestens und vor Beginn der Demonstration sind schon ca. 2000 Menschen am Alexanderplatz in Berlin. 17 Wagen sind schon aufgereiht und gleich geht es mit den ersten Reden los. Ich mache ein paar Interviews mit meiner Kamera, aber die kann ich erst später online stellen.

    14:36: Die Reden haben begonnen. Patrick Breyer kritisiert im Namen des AK Vorratsdatenspeicherung die Bundesregierung und die ausuferende Überwachung. Er fordert ein Recht auf Privatheit. Der Platz ist bald voll, mehrere tausend Menschen sind schon vor Ort. Anne Roth berichtet als zweite Rednerin über das Gefühl, von Sicherheitsbehörden jahrelang mit der ganzen Familie überwacht zu werden.

    15:20: Zug setzt sich in Bewegung. Und das könnten echt mehr als 10000 Menschen sein. Gefühlt ist das gerade mehr als letztes Jahr. Und das ist erst der Beginn. Bei Ipernity hab ich erste Bilder hochgeladen. Macht damit, was Ihr wollt.

    16:17: Definitiv mehr Menschen als beim letzten Mal! Genaue Zahlen haben wir noch nicht. Unter den Linden ist voll mit Demonstranten!

    17:11: Die Demonstration ist am Brandenburger Tor angekommen. Polizei meldet 20000 Menschen, wir sagen 50000 Menschen. Realität ist wohl dazwischen, da die Polizei immer sehr konservative Zahlen herausgibt. Das ist damit ein neuer Rekord! Ich sitze auf der Bühne und Dr. Motte spricht als erster Redner.

    18:00. Tolle Rede von Ralf Bendrath und Monty von der Hedonistischen Internationale. Pressezelt wird überrannt von Anfragen.

    Hier mal eine Chronologie der letzten Pressemitteilungen:

    Pressemitteilung des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung
    Berlin, 11.10.08, 16:15

    * Datenschutz-Demonstration mit 50.000 Teilnehmer/innen
    * Erwartungen der Veranstalter übertroffen: Größte Datenschutzdemo
    seit den 80er Jahren

    Auf derzeit in Berlin stattfindenden Datenschutzdemo sind inzwischen
    von den Organisatoren die Zahl der Teilnehmer gezählt worden.

    „Derzeit haben wir 50.000 Teilnehmer. Damit sind unsere Erwartungen
    deutlich übertroffen worden“, so Rena Tangens vom AK Vorrat.

    Möglicherweise steigt diese Zahl noch zur Abschlusskundgebung. „Klar
    ist schon jetzt: Die Bürger haben ein deutliches Zeichen gesetzt gegen
    den weiteren Marsch in den Überwachungsstaat“, so Tangens weiter.

    Und noch neuer:

    Pressemitteilung des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung
    Berlin, 11.10.08, 17:30

    * Datenschutz-Demonstration „Freiheit statt Angst“: Zahl der
    Demonstrant/innen hat sich zur Abschlusskundgebung noch einmal
    verdoppelt.

    In Berlin hat um 17:00 direkt vor dem Brandenburger Tor die
    Abschlusskundgebung der Großdemonstration „Freiheit statt Angst –
    Stoppt den Überwachungswahn“ begonnen.

    Da viele Teilehmer sich unterwegs dem Zug angeschlossen haben, hat die
    Zahl der TeilnehmerInnen nach Angaben der Veranstalter zur
    Abschlusskundgebung 100.000 Menschen erreicht.

    „An einen solchen Erfolg hätten wir in unseren wildesten Träumen nicht
    gedacht. Diese Bewegung für Bürgerrechte kann jetzt nicht mehr
    ignoriert werden“, so Ralf Bendrath vom AK Vorrat.

    Der Überraschungsgast auf der Rednerbühne, Dr. Motte, wurde frenetisch
    von den 100.000 Teilnehmern bejubelt. Dr. Motte sagte von der Bühne:
    „Das ist toll, wow! Ich wünschte, 80 Millionen aus ganz Deutschland
    wären hier. Wir sind die Gesellschaft, wir haben die Möglichkeit.“
    Daraufhin griff er die Bundesregierung an. „Warum sind immer noch
    Verfassungsfeinde in der Regierung?“

    Die Organisatoren der Demo kündigen weitere Aktionen an. „Nach diesem
    Erfolg erwarten wir jetzt endlich Reaktionen von der
    Politik. Das heisst: Rücknahme der Vorratsdatenspeicherung und anderer
    Überwachungsgesetze und Eindämmung der Datensammelwut durch Firmen wie
    die Telekom“, so padeluun von der Demoleitung.

    Auf jeden Fall haben wir alle Rekorde gebrochen. Was für eine Demonstration! Das war toll, das waren soviele Menschen! Später gibts die erste Anschlussparty in der c‑base.

    Pressestimmen:

    AFP: Zehntausende demonstrieren in Berlin für mehr Datenschutz.
    Zeit: Bürgerrechtler danken der Telekom.
    Focus:
    Demonstrationen gegen „Big Brother“.
    Futurezone: Proteste gegen Überwachung
    Tagesschau: Tausende protestieren gegen Überwachung.

    Viel mehr Links und Pressespiegel gibt es auch im Wiki des AK-Vorratsdatenspeicherung.

    Bilder, Berichte und Videos bitte in den Kommentaren posten. Ich ergänze die hier gerne.

    Update:

    Aufzeichnung der Abschlusskundgebung mit Reden von Loveparade-Organisator Dr. Motte (ab 14. Min.), Ralf Bendrath vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (ab 22. Min.), Hans Joerg Kreowski vom FIfF (ab 36. Min.), Monty Catsin von der Hedonistischen Internationalen (ab 46. Min.), Klaus Freudigmann von den Montagsdemonstrationen (ab 58. Min.) und Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (ab 66. Min.) (90 min., Windows Media, 180 MB)

    11. Oktober 2008 14