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: Eric Garland von BigChampagne über Musik-Trends
: Eric Garland von BigChampagne über Musik-Trends Ich bin auf der Popkomm und gerade gab es eine Keynote von Eric Garland, dem Mitgründer und CEO von BigChampagne. BigChampagne macht Trendforschung in Tauschbörsen. Die Rede brachte zwar nichts Neues, ich hab aber trotzdem mal mitgetippt.
Stirbt das Album online? Garland geht nicht davon aus und zitiert erstmal aktuelle iTunes-Statistiken, da kommen imme rnoch auf 15 Einzeldownloads ein Album. Aber in den Piratenmärkten könne man sehen, dass der Trend zu ganzen Alben geht. Sowas muss man der Zielgruppe hier im Raum wohl erstmal erklären. Das liegt daran, dass bei den gängigen Tauschbörsen (Bittorrent / eMule) in der Regel das ganze Album unkomplizierter herunterzuladen ist als ein einzelner Song. Das war bei Napster und Kazaa noch anders. Daher gibts laut Garland ein Comeback der Alben online. Da können wir uns ja mal bei den Tauschbörsen bedanken.
Hat die Strategie der Musikindustrie mit Tauschbörsenbekämpfung die Nutzung von p2p gebremst? Die Zahlen geben das nicht her, da sieht man ein ständiges Wachstum, obwohl die Massnahmen immer mehr radikalisiert werden.
Warum hat iTunes den Markt für Musikprodukte nicht gerettet? Die einfache Antwort ist laut Garland,
dass das, was Piraterieproblem genannt wurde, hätte eigentlich nichts mit piraterie zu tun sondern mit marktversagen. es gab keine grossen anstrengungen, produkte zu schaffen, die kunden wollen. iTunes ist ein verspäteter Versuch, alte Geschäftsmodelle zu schaffen. Das nUtzungsverhalten hat sich geändert und bei iTunes kann man immer noch nach dem alten Modell „eine CD“ kaufen.
Die rechltiche Bekämpfung von Napster war ein grosser Fehler. Man hätte eine zentrale Möglichkeit gehabt, den neuen Markt zu umarmen. die Bekämpfung von Napster und der direkten Nachfolger hat zu dezentralen INfrastrukturen geführt. Der Markt hat sich um die Musikindustrie herum entwickelt.
Die Klagen gegen Napster haben dazu geführt, dass Entwickler ein Handbuch bekommen haben, wie man zukünftig Technologien zu entwickeln hat, die nicht so einfach von Gerichten angreifbar sind.
Ist DRM dead? DRM sei nicht tot, trotz dass die Anbieter von Musik-Stores auf MP3 zurückschwenden. Musik würde immer mehr als Service angesehen. Ein Services wäre den Zugang zu Musik zu schaffen. Dies wird immer mehr durch Streaming-Dienste gemacht. Das neue Napster ging schon diesen Weg, seit letzter Woche sendet MySpace Musik als DRM-Stream. Der Konsum dieser Streams sei laut Garland akzeptiert (Das würde ich so nicht unterschreiben, irgendwann merken die Kunden, dass sie Geld ausgeben und keine Musik besitzen, wenn sie das Abo kündigen.)
Und was ist jetzt mit Film und Fernsehen? Es ist noch unklar, ob die Filmindustrie die Lehren aus dem Musikbereich gelernt hat. Es gäbe zwar einige Ansätze, den Bedürfnissen der Verbraucher nachzukommen, die selbstbestimmt entscheiden wollen, wann sie was im Fernsehen schauen wollen. Allerdings gibt es immer noch zuviele Geschäftsmodelle, die darauf aufbauen, dass man Märkte zu unterschiedlichen Zeiten bedient. (Kennt man ja aus Deutschland, wo alle die neuen US-Serien über Bittorrent herunterladen und nicht fünf Jahre warten wollen, bis sie vielleicht mal hier erscheinen) Das würde so nicht mehr im Internet funktionieren.
Was ist denn jetzt mit dem Gefühl, Musik in Form von CDs, LPs oder als MP3 zu besitzen, wenn Musik als Flatrate gestreamt wird? Streaming wächst zwar, aber Musikbesitz (music ownership) ist nachhaltiger, da Menschen gerne sammeln.
Überraschung: Musik kaufen ist ansonsten viel zu kompliziert. Es gibt einen zu grossen Unterschied zwischen dem bequemen herunterladen von Musik in Tauschbörsen und dem Kauferlebnis in einem Musikstore. (Kann ich bestätigen, das macht keinen Spass. Erstmal muss man aufwändig schauen, welche Musik in welchem Format in welchem Store verfügbar ist und dann kompliziert den Transaktionsvorgang managen.)
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: Live-Interview mit Facebook-Gründer Marc Zuckerberg
: Live-Interview mit Facebook-Gründer Marc Zuckerberg Montag vormittag von 10:30h ‑11:30h interviewe ich zusammen mit Ulrike Reinhard und Dominik Wind im Rahmen von We-TV den Facebook-Gründer Marc Zuckerberg. Das Interview wird ein kleines Experiment, weil wir eine Videokonferenz-Software nutzern, aber alle im selben Raum sitzen. Das heisst, es ist live, man kann es im Netz verfolgen und als Chatpartner auch teilnehmen. Mal schauen, ob alles technisch gut klappt.
Und hier läufts:
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: Warm-Up für „Freiheit statt Angst“ am 11. Oktober
: Warm-Up für „Freiheit statt Angst“ am 11. Oktober Die große Demonstration in Berlin gegen den Überwachungswahn ist nur noch eine Woche hin. Bisher rufen schon mehr als 100 verschiedene Organisationen dazu auf, es sieht also alles nach einem großen Erfolg aus. Hoffen wir mal, dass diesmal auch wieder das Wetter mitspielt.
Hier mal ein kleiner Überblick, was es alles schon so an Vorbereitung, Aufwärm-Aktionen und Planung für nach der Demo gibt.
In den Berliner U‑Bahnen läuft seit gestern ein Videoclip des AK Vorratsdatenspeicherung.

Die Aktion war im AK selber nicht ganz unumstritten, weil einige Leute Schwierigkeiten mit bezahlten Werbeformen haben. Andererseits kosten Flyer auch Geld, und das Berliner Fenster, das diese Bildschirmwerbung betreibt, hat uns einen extra-günstigen Rabatt gegeben. Hier der ganze Clip.Seit gestern sind zwei Aktivisten aus Bergisch Gladbach mit dem Fahrrad nach Berlin unterwegs, um entlang der Strecke noch ein wenig Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wer an einer der Etappen wohnt, sollte mal mit denen Kontakt aufnehmen und die Lokalpresse darauf ansetzen. Das macht sich immer gut für schöne Foto-Berichte. Hier die Route und weitere Infos zum „Marsch für die Freiheit“.
Wer etwas bequemer und trotzdem gemeinsam mit anderen freiheitsliebenden Menschen nach Berlin anreisen will: Es gibt noch Fahrkarten für die Busse aus 100 Städten in ganz Deutschland. Wer nicht auf einer der Strecken wohnt oder noch bis Sonntag in Berlin bleiben will, sollte sich an der Mitfahrbörse beteiligen. Auch Übernachtungsplätze sind gern gesehen.
Das Demo-Büro ist bereits seit einer Weile in Betrieb in der Hessischen Straße 10 in Berlin-Mitte. Dort stehen ständig Ansprechpartner für die Presse zur Verfügung. Außerdem wird vom FoeBuD dort eine noch größere Datenkrake gebaut. Weitere Mithelfer sind immer willkommen, da es noch einiges zu tun gibt.
Es wird von der Demo den ganzen Tag Webradio von Radio1984 geben mit aktuellen Berichten, Interviews und Hintergrundinformationen. Geplant ist auch eine Aggregierung der Video- und Audio-Streams aus anderen Ländern.
International sind derzeit mehr als 20 Länder dabei am Aktionstag „Freedom not Fear“. Die Sache umspannt dann fast die ganze Welt – viele aus Europa, dann Nordamerika (USA), Südamerika (Argentinien und Equador, und Aktionen auf dem lateinamerikanischen Sozialforum in Guatemala) und evtl. Asien (Südkorea). An Aktionsformen ist es extrem bunt. Es gibt z.B. Demonstrationen (Berlin, Paris, Stockholm, London, Sofia, Luxemburg), Parties (Kopenhagen, Berlin, Stockholm, Prag), Street-Events (Zürich, Leute springen nackt in den See), Diskussionsveranstaltungen (Washington, Rom) oder sogar alles zusammen: Den Haag plant „street protest, speeches, music, arts, privacy market“, alles unter dem Titel “Volksopstand 2008”.
Es werden weiterhin Spenden benötigt, da die Bühne mit Technik, die tausende von Flyern und Plakaten, Funkgeräte für die Ordner und viele andere Sachen echtes Geld kosten. Spenden kann man hier. Weil es auch zu den Kosten einige Nachfragen gab: Die auf dem Spendenbanner angegebenen 69.000 Euro sind eine grobe Schätzung zu Beginn der Demo-Planung gewesen, unter der Maßgabe, dass man sehr sehr sehr viele Menschen erwartet und der Sound sowie alles andere optimal sein sollen. Mittlerweile ist wohl klar, dass es deutlich billiger wird, unter anderem, weil auf Live-Musik verzichtet wird. Dennoch werden immer noch einige Tausend Euro benötigt, um die derzeit geplante Technik anzumieten. Und es wäre auch schade, wenn der AK Vorrat nach der Demo seine Aktivitäten einstellen müsste, weil er komplett pleite ist.
Nach der Demo ist zwar vor der Demo, aber zunächst muss man sich auch ausruhen, kennenlernen und feiern. Eine Reihe Berliner Clubs haben sich daher zusammengetan und veranstalten eine „lange Nacht der Überwachung“ mit DJs, Infos, Keysigning-Parties, Filmabend und und und. Ein Teil des Eintrittes geht als Spende an den AK Vorrat.
Zuletzt: Macht diese Woche bitte noch Werbung, Werbung, Werbung! Verteilt Material (kostenlos im FoeBuD-Shop zu bestellen), klebt Plakate (vor allem in Berlin, gibt es im Demo-Büro), schaltet Banner auf euren Webseiten, bloggt und twittert darüber, setzt einen Hinweis in eure Mail-Signatur, sprecht mit Freunden, Verwandten und Kollegen, und setzt die Presse darauf an. Weitere gute Ideen könnt ihr hier finden und ergänzen.
Wir sehen uns in Berlin! (Jedenfalls werdet ihr mich sehen, ich soll nämlich dieses Jahr die Rede für Netzpolitik und das Netzwerk Neue Medien halten, nachdem Markus das letztes Jahr schon grandios gemacht hat.)
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: Popkomm 2008
: Popkomm 2008 Nächste Woche findet die Popkomm 2008 statt. Den Running-Gag der letzten Jahre werde ich nicht wieder erleben, da ich mich nicht um eine Presseakkreditierung kümmern muss. Die gibt es eh nicht für Blogger, sondern nur für Besitzer eines Presseausweises. Dafür bin ich als Sprecher auf der „P2P & MUSIC CONFERENCE“ am Freitag eingeladen, um über P2P Music Licencing als Vertreter von Creative Commons zu sprechen.
P2P MUSIC LICENSING
Private Versus Public Approaches – P2P for Content Rights Holders What are the various content licensing and market exploitation strategies that have been tried to date with respect to P2P distribution? How and why is collective licensing gaining traction in some geographic regions and should this be applied globally? What should the roles and responsibilities be for P2P companies, ISPs, CDNs, and other parties in an optimal but practical P2P music licensing regime?
Panelists: Patrick Ross, Executive Director, Copyright Alliance / Lawrence Langs, Special Counsel, Feldman Weinstein & Smith / Markus Beckedahl, Public Project Lead, Creative Commons / Patrick Sullivan, President & CEO, RightsFlow / Ian Penman, Partner, New Media Law / Moderator: Sari Lafferty, Business Affairs, Distributed Computing Industry Association (DCIA)Am kommenden Dienstag bin ich auch zum Popkomm Think Tank eingeladen. Aber ich wurde auch sofort darauf hingewiesen, dass ich darüber nicht bloggen darf, damit man befreiter diskutieren kann.
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: Donnerstag: Wikipedia – Quadriga-Party
: Donnerstag: Wikipedia – Quadriga-Party Am Donnerstag Abend findet in der c‑base in Berlin die „Wikipedia:Quadriga-Party“ statt.
Es ist eine besondere Auszeichnung einen Preis wie die Quadriga verliehen zu bekommen und daher sollten wir gemeinsam diesen Anlass feiern! Vor allem, weil wir gleichzeitig die rare Gelegenheit haben Jimmy Wales nicht nur in Berlin, sondern auch als Party-Gast begrüßen zu dürfen. Der Wikimedia Deutschland e. V. lädt daher alle Wikipedianer in die c‑base in Berlin-Mitte ein, um gemeinsam zu feiern, zu tanzen und viel Spaß zu haben. Wir würden uns freuen euch alle am 2. Oktober ab 19 Uhr in den Räumen der Raumstation begrüßen zu dürfen. Um besser planen zu können, möchten wir euch bitten euch in die Anwesenheitsliste einzutragen. Kommt in Massen, bringt gute Laune mit und schwingt mit uns das Tanzbein :) Die Musik wird an diesem Abend vom Kraftfuttermischwerk und mogreens aufgelegt, dazu gibt es live Videokunst von fRED (visualberlin).
Die c‑base befindet sich direkt an der Spree in der Rungestr. 20
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: Internet Governance Forum – Deutschland (IGF‑D)
: Internet Governance Forum – Deutschland (IGF‑D) Am 11. November wird es in Berlin das erste „Internet Governance Forum – Deutschland (IGF‑D)“ geben. Veranstalter sind eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V., DGVN – Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V., DENIC eG und Internet Society German Chapter e.V.
Das IGF‑D möchte den Stakeholdern des deutschen Internet eine Diskussions- und Austauschplattform bieten zur Vorbereitung auf die Internet Governance Foren der Vereinten Nationen.
Verschiedene Vorträge und drei Diskussionsrunden werden geboten:
Podiumsdiskussion 1: Zukunft des Internet: Breitband-Access und Netzneutralität
Podiumsdiskussion 2: Sicherheit, Privatspäre und Datenschutz im Internet: Auf der Suche nach einer neuen Balance
Podiumsdiskussion 3: Zukunft des IGF: Beitrag zur Selbst-Verwaltung des InternetIch bin als Teilnehmer für die erste Podiumsdiskussion eingeladen.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist aber erforderlich.
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: Digitale Gesellschaft – Grenzenlose Möglichkeiten für die Europäische Union?
: Digitale Gesellschaft – Grenzenlose Möglichkeiten für die Europäische Union? Am Samstag, den 25. Oktober 2008, findet in Frankfurt/Main die Konferenz „Digitale Gesellschaft – Grenzenlose Möglichkeiten für die Europäische Union?“ statt. Hier gibts noch ein PDF. Veranstaltet wird sie von der Grünen Jugend in Kooperation mit der EU-Abgeordneten Hiltrud Breyer und der Eintritt ist frei. Ich bin als Moderator gebucht und gebe eine Einführung in den Themenkomplex „Politik in der digitalen Gesellschaft“ und mach noch einen Workshop zu „Politik 2.0“
E‑mailen, surfen, recherchieren, chatten, online-banking, einkaufen: das Internet ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Seit vor 14 Jahren der erste Webbrowser das Licht des Cyberspace erblickte, wirft dieser neue Kommunikationsraum für uns Grüne, für die Politik in der Europäischen Union, die EU-Mitgliedsstaaten und die lokale Ebene ständig neue Fragestellungen auf: Wie gehen wir mit den internationalen virtuellen Räumen um? Wie verändert die immaterielle Verfügbarkeit von Informationen Kultur und Wirtschaft? Ist die Privatsphäre am Ende oder werden wir ihre Renaissance wiedererleben? […] Diskutieren, streiten und Forderungen erstellen werden wir in den parallel stattfindenden Workshops zu den Themen „Politik im Internet“, „Open Source Software“, „Legal, Illegal, Scheiss Egal? Urheberrechte im Digitalen Zeitalter“, „Bürgerrechte im Internet“ und „Open Source in den Kommunen“.
Anmeldungen zur Konferenz (mit Name, Post- und e‑mail- Adresse sowie Telefonnummer und Angabe der Workshop-Teilnahme-Präferenz) bitte an: hiltrud.breyer@berlin.de. Anmeldefrist: Mittwoch, 15. Oktober 2008
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: System Google: „ich bin erschüttert“
: System Google: „ich bin erschüttert“ Felix Schwenzel war gestern auf einer Podiumsdiskussion zum „System Google“ in der Akademie der Künste in Berlin. Und anscheinend hab ich da nichts verpasst, wie man seiner ausführlichen Rezension der Veranstaltung entnehmen kann.
Kurzfazit: „ich bin mir noch nicht ganz klar, warum, aber ich bin erschüttert.“
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: Momentum08: Gerechtigkeit
: Momentum08: Gerechtigkeit Letzte Woche war ich für drei Tage in den in den österreichischen Alpen, um in Hallstadt im Weltkulturerbe „Salzkammergut“ über Netzpolitik zu diskutieren. Der Kongress „Momentum08″ wurde im Dunstkreis der österreichischen Sozialdemokraten organisiert und verstand sich als Strategiekongress um Wissenschaft und Politik zur Diskussion rund um eine kritische und zukunftsfähige Politik mit dem Schwerpunkt „Gerechtigkeit“ zusammen zu bringen. Ich war als Kursleiter eines Tracks zu „Freies Wissen vs. Digitale Spaltung“ geladen, der sich zwei Tage lang mit diesem Themengebiet beschäftigte. Das war interessant und sehr nett, weil sehr intensiv und interdisziplinär diskutiert wurde. Auch wenn alle Kursteilnehmer ähnlich Positionen hatten. Hab zumindest in Deutschland noch nicht so intensiv mit Sozialdemokraten über das Thema diskutieren können. Auch ist mir nichts bekannt, wo Sozialdemokraten über das Thema diskutieren. (Bei den deutschen Jusos hab ich zweimal danach gefragt. Beides Mal bekam ich als Antwort, dass sie eine Mailingliste mit ihren Webmastern hätte, ob ich das meinen würde. Ist aber auch schon etwas her)
Ich hab mal einiges mitgeschrieben. Zwei Präsentationen fehlen noch, die packe ich noch morgen dazu.
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: Social Web – Towards networked protest politics?
: Social Web – Towards networked protest politics? Der Sonderforschungsbereich „Protest und Medinekulturen im Umbruch“ der Universität Siegen veranstaltet am 7. und 8. November die Konferenz „Social Web – Towards Networked Protest Politics?“ (PDF). Das Programm klingt spannend und wäre es nicht in Siegen und an diesem Wochenende, würde ich die Konferenz auch besuchen. Wenn alle sgut geht, haben wir trotzdem einen Korrespondenten vor Ort.
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: Überwachungslawine in Deutschland – Deswegen gehen wir auf die Straße!
: Überwachungslawine in Deutschland – Deswegen gehen wir auf die Straße! Pressemitteilung des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung vom 29.09.2008:
Überwachungslawine in Deutschland – Deswegen gehen wir auf die Straße!
Zwei Wochen vor der großen Demonstration „Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn!“ in Berlin legt der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Zahlen vor, denen zufolge der Deutsche Bundestag in den letzten 10 Jahren mindestens 21 mal die Kontrolle und Beobachtung der Menschen verschärft hat. Dagegen hat das Bundesverfassungsgericht mindestens 12 mal Überwachungsgesetze oder ‑maßnahmen als verfassungswidrig aufgehoben. Das aber hindert die Bundesregierung nicht daran, ihren Kurs unbeirrt fortzusetzen: Momentan stehen mindestens 18 weitere Verschärfungen der staatlichen Bürgerüberwachung auf der Agenda.
Vor dem Hintergrund dieser Überwachungslawine ruft der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung alle Menschen auf, am Samstag, den 11. Oktober in Berlin gemeinsam für „Freiheit statt Angst“ auf die Straße zu gehen und eine 180-Grad-Wende der gegenwärtigen Überwachungspolitik zu verlangen. Statt Überwachungswahn und zweifelhafte Sicherheitsversprechen setzen wir uns für mehr Freiheit von staatlicher Kontrolle und Bespitzelung ein. Die Demonstration in Berlin ist der deutsche Beitrag zum weltweiten Aktionstag „Freedom not Fear“ am 11. Oktober 2008, an dem erstmals in über 20 Staaten weltweit Proteste gegen die exzessive Überwachung und Informationsansammlung stattfinden werden.
Der deutsche Aufruf zur Demonstration wird inzwischen von über 90 Organisationen aus den verschiedensten Teilen der Gesellschaft unterstützt, darunter auch Berufsverbänden wie dem Deutschen Anwaltsverein und Gewerkschaften wie dem DGB. Busse zur Demonstration können aus 100 deutschen Städten gebucht werden.
In einem heute veröffentlichten musikalischen Aufruf zur Demonstration[3] wird die Vielzahl bereits angewandter Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen aufgezählt, darunter Vorratsdatenspeicherung, Postkontrolle und Geruchsprobenentnahme. Die Bundeskanzlerin hört man erklären, weshalb es keine vor staatlichem Zugriff geschützten Räume geben dürfe, während der Bundesinnenminister beteuert: „Wir tun aber die Leute nicht überwachen und ausspionieren.“ Dem entgegen gehalten werden Forderungen nach einer kritischen Prüfung aller Sicherheitsgesetze und einer „neuen Bürgerrechtsbewegung“ als dem „besten Verfassungsschutz“.
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: 1 Jahr Grossdemonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung
: 1 Jahr Grossdemonstration gegen die Vorratsdatenspeicherung
Knapp verpasst: Gestern vor einem Jahr fand in Berlin die grösste Demonstration für mehr Datenschutz und gegen Überwachung seit mehr als 20 Jahren statt. Das ist doch nochmal ein Grund auf die kommende Grossdemonstration in Berlin am 11. Oktober hinzuweisen. Unter dem Motto „Freiheit statt Angst“ rufen mittlerweile mehr als 70 Organisationen und Initiativen dazu auf. Es gibt aus den unterschiedlichsten Regionen und Städten 100 geplante Busse, die nach Berlin fahren. Diese können im Foebud-Shop gebucht werden. Einen Extra-Bus gibt es aus dem Rhein-Main-Bereich. Materialien zur Werbung der Demonstration können auch noch bestellt werden. Dazu gibts Banner und sonstigen Online-Schnickschnack. Dringend gesucht werden noch Spenden, um die Demonstration zu finanzieren.
Gleichzeitig finden in bisher mehr als 20 Ländern im Rahmen eines internationalen Aktionstages gegen Überwachung am gleichen Tag Demonstrationen und sonstige Sachen statt.

Im Foebud-Shop gibt es auch das offizielle Demo-T-Shirt für 17 Euro zu erwerben. Sieht auch gut aus.
Wer möchte, kann auch gerne für die Demonstration mobilisieren. Das kann man tun, indem man mit anderen darüber spricht. Darüber bloggen klappt auch prima.
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: 1st European Privacy Open Space
: 1st European Privacy Open Space Koodiniert vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Kiel (ULD) findet vom 13.–15. Oktober 2008 die erste PrivacyOS Konferenz statt.
Privacy Open Space ist ein EU-gefördertes Projekt, dessen Intention es ist, Vertreter aus der Industrie, SMEs, der Regierung und Universitäten zusammenzubringen um datenschutzrelevante und ‑brisante Themen in Europa zu diskutieren und damit den einheitlichen Datenschutz in Europa zu fördern. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit sich über research and best practices auszutauschen, neue Strategien zu entwickeln und Aufmerksamkeit für neue Probleme und Themen wecken. Dabei sind die Teilnehmer eingeladen, im Rahmen des Open Space Methode eigene Themen auf die Agenda zu stellen.
Die Konferenz findet im Europaparlament statt und steht unter der Schirmherrschaft von Alexander Alvaro. Die Teilnahmegebühr beträgt 100 € und Registrierung ist möglich bei privacyos at datenschutzzentrum.de .
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: Heute ist Software Freedom Day
: Heute ist Software Freedom Day Heute ist der Software Freedom Day und an mehr als 500 Orten in 90 Ländern finden Events rund um Freie Software statt. Auch in Deutschland gibt es einige, wie z.B. in Berlin ab 14 Uhr:
Anlässlich des Software Freedom Day machen wir eine kleines Fest mit einem Infostand zu Freier Software und gemeinsamen Grillen. Am Infostand stehen wir Interessierten Rede und Antwort, erklären was Freie Software so besonders macht und wer will kann CDs zum ausprobieren gleich mitnehmen. Die Veranstaltung soll insbesondere Neulingen Gelegenheit bieten, Kontakt zu GNU/Linux, Freier Software und den mitmachenden Gruppen zu knüpfen.
Ort: Mauerpark. Gegenüber von der Gleimstr. 60. -> Karte bei OpenStreetMap.
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: GEMA-Kunstaktion
: GEMA-Kunstaktion Heute fand bei der GEMA in Berlin die Kunstaktion von Johannes Kreidler statt, der Formulare für 70.200 Samples bei der GEMA ablieferte. Julia Seeliger war dabei und hat ein paar Fotos gemacht, u.a. dieses, und berichtet in ihrem Blog:
In der Taz erklärte Kreidler die Tage, worum es ihm bei der Kunstaktion geht: „Kopiert wird dauernd“.
Warum benutzt ein Komponist 70.200 Samples für ein eigenes Werk?
Erst einmal ist es heute schlicht technologisch möglich, mit so große Datenmengen zu hantieren. Etwa am Computer ein Stück zu programmieren, das vorhandene Stücke fragmentiert und verwendet. Ich mache das mit diesen großen Mengen aber nicht nur, um die Technologie zu demonstrieren, denn das ist bekannt. Mir geht es dabei darum, zu symbolisieren, dass wir im Internet heute riesige Mengen an Musik zur Verfügung haben, riesige Mengen an Daten verwalten und weitersenden können. Und das geschieht ja auch täglich millionenfach. Ich setze das in ein Kunstwerk um, indem ich eine so große Zahl von – übrigens nicht von der Gema verwalteten und daher für mich kostenlosen – Ausgangsstücken verwende, die man sich nur schwer vorstellen kann.
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: Ars Electronica: Eine neue Ökonomie?
: Ars Electronica: Eine neue Ökonomie? Gastbeitrag von Wolf Lindstrot für netzpolitik.org:
Fast 30 Jahre alt und immer noch rebellisch? Zumindest mutet das Motto der diesjährigen Ars Electronica, die am Dienstag zu Ende gegangen ist, recht radikal an: „A New Cultural Economy – Wenn Eigentum an seine Grenzen stößt“. Auf dem Cover des Festival-Programms tobt die Schlacht: Ein Dollar-Pacman-Monster frisst Copyright-Symbole, dabei hagelt es Bomben an Piraten-Fallschirmen – all dies unter den wachsamen Kamera-Augen eines Urheberrechtsparagrafen. Wenn dann noch mit Joichi Ito der Geschäftsführer von „Creative Commons“ das zweitägigen Themensymposium kuratiert, dann sollte den VertreterInnen der alten Ordnung wohl Angst und Bange werden. Zur Eröffnung der Konferenz am Freitag jedoch eher beschwichtigende Töne von Ito – gegen simple binäre Frontstellungen zwischen Urheberrechts-InhaberInnen und PiratInnen, für genaues Hinsehen: Was passiert zwischen Mainstream-Medien und BloggerInnen? Wie nutzen Leute die bestehenden Gesetze, um ihre Vorstellungen von einer Ökonomie des Teilens umzusetzen?
Der Widerspruch, der zum Thema aller Vorträge des Symposiums wird, formulieren die Macher der Ars Electronica folgendermaßen: Die „junge Generation“ will nicht mehr nur passiv konsumieren, sondern partizipieren, sich selbst ausdrücken, Vorgefundenes remixen und die Ergebnisse mit anderen teilen. Und die kritische Masse ist erreicht: Produktion und Vertrieb von kulturellen und wissenschaftlichen Erzeugnissen sind durch die Entwicklung der Technik und der Vernetzung so einfach geworden, dass die alte Spaltung in wenige professionelle Medien- und Kultur- ArbeiterInnen einerseits und die große, konsumierende Masse andererseits aufgehoben ist. Wir leben in einer Wissensgesellschaft, die eine Ökonomie des Teilens braucht, um des kulturellen, wissenschaftlichen und ökonomischen Fortschritts willens. Deshalb müssen, nachdem die Praxis im Internet Fakten geschaffen hat, endlich Wirtschaft, Politik und Gesetzgebung angepasst werden. Die Diskussion darüber will die Ars Electronica jedoch nicht den JuristInnen, ManagerInnen und PolitikerInnen überlassen. Gefragt sind andere ExpertInnen, nämlich „wir“: die Internet-NutzerInnen, BloggerInnen, KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und AktivistInnen für freie Software und freie Kultur.
So weit so gut, nahm man von der Ars Electronica 2008 jedoch auch Antworten auf die aufgeworfenen Fragen mit nach Hause? Harvard-Professor Yochai Benkler definiert den neuen Produktionsmodus als „Commons-Based Peer Production“. Für ihn leben wir in einer „Netzwerk-Informationsgesellschaft“, in der gemeinsames Handeln und freier Austausch vom Rand ins Zentrum der Wertschöpfung verlagert wurden. Benklers Ziel ist eine partizipatorischere Kultur, die zwar nicht unbedingt zur absoluten demokratischen Utopie führen muss, aber die Gesellschaft zumindest demokratischer machen könnte. Die klassischen Unternehmen werden nicht verschwinden, müssen sich aber verändern, von geschlossenen zu durchlässigeren Systemen. Das schließt eine stärkere Einbeziehung der KundInnen ein, betrifft aber auch die internen Strukturen, die hin zu flacheren Hierarchien, mehr kollektivem Arbeiten im Team und mehr Freiheiten und Autonomie für die Angestellten verändert werden müssen.
Markus Wissen vom Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung wendete ein, dass von einer neuen, kollektiven Produktionsweise nicht die Rede sein kann, da Kooperation schon immer dem Kapitalismus inhärent war. Neu ist hingegen, dass im Internet auch der Prozess der Aneignung der produzierten Güter kollektiv geworden ist, ob nun auf legalem Wege durch Nutzung freie Lizenzen oder illegal durch Software‑, Musik- und andere Piraterie. Das Augenmerk ist also nicht auf die Produktionsformen im Internet, sondern auf die neuen Aneignungsformen zu legen. Zurück zur Wirtschaft: Auch für Gerd Leonhard ist die Zeit vorbei, in der mit der vollständigen Kontrolle über mediale Produkte und insbesondere dem exklusiven Recht, Kopien zu erstellen, Geld verdient werden konnte. Da „frei“ aber nicht bedeuten soll, dass die ErschafferInnen von Musik oder Filmen leer ausgehen, schlägt er Lizenzen vor, die einen offenen Zugang zu Kultur ermöglichen. Die Neuerung soll darin bestehen, die Lizenzen nicht mehr an einzelne KundInnen sondern an die Netzwerke zu vergeben. Wer also die Infrastruktur bereitstellt, über die die NutzerInnen an die Medieninhalte gelangen, soll an die ProduzentInnen der Inhalte zahlen. Leonhard sieht hier verschiedene mögliche Varianten: Die Infrastruktur-BetreiberInnen schlagen die Lizenzkosten auf die Nutzungspreise drauf, die Lizenzkosten werden durch Steuern abgedeckt, oder das Ganze wird durch Werbung finanziert. Problematisch wird bei diesem Modell das Messen der tatsächlichen Popularität von Inhalten – deren Kenntnis ist Voraussetzung, um die ErstellerInnen proportional zur Nutzung ihrer Erzeugnisse entlohnen zu können. Leonhard gibt zu, dass hier Datenschutz-Fragen relevant werden könnten.
In mehreren Beiträgen zum Symposium wurde hervorgehoben, dass die Wirtschaft, insbesondere in Form der großen Unternehmen, die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt habe und beispielsweise durch das Beharren auf ein veraltetes Urheberrecht dabei sei, Chancen zu verpassen. Nicht ganz klar wurde, ob man wirklich der Meinung ist, dass die Wirtschaft zu vernagelt ist, um Profitchancen zu erkennen, und deshalb Beratung von Seiten der Ars Electronica benötigt. Oder wird hier nur das angestrebte Ziel der „Sharing Economy“ samt freier Software und freier Kultur in eine Sprache gepackt, die es den EntscheidungsträgerInnen in Wirtschaft und Politik schmackhaft machen soll? Bei der „Mission Future“-Konferenz, die ebenfalls im Rahmen der Ars Electronica stattfand, wurde diese Frage schon im Titel beantwortet: „Initiative to create tomorrow’s economy“. Hier ging es tatsächlich um eine Selbstverständigung der Wirtschaft darüber, wie mit den neuen Gegebenheiten im Internet umzugehen ist. Anwesend waren Vertreter großer Unternehmen (Vodafone, Redhat), noch kleiner Startups (SellaBand) und groß gewordener Startups (Xing). Der Tenor ging hier zumeist in die gleiche Richtung: Geld ist zukünftig in erster Linie mit der Infrastruktur zu verdienen, nicht mit den Inhalten selbst. Eine Antwort auf die Frage nach der Zukunft des Eigentums hat jedoch auch ein Unternehmen wie Sellaband nicht, das versucht, die Bereitstellung einer Online-Infrastruktur neuen Typs mit der klassischen Rolle einer Plattenfirma zu verbinden.
Symposiums-Redner Michael Tiemann, der bereits 1989 mit Cygnus Solutions das erste Unternehmen gründete, das Geld mit freier Software verdiente, will der Krise der Musikindustrie anderes begegnen: Inspiriert durch die Slow Food-Bewegung möchte er die Produktion von „guter, sauberer und fairer“ Musik unterstützen. Seine Mittel dazu: die Verwendung von Creative Commons-Lizenzen und der Bau eines neuen Aufnahmestudios. Auf dem „A New Cultural Economy“-Symposium gestattete man sich aber auch Philosophischeres: Thomas Macho und Volker Grassmuck hoben in ihren Betrachtungen der Begriffsgeschichten von „Eigentum“ und „Diebstahl“ darauf ab, dass Diebstahl, Piraterie und Plagiarismus essenziell sowohl für jeden kreativen Prozess als auch für den ökonomischen Fortschritt sind. Von Roland Barthes stammt im literarischen Kontext beispielsweise die Aussage, dass das Begehren des Autors zu schreiben seinen Ausgangspunkt immer im Lesen hat, dass jedes Schreiben also mit einer Nachahmung, einem Plagiat beginnt. Auch verwiesen wurde auf die verdrängte Geschichte der massiven und systematischen Verletzung von ausländischen Urheberrechten durch die Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert, die die Basis für den späteren Aufstieg zur ökonomischen Weltmacht legte. Ein weiteres interessantes Beispiel sind die Ursprünge der florierenden nigerianischen Filmindustrie („Nollywood“, weltweit drittstärkste hinter Hollywood und Bollywood) in dem nigerianischen Handel der 70er und 80er Jahre mit Raubkopien ausländischer Produktionen auf VHS-Kassetten.
Markus Wissen hegte bezüglich des Mottos der Ars Electronica begründete Zweifel: Global betrachtet kann keine Rede davon sein, dass geistiges Eigentum an seine Grenzen stößt. Im Bereich der Biotechnologie kommt es seit einiger Zeit vielmehr zu einer massiven Ausweitung von geistigen Eigentumsrechten, wenn nämlich Firmen Patente auf Lebensformen, beispielsweise in Form von Saatgut, erlangen. Kollektive Praktiken der Wissensproduktion, z.B. der Saatgut-Tausch, erleben nicht wie im Medien- und IT-Bereich einen Aufschwung, sondern werden eingeschränkt oder ganz verhindert. Wenn in diesem Bereich überhaupt die Rede davon sein kann, dass Eigentum an eine Grenze stößt, dann sind das Grenzen, die durch den aktiven Widerstand der Leidtragenden dieser Entwicklung gesetzt werden. Solcher Widerstand spielt sich auf juristischer, politischer oder auch alltagspraktischer Ebene ab. Nebenbei sei bemerkt, dass im biotechnologischen Bereich die Rollen vertauscht sind: Hier bewaffnen sich die „Piraten“ mit Patenten, anstatt diese zu brechen – mit dem Begriff „Biopiraterie“ wird die Nutzung des Rechts auf „geistiges Eigentum“ (z.B. durch Patente) zur Privatisierung und Aneignung von Lebensformen sowie des Wissens um ihre Nutzung kritisiert.
Mehrere AutorInnen des Buches „Freie Netze, freies Wissen“ stellten ihr Projekt „Wissensraum Linz“ vor, das für die Umsetzung von Themen wie Freie Software, Open Courseware und Freie Funknetze auf lokaler Ebene eintritt. Ein offenes WLAN und frei verfügbarer Webspace für alle werden dabei als BürgerInnenrecht und Teil der von der öffentlichen Hand bereitzustellenden Grundversorgung eingefordert. Generell wünschen sich die AktivistInnen eine veränderte Rolle des Staates, die weniger kontrollierenden und sanktionierenden als vielmehr unterstützenden und aktivierenden Charakter haben soll. Yochai Benkler wies in der Diskussion darauf hin, dass die Grenzen zwischen dem verschwimmen, was politisch klassischerweise „rechts“ und „links“ war, wenn sich der libertäre, staatskritische Hacker-Ethos und Creative Commons-Ansatz, in Benklers US-amerikanischem Koordinatensystem eher rechts verortet, mit linken Forderungen an den Staat nach Bereitstellung von Infrastruktur für die Netzgesellschaft mischt. Auch wenn man dies im europäischen Kontext vermutlich anders formulieren würde, so ist die Frage berechtigt, ob sich das Selbstbewusstsein, mit dem die Internetgemeinde auf erfolgreiche Graßwurzel-Projekte wie Wikipedia, Freie Software und Peer2Peer-Tauschbörsen blicken kann, mit den diskutierten Forderungen an Staat und Wirtschaft verträgt.
In der Diskussion wies die im Publikum anwesende österreichische Grünen-Abgeordnete im Europaparlament Eva Lichtenberger jedenfalls darauf hin, dass das politische System weit zurück gefallen ist hinter die Realitäten im Internet und die Wunsch-Vorstellungen der AktivistInnen: Im Europaparlament stellen die BefürworterInnen der Sharing Economy eine kleine Minderheit dar. Und die konkreten legislativen Entwicklungen in den Mitgliedsstaaten der EU gehen eher in die entgegengesetzte Richtung. Lichtenberger führt dies auf ein Generationenproblem zurück: Die EntscheidungsträgerInnen seien zu alt, um die technologische und gesellschaftliche Entwicklung erfassen zu können. Sie formulierte ihren Einwurf als einen „Hilferuf“ an die Anwesenden, die sie aufforderte, sich bei ihren EuropaparlamentarierInnen für eine andere Politik einzusetzen.
Blogger und Unternehmer Isaac Mao beleuchtete den „Sharism“ aus chinesischer Perspektive. Er sieht drei fundamentale Voraussetzungen für den Übergang zu einer Ökonomie des freien Austauschs in Kultur und Medien, die immer wieder Gefahr geraten und geschützt werden müssen: technologisch den freien Zugang zu den Netzwerken, politisch das Recht auf freie Rede und kulturell die Befähigung zu freiem Denken. Für die Zukunft Chinas ist er jedoch optimistisch: Die „Great Chinese Firewall“ sei an vielen Stellen löchrig und werde irgendwann überwunden werden – „Wenn alle ’sharen’, wird Zensur sinnlos!“. Ein konkretes Projekt zur Förderung von freier Rede und freiem Denken stellte Georgia Popplewell von Global Voices vor: Unzählige ehrenamtliche RedakteurInnen und ÜbersetzerInnen versuchen, die lesenswerten und glaubwürdigen Beiträge aus der globalen Blogosphäre zu fischen und über Sprachbarrieren hinweg zu verbreiten. Audio-Aufnahmen der Beiträge des Ars Electronica-Symposiums und andere Podcasts stehen übrigens auf der Webseite des Festivals als mp3s zum Download bereit.
Drumherum tobte wieder mal die Kunst durch Linz: Yann Marussich schwitzte blau, Ö1 verschenkte 1GB-Sticks mit frei lizenzierten Daten aus dem Internet, Studierende der Universität Tokio sowie slowenische KünstlerInnen bestückten Ausstellungen mit ihren Werken, und bei der „Linzer Klangwolke“ wurden die Donau, ihre Ufer und nahe liegende Gebäude zur Bühne für eine mal nachdenkliche mal bombastische Erzählung eines Lebenslaufs in der bürgerlichen Gesellschaft.
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: Tagung: Kreative Arbeit und Urheberrecht
: Tagung: Kreative Arbeit und Urheberrecht Vom 26.–28. September 2008 veranstaltet das Projekt „Arbeit 2.0 – Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt“ in der PHOENIX Halle in Dortmund die Tagung „Kreative Arbeit und Urheberrecht“:
Die Digitalisierung der Medienwelt verändert alles: die Arbeitsbedingungen der Kreativen, die Nutzungen durch die Empfänger und die Verwertungsketten auf dem Markt. Früher haben Künstler, Journalisten und Musiker Werke geschaffen, die Verlage haben sie vermarktet und die Verbraucher haben sie verbraucht. Heute sind Autoren Multimediaproduktionskonglomerate in einer Person. Die sogenannten Endverbraucher stehen nicht länger am Ende der Leitung, sondern sind Ausgangspunkt für eigene Werke und globale Distribution aus dem Wohnzimmer. Und aus den Industrien, die früher säuberlich in Medienhardwarehersteller, Kommunikationsdiensteanbieter, Verlage, Vertriebe und Veranstalter getrennt waren, sind heute unüberschaubare Konstellationen geworden, bei denen man kaum sagen kann, wer gerade wen quersubventioniert oder aufkaufen wird. Das Urheberrecht soll, so lässt der Name vermuten, die Rechte der Urheber sichern. Tatsächlich ist es zu einem weiteren Instrument im Kräfteringen um Marktanteile geworden. Wo bleiben in dieser komplexen Dynamik diejenigen, die kreative Werke im Sinne des Urheberrechts schaffen, diejenigen also, um die sich alles dreht?
Das Projekt „Arbeit 2.0 – Urheberrecht und kreatives Schaffen in der digitalen Welt“ versucht Licht ins Dunkel der digitalen Kultur- und Wissensordnung zu bringen. Mit analytischen, künstlerischen und dialogischen Mitteln untersucht es die neuen kreativen Arbeitsverhältnisse und ihre Rahmenbedingungen. Die Kernfragen zu Ökonomie, Remixing und Organisation von Kreativschaffenden, sie sich aus der Untersuchung ergeben, werden auf der Tagung zur Diskussion gestellt.
Teilnahmegebühr: 10 EUR, ermäßigt 5 EUR (für 3 Tage)
Anmeldungen bitte bis zum 15. Sep. 2008 unter info@hmkv.de -
: Nächsten Montag im Bundestag: Anhörung zum BKA-Gesetz
: Nächsten Montag im Bundestag: Anhörung zum BKA-Gesetz Nächste Woche Montag findet im Innenausschuss des Deutschen Bundestages eine „Öffentliche Anhörung von Sachverständigen“ zum Thema „Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus durch das Bundeskriminalamt“ statt. Konkret geht es um das BKA-Gesetz und damit auch um die Online-Durchsuchung.
Die Stellungnahmen der Sachverständigen sind jetzt online zu finden:
* Prof. Dr. Christoph Gusy, Universität Bielefeld – Ausschussdrucksache 16(4)460 A
* Dr. Fredrik Roggan, Rechtsanwalt, Berlin – Ausschussdrucksache 16(4)460 B
* Prof. Dr. jur. Dirk Heckmann, Universität Passau – Ausschussdrucksache 16(4)460 C
* Prof. Dr. Martin Kutscha, Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege, Berlin – Ausschussdrucksache 16(4)460 D
* Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit , Bonn – Ausschussdrucksache 16(4)460 E
* Peter Dathe, Präsident des Bayerischen Landeskriminalamtes, München – Ausschussdrucksache 16(4)460 F
* Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamtes, Wiesbaden – Ausschussdrucksache 16(4)460 G
* Prof. Dr. Hansjörg Geiger, Staatssekretär a.D., Berlin – Ausschussdrucksache 16(4)460 H
* Prof. Dr. Markus Möstl, Universität Bayreuth – Ausschussdrucksache 16(4)460 I
* Prof. Dr. Ralf Poscher, Ruhr-Universität Bochum – Ausschussdrucksache 16(4)460 JDie Anhörung findet am Montag, den 15. September 2008 von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich.
[via]
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: SPD fordert Nachdenken über „Umgang mit Daten“
: SPD fordert Nachdenken über „Umgang mit Daten“ Sehr geehrter Michael Bürsch, Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion zum Datenschutzgipfel,
was wollen Sie uns mit diesen Sätzen sagen?
Kaum jemand hat sich bis jetzt ausreichend mit prinzipiellen Fragen des Umgangs mit Daten beschäftigt: Wie verändert sich unsere Gesellschaft durch das Internet? Wie ueberwinden wir die digitale Spaltung zwischen Nutzern und Nichtnutzern des Internets, zwischen Älteren und Jüngeren mit ihren sehr unterschiedlichen Zugaengen zu dem Medium? Wie weit kann oder muss der Schutz des Privatheit für den Einzelnen gehen? Und wie verhält sich die Nutzung des Internets zur gesellschaftspolitischen Entwicklung in unserem Lande, insbesondere zur Demokratie?
Es mag ja sein, dass sich in der SPD niemand bisher damit beschäftigt hat oder Ihnen das einfach entgangen ist, aber da draußen im Land außerhalb des Bundestages gibt es sehr viele Leute, die sich darüber seit Jahren Gedanken machen. Es gab übrigens auch schon 2003 und 2005 einen UN-Weltgipfel, der diese und andere Fragen intensiv diskutiert hat, auch mit aktiver Beteilung aus Deutschland. Alleine an akademischen Experten zum Thema Datenschutz gibt es in Deutschland sicher mehr als zwei Dutzend, und die bearbeiten alle diese und weitere grundlegenden Fragen. Einige haben sogar schon Antworten. Wir helfen gerne mit Kontakten, falls Sie wirklich interessiert sind.
Ich muss Sie allerdings vorsichtshalber darauf hinweisen, dass die SPD in den letzten zehn Jahren sämtliche Glaubwürdigkeit als Datenschutzpartei verspielt hat, unter anderem durch das konsequente Mittragen fast aller Überwachungsideen der Innenminister Schily und Schäuble sowie diverser KollegInnen. Hier wäre also einiges an Kurswechsel, Aufräumarbeit und Wiedergutmachung zu leisten.
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: Ars Electronica – Live-Stream: A New Cultural Economy
: Ars Electronica – Live-Stream: A New Cultural Economy Auf der Ars Electronica in Linz findet heute und morgen das Symposium „A New Cultural Economy“ statt. Es gibt einen Live-Stream der spannenden Redebeiträge.


