Digital Rights

  • : NPP109: Die Datenfresser
    NPP109: Die Datenfresser

    Morgen erscheint das Buch „Die Datenfresser- Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen“ von Constanze Kurz und Frank Rieger im Buchhandel. Auf 260 Seiten beschreiben die Beiden, warum man sich heute noch um Datenschutz und den Schutz der eigenen Privatsphäre kümmern muss und was die technologischen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen dabei sind. Eine absolute Leseempfehlung!

    Ich habe mich vorab mit den beiden für den Netzpolitik-Podcast über das Buch und die Themen unterhalten. Das rund 80 Minuten lange Gespräch findet Ihr als MP3 (80MB) und OGG (95 MB) auf dem Server.

    „Die Datenfresser“ kostet 16,95 Euro und wird in der Buchhandlung um die Ecke, in Bahnhöfen oder bei Online-Versendern wie Amazon (Partner-Link) erhältlich sein. Ein Kapitel gibt es als Leseprobe (PDF) im Netz.

    11. April 2011 19
  • : Europa auf dem Weg zu repressiveren Maßnahmen gegen Copyright-Verletzungen im Netz?
    Europa auf dem Weg zu repressiveren Maßnahmen gegen Copyright-Verletzungen im Netz?

    Im Kampf gegen Filesharer und Piraten sieht die Europäische Kommission “dringenden Handlungsbedarf”. Denn heutzutage biete das Internet eine “beispiellose Zunahme der Möglichkeiten, Rechte des geistigen Eigentums zu verletzen”.

    So steht es in einem Bericht (pdf) über die Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums der EU-Kommission, zu dem Organisationen, Bürger und “alle interessierten Akteure” bis Ende letzten Monats Stellung nehmen konnten. Aus Brüssel können wir in den kommenden Monaten – neben der Unterzeichnung des Anti-Piraterie-Abkommens ACTA – ein Gesamtpaket zum geistigen Eigentum erwarten. Die Vorschläge der Kommission werden für den 5. Mai erwartet.

    Der Bericht der Kommission evaluiert die Anwendung der Richtlinie von 2004 zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums, auch IPRED genannt. Diese Richtlinie zeigt laut Kommission bereits einige positive Auswirkungen in den EU-Mitgliedstaaten, wurde aber nicht mit Blick auf die Herausforderung des Internet konzipiert. Obwohl die Kommission keine “kritische wirtschaftliche Analyse der Auswirkungen der Richtlinie auf die Innovation und die Entwicklung der Informationsgesellschaft” vornehmen konnte, beschreibt sie das Internet als dunklen Ort, der Urheberrechtsverletzungen geradezu fördert:

    11. April 2011 13
  • : Netzsperren durch neuen Glücksspielstaatsvertrag?
    Netzsperren durch neuen Glücksspielstaatsvertrag?

    Gemeinsame Presseerklärung von AK-Zensur und Chaos Computer Club: Arbeitskreis gegen Internetsperren und Chaos Computer Club warnen vor dem Einschleppen von Netzsperren durch neuen Glücksspielstaatsvertrag.

    Der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) und der Chaos Computer Club (CCC) warnen vor dem neuen Glücksspielstaatsvertrag, der zur Zeit abseits der Öffentlichkeit verhandelt wird. Der dem CCC zugespielte Entwurf des Staatsvertrages macht deutlich, dass die Ministerpräsidenten der Bundesländer erneut über die Einführung von Internetsperren nachdenken. Der Arbeitskreis fordert die Ministerpräsidenten der Länder auf, umgehend den Stand der Verhandlungen offenzulegen und die Zivilgesellschaft zu beteiligen.

    „Wir erleben hier einen weiteren Versuch, eine Zensurinfrastruktur in Deutschland aufzubauen. Diesmal kommt er unter dem Deckmäntelchen der Prävention von Glücksspielsucht, wahrscheinlicher ist jedoch die Furcht vor Steuereinnahmeverlusten durch ausländische Glücksspielseiten“, erklärt Benjamin Stöcker, Mitglied im AK Zensur. „Damit wird dem freien Zugang zu Informationen im Netz der Kampf angesagt. Dabei dachten wir, die Politik hätte aus den Debakeln beim Jugendmedienschutzstaatsvertrag und dem Zugangserschwerungsgesetz gelernt.“

    11. April 2011 23
  • : Tagesschau: Große Zustimmung für Ende der Internetsperren
    Tagesschau: Große Zustimmung für Ende der Internetsperren

    Die Tagesschau hat heute prominent über das Ende des Zugangserschwerungsgesetz direkt am Anfang berichtet: Große Zustimmung für Ende der Internetsperren.

    Das gibts als OGG und MP4. Und bei Youtube:

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    Ein kurzer Kommentar von mir kommt auch drin vor.

    6. April 2011 31
  • : Kommentar: Netzsperren sind erstmal beerdigt
    Kommentar: Netzsperren sind erstmal beerdigt

    Die Koalition hat gestern beschlossen, das Zugangserschwerungsgesetz endgültig zu beerdigen, was wohl durch ein Aufhebungsgesetz erfolgen wird. Das hatten alle Oppositionsfraktionen bereits durch eigene Anträge in den Bundestag eingebracht, aber bisher zögerte die Koalition. Allerdings ist ein Aufhebungsgesetz der einzige richtige rechtstaatliche Weg. Erfreulich ist, dass die FDP (und hier vor allem Leutheusser-Schnarrenberger) sich in diesem Thema mit ihrer Position durchgesetzt hat, die mittlerweile auch von vielen jungen CDU-lern und selbst CSU-lern (durch ihren Netzrat) geteilt wurde.

    Die offene Frage bleibt: Was war der Deal? Die Visa-Datei kann es nicht gewesen sein, dazu ist diese nicht bedeutend genug. Außerdem stand das schon im Koalitionsvertrag. Und so schwebt immer noch das Damoklesschwert der Vorratsdatenspeicherung über allem, die vehement von unserem neuen Innenminister Friedrich vertreten wird und die gestern vertagt wurde. Wird es also bei der nächsten Runde eine Vorratsdatenspeicherung geben, die vielleicht nur etwas gekürzt wird, um die Gesichter aller Beteiligten zu bewahren? Die Union könnte es als Sieg verkaufen, diese wieder eingeführt zu haben und die FDP könnte es als Teil-Sieg verkaufen, zumindest die Laufzeit verkürzt zu haben. Aber trotzdem würden unser Verbindungsdaten protokolliert werden. Oder wartet man tatsächlich auf die EU-Evaluation, um anhand derer Handlungsempfehlungen eine Blaupause zu haben, um diese wieder einzuführen? Eine weitere Variante aus Sicht der Union wäre, das ungeliebte Gesetz wieder losgeworden zu sein, um dem Koalitionspartner FDP einen Erfolg zu schenken und ihn in den Meinungsumfragen wieder über 5% zu bekommen.

    6. April 2011 60
  • : Hans-Peter Friedrich will nicht mehr über Vorratsdatenspeicherung sprechen
    Hans-Peter Friedrich will nicht mehr über Vorratsdatenspeicherung sprechen

    Auf dem 23. Bundeskongress der Deutschen Polizeigewerkschaft hat unser neuer Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) erklärt, warum er nicht mehr über die Vorratsdatenspeicherung sprechen will:

    Auch Friedrich will lieber von Mindestdatenspeicherung sprechen: „Dieser Begriff ist besser, denn bei Vorratsdatenspeicherung wird man merkwürdig angeschaut.“ Bei der Mindestdatenspeicherung sollen laut Friedrich die Daten mindestens sechs Monate aufgehoben werden. „85 Prozent aller Anfragen bei Providern sind nicht mehr beantwortet worden, weil sie die Daten schlicht nicht haben“, erklärte Friedrich unter großem Applaus der Kongressteilnehmer. „Ohne Speicherung entsteht im Internet ein rechtsfreier Raum.“

    Da Vorratsdatenspeicherung mittlerweile durch das Urteil des Bundesverfassungsrecht und damit der Verletzung unserer Grundrechte negativ assoziiert wird, soll also Neusprech her. Interessant ist natürlich auch die Formulierung, dass diese Daten mindestens sechs Monate aufgehoben werden sollen. Bisher bemühte sich die Bundesregierung immer den Verhandlungserfolg auf europäischer Ebene hervorzuheben, dass wir in Deutschland nur sechs Monate speichern brauchen. Unsere Befürchtung war immer, dass diese sechs Monate später mal schnell ausgeweitet werden. Das klingt hier rhetorisch an.

    4. April 2011 118
  • : Die Preisträger der BigBrotherAwards 2011
    Die Preisträger der BigBrotherAwards 2011

    Heute werden in Bielefeld die BigBrotherAwards 2011 verliehen. Die Veranstaltung wird ab 18 Uhr im Live-Stream ins weltweite Internet übertragen. Wir haben hier die Sieger und die dazu gehörigen Kurzbegründungen. Natürlich klingt das im Live-Stream dann noch viel ausfüphrlicher, da es für jeden Gewinner auch eine anständige Laudatio geben wird.

    Arbeitswelt: Die Daimler AG in Stuttgart (stellvertretend)

    Der BigBrotherAward 2011 in der Kategorie Arbeitswelt geht an die Daimler AG in Stuttgart für die Praxis, flächendeckend Bluttests von ihren Produktionsmitarbeitern zu fordern. Diese Form von modernem Vampirismus erfolgt ohne Rücksicht auf Persönlichkeitsrechte und meist ohne arbeitsrechtlich erforderlich zu sein. Ursprünglich hatte die Daimler AG diese Bluttests auch von ihren Verwaltungsmitarbeitern gefordert, das wurde allerdings inzwischen wieder eingestellt. Daimler erhält den Preis stellvertretend für mehrere weitere deutsche Unternehmen, die diese Bluttests fordern, weil der Autohersteller nicht die Bluttests für problematisch hält, sondern die aus dem Datenschutz folgenden Eingriffe in ärztliche Befugnisse.

    Arbeitswelt: Der Deutsche Zoll

    1. April 2011 16
  • : Zehn Internet-Rechte und ‑Prinzipien
    Zehn Internet-Rechte und ‑Prinzipien

    Die Internet Rights & Principles Coalition (IRPC) hat zehn Rechte und Prinzipien definiert und schlägt diese als Basis einer Diskussion über Internet Governance vor. Das kann ich so auch unterschreiben. Bisher gibt es zahlreiche Übersetzungen, aber keine ins deutsche.

    Update: Danke an Mayleen für die Übersetzung in den Kommentaren.

    „10 Internet Rights & Principles

    The Internet offers unprecedented opportunities for the realisation of human rights, and plays an increasingly important role in our everyday lives. It is therefore essential that all actors, both public and private, respect and protect human rights on the Internet. Steps must also be taken to ensure that the Internet operates and evolves in ways that fulfil human rights to the greatest extent possible. To help realise this vision of a rights-based Internet environment, the 10 Rights and Principles are:

    1) Universality and Equality

    All humans are born free and equal in dignity and rights, which must be respected, protected and fulfilled in the online environment.

    2) Rights and Social Justice

    The Internet is a space for the promotion, protection and fulfilment of human rights and the advancement of social justice. Everyone has the duty to respect the human rights of all others in the online environment.

    31. März 2011 11
  • : c’t erklärt Debatte um Netzneutralität
    c’t erklärt Debatte um Netzneutralität

    Richard Sietmann hat in einer c’t einen längeren Grundsatzartikel über die Diskussion rund um Netzneutralität geschrieben: Schmalspur – Der Kampf gegen die Netzneutralität zielt auf die Vereinnahmung des Internet.

    Gegen das Internet hat sich die klassische Telekommunikationsbranche lange gewehrt; jetzt umarmen die Ewiggestrigen es so, dass es zu ersticken droht. Offiziell wird der Abschied von der Netzneutralität heruntergespielt, doch in Wirklichkeit geht es um eine fundamentale Weichenstellung für die Informationsgesellschaft.

    Nach dem lesen kann man sich nochmal überlegen, ob die Netzneutralität gesichert gehört oder alles einfach dem Markt überlassen werden sollte, wie es die Bundesregierung plant.

    31. März 2011 3
  • : Vorratsdatenspeicherung auch in Tschechien verfassungswidrig
    Vorratsdatenspeicherung auch in Tschechien verfassungswidrig

    Das tschechische Verfassungsgericht hat heute die dortige Vorratsdatenspeicherung für verfassungswidrig erklärt. Damit ist die Vorratsdatenspeicherung in einem weiteren EU-Staat für verfassungswidrig erklärt worden. Die EU-Direktive fällt damit immer weiter in sich zusammen. Die EU-Kommission sollte die Vorratsdatenspeicherung nun endgültig beerdigen.

    Bisher gab es bereits Urteile in Zypern, Bulgarien, Rumänien und Deutschland, die aber alle recht verschieden waren. In der Warteschlage steht die Klage von Irland vor dem EuGH, sowie in Ungarn.

    Geklagt hatte wohl eine Gruppe von Abgeordneten.

    Hier ist die Entscheidung in tschechisch, hier als Google-Übersetzung ins englische und hier ins deutsche.

    Mehr Infos dazu gibt es später.

    31. März 2011 16
  • : Wirtschaftsministerium schreibt Machbarkeitsstudie zu 2‑Strikes aus (Update)
    Wirtschaftsministerium schreibt Machbarkeitsstudie zu 2‑Strikes aus (Update)

    Das FDP-geführte Wirtschaftsministerium hat eine „Vergleichende Studie über Modelle zur Versendung von Warnhinweisen durch Internet-Zugangsanbieter an Nutzer bei Urheberrechtsverletzungen“ ausgeschrieben. Das Modell ist auch bekannt als 2‑Strikes und wird regelmäßig von den Lobbyisten der Unterhaltungsindustrie gefordert.

    Und das soll die Studie ergeben:

    Im Hinblick auf das erhebliche Ausmaß von Urheberrechtsverletzungen im Internet und den dadurch entstehenden volkswirtschaftlichen Schaden ist das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) daran interessiert, dass Internet-Zugangsanbieter und Rechteinhaber stärker zusammenarbeiten. Eine Möglichkeit ist, dass Internet-Zugangsanbieter auf Veranlassung der Rechteinhaber Warnhinweise an Kunden schicken, deren IP-Adresse von den Rechteinhabern im Zusammenhang mit Rechtsverletzungen ermittelt wurde. Solche Warnhinweismodelle wurden in anderen EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich und dem Vereinigten Königreich bereits eingeführt. Ziel des Vorhabens ist die Gewinnung von Erkenntnissen über die Auswirkungen gesetzlicher Regelungen zur Bekämpfung der Internetpiraterie mittels der Versendung von Warnhinweisen in anderen EU-Mitgliedstaaten.

    (via)

    Update: Der FDP-Staatssekretär Hans-Joachim Otto hat in den Kommentaren darauf hingewiesen, dass ich fehlerhaft gearbeitet hätte und man keine Machbarkeitsstudie, sondern lediglich eine vergleichende Studie ausgeschrieben habe. Das mit dem Ergebnisoffenen prüfen nehme ich ihm aber so nicht ab und erspare mir die Recherche von vielfältigen Quellen, wo Herr Otto sich in den vergangenen Jahren für die Einführung eines 2‑Strikes-Systems ausgesprochen hat. So liege ich vielleicht mit „Machbarkeitsstudie“ nicht ganz korrekt, aber ich unterstelle Hans-Joachim Otto schon, dass er auch umsetzen (also machbar machen) möchte, was er oftmals gefordert hat.

    30. März 2011 39
  • : EU: Lobbyist der Musikindustrie vor Wechsel zur EU-Kommission
    EU: Lobbyist der Musikindustrie vor Wechsel zur EU-Kommission

    Das französische Magazin PCInpact berichtete gestern Abend, dass Dr. Tilman Lüder (Referatsleiter der Urheberrechtsabteilung in der Generaldirektion Binnenmarkt) die EU-Kommission verlässt und nach China geht. Diese Information habe man von mehreren europäischen Verbraucherverbänden erhalten.

    Die frei gewordene Stelle des ‚Head of Unit’ soll den Quellen zufolge von dem ehemaligen Leiterin für Rechtsfragen der IFPI (International Federation of the Phonographic Industry, also dem Weltverband der Phonoindustrie) besetzt werden. Unseren Quellen zufolge handelt es sich wohl um Maria Martin-Prat.

    Das Internet bereitet der EU-Kommission schon seit einiger Zeit – aufgrund der “beispiellosen” Zunahme der Urheberrechtsverletzungen – Sorgen.

    Der neue Head of Unit der Urheberrechtsabteilung wird daher die bevorstehende Überarbeitung der EU-Richtlinie 2004/48/EG zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums (IPRED) koordinieren. Außerdem sollte man immer an ACTA denken, das von der EU-Kommission mitverhandelt wird. Bis zum 31.3.2011 kann man noch auf den Evaluierungsbericht der Kommission reagieren und Stellungnahmen einsenden.

    Funfact: Auf der Seite der deutschen Landesgruppe der IFPI, des Bundesverbands der Musikindustrie, findet man übrigens einen Zähler, der die illegalen Downlads seit dem 01.01.2011 zählt. Wie das funktioniert wüsste ich auch gerne mal.

    30. März 2011 36
  • : Bundesjustizministerium erklärt Löschen statt Sperren
    Bundesjustizministerium erklärt Löschen statt Sperren

    Das Bundesjustizministerium erklärt in einem kurzen Imagefilm das Prinzip von „Löschen statt Sperren“:

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    In der ersten Folge beschäftigen wir uns mit dem Thema: „Warum Löschen statt Sperren?“ Dass Internetseiten mit kinderpornographischen Inhalten aus dem Internet müssen, ist eine Selbstverständlichkeit – ob diese Seiten allerdings gelöscht oder gesperrt werden sollen, wird diskutiert.

    29. März 2011 25
  • : OpenNet-Report über Export von Netzzensur-Technologien
    OpenNet-Report über Export von Netzzensur-Technologien

    Die OpenNet Initiative hat einen neuen Report veröffentlicht, welche US- und kanadischen Unternehmen Netzzensur-Technologien herstellen und in repressive Regime exportieren: West Censoring East: The Use of Western Technologies by Middle East Censors, 2010–2011. Hier ist das PDF.

    The OpenNet Initiative has documented network filtering of the Internet by national governments in over forty countries worldwide. Countries use this network filtering as one of many methods to control the flow of online content that is objectionable to the filtering governments for social, political, and security reasons. Filtering is particularly appealing to governments as it allows them to control content not published within their national borders. National governments use a variety of technical means to filter the Internet; in this paper, we analyze the use of American- and Canadian-made software for the purpose of government-level filtering in the Middle East and North Africa. In this report, the authors find that nine countries in the region utilize Western-made tools for the purpose of blocking social and political content, effectively blocking a total of over 20 million Internet users from accessing such websites.1 The authors analyze as well the increasing opacity of the usage of Western-made tools for filtering at the national level.

    Jillian C. York, eine der beiden Co-Autorinnen, wird auch auf der kommenden re:publica’11 zu Gast sein. Die Washington Post berichtet über den Report: U.S. Products Help Block Mideast Web.

    Passend dazu berichtet Erich Moechl auf FM4: Export von Überwachungstechnik an Diktaturen legal.

    Deutsche Firmen können weiterhin Überwachungssysteme für Telefonie und Internet für „Strafverfolger“ in Syrien, Bahrain und dem Jemen liefern. Das bestätigte das deutsche Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle auf Anfrage von ORF.at.

    28. März 2011 5
  • : Microsoft spart https im arabischen Raum (Update)
    Microsoft spart https im arabischen Raum (Update)

    Aus bisher nicht kommunizierten Gründen hat Microsoft für den eigenen eMail-Dienst Hotmail Nutzern in arabischen Ländern einfach mal das https entzogen. Jillian C. York hat heute Morgen erste Hinweise darauf bekommen und im Laufe des Tages die Meldung verifiziert und verbloggt: Microsoft Hotmail: No HTTPS for Arab, Iranian Users.

    Nutzer in Ländern wie Iran, Syrien, Bahrain, Marocco, etc. können die https-Funktion nicht nutzen, Nutzer in allen anderen Ländern wie Deutschland, USA, etc. können sicherer mailen. Man kann das auch verifizieren (sofern man einen Hotmail-Account besitzt), wenn man dort in den Einstellungen einfach mal das Land wechselt. Ein Klick in ein anderes Land und plötzlich ist etwas mehr Sicherheit da. Damit sind gerade durch den Wegfall von https genau die Länder betroffen, wo Menschen gerade erst recht https bräuchten, um ihre Leben nicht zu gefährden, wenn sie sich dort politisch engagieren und ihre Meinung frei äußern.

    Jillian C. York empfiehlt deshalb auch allen Nutzern in diesen Ländern, entweder in den Einstellungen das Land oder besser gleich ganz den Service zu wechseln.

    Update: Nach Angaben von Microsoft handelte es sich um einen Bug, der mittlerweile behoben ist.

    25. März 2011 18
  • : ZDF fordert Festschreibung der Netzneutralität
    ZDF fordert Festschreibung der Netzneutralität

    Das ZDF hat sich in der Netzneutralitätsdebatte auf unsere Seite gestellt und fordert eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität (PDF). Das Papier bietet auf vier Seiten eine gute Zusammenfassung, warum die Netzneutralität geschützt werden sollte.

    Das sind die Zwischenüberschriften:

    1. Netzbetreiber planen Eingriffe in die Netzneutralitaät
    2. Neue Techniken eröffnen vielfaältige Diskriminierungspotentiale
    3. Priorisierung von Diensten oder Dienstegruppen gefährdet die Meinungsvielfalt und den Pluralismus im Netz
    4. Verhalten der Provider ist fuür die Kunden faktisch intransparent
    5. Möglichkeit der Priorisierung setzt falsche Anreize
    6. Netzneutralität muss aktiv geschützt werden

    Und so liest sich das teilweise:

    Blockierungen, Verlangsamungen und Manipulationen stellen eine erhebliche Gefahr für die Meinungsvielfalt und den Pluralismus im Netz dar und sind nicht akzeptabel. Eine Diskriminierung von Inhaltsarten oder gar eine Inhaltskontrolle durch Netz- betreiber muss deshalb ausgeschlossen werden, sofern sie nicht durch Gesetz im Einzelfall ausdrücklich bestimmt ist.

    Das Papier findet sich leider nicht auf den Seiten des ZDF, sondern wurde von gruen-digital.de veröffentlicht.

    24. März 2011 3
  • : Foebud sucht Geschäftsführung und CampaignerIn
    Foebud sucht Geschäftsführung und CampaignerIn

    Der Foebud hat zwei Stellen anzubieten: Geschäftsführung und CampaignerIn. Problem ist, dass man regelmäßig nach Bielefeld muss.

    23. März 2011 26
  • : China: Bei Anruf Protest
    China: Bei Anruf Protest

    In China hat man die Zensurinfrastruktur ausgebaut und ein neues Feature als Service eingeführt: Wenn dort z.B. das Wort Protest in einem Telefonat fällt, wird das Gespräch automatisch abgebrochen. Das soll sowohl in englisch als auch in chinesisch funktionieren, wie die New York Times berichtet: China Tightens Censorship of Electronic Communications. Gleichzeitig ist die gesamte Zensur ausgedehnt worden, mehr Seiten werden geblockt und auch einige VoIP-Services sind nicht mehr erreichbar.

    23. März 2011 22
  • : Netzneutralität: Die Laune der Freiheit oder die Neutralität und ihr Preis
    Netzneutralität: Die Laune der Freiheit oder die Neutralität und ihr Preis

    In der Netzneutralitätsdebatte ist ein beliebtes Argument von Industrie-Lobbyisten , dass um einen großen Ausbau von Netzwerkmanagement und tollen neuen Ideen wie Diensteklassen kein Weg dran vorbei führe, weil sonst die Netze zusammenbrechen würden. Das Argument wird immer mit der Behauptung verknüpft, dass man bereits massiv in den Ausbau investiert habe und es echt nicht anders gehen würde. Diese Linie wird dann von Politikern der Koalition gerne nachgeplappert. Kritisches Nachfragen wird dann mit dem Killerarument abgetan, dass man keine Ahnung vom Geschäft hätte, wenn man das in Frage stellen würde.

    Eine andere Meinung dazu vertritt Theo Weirich, Geschäftsführer des City-Carriers wilhelm.tel und Vorstandsmitglied der Stadtwerke Norderstedt und Technik-Vorstand im Bundesverband Glasfaser e.V. (Buglas). Die ct hat jetzt einen Meinungsbeitrag von Weirich veröffentlicht, der die Netzbetreiber mit dem Sozialismus vergleicht: Beide hätten „die vorhandene Infrastruktur herunter gewirtschaftet und vernachlässigt“ und nur deshalb würde jetzt an der Netzneutralität gekratzt, was unserer Freiheit schade..

    Denn allein es fehlt die Bandbreite. Diese aufzubauen wurde lange verschlafen. Hätten die Netzbetreiber ihre Netze mit der notwendigen Voraussicht rechtzeitig geplant und aufgebaut, hätten sie also ihre eigentliche Aufgabe wahrgenommen, gäbe es keine nennenswerte Diskussion um Netzneutralität. Stattdessen will man ein Mautsystem für Internetautobahnen einführen. Wer zahlt, bekommt schnellen Zugang, wer nicht, holpert über Schlaglöcher. Das Fatale an dieser Entwicklung ist, dass der Netzaufbau mit schnellen Glasfaseranschlüssen jetzt erst recht auf die lange Bank geschoben wird, weil man die alten Leitungen länger nutzen kann.

    Er plädiert für einen Systemwechsel zur Glasfaser:

    Das Internet ist eine Laune der Freiheit, es ist die kultivierte Anarchie gegen jede Obrigkeit und Bevormundung, sei es durch Regierungen oder Konzerne. Es beheimatet die Avantgarde der Informationsgesellschaft ebenso wie die widerspenstigen Quertreiber aus Hackerkreisen. Diese Freiheit ist ein Stück Menschenrecht, auf das wir pochen müssen. Es wird Zeit, dass einige Leute das tun, was sie schon immer hätten tun sollen, nämlich sich auf ihren Job konzentrieren und Netze bauen. Die Kupferzeit ist am Ende, doch Mangel und Mangelverwaltung sind kein Naturgesetz. Jetzt muss der Systemwechsel zur Glasfaser vollzogen werden.

    21. März 2011 10
  • : The Internet in Society: Empowering or Censoring Citizens?
    The Internet in Society: Empowering or Censoring Citizens?

    Über die Thesen von Evgeny Morozov, dass das Internet in repressiven Staaten eher mehr Kontrolle als Meinungsfreiheit bringt, haben wir schon mehrfach gebloggt. Ausführlich geht er darauf auch im Netzpolitik-Podcast Folge 83 ein. Richtig cool ist aber diese Visualisierung eines Vortrages von ihm: The Internet in Society: Empowering or Censoring Citizens?

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

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    Das ist die beeindruckendste Vortrags-Visualisierung, die ich je gesehen habe. Von RSA Animate gibt es noch mehr tolle Visualisierungen.

    (via)

    17. März 2011 21