Kultur

The Internet in Society: Empowering or Censoring Citizens?

Über die Thesen von Evgeny Morozov, dass das Internet in repressiven Staaten eher mehr Kontrolle als Meinungsfreiheit bringt, haben wir schon mehrfach gebloggt. Ausführlich geht er darauf auch im Netzpolitik-Podcast Folge 83 ein. Richtig cool ist aber diese Visualisierung eines Vortrages von ihm: The Internet in Society: Empowering or Censoring Citizens?

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Das ist die beeindruckendste Vortrags-Visualisierung, die ich je gesehen habe. Von RSA Animate gibt es noch mehr tolle Visualisierungen.

(via)

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21 Kommentare
  1. das ist vielleicht die beste Animation, die ich je gesehen habe. Dazu noch äußerst interessant und informativ. Die 10 Minuten waren bei der Informationsflut ziemlich schnell um. Vielen Dank dafür.

  2. Wow. Ich bin sprachlos, das war ja wirklich irre gut gemacht. Das muss ich noch mindestens dreimal kucken glaube ich. Toll, wenn spannende Thematik gut aufgearbeitet und mit hervorragender Präsentation verbunden wird.

  3. Ich bin kein Fan von Morozov und halte seine Ansichten für zu pessimistisch – auch wenn Obacht gegenüber autoritären Regimen auch im Internet gelten muss. Pech für Morozov allerdings, dass nur etwas mehr als ein Jahr nach seinem Vortrag vor allem in der Arabischen Welt das Internet im Allgemenien und Social Media im speziellen einen Signifikanten Beitrag zum Sturz mehrere autoritärer Regime geleistet haben.

  4. Ich denke, dass seine Thesen zu einem gewissen Maße trotz der arabischen Revolutionen stimmen. Das Internet ist NICHT GUT, es ist aber auch NICHT SCHLECHT. Es ist ein Kommunikationsmittel und kann daher für alles mögliche verwendet werden. Das Schöne ist nur, dass Menschen, die viel kommunizieren, besser informiert sind (in der Regel) und daher eher zur Demokratie tendieren.

  5. Naja… nicht die Visualisierung, keine Frage, sondern dem Inhalten galt das „Naja“.
    Er wurden einige kritische Punkte zurecht hineingetragen und das war’s. Das viel Interessantere wäre doch jetzt eine Abwägung:
    Demokratisierung VS Überwachungsstaat – was ist schwerwiegender in Nicht-Rechtsstaaten ?

  6. Morozov schätzt die Interaktion als zu gering ein.
    Eine Diktatur kann nur durch Isolation der Gemeinschaft und des einzelnen von der Gemeinschaft funktionieren. Ich gehe dabei von der Annahme aus, das Unterdrückung und Diktatur vom unterdrückten Menschen allgemein nicht gewünscht ist. Das geschieht dadurch, das versucht wird im Geist des Beherrschten eine Mauer zu errichten, mit der er sich selbst von seiner Umgebung isoliert. Damit soll er zu der Überzeugung gebracht werden, das er der einzige ist der kritisch denkt. Das er, sollte er offen sprechen, ohne Unterstützung wäre. Schlimmer noch er soll zu der Überzeugung kommen, dass alle die offen sprechen ihm und der Gemeinschaft schaden und damit zum wohle aller zum schweigen gebracht werden muss.
    Das Internet als Kommunikationsplattform zeigt dem Einzelnen dass er nicht allein ist. Ihm wird vor Augen geführt, das es auf der gesamten Welt Menschen gibt, die so denken wie er selber. Das durchbricht diese selbst errichtete Mauer der Isolation. Die relative Anonymität unterstützt das, da die Hemmungen offener zu sprechen reduziert sind.
    Selbst, wenn man nur Konsumiert, und nicht aktiv teilnimmt, bekommt man doch immer mal wider etwas mit, ließt hier einen kritischen Kommentar, dort einen Aufruf, oder hört solches von Freuden und bekannten. So etwas lässt ganz langsam die Mauern im Kopf bröckeln, macht den Teilnehmer offener und erweitert sein Weltbild.

    Das ganze hat natürlich auch einen Haken. So etwas kann nur funktionieren wenn der Mensch ein Mindestmaß an Bildung hat um konsequent und logisch und kritisch denken zu können. Ungebildete Menschen lassen sich leicht überzeugen, nehmen anderer Leute Meinung leicht an und kehren dann davon so schnell nicht wieder ab. Vor allem wenn sie überzeugt werden dass Unwissenheit gleichzusetzen ist mit Dummheit.
    Damit das Internet als Demokratiekatalysator funktioniert muss es frei (im Sinne von anonym und ungefiltert) sein und der Teilnehmer gebildet, sowie geübt sein die vorhandenen Informationen gegenzuprüfen.

    Das Internet ist also keine Lösung sondern nur eine Hilfe. Bildung zerstört Diktaturen und macht den Menschen Frei. Das Internet kann dabei helfen.
    Glücklicherweise kann sich mittlerweile kein hinreichend fortgeschrittenes Land ungebildete Bürger leisten.

  7. Morozovs Denkgebäude ist durchaus konsequent: In einer Welt, in der die Menschen einfältig genug sind, Morozovs Argumentation unkritisch zu absorbieren, ist auch das Internet wirkungslos.

  8. Von den Inhalten mal abgesehen. Die Animation sieht gut aus und ist toll umgesetzt.

    Ich finde allerdings, dass sie, um die Inhalte wirklich wahrzunehmen, eher störend als unterstützend agiert.

    Vielleicht liegt es auch an meinem Gehirn, aber es ist viel zu sehr damit beschäftigt z.B. vorzugreifen (Was wird da gerade gezeichnet / geschrieben?) Wie wird das fertige Bild aussehen?

    Auch das gleichzeitige hören von Text und das Sehen wie dieser von einer Hand geschrieben wird ist nicht gerade förderlich fürs Verständnis – sondern eher im Gegenteil (Wieso wird in manchen durchaus wichtigen Passagen einfach geschrieben was er sagt, statt das ganze Bildlich zu veranschaulichen?). Der einzige Nutzen wäre hier für Gehörlose dass sie „untertitel“ haben – wohl dann aber doch wieder störend weil man nicht so schnell lesen kann wie man möchte.

    Ich finde dass andere Animationsstile weitaus größeren Mehrwert bieten als der den wir hier sehen. Auch wenn er hübsch anzusehen und faszinierend ist.

    Als beispiel die Filme auf http://www.storyoftuff.com

  9. Freut mich, dass »Netzpolitik« auch die RSAnimate-Filme entdeckt hat.

    Klarerweise sind die Inhalte nicht alle 100 Pro zustimmungswürdig. Aber allein die vorgeführte Kunst der Visualisierung von Gedanken durch Zeichnungen ist es wert, sich diese Filme anzuschauen.

  10. Ich nehme an, dass Andrew Park (der Künstler und Gründer von cognitive media in London) ganz normal filmt wie er mit seinen Markern zeichnet, und das ganze dann erst bei der Nachbearbeitung zur Tonspur (dem Vortrag) passend bearbeitet (gerafft, hie und da animiert) wird.

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