Digital Rights

  • : „Den Überwachungsstaat wollen wir nicht“
    „Den Überwachungsstaat wollen wir nicht“

    Spannendes Interview bei Tagesschau.de mit dem ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Ernst Benda. Dieser war Präsident, als 1983 das Gericht das „Recht auf informationelle Selbstbestimmung“ prägte.

    Teil 1 des Interviews: „Den Überwachungsstaat wollen wir nicht“.

    Benda: Das ist ganz ein klassischer Konflikt. Dabei geht es um die Frage der Verhältnismäßigkeit: Steht der Eingriff in einem angemessenen Verhältnis zu der Beeinträchtigung der Rechte des Bürgers? Nun hat das Gericht dafür Kriterien entwickelt. Erstens: Ist der Eingriff überhaupt erforderlich? Hier müsste die Bundesregierung nachweisen, dass ohne die Speicherung der Verbindungsdaten die Sicherheit der Bürger nicht zu gewährleisten ist. Zweitens: Ist der Eingriff auch geeignet, die Sicherheit zu verbessern? Wir haben vor einiger Zeit die Situation mit der Rasterfahndung gehabt: Auch das war verfassungsrechtlich umstritten. Am Ende hat sich herausgestellt, dass die erwarteten Erfolge nicht eingetreten sind.

    Teil 2 des Interviews: „Sicherheit zu garantieren wird immer schwieriger“.

    tagesschau.de: Aber einem völlig unauffälligen potenziellen Straftäter könnten wir auch mit Vorratsdatenspeicherung kaum auf die Spur kommen. Die Kritiker meinen, stattdessen werde jeder Bürger unter einen Generalverdacht gestellt.

    Benda: Ein vollkommen richtiges Gegenargument. Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen. Den Polizei- oder Überwachungsstaat wollen wir nicht. Aber wir wollen, dass der Staat seine Sicherheitsaufgaben angemessen erfüllt. Zwischen diesen beiden Polen ist der Mittelweg zu suchen – eine Entscheidung, die in einem Polizeistaat sicherlich leichter fiele. Andererseits haben die vorliegenden Modelle von Staaten, die man als Polizeistaaten bezeichnen kann, es auch nicht besser geschafft als die freiheitlichen Demokratien, die Sicherheit ihrer Bürger zu gewährleisten – manchmal sogar im Gegenteil.

    8. Juni 2007 4
  • : Schäuble stoibert über die Online-Durchsuchung
    Schäuble stoibert über die Online-Durchsuchung

    In diesem knapp 45 Sekunden langen Ausschnitt (MP3) einer Bundespressekonferenz mit Wolfgang Schäuble „stoibert“ dieser ein wenig herum und erklärt dabei, dass keiner der Verantwortlichen eigentlich Ahnung vom Thema hat. Hört es Euch an. (Ist übrigens vom 15.5.2007)

    Auch eine grosse Selbsterkenntnis:

    „Meine Laienhafte Vorstellung, dass das Internet sowas ähnliches sei wie eine Telefonanlage, das stimmt eben lange nicht mehr.“

    Jetzt kann man sich fragen, wie es zu dieser Selbsterkenntnis gekommen ist. Wir geben mal drei Varianten vor:

    1) Schäuble hat verstanden, dass in eine Telefonanlage kein Terroristencamp mit Trainingslager rein passt
    2) Schäuble hat auch keinen richtigen Plan, wie eine Telefonanlage arbeitet
    3) Michael Glos hat ihm den Unterschied erklärt

    4) Jetzt seid Ihr dran…

    [Danke an Torsten]

    7. Juni 2007 77
  • : Good Copy Bad Copy
    Good Copy Bad Copy

    GOOD COPY BAD COPY“ ist ein dänischer Dokumentarfilm über die aktuelle Situation rund um Copyrght und Kultur. Der Film wurde zuerst fürs dänische Fernsehen produziert und ist nun auch legal im Netz zu finden. Hier gehts zum Torrent-Link und hier ist eine Flash-Version:

    Hier klicken, um den Inhalt von blip.tv anzuzeigen.

    Anschauen lohnt sich.

    Update: Wie Henrik Moltke vom Filmteam mir per Mail mitteilte, ist der Film noch nicht wirklich ausfinanziert. Das dänische Fernsehen hat teilweise Fahrtkosten finanziert, aber das reicht noch lange nicht. Jetzt soll geschaut werden, ob man den Film an andere Sender verkaufen kann oder ob einen Teil der Ausgaben über Spenden refinanzieren kann. Hier ist eine Möglichkeit, den Filmmacher etwas zurück zu geben: Spendet ihnen etwas über Paypal! Mehr Informationen bietet die Homepage.

    5. Juni 2007 7
  • : Morgen Abend: Live-Event im Netz von Amnesty International
    Morgen Abend: Live-Event im Netz von Amnesty International

    Amnnesty International UK und der britische Observer veranstalten morgen Abend im Rahmen der irrepressible.info-Kampagne einen Online-/Offline Event rund um die Anstrengungen im Kampf für Meinungsfreiheit im Netz: „Some people think the internet is a bad thing

    Join Amnesty International UK and The Observer for a unique global event. We will use the internet to link activists from around the world to discuss the struggle against internet repression and to celebrate the irrepressible desire of people towards freedom of expression.

    Speakers include:

    * Martha Lane Fox – lastminute.com
    * Clark Boyd – BBC
    * Ron Deibert – Open Net Initiative
    * Sami Ben Garbia – Tunisian cyber-dissident
    * Josh Wolf – US cyber-dissident
    * Morton Sklar –Yahoo! Court case
    * Shava Nerad – The TOR Project
    * Yan Sham-Shackleton – glutter.org
    * Kevin Anderson – The Guardian

    With contributions from:

    * Jimmy Wales – wikipedia
    * Richard Stallman – Free Software Movement
    * Ethan Zuckerman – Global Voices
    * Dan Gillmor – Center for Citizen Media
    * Yu Ling – wife of Chinese cyber-dissident
    * Markus Beckedahl – netzpolitik.org
    * Cory Doctorow – boing boing
    * … and you

    Der Event wird unter www.amnesty.org.uk/webcast um 19:30 (Unserer Zeit) ausgestrahlt. Wer in London ist, kann im „Human Rights Action Centre“ vorbeischauen.

    Ich fühle mich geehrt, bei diesem interessanten Event dabei sein zu können. Zuerst wurde ich angefragt, ob ich live zugeschaltet werden kann. Aber das klappt wohl aus technischen Gründen nicht, bzw. ist diese Idee wohl verworfen worden, weil dabei wohl zuviel schief gehen könnte. Ich sprech später noch einen Podcast ein, wo ich eher die Situation in Europa beschreibe in Zeiten von Vorratsdatenspeicherung und dem Wandel zum Präventivstaat.

    5. Juni 2007 13
  • : Datenschutz vs. Wirtschaftlichkeit im Zeitalter der Telemedizin
    Datenschutz vs. Wirtschaftlichkeit im Zeitalter der Telemedizin

    Einen ausführlichen Artikel zu „Datenschutz vs. Wirtschaftlichkeit im Zeitalter der Telemedizin“ hat Joachim Jakobs von der Free Software Foundation Europe geschrieben: Freie Software für freie Patienten!

    Die Politik will natürlich nur des Patienten Allerbestes. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte die Krankenkasse oder das Softwareunternehmen Ihres Vertrauens. Oder lesen Sie diesen Artikel!

    4. Juni 2007 1
  • : Neues von der CDU-Front: Schiessport im Schulunterricht?
    Neues von der CDU-Front: Schiessport im Schulunterricht?

    Ist zwar einen Monat alt, aber hatten wir hier noch nicht. Wie schizophren ist das denn: Die CDU-Politikerin Astrid Vockert, Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landtages und Schirmherrin des Nordwestdeutschen Schützenbundes „macht sich dafür stark, dass Schießen zum Schulfach wird. Der Schießsport fördere die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit von jungen Menschen.“ Ihre Landesregierung setzt sich momentan am mit am stärksten in einem Kulturkampf dafür ein, dass sogenannte „Killerspiele“ verboten werden.

    Dadurch ist in Berlin auch erstmal eine Boulevardblatt-Diskussion entstanden:

    Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) lehnt Schießsport in der Schule nicht grundsätzlich ab: „Schießen ist eine olympische Sportübung“, sagte er der B.Z.. „Sofern verantwortungsvoll damit umgegangen wird, kann man gegen diese Sportart nichts sagen.“

    Aber nicht alle finden das toll. Es gibt viel coolere Sportarten für den Unterricht. Sticken zum Beispiel:

    Berlins GEW-Chefin Rose-Marie Seggelke: „Mit Schusswaffen in Schulen zu hantieren, ist völlig daneben.“ Sie schlägt stattdessen vor, dass Schüler in Arbeitsgemeinschaften Hobbies wie Sticken oder Billard lernen sollen. Seggelke: „Billard erfordert eine extreme Konzentration, um ein Ziel anzupeilen. Auch die Nadelarbeit beim Sticken einer Kreuzstichdecke fördert die Konzentration.“

    Counterstrike sollte mal schnell olympischen Status bekommen.

    3. Juni 2007 14
  • : Landgericht Berlin entscheidet in Forenhaftung
    Landgericht Berlin entscheidet in Forenhaftung

    Ds Internetportal MeinProf.de ist eine „Bewertungsplattform für Hochschulkurse und –dozenten“. Man kann dort als Student Professoren bewerten und ein Feedback zur Lehre geben. Das Landgericht Berlin hat aktuell bei einer Frage von Forenhaftung in einem Berufungsverfahren zu Gunsten von MeinProf.de entschieden. Die Plattform muss damit Beleidigungen erst nach Kenntnisnahme löschen und ist nicht zur Abgabe von Unterlassungserklärungen verpflichtet.
    Aus der Pressemitteilung:

    Auf MeinProf.de wurde ein Professor einer Brandenburgischen Fachhochschule von Studenten im Zuge der Lehrveranstaltungsbewertung als „Psychopath“ und „echt das Letzte“ bezeichnet. Obwohl die beanstandeten Bewertungen umgehend nach Kenntnisnahme entfernt wurden, forderte dieser den Betreiber zur Abgabe einer strafbewährten Unterlassungserklärung auf. In dieser wurden für jede weitere unzulässige Äußerung 3.000 € von MeinProf.de verlangt. Da der Betreiber mit der Löschung der Einträge nach Kenntnisnahme seine rechtlichen Pflichten erfüllt hatte, wurde die Abgabe der Unterlassungserklärung verweigert. Daraufhin klagte der Professor vor dem Amtsgericht Tiergarten und erhielt in erster Instanz Recht.

    Im Berufungsverfahren vor dem Landgericht Berlin am 31. Mai 2007 wiesen die Richter den Anspruch auf Unterlassung allerdings zurück. Hochschuldozenten müssten sich in ihrer Funktion öffentlicher Kritik stellen. Eine pauschale Unterlassungserklärung könne nicht eingesetzt werden, um vorab kritische Kommentare zu verhindern. Aufbauend auf der Rechtsprechung des BGH könne dem Betreiber auch keine Vorab- Prüfungspflicht zugemutet werden. Die schriftliche Urteilsbegründung steht zum jetzigen Zeitpunkt noch aus.

    Gibt es dazu schon eine Quelle des LGBerlin?

    3. Juni 2007 7
  • : J!Cast 34 zu Creative Commons
    J!Cast 34 zu Creative Commons

    Der J!Cast 34 dreht sich um „Creative Commons“:

    Beim Open Music Contest, den Meik Michalke aus Düsseldorf organisiert, dürfen nur Bands teilnehmen, die ihre Musikstücke unter Creative Commons-Lizenzen gestellt haben. Auch die Gruppe Jammin Inc. hat das getan – und gewonnen. Doch haben sie damit ihre Rechte verschenkt? Was genau verbirgt sich hinter dem Konzept Creative Commons – und wie kann das ursprünglich amerikanische Konzept auf deutsches Recht übertragen werden? Über Ursprung, Eindeutschung und Zukunft der Creative Commons-Lizenzen habe ich mit John Hendrik Weitzmann von der Europäischen EDV-Akademie des Rechts und Dr. Catharina Maracke, der Leiterin des Berliner Büros von Creative Commons International gesprochen.

    Hier ist die 16 MB grosse Datei.

    3. Juni 2007 2
  • : Creative Commons bei ARTE
    Creative Commons bei ARTE

    Die ARTE-Sendung Metropolis hatte dieses Wochenende einen Beitrag zu Creative Commons mit dem Aufhänger des Open Music Contest gesendet:
    Im Namen des Schöpfers. Dieser Beitrag ist als Stream online zu finden. Und dieser Beitrag wurde wohl als erster Beitrag von ARTE unter einer Creative Commons Lizenz online gestellt. Das Rippen, weiterverbreiten und remixen zu gleichen Bedingungen ist zu nicht-kommerziellen Zwecken ausdrücklich erlaubt. Mehr Informationen bietet die Webseite, wo Creative Commons nochmal kurz erklärt wird.

    Das neue Urheberrecht sollte die „Verfassung des digitalen Zeitalters“ werden, doch Kritiker meinen, dass es weder Künstlern noch der Allgemeinheit nutzt – im Gegenteil gefährdet es vielmehr den kreativen Umgang mit dem kulturellen Erbe.

    Prima. Mehr davon.

    3. Juni 2007 11
  • : Ressource zu Copyright und Fair-Use
    Ressource zu Copyright und Fair-Use

    Eine coole Ressource rund um Copyright und Fair-Use (US-Gesetzgebung) bietet das Center for Social Media

    Fair use is the right, in some circumstances, to quote copyrighted material without asking permission or paying for it. It is a crucial feature of copyright law and what keeps copyright from being censorship. You can invoke fair use when the value to the public of what you are saying outweighs the cost to the private owner of the copyright.

    3. Juni 2007
  • : SWIFT hat keine Antworten, will aber mehr Transparenz
    SWIFT hat keine Antworten, will aber mehr Transparenz

    Der Datenschutzskandal um SWIFT ist immer noch nicht wirklich gelöst ((SWIFT standardisiert den Zahlungsverkehr der europäischen Finanzinstitute untereinander und liefert Transaktionsdaten von europäischen Bürgern an US-Geheimdienste). Auf einem Pressetermin in Wien versuchte SWIFT-Finanzvorstand Francis Vanbever, der Kritik entgegegen zu wirken. Die Futurezone war dabei und stellte interessante Fragen: SWIFT will „mehr Transparenz“.

    Hierauf wurde Vanbever von ORF.at mit folgendem Sachverhalt konfrontiert.

    In der „unabhängigen“ Beraterfirma Booz Allen Hamilton sitzen neben Ex-CIA-Chef James Woolsey vier weitere hochrangige EX-Geimdienstleute. Der seit 1996 bei Booz Allen Hamilton im Rang eines Senior Vice President tätige Experte für Finanznetze, Mike McConnell, wurde Anfang des Jahres 2007 zum obersten Geheimdienstkoordinator der USA berufen. Bei Amtsantritt sagte McConnell, er habe die „Intelligence Community“ eigentlich gar nie verlassen. Vor Booz Allen war er bis 1996 Direktor des Supergeheimdiensts NSA im Range eines Admirals.

    SWIFT-Vorstand Francis Vanbever mochte all das nicht kommentieren, sondern betonte, dass SWIFT bereits vor Beginn der Datenweitergabe an die US-Behörden mit Booz Allen Hamilton zusammengearbeitet habe. Bezahlt würden die Berater von SWIFT und nicht von den US-Behörden.

    Aber alles wird besser… ?

    Woran SWIFT intensiv arbeite, sei eine „Verbesserung der Transparenz“. Gemeint ist damit, dass den europäischen Datenschutzgesetzen, die bei einer Datenweitergabe an Dritte allesamt eine Auskunftspflicht festgeschrieben haben, endlich entsprochen wird. Aus technischen Gründen, wie betont wurde, konnte dem bis jetzt nicht nachgekommen werden. Hier gebe es eine gemeinsame Arbeitsgruppe von SWIFT mit den Banken, da sich eine Lösung nicht eben aufdränge.

    3. Juni 2007 1
  • : J!Cast 34 Creative Commons
    J!Cast 34 Creative Commons

    Der J!Cast 34 dreht sich diesmal um „Creative Commons“:

    Beim Open Music Contest, den Meik Michalke aus Düsseldorf organisiert, dürfen nur Bands teilnehmen, die ihre Musikstücke unter Creative Commons-Lizenzen gestellt haben. Auch die Gruppe Jammin Inc. hat das getan – und gewonnen. Doch haben sie damit ihre Rechte verschenkt? Was genau verbirgt sich hinter dem Konzept Creative Commons – und wie kann das ursprünglich amerikanische Konzept auf deutsches Recht übertragen werden? Über Ursprung, Eindeutschung und Zukunft der Creative Commons-Lizenzen habe ich mit John Hendrik Weitzmann vom Institut für Rechtsinformatik an der Universität des Saarlandes und Dr. Catharina Maracke, der Leiterin des Berliner Büros von Creative Commons International gesprochen.

    Hier ist die ca. 16 MB grosse MP3.

    30. Mai 2007
  • : Cyber-War in Estland?
    Cyber-War in Estland?

    Heise berichtet: „In Estland wurde der Cyber-Krieg getestet“.

    Der estnische Ministerpräsident Andrus Ansip hat gegenüber dem Berliner Tagesspiegel Vorwürfe erneuert, wonach Russland für die wochenlange Blockade von Webseiten der Regierungsbehörden in Estland verantwortlich sei. „In Estland wurde das Modell eines neuen Cyber-Krieges getestet“, sagte Ansip dem Tagesspiegel (Mittwochs-Ausgabe). Zum ersten Mal überhaupt sei ein unabhängiger Staat solchen Internet-Angriffen ausgesetzt gewesen. Estland ist eines der am stärksten auf das Internet setzenden Länder der EU und Vorreiter beim E‑Government.

    Der Tagesspiegel-Artikel ist erst später online. Vermutlich dient dieser Artikel der New York Times als Vorlage: War Fears Turn Digital After Data Siege in Estonia.

    They also knew from experience that “if there are fights on the street, there are going to be fights on the Internet,” said Hillar Aarelaid, the director of Estonia’s Computer Emergency Response Team. After all, for people here the Internet is almost as vital as running water; it is used routinely to vote, file their taxes, and, with their cellphones, to shop or pay for parking.

    What followed was what some here describe as the first war in cyberspace, a monthlong campaign that has forced Estonian authorities to defend their pint-size Baltic nation from a data flood that they say was set off by orders from Russia or ethnic Russian sources in retaliation for the removal of the statue.

    (Mittlerweile muss man wohl bezahlen)

    29. Mai 2007 4
  • : ZDF über den Wildwuchs an Kameraüberwachung
    ZDF über den Wildwuchs an Kameraüberwachung

    Am Sonntag kam im ZDF ein sehenswerter Bericht über den „Rapiden Anstieg der Videoüberwachungen“: „Reiner Wildwuchs“.

    Kameras im öffentlichen Raum sind seit den Neunzigern üblich; ihr Zweck ist weitgehend akzeptiert: Abschreckung von Kriminellen, bessere Strafverfolgung und eine Erhöhung der subjektiven Sicherheit. Doch während die Technik Fortschritte macht, wird der Datenschutz noch häufig missachtet. Ein Problem, denn die Zahl der Kameras hat erheblich zugenommen.

    Hier gibts den Link zur Mediathek. Der Video-Beitrag könnte ruhig mal befreit werden.

    29. Mai 2007 4
  • : Generalbundesanwältin Monika Harms erklärt die Online-Durchsuchung
    Generalbundesanwältin Monika Harms erklärt die Online-Durchsuchung

    Im aktuellen Spiegel ist ein Interview mit Generalbundesanwältin Monika Harms (60), wo sie u.a. das mit der Online-Durchsuchung erklärt: „Wir betreiben keine Willkür“.

    SPIEGEL: Ist die Online-Durchsuchung nicht ein Beispiel dafür, wie der Staat stillschweigend Grenzen überschreitet? Wenn Sie in einer Wohnung belastende Notizen suchen, darf das nicht heimlich, sondern nur offen und vor Zeugen geschehen. Einen Computer wollen Sie dagegen heimlich ausforschen, ohne den Betroffenen zu informieren.

    Harms: Einen Computer sollten wir im Einzelfall und unter engen Voraussetzungen auch einmal heimlich durchsuchen dürfen, weil in dem Moment, in dem man eine Festplatte offen durchsucht, der Beschuldigte und mögliche Mittäter gewarnt sind. Dann können Sie nur noch eingeschränkt ermitteln. Das wollen wir vermeiden. Genau aus diesem Grund muss ja auch eine Telefonüberwachung oder eine Observation heimlich stattfinden.

    SPIEGEL: Das gilt doch für Hausdurchsuchungen ebenso. Wollen Sie die künftig ebenfalls heimlich gestalten?

    Harms: Nein, das sieht das Gesetz nicht vor. Ich habe kein Interesse daran, den herkömmlichen Rechtsstaat auf den Kopf zu stellen. Aber wir haben heute nun einmal eine „schöne neue Technikwelt“, die sich auch Aldous Huxley nicht hätte träumen lassen. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass die Online-Durchsuchung notwendig ist – nicht, um etwa Wirtschaftsstraftaten aufzuklären, sondern in einem engumgrenzten Deliktfeld wie beispielsweise dem islamistischen Terrorismus.

    Die Argumentation ist ja ziemlich interessant und wird häufig von älteren Mitbürgern und Befürwortern der Online-Durchsuchung angewandt. Ich verstehe aber immer noch nicht, was denn der Unterschied zwischen der heimlichen Durchsuchung meiner Wohnung und der heimlichen Durchsuchung meines Rechners sein soll? Auf letzterem finden sich vermutlich intimere Sachen als zuhause und ich empfinde den drohenden Eingriff in diese Intimsphäre bedrohlicher.

    29. Mai 2007 12
  • : ARTE-VOD baut Mauern auf
    ARTE-VOD baut Mauern auf

    Mein Lieblingssender ARTE bietet in Frankreich kostenpflichtige DRM-Downloads von Teilen ihres Angebotes an: Arte-Netzvideos -
    On-Demand-Plattform für Frankreich.

    Beispielsweise kosten 15 Minuten »Mit offenen Karten« zum Anschauen binnen 48 Stunden 99 Cent, zum beliebig häufigen Anschauen 3,99 Euro. Nutzer aus Frankreich finden dort sowohl Dokumentationen zu zahlreichen Themen als auch Spielfilme etwa von David Lynch, Luis Buñuel, François Ozon und Wim Wenders. Die Spielfilme können nur 48 Stunden lang angeschaut werden, meist für 3,99 Euro. Wie die britischen On-Demand-Angebote setzt artevod.com digitale Rechtebeschränkungen ein und Windows sowie Windows Media Player voraus. Abgerechnet wird über ein französisches Online-Bezahlsystem.

    Ich wiederhole mich ja bei solchen Fragen oft und gerne. Aber ein öffentlich gefördertes Medium wie ARTE sollte seine Archive den Bürgern, die dafür die Kosten tragen, kostenfrei zur Verfügung stellen. Und nicht nur das, vor allem müssen die Inhalte barrierefrei zugänglich sein. Und davon kann bei einem DRM-Kopierschutzsystem, was lediglich mit einer Microsoft-Software funktioniert, nicht die Rede sein.

    29. Mai 2007 15
  • : Urheberrecht abschaffen?
    Urheberrecht abschaffen?

    Auch mal nette Argumentation: Joost Smiers erklärt in der Süddeutschen Zeitung in „Krieg den Palästen, Friede den Künstlern!“, warum man das Urheberrecht abschaffen sollte.

    Mein Lösungsvorschlag verfolgt zwei Ansätze: zum einen die vollständige Abschaffung des Urheberrechts. Zum anderen müssten die Kulturmonopolisten aufgesplittet werden in viele kleine Unternehmen. Sehen wir uns zunächst an, was geschehen wird, wenn wir das Urheberrecht abschaffen. Dabei sollten wir im Hinterkopf behalten, dass dieses System derzeit seine Legitimität verliert und dass die Kulturindustrie immer größere Schwierigkeiten dabei hat, am Urheberrecht festzuhalten und es durchzusetzen.
    […]
    Was aber den sensiblen Bereich künstlerischer Produktion betrifft, so sollten wir nicht tolerieren, dass der Kulturmarkt nur von ein paar Aktiengesellschaften und deren Teilhabern beherrscht wird. Wie gesagt, die Demokratie und das menschliche Recht auf Kommunikationsfreiheit und auf Teilhabe am kulturellen Leben sind in Gefahr. Vier Musik-Konglomerate beherrschen achtzig Prozent der Musik weltweit; eine Handvoll Film- und Verlagskonsortien teilen sich den Kulturmarkt und sind auch noch untereinander stark vernetzt.

    Allerdings wundere ich mich über die Kritikpunkte an Creative Commons. Klar gibt es da genug Sachen, die man kritisieren kann. Vor allem, wenn man das Urheberrecht gleich abschaffen will und in den CC-Lizenzen den Erhalt des Status Quo sieht. Aber dann als Kritik an Creative Commons folgendes zu formulieren, ohne eigene Antworten für das eigene Modell zu haben, ist schon recht gewagt:

    Creative Commons klammert nämlich vier Fragen aus: Das Konzept verrät nicht, wie Künstler und Produzenten in einem System, das auf wechselseitigem Teilen basiert, überleben können.

    29. Mai 2007 4
  • : Bigbrother State gewinnt EMERGEANDSEE
    Bigbrother State gewinnt EMERGEANDSEE

    Die Überwachungs-kritische Animation „Bigbrother State“ von David Scherf hat auf dem studentischen Kurzfilmfestival „EMERGEANDSEE“ den ersten Preis gewonnen. EMERGEANDSEE fand am Freitag und Samstag in Berlin statt und ich war Freitag zu Gast, um einen Workshop zu den Creative Commons Lizenzen zu machen. Freut mich daher, dass ein CC-lizenzierter Film auch gewonnen hat. Zumal die Animation richtig gut ist.

    Mehr Infos zu den Gewinnern und dem Festival gibt es bei Jackpotbaby! zu lesen und sehen.

    29. Mai 2007 1
  • : Gute Frage
    Gute Frage

    Dropping Knowledge macht auch was zum G8-Gipfel. Daher kommt diese Anzeige:

    [via]

    25. Mai 2007
  • : Bestätigt: Polizei kontrolliert Briefe in Hamburg
    Bestätigt: Polizei kontrolliert Briefe in Hamburg

    Die Meldung wurde jetzt bestätigt, wie tagesschau.de mitteilt: Polizei kontrolliert Briefe in Hamburg

    Mitarbeiter des Landeskriminalamtes haben in Hamburg Briefe kontrolliert, die möglicherweise von G8-Gegnern stammen. Wie die Post am Vormittag bestätigte, haben Polizisten in einem Briefzentrum eine nicht genannte Anzahl von Schreiben überprüft. Hierzu habe es einen richterlichen Beschluss gegeben. Ob die Ermittler G8-Gegnern auf die Spur kommen wollten, konnte der Sprecher nicht sagen.

    […]

    Den Berichten zufolge wird vor allem die Post aus einigen so genannten Szene-Stadtteilen wie Hamburg-Altona oder dem Schanzenviertel kontrolliert. Hier gab es zu Beginn des Monats auch Razzien gegen militante G8-Gegner. Wie es weiter hieß, sollen mit der Aktion unter anderem mögliche Bekennerbriefe an die Medien frühzeitig abgefangen werden. Angeblich begleiten LKA-Beamte sogar Postbedienstete bei ihren Touren. Sie sollen dabei Briefe direkt aus dem Beutel entnommen haben und sie direkt der Briefkontrolle übergeben haben, bevor sie in die Verteilung gelangten.

    Weitere Berichte:

    R‑Archiv: »G 8« Leserbriefschreiber im Visier?
    Netzeitung: «Jedes Maß verloren»: BKA fängt Post von G8-Gegnern ab.

    25. Mai 2007 15