Generell

ARTE-VOD baut Mauern auf

Mein Lieblingssender ARTE bietet in Frankreich kostenpflichtige DRM-Downloads von Teilen ihres Angebotes an: Arte-Netzvideos –
On-Demand-Plattform für Frankreich.

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Beispielsweise kosten 15 Minuten »Mit offenen Karten« zum Anschauen binnen 48 Stunden 99 Cent, zum beliebig häufigen Anschauen 3,99 Euro. Nutzer aus Frankreich finden dort sowohl Dokumentationen zu zahlreichen Themen als auch Spielfilme etwa von David Lynch, Luis Buñuel, François Ozon und Wim Wenders. Die Spielfilme können nur 48 Stunden lang angeschaut werden, meist für 3,99 Euro. Wie die britischen On-Demand-Angebote setzt artevod.com digitale Rechtebeschränkungen ein und Windows sowie Windows Media Player voraus. Abgerechnet wird über ein französisches Online-Bezahlsystem.

Ich wiederhole mich ja bei solchen Fragen oft und gerne. Aber ein öffentlich gefördertes Medium wie ARTE sollte seine Archive den Bürgern, die dafür die Kosten tragen, kostenfrei zur Verfügung stellen. Und nicht nur das, vor allem müssen die Inhalte barrierefrei zugänglich sein. Und davon kann bei einem DRM-Kopierschutzsystem, was lediglich mit einer Microsoft-Software funktioniert, nicht die Rede sein.

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15 Kommentare
  1. Ist doch ein tolles Geschäftsmodell – Rundfunkgebühren, öffentliche Gelder und Werbeeinnahmen kassieren und dann Teile des bereits vorfinanzierten Programms DRM-verseucht verkaufen. Wie hoch sind wohl die bandwidth-Kosten eines 3,99-Downloads, paar Cent, oder noch weniger?

  2. meine mail an arte:

    AAAAAAHHHRG,
    gerade musste ich lesen dass ich euch mitfinaziere damit ihr ein angebot für ausschliesslich proprietäre Software auf unsicheren betriebsystemen bietet.

    Zitat „http://www.artevod.com/homeDeutsch.do“
    >Ab sofort kann jedermann vom heimischen PC aus zu >jeder Zeit ARTE-Programme unter http://www.artevod.com >bestellen und abrufen

    das ist einfach nur falsch.

    > – Betriebssysteme : PC , Windows XP, Windows 98
    > oder Windows 2000

    der einsatz der genannten software führt zwangsläufig zu zahlosen sicherheitslücken auf dem betroffenen computer.
    Sowohl die software sowie die angebotenen Filme sind nur für geld zu haben.

    Ich bin zutiefst entäuscht und erwarte mindestens eine Begründung + ggf. eine Entschuldigung sowie Information über Planung und Stand im Bezug auf Alternativen zu DRM und Microsoft.

    Danke für Ihre Aufmerksamkeit

  3. Markus, das Problem dürfte sein, dass Arte dafür einfach nicht die nötigen Rechte besitzt. Daran ist schon das Open Archive der BBC gescheitert: Trotz langem Rumsuchen haben sie keine einzige Sendung gefunden, die zu 100% dem Sender gehört …

  4. Janko, daran hab ich zumindest bei Mulholland Drive auch gedacht. Aber »Mit offenen Karten« scheint mir eine Eigenproduktion zu sein. Und hier ist viel Spielraum zum Freigeben.

  5. Markus, aber haben sie auch all die verwendete Musik, alle Bilder, alles Zusatz-Filmmaterial etc. für die Show selbst produziert? Und hat der Moderator eine derartige verbreitung der Shows in seinem Vertrag? Das ist ein Fass ohne Boden …

    Versuchen sollten sie es natürlich trotzdem, da geb ich dir recht. Aber es scheitert eben nicht immer nur am guten Willen.

  6. Ich finde, dass Pay-per-view Angebot von arte
    durchaus interessant. Der Sender kann hierdurch einen
    Service anbieten, der ohne DRM aus rechtlichen Gründen
    derzeit kaum möglich wäre und erzielt zudem zusätzliche
    Einnahmen, die für das Halten/Steigern der Programmqualität
    eingesetzt werden können.
    Schade finde ich nur, dass ich solche DRM-Angebote
    nicht unter Linux nutzen kann. Allerdings bedeutet das
    mehr an Service für Windows-Nutzer ja keinen direkten
    Nachteil für Linuxnutzer.
    Ich hoffe, dass bald ein
    plattformübergreifendes DRM-System zur Verfügung steht,
    so dass Linuxnutzer nicht länger von den z.T. durchaus
    interessanten Möglichkeiten von DRM ausgesperrt bleibem.

    An meiner Uni kann ich z.B. keine copyright geschützen
    Bücher ausleihen, weil der Adobe-Viewer unter Linux kein
    DRM unterstützt, ich kann unter Linux keine Videos online
    ausleihen u.s.w. Für gekaufte Medien (Musik) halte
    ich DRM für Quatsch, für das Online-Equivalent von
    Verleihen ist es in meinen Augen aber sinnvoll.

  7. >plattformübergreifendes DRM-System zur Verfügung steht,
    >so dass Linuxnutzer nicht länger von den z.T. durchaus
    >interessanten Möglichkeiten von DRM ausgesperrt bleibem.

    hoffentlich wird das nie passieren, ein Linuxsystem was dauernd nach hause telefoniert um die DRM Lizenzen zu verwalten wäre wirklich das Grab.

    Eine Pauschale Abbrechnung mit einer P2P Flatrate wäre wohl die einzigste Möglichkeit DRM zu verhindern und die urheber fair zu entlohnen.

  8. Und was ist mit Mac-Usern? Aber unabhängig davon bleibt der fade Nachgeschmack, daß sich die öffentlich rechtlichen nebenbei noch ein paar Euronen dazu verdienen…

  9. Was ist schlimm daran, wenn die öffentlichen rechtlichen nebenbei ein paar Euro dazu verdienen? Willst du lieber mehr Werbung oder eine Gebührenerhöhung?

  10. @niwi, es kann auch noch ein weiteres Szenario geben: die Gebühren sind ja bereits bezahlt, um das Angebot zu finanzieren. Effizienterer Einsatz des Geldes sollte IMHO hinreichen, um auch Bandbreite und frei vefügbare Inhalte zu finanzieren. Was wäre dagegen zu sagen?

  11. @carsten raddatz:

    Janko hat weiter oben darauf hingewiesen, dass ein
    ungeschütztes Anbieten auch von selbstproduzierten
    Inhalten in den allermeisten Fällen rechtlich nur schwer
    realisierbar wäre. DRM schafft hier überhaupt erst
    die Möglichkeit des Anbietens, solange wir kein
    grundsäzlich anderes Modell finden, Kulturgüter
    zu vergüten.

    Hinzu kommt, dass arte offenbar auch Fremdproduktionen
    und Kooperationsproduktionen anbietet. Hier wäre ein
    ungeschütztes Anbieten erst recht nicht möglich.

  12. @2/alice: Wenn es Dich beruhigt — Deine Rundfunkgebühren fließen in die deutsche Seite von arte, das On-Demand-Angebot stammt von der französischen Seite, die vom französischen ÖR-Fernsehen, ÖR-Radio, Staat und dem AV-Archiv INA gestellt wird.

    Und ja, das mit den Rechten ist komplexer, als man es sich wünscht. Das Recht, eine (nicht selbstproduzierte) Sendung im Fernsehen zu senden, beinhaltet eben nicht automatisch das Recht, eine Sendung auch online zu archivieren.

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