Bundestag

  • : Pofalla hat sich durchgesetzt: NSA startet Transparenzoffensive
    Opposition will endlich keine Informationen mehr vorbehalten bekommen.
    Pofalla hat sich durchgesetzt: NSA startet Transparenzoffensive

    Unser Kanzleramtsminister Ronald Pofalla hat im Rahmen seiner „Der NSA-Skandal ist beendet“-Tournee erklärt, dass die Bundesregierung gegenüber der US-Regierung die Deklassifizierung von Dokumenten zwecks Aufklärung durchgesetzt habe. Die NSA hat jetzt eine Transparenzoffensive gestartet und die gewünschten Dokumente verschickt, zumindest an das Parlamentarische Kontrollgremium (PKG) im Deutschen Bundestag, dessen Mitglieder über die Inhalte nicht reden dürfen. Aber offensichtlich können sie über die Nicht-Inhalte twittern, denn das hat Thomas Oppermann, der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion und Mitglied der PKG, als Foto verschickt:

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    Laut Thomas Oppermann ist das nicht die einzige geschwärzte Seite, vielleicht ist es aber auch nur Geheimschrift und ein Ratespiel. Man kann das aber auch so positiv sehen, wie Ronald Pofalla:

    Mit dem eingeleiteten Prozess sei er „sehr zufrieden“. Die amerikanische Seite habe bereits Unterlagen geliefert, die aus der Geheimhaltung gehoben seien und die er nun dem Kontrollgremium vorgelegt habe.

    Könnt Ihr nichts drin lesen? Alexander Svensson hat die Botschaft rausgelesen und ein Video daraus gemacht:

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    4. September 2013 11
  • : Koalition verhindert Debatte im Bundestag über PRISM und Tempora
    Koalition verhindert Debatte im Bundestag über PRISM und Tempora

    Die drei Oppositionsfraktionen haben heute in der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag versucht, per Geschäftsordnungsantrag eine Debatte über den NSA-Überwachungsskandal zu führen. Die Debatte ging nicht über die Geschäftsordnungsanträge hinaus, da die Koalition dies zu verhindern wusste – mit einer Mischung aus „Gibt keinen Skandal“ und sonstigen beliebten Geschäftsordnungstricks. Wir haben die kurze rund 20 Minuten lange Debatte dokumentiert.

    Volker Beck (MP4) beantragte für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, „dass der Bundestag über PRISM, Tempora und die Schutzbehauptung der Bundesregierung diskutiert“. Diese Debatte sei zu wichtig als sie im Geheimen im Parlamentarischen Kontrollgremium zu diskutieren. „Auf welcher Grundlage hat das Bundeskanzleramt NSA und Großbritannien diesen Persilschein ausgestellt?“ Die Bundesregierung habe „bisher nichts Rechtliches unternommen, den bisher größten Angriff in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland auf die Rechte unserer Bürgerinnen und Bürger abzuwehren.“

    Snowden habe sich um die Interessen unseres Landes verdient gemacht. „Ohne Snowden gäbe es keine Aufklärung, ohne Snowden gäbe es auch keine Verhandlungen zwischen der BRD und den USA über die Zukunft der Spionage zwischen diesen beiden Ländern.“ „Es ist eine Schande, dass er nur Zuflucht finden kann bei dem Diktator Putin“. Fordert Aufnahme von Snowden in Deutschland. Großes Gelächter von Seiten der Koalition.

    Jörg van Essen (FDP) (MP4) kommt erstmal mit dem FDP-Lieblings-Horrorszenario einer Rot-Rot-Grünen-Koalition, weil die Opposition gemeinsam über die Auswirkungen der Grundrechtseinschränkungen diskutieren will. Dann kommt ein paar Aussagen über Erfolge der Regierung aus Sicht der Regierung um doch nochmal zum Thema zurück zu kommen und zu erklären, das wäre nur ein taktisches Mannöver, sonst hätte man sich in der vergangenen Woche um eine Debatte bemüht.

    Widerspruch von Volker Beck auf Twitter:

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    Das Killerargument und der einzige Beitrag zur Debatte kam aber noch: „Wir wissen übrigens, Bürgerrechte sind bei uns besser aufgehoben“. Auch deshalb könne man eine klare Entscheidung gegen eine Debatte treffen. Van Essen nutzte noch die Chance, letzte Dankesworte für seine letzte Rede im Bundestag zu sagen und das war es dann.

    Jan Korte (DIE LINKE) (MP4) erklärte, „wenn die Bundesregierung behaupte, die NSA und andere hielten sich an Gesetz und Ordnung lässt das ja nur zwei Schlüsse zu: Zum einen, Sie sagen nicht die Wahrheit oder aber es gibt Abkommen, die das zulassen“. Beides gehöre heute hier ins Plenum des Bundestages. Ein weiteres Argument für Debatte sei, dass es „Millionen Bürgerinnen und Bürger und unsere Grundrechte“ betreffe.

    „Und ich glaube, dass die freie Kommunikation, die hier massiv angegriffen wird, natürlich hier diskutiert werden muss, weil sie Angst verursacht und dazu führt, dass Menschen nicht mehr frei kommunizieren, sondern dass die angepasst kommunizieren und icht genau wissen, was wird hier eigentlich mitgelesen und vor allem, wird es irgendwann mal gegen mich verwendet.“ Verweis an van Essen, dass Antrag an ihn schon am Freitag gegangen wäre.

    Michael Grosse-Brömer (CDU/CSU) (MP4) wiederholte Linie der Koalition, die Opposition wolle mit den GO-Anträge für eine Diskussion über den NSA-Skandal nur davon ablenken, dass sie sonst nichts zu Deutschland zu sagen haben, wofür die Debatte im Anschluß gedacht sei. „Was wir heute hier erleben ist die Fortsetzung des Rot-Grünen-Sommertheaters, wie erkläre ich einen Skandal, der keiner ist“. Der einzige Grund für die Debatte sei, dass Rot-Grüpn geglaubt habe, mit dem Überwachungsskandal die Wahlen zu gewinnen und jetzt auf „tot gerittenen Pferd“ zu Ende reite. Der eigentliche Skandal sei: „Es gibt nicht einen Beleg für eine massenhafte Ausspähung, es gibt nicht einen Beleg für millionenfache Grundrechtsverletzung, es gibt nicht einen beleg, den sie vorlegen können, es gibt nur ihren Wunsch, diesen Skandal am Leben zu erhalten, die Menschen zu verunsichern aus wahltaktischen Gründen und da machen wir nicht mit.“

    Er ist froh, dass sich die „Bundesregierung national, binational und international einsetze für verbesserten Datenschutz“. (Preisfrage: Woher kommt nur die plötzliche Motivation, hier Handlungsfähigkeit zu zeigen?) Das wären die richtigen politischen Schritte „und nicht die Skandalisierung eines Themas, das keinen Skandal darstellt.“ Man könne Anträgen nicht zustimmen, um die Menschen nicht zu verunsichern.

    Thomas Oppermann (SPD) (MP4) wunderte sich, dass die Bundesregierung seit drei Wochen über ein No-Spy-Abkommen mit den USA verhandle. „Vor vier Monaten hätte niemand es für möglich halten können, dass wir sowas benötigen“. Verweis darauf, dass es leidenschaftliche Debatte zum Thema im UK-Unterhaus und im US-Kongress geben würde, dies aber mit Geschäftsordnungstricks im Bundestag verhindert würde. „Sie wollen die Affäre todschweigen, das ist armselig.“

    „Wir wissen bis heute wenig. Die NSA hat allerdings eingeräumt, dass deutsche KOmmunikation, Internet und Telekommunikation im Bereich ihrer Überwachung liegt. Sie hat lediglich bestritten, dass wir flächendeckend ausgespäht werden. Aber meine Damen und Herren, was heißt schon flächendeckend, wenn millionenfach eMailverkehr und Teleofnate in Deustchland überwacht werden ist das etwas, was die Grundrechte der Bürger in diesem Lande berührt.“ Man könne im übrigen doch kein No-Spy-Abkommen diskutieren ohne zu wissen, „was da überhaupt verhindert werden soll“.

    Das war es. Keine Überraschungen. Die FDP-Taktik war, drum herum zu reden, weil man offensichtlich aus Koalitionsgründen nicht sagen konnte, was man vielleicht wirklich denkt. Die CDU/CSU sieht die Debatte als beendet und als reines Wahlkampfmanöver an und möchte so weiter machen wie bisher, die Opposition hat versucht, das ganze nochmal vor der Wahl wahlkampftaktisch zu nutzen und der Bundestag hat wenigstens kurz darüber debattiert.

    Es bleibt zu hoffen, dass es im kommenden Bundestag noch zu großen Debatte um das Thema kommen wird wo sich niemand mehr mit Verweis auf Wahlkampf rausreden kann.

    3. September 2013 16
  • : Umfrage: Verändern Pseudonyme Partizipationsverhalten auf Petitionsplattform?
    Umfrage: Verändern Pseudonyme Partizipationsverhalten auf Petitionsplattform?

    Seit einem Jahr kann auf der ePetitionsplattform des Deutschen Bundestages auch pseudonym mitgezeichnet werden. Rechts- und Sozialwissenschaftler des Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) und des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung untersuchen jetzt die Frage: Hat diese Abkehr vom Klarnamenzwang das Partizipationsverhalten der Nutzer verändert?

    Wir versuchen diese Frage durch die Auswertung eines (anonymisierten) Datensatzes aller Petitionen sei 2008 zu beantworten, führen zugleich aber auch eine Online-Umfrage unter Nutzer/innen der Plattform durch. Dadurch erhoffen wir uns weitergehende Informationen über die Nutzungsmuster, die Gründe für das Einstellen oder Zeichnen von Petitionen, und auch generelle Einstellungen zu politischer Partizipation on- und offline. [Projektseite] An der Umfrage können alle Personen teilnehmen, die die Petitionsplattform des Deutschen Bundestags schon einmal genutzt haben, egal ob durch das Einstellen einer oder mehrerer Petitionen, durch das Zeichnen von Petitionen oder „nur“ das sich Informieren und Diskutieren in den Foren. Die Beantwortung dauert etwa 10 Minuten. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Herbst 2013 veröffentlicht. Hier geht es zur Umfrage und zu weiteren Informationen.

    12. August 2013 2
  • : Die 17. Legislaturperiode in Zahlen: Datenjournalismus vom Feinsten
    Quelle: Data Blog Zeit Online
    Die 17. Legislaturperiode in Zahlen: Datenjournalismus vom Feinsten

    Im Open Data Blog auf Zeit Online findet man seit heute die 17. Legislaturperiode (27. September 2009 und dem 28. Juni 2013) visuell aufbereitet. Alle parlamentarischen Aktivitäten der Abgeordneten von Regierung und Opposition wurden gesammelt und ausgewertet wodurch sich interessante „Bilanzen“ für jeden einzelnen Abgeordneten ergeben. Insgesamt wurden 155.965 Datensätze ausgewertet und aufbereitet.

    Zur besseren visuellen Übersicht haben die Schöpfer Sascha Venohr, Martina Schories, Paul Blickle und Lisa Caspari eine Kategorisierung vorgenommen. So wird zwischen Reden, Wortbeiträgen, Gruppeninitiativen, Fragen und Antworten unterschieden.

    25. Juli 2013 3
  • : Internationale Internetüberwachung: „Die Bundesregierung hat Briefe geschrieben und wartet auf Antwort.“
    Internationale Internetüberwachung: „Die Bundesregierung hat Briefe geschrieben und wartet auf Antwort.“

    Die heutige Debatte im deutschen Bundestag zum Thema „Internationale Internetüberwachung“ brachte, wie auch nicht anders zu erwarten, keinerlei neue Erkenntnisse zu PRISM und Tempora. Besonders Innenminister Friedrich hat es in gut zehn Minuten Redezeit geschafft, dem Thema Internetüberwachung auszuweichen und die amerikanische Regierung gar noch zu schützen. Nachdem Friedrich erst am Montag die Kritik als „Mischung aus Anti-Amerikanismus und Naivität“ abtat, fand er heute ein neues Argument indem er fragte:

    Sollen wir einer der ältesten Demokratien erklären wie sie ihre Behörden kontrollieren sollen?

    Auf die Nachfrage von Hans-Christian Ströbele von den Grünen, was genau der Minister denn nun genau vom Ausmaß der Überwachung wisse, antwortete Friedrich, dass Fragen an die amerikanische und britische Regierung gestellt wurden. Jimmy Schulz von der FDP brachte das später vermutlich sehr präzise auf den Punkt:

    Die Regierung hat Briefe geschrieben und wartet auf Antwort.

    Erschreckenderweise scheint das aber ganz gut aufzuzeigen, wie intensiv die Regierung an einer kompletten Aufklärung der Überwachung interessiert ist. Das von der britische Regierung keinerlei Antwort zu erwarten ist, hat diese schon sehr deutlich gemacht. Auf 13 Fragen der Bundesregierung antwortete diese in drei Zeilen.

    Zum Schluss gab es dann noch ein paar schöne Zitate.

    Hans-Peter Uhl, CSU:

    26. Juni 2013 7
  • : Jung & Naiv – Folge 65: Sommerpause im Bundestag
    Jung & Naiv – Folge 65: Sommerpause im Bundestag

    Wir haben uns diesmal exklusiv vorm Reichstag platziert. Denn: die letzte offizielle Sitzungswoche unserer grundsympathischen Volksvertreter steht vor der Tür und in Folge 65 soll es genau darum gehen: Was wird kurz vor der Sommerpause nochmal durch das Parlament gepeitscht? Warum hat man das nicht schon vorher geschafft? Wie läuft das eigentlich ab? Und warum kotzen die Mitglieder eines neuen Untersuchungsausschuss jetzt schon ab? Mit der Hörbuchstimme der Nation, Thomas Wiegold von Augen Geradeaus! habe ich die Lage mal erörtert.

    Hier klicken, um den Inhalt von www.youtube-nocookie.com anzuzeigen.

    24. Juni 2013
  • : Jetzt live aus dem Bundestag: Fachgespräch zu Netzneutralität
    Jetzt live aus dem Bundestag: Fachgespräch zu Netzneutralität

    Wir sitzen gerade in der letzten Sitzung des Unterausschuss Neue Medien in dieser Legislaturperiode im Deutschen Bundestag. (Und wer weiß, vielleicht der allerletzte Unterausschuss Neue Medien aller Zeiten, wenn nach Bundestagswahl ein Hauptausschuss entstehen sollte. Dann gibt’s vielleicht auch einen größeren Raum. Auf der Tribüne fühlt man sich etwas beengt). In einem öffentliche Fachgespräch zum Thema “Netzneutralität – aktuelle Entwicklungen“ reden Dr. Stephan Korehnke, Vodafone GmbH, Dr. Jan Krancke, Deutsche Telekom AG, Klaus Landefeld, Eco e.V., Verband der deutschen Internetwirtschaft und Dr. Cara Schwarz-Schilling, Bundesnetzagentur.

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    Einführungs-Statements

    Schwarz-Schilling, BNetzA:

    $danke. Neue Telekom-Tarife. Zentrales Element: Volumengrenze und Drosselung. Bestimmte Dienste wie Entertain nicht angerechnet. BNetzA hat einen Bericht veröffentlicht. Darin: Rahmenbedingungen, Transparenz und Netzneutralität. Netzneutralität als Gleichbehandlungsprinzip ist Best Effort inhärent. Strikte Netzneutralität wird bisher nicht abgedeckt. Sondern sachlich gerechtfertigte Ungleichbehandlung zulässig. Und marktbeherrschende Stellung notwendig.

    24. Juni 2013 8
  • : Loveblog: Anhörung von Johannes Scheller zu Netzneutralität im Petitionsausschuss
    Loveblog: Anhörung von Johannes Scheller zu Netzneutralität im Petitionsausschuss

    Jetzt live im Petitionsausschuss im Deutschen Bundestag und bei uns. Einen Stream gibt es bei bundestag.de.

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    Vorsitzende: Wir freuen uns, das ein junger Petent hier ist.

    Eingangsstatement Petent

    Johannes Scheller: $Begrüßung $Danke. Noch vor der Sommerpause: Die halten das Thema also für wichtig. 77.000 Menschen haben meine Petition unterzeichnet. Mehr Menschen haben Petition unterzeichnet als ins Olympiastadion passen. Die sehen die Freiheit des offenen Internets in Gefahr. Aus einem einfachen Grund: Die Netzneutralität ist ganz akut gefährdet. Grundlegendes Prinzip des freien und offenen Internets. Bedeutet, dass alle Daten gleich behandelt werden. Nicht verlangsamt oder beschleunigt, aus welchem Grund auch immer.

    Bei analogen Paketen bei der Post ist das selbstverständlich, egal ob von großem Versandhaus oder Weihnachtspakete meiner Großeltern.

    Im Internet heißt das Netzneutralität. Da sind das nur Datenpakete für E‑Mails und so weiter. Der akute Grund ist natürlich: Einer der größten deutschen Provider hat neue Tarife vorgestellt. Im Zuge derer will er die Netzneutralität verletzen. Durch die Einführung von Managed Services, also der Bevorzugung einzelner Dienste gegenüber anderer.

    24. Juni 2013 5
  • : Die Positionen der Bundestagsfraktionen zur Netzneutralität
    Die Positionen der Bundestagsfraktionen zur Netzneutralität

    Die Ankündigung der Deutschen Telekom, Internet-Anschlüsse zu drosseln und gleichzeitig Überholspuren einzuführen, hat eine breite Diskussion angestoßen, unter anderem zum Aspekt der Netzneutralität. In den Augen von Kritikern ist vor allem die schnelle Durchleitung von zahlenden Partnerdiensten auch nach dem Einsetzen der Geschwindigkeits-Drosselung für alle nicht-zahlenden normalen Internet-Dienste eine Verletzung dieses Prinzips. Das könnten Video-Dienste wie der hauseigene T‑Entertain oder YouTube sein, oder Musik-Dienste wie Spotify, oder aber auch Webseiten von Parlaments-Abgeordneten, die sich durch eine Geldzahlung einen Vorteil gegenüber Konkurrenten verschaffen. Wir wollen auf netzpolitik.org über die unterschiedlichen Positionen der fünf Bundestagsfraktionen berichten und haben diesen einen Fragebogen geschickt.

    Für die CDU/CSU-Fraktion hat Thomas Jarzombek geantwortet, für die FDP-Fraktion Sebastian Blumenthal, für die SPD-Fraktion Martin Dörmann, für die Linken-Fraktion Halina Wawzyniak und Konstantin von Notz für die Grünen-Fraktion.

    Das waren unsere Fragen:

    1. DSL-Pläne der Telekom

    Konkretes Beispiel Nr. 1: Wenn die Drosselung bei T‑Kunden einsetzt, werden Inhalte des Partners Youtube weiterhin von der Drosselung ausgenommen über T‑Entertain zu den Kunden in normaler Geschwindigkeit durchgelassen.

    Konkretes Beispiel Nr. 2: Wenn die Drosselung bei T‑Kunden einsetzt, werden Inhalte des Telekom-eigenen Video-on-Demand-Service weiterhin von der Drosselung ausgenommen über T‑Entertain zu den Kunden in normaler Geschwindigkeit durchgelassen.

    Konkretes Beispiel Nr. 3: Wenn die Drosselung bei T‑Kunden einsetzt, werden Inhalte eines zahlenden Bundestagskandidaten weiterhin von der Drosselung ausgenommen über T‑Entertain zu den Kunden in normaler Geschwindigkeit durchgelassen als die Inhalte seiner nicht-zahlenden Wahlkreiskonkurrenten.

    Konkretes Beispiel Nr. 4: Wenn die Drosselung bei T‑Kunden einsetzt, werden Inhalte eines zahlenden Musikstreamingpartners weiterhin von der Drosselung ausgenommen über T‑Entertain zu den Kunden in normaler Geschwindigkeit durchgelassen.

  • Falls dies für Sie und Ihre Fraktion keine Verletzung der Netzneutralität ist, können Sie begründen, warum nicht?
  • 2. Mobilfunk

    Bereits jetzt werden in vielen Mobilfunk-Tarifen, vor allem bei den beiden großen Anbietern T‑Mobile und Vodafone, Dienste rechtlich untersagt und oft auch technisch gesperrt.

    Und das sind die Antworten:

  • : Heute im Bundestag: Netzneutralität
    Heute im Bundestag: Netzneutralität

    Es ist die letzte Sitzungswoche in dieser Legislaturperiode. Dementsprechend sind die Tage im Bundestag gefüllt mit Terminen und Abends finden die Sommerfeste statt. Heute um 12 Uhr wird im Petitionsausschuss die Petition „Wirtschaftspolitik – Verpflichtung der Internetanbieter zur Netzneutralität vom 23.04.2013″ von Johannes Scheller diskutiert, die 76527 Mitzeichner gefunden hat. Die Sitzung wird im Livestream übertragen, wir werden auch vor Ort sein und bloggen.

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    Direkt im Anschluß kann man einige Räume weiter zur letzten Sitzung des Unterausschuss neue Medien gehen, die ebenfalls im Livestream gesendet wird. Ab 13 Uhr geht es dort um Prism & Co mit einem Bericht der Bundesregierung (Die sicherlich erzählen wird, von allem nur aus der Zeitung erfahren zu haben) und auch wieder um Netzneutralität. In einem öffentliche Fachgespräch zum Thema „Netzneutralität – aktuelle Entwicklungen“ reden Dr. Stephan Korehnke, Vodafone GmbH, Dr. Jan Krancke, Deutsche Telekom AG, Klaus Landefeld, Eco e.V., Verband der deutschen Internetwirtschaft und Dr. Cara Schwarz-Schilling, Bundesnetzagentur.

    Passend dazu sei nochmal auf den Entwurf einer Verordnung zur Sicherung der Netzneutralität verwiesen, den das Bundeswirtschaftsministerium Ende vergangener Woche online gestellt hat. Der Entwurf sieht eher aus wie purer Aktionismus, damit man im Wahlkampf Handlungsfähigkeit vorweisen kann (Steht doch groß Netzneutralität drauf!) und dürfte auch nicht gegen die Pläne der Deutschen Telekom gerichtet sein, ein Zweiklassen-Internet einführen zu wollen. Das wird aus unserer Sicht sogar mit der Verordnung legitimiert („Wirtschaftsministerium will Abschied der Netzneutralität verordnen“). Unklar ist ebenfalls, ob diese Verordnung überhaupt für mobiles Internet gilt.

    Auf den Seiten der Bundesnetzagentur gibt es mittlerweile den Schreibverkehr mit der Deutschen Telekom zu sehen. Hier ist der Bericht der Bundesnetzagentur und hier sind die beiden Antwortschreiben der Telekom.

  • : Bundestag fordert die Regierung auf, Softwarepatente streng zu begrenzen
    Bundestag fordert die Regierung auf, Softwarepatente streng zu begrenzen

    Am Freitag dem 7. Juni hat der Deutsche Bundestag einen interfraktionellen Antrag (englische Übersetzung des BIKT) zur Begrenzung von Softwarepatenten beschlossen. Der Bundestag fordert die Bundesregierung damit auf, die Erteilung von Patenten auf Computerprogramme zu beschränken. Software soll ausschließlich vom Urheberrecht erfasst werden, und die Rechte der Urheber sollen nicht durch Patente Dritter entwertet werden können. Patente auf Software sollen lediglich erlaubt sein, wenn ein Computerprogramm eine mechanische oder elektromechanische Komponente ersetzt. Des Weiteren hat der Bundestag klargestellt, dass die Regierung bei ihrer Umsetzung die rechtssichere Veröffentlichung von Freier Software sicherstellen muss.

    „Dies ist ein wichtiger Schritt, um dem Softwarepatent-Irrsinn ein Ende zu machen. Die FSFE begrüßt diese Entscheidung. Es ist gut, dass alle im Bundestag vertretenen Parteien die weitreichenden Probleme von Softwarepatenten verstanden haben und dementsprechend handeln“, sagt Matthias Kirschner, Deutschlandkoordinator der FSFE.

  • : Johannes Scheller über seine Petition zur Netzneutralität: „Es reicht, wir müssen etwas tun!“
    Johannes Scheller über seine Petition zur Netzneutralität: „Es reicht, wir müssen etwas tun!“

    Johannes-SchellerDie Bundestags-Petition, eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität einzuführen, steht kurz davor, 50.000 Mitzeichner/innen zu bekommen. Eingereicht hat sie der 19-jährige Physik-Student Johannes Scheller aus Tübingen. Im Interview mit netzpolitik.org spricht er über seine Motivation, warum das Thema Netzneutralität so wichtig ist und was wir neben Petitionen außerdem tun können.

    netzpolitik.org: Wer bist du und warum beschäftigst du dich mit dem eher abstrakten Thema Netzneutralität?

    Johannes Scheller: Ich bin Physikstudent aus Tübingen, 19 Jahre alt und interessiere mich seit Jahren für Netzpolitik. Dabei bin ich recht bald auf die Netzneutralität gestoßen, wahrscheinlich durch Netzpolitik.org oder den elektrischen Reporter (genau weiß ich das nicht mehr). Das Thema kam mir von Anfang an sehr wichtig vor, ich habe auch nie ganz verstanden, warum es nicht mehr Aufmerksamkeit zumindest in der Netzgemeinde erhält.

    netzpolitik.org: Was ist Netzneutralität und warum findest du das wichtig?

    Johannes Scheller: Netzneutralität heißt, dass Internetanbieter („Provider“) alle Datenpakete von Nutzern unabhängig von Ihrem Inhalt und Ihrer Herkunft gleich behandeln. Die Netzneutralität ist ein wichtiger und elementarer Grundbaustein eine freien Internets. Ist keine Netzneutralität gegeben, so besteht die Gefahr eines „Zwei-Klassen-Internets“, in dem die Provider kontrollieren, auf welche Dienste und Inhalte Nutzer zugreifen können. Das käme einer Zensur aus wirtschaftlichen Aspekten gleich.

    netzpolitik.org: Du hast deine Petition einen Tag nach der offiziellen Ankündigung der Telekom zu Tarifänderungen eingereicht. Was hat die Drosselung mit Netzneutralität zu tun?

  • : ePetition für Netzneutralität überspringt am dritten Tag die 30.000er Marke
    ePetition für Netzneutralität überspringt am dritten Tag die 30.000er Marke

    Die ePetition “Wirtschaftspolitik – Verpflichtung der Internetanbieter zur Netzneutralität vom 23.04.2013” von Johannes Scheller hat eben beim Deutschen Bundestag am dritten Tag der Laufzeit die 30.000er Marke übersprungen. Wahrscheinlich war nur seinerzeit 2009 die Zensursula-Petition schneller. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die 50.000er Marke gerissen wird, denn bis zum 18. Juni bleibt dafür Zeit. Mehr Mitzeichner kosten allerdings auch nichts.

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    Die große Frage ist nur, ob der Petitionsausschuss noch in dieser Legislaturperiode eine weitere Petition anhören wird oder ob man eine Anhörung mit der Ausrede Sommerpause / Wahlkampf auf irgendwann in weiter Zukunft im Herbst oder Winter legen wird.

  • : ePetition für gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität
    ePetition für gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität

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    Auf der offiziellen ePetitionsplattform des Deutschen Bundestag gibt es seit heute die Petition „Wirtschaftspolitik – Verpflichtung der Internetanbieter zur Netzneutralität vom 23.04.2013″ des Studenten Johannes Scheller zum mitzeichnen. Der Text ist klar und kurz gehalten:

    Der Deutsche Bundestag möge ein Gesetz beschließen, das Internetanbieter („Provider“) verpflichtet, alle Datenpakete von Nutzern unabhängig von Ihrem Inhalt und Ihrer Herkunft gleich zu behandeln. Insbesondere sollen keine Inhalte, Dienste oder Dienstanbieter durch diese Provider benachteiligt, künstlich verlangsamt oder gar blockiert werden dürfen.

    Wir teilen die Forderung nach einer gesetzlichen Festschreibung der Netzneutralität, sind aber nach den zahlreichen Erfahrungen der letzten Jahre etwas ernüchtert, was dieses ePetitions-Werkzeug betrifft. Zwar hat es mal vor vier Jahren bei Zensursula geholfen, das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen, seitdem kann man aber die sinnvollen Petitionen, die auch was gebracht haben, an einer Hand abzählen.Wobei mir das auch schon schwer fällt, mir fällt gerade nur die Hebammen-Petition ein. Im vergangenen Jahr war eine ACTA-Petition erfolgreich, um das notwendige Quorum von 50.000 Mitzeichnern in wenigen Wochen zu bekommen. Als die Petition dann im Petitionsausschuss dran war, interessierte sich außer uns niemand mehr dafür.

    Insofern gibt es bei uns in der Redaktion eigentlich immer dieselbe Reaktion „Nicht schon wieder eine ePetition“, wenn (fast täglich) die Hinweise auf eine solche unsere Mailboxen fluten. Aber manchmal machen wir trotzdem Ausnahmen. In diesem Fall, weil sie klar formuliert ist. Aber wir sagen auch ganz klar: Diese ePetitionen sind zwar ganz nett, aber in der Praxis eher eine Demokratiesimulation und sie bringen echt wenig. Man sollte jetzt nicht alle Ressourcen darauf schmeißen, irgendwie zu schauen und zu hoffen, dass man unbedingt mehr als 50.000 Mitzeichner gewinnen muss. Um eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität durchzusetzen, sind viele unterschiedliche Maßnahmen und Schritte notwendig, solange die Bundesregierung sowas nicht machen will und der Markt alleine die Netzneutralität abschafft.

    Bereits bei Bekanntgabe der Drosselkom-Pläne hatte der Düsseldorfer Abiturient Malte Götz bei der Kampagnenplattform change.org eine Petition gestartet, die sich an die Deutsche Telekom richtete. Bis heute kamen 190.000 Unterstützer zusammen, die Telekom bedankte sich artig für die Aufmerksamkeit und macht weiter wie bisher.

  • : Bundestag debattiert Netzneutralität – im Protokoll
    Bundestag debattiert Netzneutralität – im Protokoll

    Der Bundestag hat in seiner gestrigen Plenardebatte theoretisch über Netzneutralität diskutiert. Theoretisch dadurch, dass die Debatte nur als „Reden zu Protokoll“ stattfand, weil die Opposition wohl alle Plenardebatten-Kärtchen bereits gezogen hatte und die Regierungskoalition anscheinend kein großes Interesse an einer öffentlichen Debatte hatten. Konkret ging es um einen Gesetzentwurf der Linksfraktion, die Netzneutralität festzuschreiben.

    Die Reden finden sich im Protokoll (PDF) auf den Seiten 339 – 349. Kurzzusammenfassung: Regierungskoalition findet den Markt weiterhin toll und sieht die Netzneutralität dort gut aufgehoben. Die Opposition will geschlossen eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität.

    Dr. Georg Nüßlein (CDU/CSU) sieht das Ansinnen der Linksfraktion, die Netzneutralität festschreiben wollen als „höchstwahrscheinlich aus alten SED-Zeiten genetisch vererbt“. Die Anwendungen von Morgen sind für ihn u.a. „Nicht nur die Verschickung von E‑Mails und das Öffnen von Webseiten, sondern auch für Echtzeitanwendungen wie Voice over IP, IPTV, Web-TV, Onlinespiele, aber auch Videokonferenzen oder Telemedizinanwendungen.“ Dann wissen wir jetzt ja, wofür Herr Nüßlein aktuell seinen Internetanschluß nutzt. Er sieht zumindet die Gefahr, dass viele bei eingeführten Volumentarifen ein Aufpreis für eine Flatrate psychologisch eher davon abhalten würde, diese auch dazu zu buchen. „Das könnte den Ausbau bremsen.“

    Immerhin erkennt er auch:

    Und da sind wir beim Thema Netzneutralität: Natürlich wollen auch wir von der Koalition grundsätzlich, dass „IP-Datenpakete im Internet gleichberechtigt und diskriminierungsfrei behandelt werden“, wie auch die Linksfraktion in ihrem Antrag es fordert. Aber wir müssen auch etwas dafür tun, nämlich die Netze weiter ausbauen. Sonst sind die Netzbetreiber natürlich dazu gezwungen, Preisklassen abhängig von Datenvolumina einzuführen. Aber damit würgen wir die Entwicklung bei den Datenanwendungen ab, Stichwort IPTV und andere.

  • : Heute im Bundestag: neues IFG, Datenschutz in der EU, Export von Zensur- und Überwachungstechnologie, Netzneutralität
    Heute im Bundestag: neues IFG, Datenschutz in der EU, Export von Zensur- und Überwachungstechnologie, Netzneutralität

    In der heutigen 240. Plenarsitzung wird sich der Bundestages mit einer Reihe netzpolitischer Themen befassen. Als TOP 12 ist die erste Beratung über den durch das SPD eingebrachten Entwurf zum neuen Informationsfreiheits- und Transparenzgesetz (IFTG) – wir berichteten. Als TOP 36 wird sich der Bundestag auf Antrag der SPD-Fraktion mit einem Vorschlag der EU-Kommission auseinandersetzen, welcher einheitliche Richtlinien für den Datenschutz innerhalb der EU fordert.

    Weitere Themen sind ein Antrag der Grünen, mit dem der Export von Zensur- und Überwachungstechnologie, insbesondere an autoritäre Staaten, verhindert werden soll (mehr dazu auch auf unter gruen-digital.de). Und kurz vor Schluss wird sich der Bundestag auf Antrag der Fraktion DIE LINKE noch mit dem gesetzlichen Festschreiben der Netzneutralität befassen.

    Eine Übersicht der gesamten Tagesordnung findet sich auf der online Website des Bundestages. Die gesamte Plenarsitzung wird wie immer im Parlamentsfernsehen und auf der Seite des Bundestages übertragen.

  • : Anhörung im Bundestag zu Störerhaftung / Telemediengesetz / WLAN
    Anhörung im Bundestag zu Störerhaftung / Telemediengesetz / WLAN

    In der 32. Sitzung des Unterausschusses Neue Medien im Deutschen Bundestag findet heute ab 13:00 Uhr eine Öffentliche Anhörung zum Thema „Änderung des Telemediengesetzes“ sowie „Potentiale der WLAN-Netze“ statt. Davon soll es gleich einen Live-Stream geben.

    Eingeladene Sachverständige sind:

    Ulf Buermeyer, Richter am Landgericht Berlin / Digitale Gesellschaft e.V.
    Dr. Christoph Clément, Kabel Deutschland, München
    Alexander Purreger, FON Wireless, Ltd, London
    Prof. Michael Rotert, eco, Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V

    Es geht konkret um diese beiden Papiere (Links bitte in Kommentare)

    Gesetzentwurf der Abgeordneten Halina Wawzyniak, Jan Korte, Nicole Gohlke, weiterer
    Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE.
    Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Telemediengesetzes – Störerhaftung
    BT-Drucksache 17/11137

    Antrag der Abgeordneten Lars Klingbeil, Martin Dörmann, Doris Barnett, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der SPD
    Potenziale von WLAN-Netzen nutzen und Rechtssicherheit für WLAN-Betreiber schaffen
    BT-Drucksache 17/11145

    Wir bloggen hier etwas mit.

    Die Sitzung beginnt mit einer Schweigeminute für den gestern verstorbenen Max Stadler (Parl. Staatssekretär im Bundesjustizministerium / MdB).

    Geplant sind drei Minuten Einführung pro Sachverständigen, dann erste Fragerunde.

    Ulf Buermeyer startet. Möchte Situation der Gewerbetreibenden in Vordergrund stellen, die WLAN-Netze ihren Kunden zur Verfügung stellen wollen. Verweist auf Umfrage in Blogs in der vergangenen Woche zur Rechtsunsicherheit von Gewerbetreibenden. „Ich kann Ihnen sagen: Die Angst geht um in Deutschland, die Angst der Gewerbetreibenden vor Abmahnungen bei offenen WLANs“.

    Es werde nach Providern erster und zweiter Klasse unterschieden.

  • : Heute Anhörung des Rechtsausschusses zu Softwarepatenten
    Heute Anhörung des Rechtsausschusses zu Softwarepatenten

    Heute findet im Rechtsausschuss des Bundestags um 16:00 Uhr (Raum 4.300, Paul-Löbe-Haus) unter Vorsitz von Siegfried Kauder (CDU/CSU) eine öffentliche Anhörung der Sachverständigen zu Software-Patenten statt. Anlass ist der interfraktionelle Antrag zu „Wettbewerb und Innovationsdynamik im Softwarebereich sichern – Patentierung von Computerprogrammen effektiv begrenzen“.

    Die geladenen Sachverständigen sind:

    • Prof. Dr. Jürgen Ensthaler, Lehrstuhlinhaber Wirtschafts‑, Unternehmens- und Technikrecht, Technische Universität Berlin
    • Dr. Oliver Grün, Präsident und Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes IT-Mittelstand e. V.
    • Dr. Till Jaeger, JBB Rechtsanwälte, Institute for Legal Questions on Free and Open Source Software (IfrOSS)
    • Rasmus Keller, Rechtsanwalt, SNP Schlawien Partnerschaft
    • Matthias Kirschner, Free Software Foundation Europe (FSFE)
    • Dr. Till Kreutzer i.e., Rechtsanwalt, Büro für informationsrechtliche Expertise
    • Uwe Schriek, Siemens AG
    • Johannes Sommer, Diplom-Physiker, Vorstand des Bundesverbandes Informations- und Kommunikationstechnologie e. V. (BIKT)
    • Jan H. Wildeboer, EMEA Evangelist Open Source Affairs, Red Hat GmbH

    Die FSFE hat ihre Stellungnahme heute veröffentlicht (PDF), auch die Stellungnahmen von Rasmus Keller, Uwe Schriek und Johannes Sommer finden sich auf der Webseite des Bundestages. Die FSFE befürwortet den interfraktionellen Antrag, da die „derzeitige Vergabepraxis und die Rechtssprechung zu Softwarepatenten des Bundesgerichtshofs sowohl die Erstellung als auch die Verwendung von Freier Software enorm [erschweren]“.

  • : Bundestag will Sofwarepatente begrenzen
    Bundestag will Sofwarepatente begrenzen

    Am Montag hat der Bundestag ein Zeichen gegen Softwarepatente gesetzt. In einem Antrag (pdf) von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen, der in erster Lesung angenommen wurde, hat das Parlament die Bundesregierung aufgefordert, dafür zu sorgen, daß Softwareentwickler ungehindert von Patenten arbeiten können. (heise.de vom Donnerstag) (Pressemitteilung FSFE)

    Wie bereits berichtet, stellt der Antrag Urheberrecht und Patentrecht gegeneinander. Computerprogramme unterliegen nach der Europäischen Richtlinie 1991/250/EWG dem Urheberrecht. Nach Artikel 52 des Europäischen Patentübereinkommens ist Software nicht patentierbar. Dennoch hat das Europäische Patentamt mehrere zehntausend Patente auf sogenannte „computerimplementierte Erfindungen“ erteilt. In den vergangenen Jahren hat auch der Bundesgerichtshof zunehmend zugunsten solcher Patente entschieden.

  • : Bizarres Astroturfing: Abmahn-Freunde beschenken Bundestagsabgeordnete mit iPod-Nachbau
    Bizarres Astroturfing: Abmahn-Freunde beschenken Bundestagsabgeordnete mit iPod-Nachbau

    BIcpxOnCQAA-8qsUnter dem Motto „Don’t fuck with music“ hat eine „Initiative zum Schutz der Musik“ mit dem Absender einer „Community Promotion&Publishing e.K.“ anscheinend alle Bundestagsabgeordnete mit einem iPod-Nachbau und einem Brandbrief beschenkt. Die Initiatoren sind offensichtlich auf die Kommunikationsstrategie der Regierungskoalition reingefallen, dass mit dem letzte Woche in erster Lesung beschlossenen Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken die Abmahnindustrie erfolgreich eingedämmt wird. Unserer Meinung nach ist das aber nur Symbolpolitik und wird nicht wirklich etwas an der Abmahnflut verändern. Wie dem auch sei, die bizarre Initiative erklärt, dass mit diesem Gesetz der Diebstahl von Musik faktisch erlaubt sei. Warum auch immer?!

    Wir fragen uns immer noch, welche Message die Initiative damit den Bundestagsabgeordneten kommunizieren will: „Wir haben bald kein Geld mehr, deswegen müssen wir alles Restgeld in iPod-Nachbauten stecken“?! Es entbehrt nicht einer zusätzlichen Ironie und Doppelmoral, dass man dafür auf China-Nachbauten von iPods zurückgreift.

    Wir haben von zahlreichen Abgeordneten gehört, die die iPod-Nachbauten wieder zurück schicken wollen. Unklar ist, ob das schon unter versuchte Abgeordnetenkorruption fallen könnte. Vielleicht nicht, weil man billige Nachbauten aus China genommen hat.

    In dem von uns veröffentlichten Gutachten zur Abgeordnetenkorruption heißt es:

    Die schwierige Bestimmung des strafbaren Bereichs ist unter sorgfältiger Abwägung aller Umstände des Einzelfalls vorzunehmen, wobei u.a. Höhe und Art der geldwerten Zuwendung, zeitlicher Zusammenhang zwischen Leistung und Gegenleistung sowie Mittel-Zweck-Relation als maßgebliche Kriterien heranzuziehen sind und die Verhaltensregeln für Mitglieder des Bundestages (Anlage 1 zur Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages) als Auslegungshilfe dienen können.

    Zusätzliche Ironie der Geschichte: Die angegebenen Facebook-Seite existiert gar nicht. Da hatte man wohl nicht genug Freunde für.