Biometrie
Biometrie ist die automatisierte Erkennung von Personen anhand einzigartiger körperlicher oder verhaltensbezogener Merkmale.
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: NetzpolitikTV 056: Frank Rosengart über den ePass
: NetzpolitikTV 056: Frank Rosengart über den ePass Parallel zu dem 25c3-Talk über den elektronischen Personalausweis gibt es hier ein Kurz-Interview mit Frank Rosengart zu ebendiesem. In etwas mehr als drei Minuten erklärt Frank, was der neue elektronische Personalauseis bringen soll, was die Kritik des CCC ist und wie man sich jetzt noch dagegen wehren kann. Einfache Lösung: Gar nicht erst mitmachen.
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: Innenausschuss macht Weg frei für neue Personalausweise
: Innenausschuss macht Weg frei für neue Personalausweise Morgen soll das „Gesetz über Personalausweise und den elektronischen Identitätsnachweis“ (16/10489) im Plenum des Bundestages abschließend beraten werden. Schon heute macht der Innenausschuss mit den Stimmen der Großen Koalition den Weg frei. Die Oppositionsfraktionen stimmten geschlossen dagegen. Heute im Bundestag berichtet über die Diskussion: Innenausschuss macht Weg frei für neue Personalausweise.
Der Personalausweis wird laut der Gesetzesvorlage künftig drei Funktionen vereinen: Die hoheitliche Ausweisfunktion wird um Daten erweitert; der Personalausweis soll biometrische Daten des Gesichts und – wenn Bürger dies wünschen – auch deren Fingerabdrücke enthalten. Ein elektronischer Identitätsnachweis soll die verbindliche elektronische Übermittlung von Identitätsmerkmalen in Online-Anwendungen und lokalen Verarbeitungsprozessen, etwa an Automaten, ermöglichen. Schließlich ist geplant, die technischen und rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen, um eine Funktion für die qualifizierte elektronische Signatur nach dem Signaturgesetz auf den Ausweis aufzubringen. Hierdurch soll der Personalausweis auch im elektronischen Rechtsverkehr als Identitätsnachweis verwendet werden können. Die Kritik der Opposition konzentrierte sich auf die vorgesehene Möglichkeit, den Fingerabdruck freiwillig auf dem Personalausweis speichern zu lassen.
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: „Die Freiheit ist das Opfer“
: „Die Freiheit ist das Opfer“ Der Philosoph Peter Sloterdijk im aktuellen ZEIT Magazin über das, was für ihn das vergangene Jahrzehnt charakterisiert:
ZEITmagazin: Herr Sloterdijk, wer sind die Helden dieses ersten Jahrzehnts des dritten Jahrtausends?
Peter Sloterdjik: Für mich persönlich ist die Antwort evident: die Menschen, die bei den Sicherheitskontrollen am Flughafen ausgerastet sind. Im Spiegel stand neulich eine hübsche Aufzählung. Ein Passagier hat seine Rasierwasserflasche gegen eine Scheibe geworfen, ein anderer hat eine Kontrolleurin geohrfeigt. Das sind meine Helden, einsame Kämpfer gegen den Sicherheitswahn.
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: Fingerabdrücke für Berliner Kitas?
: Fingerabdrücke für Berliner Kitas? 17 evangelische Kindertagesstätten in Berlin-Mitte planen, zukünftig „aus Sicherheitsgründen“ die Fingerabdrücke der Eltern zu scannen. Damit wollen sie eine Verifikationssystem aufbauen, so dass alle Kinder auch den richtigen Eltern zugeteilt werden können. Dies berichtet der Tagesspiegel: Kitas wollen Fingerabdrücke von Eltern scannen.
Janert betonte, die geplante dreimonatige Testphase werde erst nach eingehender Rücksprache mit den Eltern und nur mit deren Zustimmung begonnen. Gerade in Bezug auf den Datenschutz müssten einige Fragen geklärt werden, etwa was mit den gewonnenen Daten gemacht werde. „Wir werden Anfang Dezember eine große Versammlung für die Eltern machen, wo wir genau all diese Fragen ausdiskutieren“, unterstricht die Geschäftsführerin. Es solle mit den Eltern zusammen ein Weg gesucht werden, „der am Ende für alle gut ist“
Wie wäre es noch mit der Idee, den Kindern gleich RFID-Chips zu verpflanzen?
Update: Heise hat Neues: Berliner Kitas: Keine Sicherheitskontrollen wie bei der Einreise in die Vereinigten Staaten.
Befragt wurde Kathrin Janert, Geschäftsführerin vom Verbund evangelischer Kindertagesstätten.
„Wir machen doch keine Einreise in die Vereinigten Staaten“, berichtigt die Kita-Geschäftsführerin am Telefon gegenüber heise online. Die Kitas, die über drei Etagen verteilt sind und insgesamt 85 Kinder betreuen, befänden sich in einem Rückgebäude eines Berliner Mietshauses, dazu gebe es einen Hof zum Spielen. Der Zugang sei gar nicht über Türen zu kontrollieren, weswegen der Fingerabdruckscanner als Zugangskontrolle ebenso sinnlos wäre wie eine Chipkarte, die in anderen Kindertageseinrichtungen gebräuchlich ist. Man habe den Fingerabdruckscanner angeschafft, um eine bessere Übersicht darüber zu bekommen, ob ein Kind von den Eltern oder anderen Befugten gebracht und abgeholt worden ist. Im Spiel-Hof sei der Überblick bei derart vielen Kindern und Abholern nicht gewährleistet. Das ist ein Problem für die Mitarbeiter, die wissen müssen, wo die Kinder sind, die sie betreuen.
Einen Fingeradruck-Scanner hat man sicherheitshalber angeschafft und an der Wand eines Raumes angebracht. Kann ja der Diskussion nicht schaden, wenn man Tatsachen schafft.
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: Gesetzentwurf zu elektronischem Personalausweis und elektronischer Identifizierung
: Gesetzentwurf zu elektronischem Personalausweis und elektronischer Identifizierung Ravenhorst verweist auf den Entwurf eines Gesetzes mit Begründung der Bundesregierung in der Fassung vom 7. Oktober 2008 über (elektronische) Personalausweise (ePA) und den elektronischen Identitätsnachweis (eID) sowie zur Änderung weiterer Vorschriften. Das wurde bei Heute im Bundestag angekündigt: Personalausweise auch für die „virtuelle Welt“.
Der herkömmliche Personalausweis soll zu einem „biometriegestützten Identitätsdokument“ werden. Auf Wunsch der Bürger könnten die gespeicherten Daten, darunter ein Foto des Ausweisinhabers, um zwei Fingerabdrücke erweitert werden, heißt es in der Begründung zum Gesetz über Personalausweise und den elektronischen Identitätsnachweis. Mit dem Gesetzentwurf zieht die Bundesregierung auch Konsequenzen aus der Föderalismusreform und überführt bisher von den Ländern geregelte Tatbestände in das Bundesrecht. Darüber hinaus soll der Ausweis „zum elektronischen Identitätsnachweis in der virtuellen Welt“ werden.
Deutsche Personalausweise gehörten zu den fälschungssichersten Dokumenten der Welt, schreibt die Regierung in der Begründung des Entwurfs. Täter würden daher die Ausweise seltener fälschen, sondern vermehrt Dokumentenmissbrauch betreiben. Ausweise würden ihren Inhabern gezielt gestohlen und dann von fremden Personen verwendet, die den Inhabern ähnlich sehen oder sich ein ähnliches Aussehen durch Änderung von Frisur oder Brille verschaffen würden. Bei biometrischen Kontrollen sei dieser Missbrauch nicht mehr möglich, hofft die Regierung. Die Bürger könnten überdies durch die freiwillige Speicherung von Fingerabdrücken in dem Dokument „zur Verkleinerung dieses Missbrauchsrisikos beitragen“.
Kommentar von Kai Raven dazu:
Alles Blödsinn! – alter Personalausweis ohne RFID Funkchip, „Bürgerportale“ und „De-Mail“, Speicherung biometrischer Körpermerkmale, Verknüpfung zum Bundesmelderegister, eID und ohne Milliardenkosten und weitere Datenschutzlochpotentiale reicht, zweckgebundene Smartcard mit elektronischer Signatur fürs Einkaufen, offiziellen „Briefverkehr“ und eGovernment im Netz, wer es braucht. Punkt.
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: Chaosradio: Biometrische Ausweisdokumente
: Chaosradio: Biometrische Ausweisdokumente Am vergangenen Mittwoch gab es wieder ein Chaosradio auf Fritz. Thema diesmal waren „Biometrische Ausweisdokumente – Jetzt erfassen wir alle“. Davon gibt es eine 80 MB grosse MP3.
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: Juli Zeh über Datenschutz
: Juli Zeh über Datenschutz ZEIT Campus hat die Schriftstellerin und Juristin Juli Ze über ihre Verfassungsklage gegen den biometrischen Pass, Otto Schily und Datenschutz im Allgemeinen befragt: „Uns fehlen die Parolen“.
ZEIT Campus: Mit Vorsicht?
Zeh: Ich versuche, sämtliche Kästchen, hinter denen steht: „Ab jetzt gehört Ihre Adresse der ganzen Welt“, irgendwie von ihren Häkchen zu befreien. Aber selbst wenn ich im Internet einkaufe: Amazon kann nicht bei mir vor der Tür stehen und meine ganze Wohnungseinrichtung raustragen. Der Staat hat Kompetenzen, die die Wirtschaft – bis jetzt – nicht hat, er kann mehr tun, als mir Spam zu schicken. Insofern mache ich mir Sorgen um unser Land.
ZEIT Campus: Warum?
Zeh: Ich dachte, nach zwei totalitären Überwachungsstaaten hätten wir verstanden, dass man bestimmte Dinge sein lassen sollte. Es gibt keinen demokratischen Kontrollstaat. Seit der ersten Klasse wurde uns eingetrichtert, dass man die Demokratie verteidigen muss– jetzt gucken einfach alle zu, wie Grundrechte eingeschränkt werden. Ich mache das nicht mit. Wenn es keine Protestbewegung gibt, tut man es eben alleine.
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: Schweiz: Freiheitskampagne gegen biometrische Pässe
: Schweiz: Freiheitskampagne gegen biometrische Pässe In der Schweiz setzt sich Freiheitskampagne.ch als „überparteiliches Referendumskomitee“ gegen biometrische Schweizer Pässe und Identitätskarten ein. Bis zum 2. Oktober werden noch ca. 30.000 der benötigten 50.000 Unterstützer für ein Referendum gesucht.
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: Fingerabdruck im Personalausweis nur freiwillig
: Fingerabdruck im Personalausweis nur freiwillig Der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Hans-Peter Uhl (CSU) sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung heute: „Es läuft darauf hinaus, dass der Bürger selbst entscheiden kann, ob er seine Fingerabdrücke abgibt oder nicht.“ Dieser Kompromiss sei eine Einigung zwischen Schäuble und Zypries, um Protesten aus der SPD-Fraktion entgegen zu treten, so Uhl weiter.
SPD-Fraktionsvize Fritz Rudolf Körper wird in indirekter Rede zitiert, dass sich so „die Ängste in der Bevölkerung zerstreuen, der Staat wolle Stück für Stück den gläsernen Bürger“.
Weicht also die „Politik der gefühlten Sicherheit“ etwa der „Politik der gefühlten Paranoia (ggü. dem Staat)“?
Sehr an Dieter „Vorratsdatenspeicherung-hat-mit-Terrorismusbekämpfung-relativ-wenig-zu-tun“ Wiefelspütz erinnert fühlt man sich beim Lesen des letzten Satzes:
SPD- Innenexperte Sebastian Edathy argumentierte: «Ein Dokument mit biometrischen Merkmalen wäre für den Bürger teurer als der bisherige Ausweis, brächte aber keinen Sicherheitsgewinn.»
Und wann wird die Fingerabdruck-Abgabe-Pflicht im Reisepass abgeschafft, Herr Edathy?
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: Digitale Überwachung ist eine Wolke
: Digitale Überwachung ist eine Wolke Schöner Kommentar zum Telekom-Gate von Daniel Schulz in der TAZ: Die blutigen Folgen der Biometrie.
Digitale Überwachung ist eine Wolke. Sie ist da, aber man kann sie nicht anfassen. Angesichts dessen Ohnmacht zu empfinden, ist normal. Diese Ohnmacht als Pragmatismus und Vernunft zu tarnen wohl auch. Die bisher durch die Datenschützer gezeigten Auswege beruhen oft auf einem unbefriedigenden Tauschgeschäft: Freiheiten, die durch die Technik gerade erst gewonnen wurden, sollen nun wieder abgegeben werden. Eine bequeme Lösung für das Dilemma ist nicht in Sicht. Am erfolgversprechendsten gegen die digitalen Gefahren ist immer noch ein Mittel des Analogzeitalters: der politische Protest. Die versprengte Datenschutzszene in Deutschland hat es mit ihren Demonstrationen und Klagen vor Gericht geschafft, dass Sicherheitsgesetze nicht so umfassend ausfielen wie geplant.
Wenn Überwachung eine Wolke ist, dann ist der derzeitige Skandal der saure Regen. Er zeigt, dass es im Interesse von mehr als nur ein paar Spinnern ist, sich mit den Möglichkeiten der neuen Überwachungstechnik auseinanderzusetzen. Und sich dann dagegen zu wehren.
Die passenden Bilder gewählt, um die TAZ-Zielgruppe für das Thema zu erreichen.
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: weiterer Fingerabdruck eines Innenministers veröffentlicht
: weiterer Fingerabdruck eines Innenministers veröffentlicht Nach Wolfgang Schäuble ist diesmal
diesmalsein Kollege in Österreich dran:Die Grünen haben am Freitag den Fingerabdruck von Innenminister Günther Platter veröffentlicht. Sicherheitssprecher Peter Pilz und die Wiener Gemeinderätin Marie Ringler präsentierten bei einer Pressekonferenz eine neue Kampagne, bei der sie Klebebilder mit den Fingerprints Platters verteilen. Damit will die Partei vor dem „Missbrauchspotenzial“ der von der Regierung geplanten Fingerprints in Reisepässen warnen. Sie befürchten den Aufbau eines Überwachungsstaats durch die Einrichtung zentraler Fingerabdruck-Datenbanken in Österreich.
Weitere Berichte u.a. beim Standard, bei ORF Futurezone und bei heise.
Leider scheint es den Abdruck noch nirgendwo in ordentlicher Auflösung im Netz zu geben. Unter platterwatch.at findet man eine sehr kleine Fassung und ein Bestellformular. Sachdienliche Hinweise bitte in den Kommentaren.
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: Schäuble wartet noch auf seinen Fingerabdruck?
: Schäuble wartet noch auf seinen Fingerabdruck? Wie man das Internet ausdruckt, haben sie ja schon gelernt. Mit Bildern klappt es noch nicht so ganz?
Nachdem das Frankfurter-Magazin bereits (satirisch!) aufgedeckt hat, dass der Fingerabdruck falsch ist, kommt auch das Innenministerium auf diese Idee.…
Die Netzeitung schreibt:Ob der veröffentlichte Abdruck tatsächlich seiner sei, blieb unklar. Schäuble wird sich im Ministerium der Gegenprobe stellen. Man wolle versuchen, ein Exemplar der CCC-Zeitschrift zu bekommen, um den beiliegenden Ausdruck mit dem Finger des Ressortchefs zu vergleichen, sagte ein Sprecher am Montag der Netzeitung. Das Ministerium gab sich Mühe, die Überraschung mittels Gleichmut zu kaschieren. Leicht larmoyant heißt es dort, normalerweise erhalte das Ministerium in solchen Fällen ein Belegexemplar. Man werde den Posteingang abwarten. «Wir werden aber nicht beim Chaos Computer Club anrufen und um ein Exemplar bitten», sagte der Sprecher.
Wir haben also mal beim CCC nachgefragt:
Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) hat seit vielen Jahren ein Abonnement der Datenschleuder. Die Ausgaben für die Abonnementen sind seit Samstag auf der Post. Vielleicht sind sie nur noch nicht angekommen?
Wir wiesen ja am Samstag schon darauf hin: Jedermann kann zu den normalen Öffungzeiten in der „Universitätsbuchhandlung Bouvier“ in Bonn oder Buchhandlung „Lehmanns“ in Berlin laufen – und einfach eine aktuelle Ausgabe kaufen.
Aber gegen einen freundlichen Besuch des Innenministeriums in den Clubräumen in Berlin hat bestimmt auch keiner etwas. Hab gehört, es wurde neulich sogar mal aufgeräumt und saubergemacht :)
Mein Fazit: der Abdruck muss echt sein, sonst hätten sie schon längst dementiert. Was meint ihr?
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: Datenschleuder: mit Sammelalbum und Schäubles Fingerabdruck
: Datenschleuder: mit Sammelalbum und Schäubles Fingerabdruck Hat ja den Tag über schon Furore gemacht, jetzt ist auch die Pressemitteilung des CCC online:
Die Debatte um die biometrische Kompletterfassung der Bundesbürger war bisher eher abstrakt. Um ihr eine konkretere Form zu geben, hat der Chaos Computer Club (CCC) seiner Vereinszeitschrift „Die Datenschleuder“ ein biometrisches Sammelalbum für die Fingerabdrücke schnüffelfreudiger Politiker beigelegt. Eröffnet wird das heitere Abdrucksammeln mit einem Fingerabdruck unseres geliebten Innenministers, Dr. Wolfgang Schäuble. [1] Der Abdruck wurde durch CCC-Aktivisten von einem Wasserglas sichergestellt, das Dr. Schäuble bei einer öffentlichen Veranstaltung benutzt hatte.
Die Befürworter einer Umwandlung der Bundesrepublik in einen biometrischen Überwachungsstaat betonen immer wieder, wer nichts zu verbergen habe, hätte auch nichts zu befürchten. Der Chaos Computer Club möchte mit dem biometrischen Sammelalbum die Probe aufs Exempel machen. Wenn unsere Überwachungspolitiker auch privat meinen, was sie öffentlich vertreten, sollten sie kein Problem damit haben, ihre biometrischen Daten publiziert zu sehen.
[…]
„Wir wollen mit der Veröffentlichung die Debatte um die biometrische Vollerfassung jedes Bürgers greifbarer machen“, erklärte CCC-Sprecher Dirk Engling. „Fingerabdruck-Biometrie ist nicht so sicher, wie die Politik beteuert. Sie gehört in keine sicherheitsrelevante Anwendung – und erst recht nicht in den ePass.“
[…]
„Die Verwendung von Fingerabdrücken zur Identifizierung von Bürgern ist ein technischer und sicherheitspolitischer Irrweg, der so schnell wie möglich beendet werden muss. Der Bundestag ist aufgefordert, das Biometrie-Pass-Experiment schleunigst zu beerdigen. Die personellen Verflechtungen von Biometrie-Industrie und Innenpolitikern müssen dabei genauso beleuchtet werden, wie die undurchsichtigen Transaktionen um die Bundesdruckerei,“ fasste CCC-Sprecher Engling die Forderungen des Clubs zusammen.Das Editorial der Datenschleuder ist schon komplett online, die gedruckte Ausgabe kann man bestellen, oder in Berlin bei Lehmanns und in Bonn im Netzladen kaufen.
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: Iris-Scanner an den Flughäfen Frankfurt und München
: Iris-Scanner an den Flughäfen Frankfurt und München Die Deutschlandfunk-Sendung „Computer & Kommunikation hat gestern über Iris-Scanner an den Flughäfen Frankfurt und München berichtet: Blickkontrolle am Terminal.
Seit drei Jahren wird am Frankfurter Flughafen die automatisierte biometriegestützte Grenzkontrolle getestet. Die Technik soll mehr Sicherheit bringen, die Abfertigung beschleunigen und Personal einsparen. Jetzt soll der Regelbetrieb eingeläutet werden.
Hier ist die MP3 dazu.
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: Einzelhandel: Fingerprint-System überlistet
: Einzelhandel: Fingerprint-System überlistet Der gestrige Beitrag von plusminus über „Einzelhandel: Fingerprint-System überlistet“ ist jetzt im Netz verfügbar. Allerdings nur in Flash und nicht zum einbinden. Einfacher geht das anschauen mit der MP4-Datei, die beim Chaosradio liegt. Oder mit der Youtube-Version zum einbinden:
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: Fingerabdrücke fälschen bei plusminus
: Fingerabdrücke fälschen bei plusminus Heute Abend gibt es um 21:50h in der ARD-Sendung plusminus einen Beitrag über „Fingerprint-System überlistet“.
[plusminus hat in Zusammenarbeit mit dem Chaos Computer Club in Berlin nachgewiesen, dass man Fingerabdrücke mit einfachsten Mitteln von Gegenständen kopieren kann, die eine Person angefasst hat. Die Kopie wird auf eine Folie gezogen und auf den Zeigefinger geklebt. Auf diese Weise konnte ein [plusminus-Reporter, dessen Abdruck nicht registriert war, problemlos auf Kosten seines angemeldeten Kollegen in einer Edeka-Filiale einkaufen. Der Nachweis, dass ein Dritter sich am Konto eines Kunden bedient hat, dürfte im Ernstfall schwer fallen. Denn Fingerabdrücke als Identifikationsnachweis gelten als besonders sicher, da sie bei jeder Person unverwechselbar sind. Daher bietet der Einzelhandel dieses Zahlungssystem immer mehr an. Allein bei Edeka sind es schon über 100 Filialen.
Der Hersteller des bei Edeka verwendeten Fingerabdruck-Systems (it-Werke) sagte gegenüber [plusminus, das Zahlen mit seinem System digiPROOF sei trotzdem die sicherste Art einzukaufen. Geschäftsführer Ulrich Kipper wies darauf hin, dass kein biometrisches Zahlungssystem einen hundertprozentigen Schutz vor Betrügern garantieren könne. Sollten Kunden Opfer von Betrügern werden, werde er den Schaden ersetzen, versprach er. Dies müssten die Kunden aber glaubhaft nachweisen. Edeka selbst sieht zurzeit keinen Handlungsbedarf.
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: Nochmal: Fingerabdrücke sind kein Sicherheitsmerkmal
: Nochmal: Fingerabdrücke sind kein Sicherheitsmerkmal Angesichts der biometrischen Entwicklung, kram ich mal ein altes Video hervor:
Fingabdrücke fälschen: Das hat der CCC doch schon mal ganz genau erklärt.
- Die heutigen Pässe sind sicherer, als die Rente: In den letzten fünf Jahren gab es sechs Fälschungen. (Laut Bundesregierung!)
- Die Verschlüsselung des Funkchips im Reisepass, auf dem Gesichtsbild und Fingerabdrücke drahtlos auslesbar sind, wurde bereits gehackt.
- Der Staat muß einer GmbH vertrauen, dass sie die Abdrücke nach der Produktion auch wirklich löscht.
- Fingerabdrücke hinterlässt man überall, jeder kann sie duplizieren (siehe Video) und woanders hinterlassen.
- Meinen Fingerabdruck habe ich bereits veröffentlicht – jeder kann meine Spuren hinterlassen.
- Mein neuer Pass ist auch gültig, wenn der Chip kaputt ist.
(Dies Crossposting ist auf einmachglas.info auch mit einem kleinen Schreiben an Wolfi versehen.)
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: Onkel Wolfgang spricht jetzt ins Internet
: Onkel Wolfgang spricht jetzt ins Internet Wolfgang Schäuble spricht jetzt auch ins Internet. In einer Video-Botschaft (MP4) zur Einführung des ePass mit Fingerabdrücken liest er seinen Text mit den Argumenten etwas unbeholfen vom Papier ab. Auf jeden Fall prima Material, um daraus einen Remix zu machen. Über kreative Umsetzungen würde ich mich freuen.
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: Ab morgen: Fingerabdruck im Pass
: Ab morgen: Fingerabdruck im Pass Morgen kommt der neue Reisepass mit Fingerabdrücken. Heute ist also die letzte Chance, sich noch einen ohne erkennungsdienstliche Behandlung einen Pass zu holen – sofern die Bürgerämter noch offen haben. Die TAZ berichtet darüber: Pass mit Fingerabdruck kommt.
BERLIN taz Am Donnerstag geht es los: Dann werden neue Reisepässe ausgestellt, und zwar mit Fingerabdruck. Sie bilden die zweite Generation elektronisch lesbarer Reisepässe. Die erste Generation gibt es bereits seit November 2005: Diese enthalten in einem Chip ein digitales Foto. Nun kommt nur zwei Jahre später der nächste Pass auf den Markt. In diesem enthält der Chip zusätzlich zum Foto zwei Fingerabdrücke.
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: Zur Geschichte der Fingerabdrücke in Ausweisen
: Zur Geschichte der Fingerabdrücke in Ausweisen Telepolis berichtet aus aktuellem Anlass über die Geschichte der biometrischen Erfassung und der biometrischen Ausweis- und Reisedokumente. Leider gehen die Autoren vor allem auf die Gesichtsvermessung und ‑fotografierung ein, weniger auf die Tradition der Fingerabdrücke. Und die ist durchaus interessant:
Ausweise gehen in Deutschland auf die von den Nazis ab 1938 eingeführte „Kennkarte“ zurück, deren Mitführen für Juden zwingend war. Kennkarten für Juden waren zusätzlich mit einem großen „J“ und einem Fingerabdruck versehen. In Spanien wurde die Erfassung von Fingerabdrücken für die nationale Identitätskarte, die bis heute gilt, 1940 während der Franco-Diktatur eingeführt. Was nun allen BürgerInnen aufgenötigt wird, steht also ganz klar in der Tradition verbrecherischer Regime.
Jemand vom CCCHB hat diese historische Analogie mal bildlich dargestellt: