Überwachung

Datenschleuder: mit Sammelalbum und Schäubles Fingerabdruck

Hat ja den Tag über schon Furore gemacht, jetzt ist auch die Pressemitteilung des CCC online:


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Die Debatte um die biometrische Kompletterfassung der Bundesbürger war bisher eher abstrakt. Um ihr eine konkretere Form zu geben, hat der Chaos Computer Club (CCC) seiner Vereinszeitschrift „Die Datenschleuder“ ein biometrisches Sammelalbum für die Fingerabdrücke schnüffelfreudiger Politiker beigelegt. Eröffnet wird das heitere Abdrucksammeln mit einem Fingerabdruck unseres geliebten Innenministers, Dr. Wolfgang Schäuble. [1] Der Abdruck wurde durch CCC-Aktivisten von einem Wasserglas sichergestellt, das Dr. Schäuble bei einer öffentlichen Veranstaltung benutzt hatte.

Die Befürworter einer Umwandlung der Bundesrepublik in einen biometrischen Überwachungsstaat betonen immer wieder, wer nichts zu verbergen habe, hätte auch nichts zu befürchten. Der Chaos Computer Club möchte mit dem biometrischen Sammelalbum die Probe aufs Exempel machen. Wenn unsere Überwachungspolitiker auch privat meinen, was sie öffentlich vertreten, sollten sie kein Problem damit haben, ihre biometrischen Daten publiziert zu sehen.
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„Wir wollen mit der Veröffentlichung die Debatte um die biometrische Vollerfassung jedes Bürgers greifbarer machen“, erklärte CCC-Sprecher Dirk Engling. „Fingerabdruck-Biometrie ist nicht so sicher, wie die Politik beteuert. Sie gehört in keine sicherheitsrelevante Anwendung – und erst recht nicht in den ePass.“
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„Die Verwendung von Fingerabdrücken zur Identifizierung von Bürgern ist ein technischer und sicherheitspolitischer Irrweg, der so schnell wie möglich beendet werden muss. Der Bundestag ist aufgefordert, das Biometrie-Pass-Experiment schleunigst zu beerdigen. Die personellen Verflechtungen von Biometrie-Industrie und Innenpolitikern müssen dabei genauso beleuchtet werden, wie die undurchsichtigen Transaktionen um die Bundesdruckerei,“ fasste CCC-Sprecher Engling die Forderungen des Clubs zusammen.

Das Editorial der Datenschleuder ist schon komplett online, die gedruckte Ausgabe kann man bestellen, oder in Berlin bei Lehmanns und in Bonn im Netzladen kaufen.

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9 Kommentare
  1. Kommentar von: Moschnaak

    Das passt doch prima :
    Im Hamburger Werk von NXP wurde im dortigen Test-Zentrum (dort werden Mifare RFID -Chips und auch z.B. E-Pass Chips der neuesten Generation entwickelt,hergestellt und getestet)von verantwortlichen Personen jahrelang gegen das Datenschutzgesetz verstoßen (Beurteilungen auf dem PC,Private Details aus dem Leben der Mitarbeiter auf dem PC,Extra angelegte Ordner über mißliebige Mitarbeiter auf dem PC et.).Der Datenschutzbeauftragte schafft es nachweislich seit Jahren nicht die Verantwortlichen auf das BDSG zu verpflichten….
    Wenn man bei NXP selbst schon so fahrlässig mit dem Datenschutzgesetz umgeht und Datenkriminalität duldet ist es unerklärlich wie so ein Unternehmen für die Herstellung eines E-Passes überhaupt in Frage kommt.
    Die Lidlisierung der Gesellschaft macht also auch vor diesem
    Hi-Tech Unternehmen nicht Halt.

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