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Zur Geschichte der Fingerabdrücke in Ausweisen

Telepolis berichtet aus aktuellem Anlass über die Geschichte der biometrischen Erfassung und der biometrischen Ausweis- und Reisedokumente. Leider gehen die Autoren vor allem auf die Gesichtsvermessung und ‑fotografierung ein, weniger auf die Tradition der Fingerabdrücke. Und die ist durchaus interessant: Ausweise gehen in Deutschland auf die von den Nazis ab 1938 eingeführte „Kennkarte“ zurück, deren…

  • Ralf Bendrath

Telepolis berichtet aus aktuellem Anlass über die Geschichte der biometrischen Erfassung und der biometrischen Ausweis- und Reisedokumente. Leider gehen die Autoren vor allem auf die Gesichtsvermessung und ‑fotografierung ein, weniger auf die Tradition der Fingerabdrücke. Und die ist durchaus interessant:

Ausweise gehen in Deutschland auf die von den Nazis ab 1938 eingeführte „Kennkarte“ zurück, deren Mitführen für Juden zwingend war. Kennkarten für Juden waren zusätzlich mit einem großen „J“ und einem Fingerabdruck versehen. In Spanien wurde die Erfassung von Fingerabdrücken für die nationale Identitätskarte, die bis heute gilt, 1940 während der Franco-Diktatur eingeführt. Was nun allen BürgerInnen aufgenötigt wird, steht also ganz klar in der Tradition verbrecherischer Regime.

Jemand vom CCCHB hat diese historische Analogie mal bildlich dargestellt:

fingerabdruck-perso.jpg

Über die Autor:innen

  • Ralf Bendrath

    Ralf ist seit Jahren in Zusammenhängen wie DigiGes, EDRi, AK Vorrat, AK Zensur aktiv. 2011 wurde er in den Beirat von Privacy International berufen. Nach einer soliden Grundausbildung als Nerd am Commodore C-64 und dem Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Berlin hat er zehn Jahre lang zu Datenschutz, Internet-Governance und Cyber-Sicherheit geforscht, u.a. in Berlin, Bremen, Washington und New York City. Von 2002 bis 2005 hat er für die Heinrich-Böll-Stiftung den Weltgipfel Informationsgesellschaft begleitet. Im Hauptberuf arbeitet er seit Sommer 2009 für den Abgeordneten Jan Philipp Albrecht im Europäischen Parlament, ebenfalls zu Themen der Internetfreiheit und der digitalen Bürgerrechte. Wenn er Zeit findet, bloggt er hier auf deutsch oder auf englisch auf http://bendrath.blogspot.com. Häufiger twittert er als @bendrath.


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3 Kommentare zu „Zur Geschichte der Fingerabdrücke in Ausweisen“


  1. Ich habe die ganze Geschichte mit den Fingerabrdrücken kürzlich einem chilenischen Freund erzählt. Das erste was ihm in den Sinn kam war „Das war das erste was sie gemacht haben nachdm Pinochet an die Macht kam“…


  2. Sieht gut geshopt aus; aber dass das Dokument grob 24 Jahre vor der Geburt der Dame ausgestellt wurde, sieht irgendwie unpassend aus.


  3. […] einem Beitrag „Zur Geschichte der Fingerabdrücke in Ausweisen“ des Datenschützers uund Netzpolitikers Ralf Bendrath ist zu lesen: „Ausweise gehen in […]

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