Biometrie

Biometrie ist die automatisierte Erkennung von Personen anhand einzigartiger körperlicher oder verhaltensbezogener Merkmale.

  • : Jetzt auch in Japan: Einreise nur noch nach Abgabe von Fingerabdrücken
    Jetzt auch in Japan: Einreise nur noch nach Abgabe von Fingerabdrücken

    Wie die USA fordert jetzt auch Japan bei der Einreise die Abgabe von Gesichtsbild und Fingerabdruck. Diese Maßnehme gilt für Personen ab 16 Jahren und soll Terroristen und illegalen Einwanderer fern halten. Außerdem müssen die Fluggesellschaften, nach der für Juni geplanten Parlamentsvorlage, auch die Namen der Passagiere und Crewmitglieder vorlegen.

    8. März 2006
  • : Niederländischer BiometriePass gehackt
    Niederländischer BiometriePass gehackt

    Soviel zum Thema „Mehr Sicherheit bei den ePässen“: Niederlande: Biometrie-Pass erfolgreich gehackt.

    Dem gelungenen Pass-Crack kamen dabei einige Schwachstellen des niederländischen Biometrie-Passes zugute, beispielsweise eine fortlaufende Seriennummer, die dadurch auch mit dem Ablaufdatum des Passes korreliert. Zusammen mit weiteren Schwachstellen des Codes hat dies zur Folge, dass statt eigentlich vorgesehener 50 Bit für den Sicherheitsschlüssel effektiv nur ungefähr 35 Bit vom Crack-Programm durchprobiert werden müssen. Zum Vergleich: WLAN-Verschlüsselung oder das https-Protokoll, mit dem im Web verschlüsselte Übertragungen beispielsweise beim Online-Einkauf abgewickelt werden, benutzen 128 Bit.

    1. Februar 2006
  • : Biometrischer Pass in UK: Gegenwind für Blair
    Biometrischer Pass in UK: Gegenwind für Blair

    Der britische Independent bringt heute einen Kommentar, der den innerbritischen Widerstand gegen den neuen ePass zusammenfasst. Die Aufnahme biometrischer Merkmale wird nicht weiter erwähnt. Sonst keine Überraschung: es wird viel teurer als gedacht und dadurch noch mehr Unwillen erzeugen, zumal genaue Zahlen nicht zu bekommen sind.

    The cost of the proposals is spiralling out of control. A report by the London School of Economics has estimated that members of the public might be charged £300 each for the privilege of carrying a card.

    Der Artikel dazu ist auch online zu haben: ID Cards Bill in crisis after peers inflict defeat.

    17. Januar 2006
  • : Polizei mit portabler Online-Fingerabdrucküberprüfung
    Polizei mit portabler Online-Fingerabdrucküberprüfung

    In der zweiten Phase des Pilotprojekts „Fast Identification“ des Bundeskriminalamt (BKA) erhalten Streifenwagenbesatzungen aus Bayern erstmals Onlinezugriff auf die AFIS-Datenbank des BKA. Ab der nächsten Woche kann dann aus Fahrzeugen mit optischen Fast-ID-Geräten Bilder der aufgenommenen Fingerbilder drahtlos mit dem zentralen Bestand von über 3,2 Millionen Abdrücken verglichen werden. Ab Februar soll der test dann auf die Bundespolizei am Frankfurter Flughafen ausgeweitet werden. http://www.heise.de/newsticker/meldung/68236

    11. Januar 2006
  • : Bundesregierung plant zentrale Gesichtsbilddatei für Asylbewerber
    Bundesregierung plant zentrale Gesichtsbilddatei für Asylbewerber

    Wie das Handelsblatt berichtet verlangt die Bundesregierung künftig von jedem Ausländer ein digitales Foto, um dieses im Ausländerzentralregister zu speichern. In der Datenbank, die laut Innenministerium in Zukunft bis zu 30 Millionen Bilder beinhalten soll, können Ausländerbehörden dann mittels biometrischer Merkmale des Gesichts die Identität eines Antragstellers überprüfen.

    9. Januar 2006
  • : Biometrisches Einreisesystem der USA fertiggestellt
    Biometrisches Einreisesystem der USA fertiggestellt

    Pünktlich zum Ende des Jahres 2005 wurde die biometrischen Einreise-Infrastrukturen des US-VISIT-Programms an allen 104 Land-Grenzübergängen in Betrieb genommen. Laut Aussage des zuständigen Heimatschutzministeriums „… sorgt US-VISIT dafür, dass Amerika sicherer wird“. Dazu wird die Identität jedes Besuchers überprüft und seine biometrischen Merkmale mit denen von Terroristen und illegalen Einwanderern abgeglichen. Seit Januar 2004 waren das über 44 Millionen von denen immerhin 970 der illegalen Einreise überführt werden konnten.

    2. Januar 2006
  • : Auskunftsrecht auf gespeichterte Daten nicht gewährleistet?
    Auskunftsrecht auf gespeichterte Daten nicht gewährleistet?

    Laut Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) § 34 müssen staatliche Stellen und Meldebehörden wie Unternehmen über die von ihnen erhobenen personenbezogenen Daten Auskunft erteilen. Zumindest diese Stellen des BDSG sind hier relevant:

    Zweiter Unterabschnitt
    Rechte des Betroffenen
    § 19 Auskunft an den Betroffenen
    (1) Dem Betroffenen ist auf Antrag Auskunft zu erteilen über
    1. die zu seiner Person gespeicherten Daten, auch soweit sie sich auf die Herkunft dieser Daten beziehen,
    2. die Empfänger oder Kategorien von Empfängern, an die die Daten weitergegeben werden, und
    3. den Zweck der Speicherung.
    […]

    § 34 Auskunft an den Betroffenen
    (1) Der Betroffene kann Auskunft verlangen über
    1. die zu seiner Person gespeicherten Daten, auch soweit sie sich auf die Herkunft dieser Daten beziehen,
    2. Empfänger oder Kategorien von Empfängern, an die Daten weitergegeben werden, und
    3. den Zweck der Speicherung.

    Er soll die Art der personenbezogenen Daten, über die Auskunft erteilt werden soll, näher bezeichnen. Werden die personenbezogenen Daten geschäftsmäßig zum Zwecke der Übermittlung gespeichert, kann der Betroffene über Herkunft und Empfänger nur Auskunft verlangen, sofern nicht das Interesse an der Wahrung des Geschäftsgeheimnisses überwiegt. In diesem Falle ist Auskunft über Herkunft und Empfänger auch dann zu erteilen, wenn diese Angaben nicht gespeichert sind.

    §6a Automatisierte Einzelentscheidung
    (3) Das Recht des Betroffenen auf Auskunft nach den §§ 19 und 34 erstreckt sich auch auf den logischen Aufbau der automatisierten Verarbeitung der ihn betreffenden Daten.

    Wie die „Berliner Woche“ berichtet, stehen in Berlin die erforderlichen Anlagen zum Auslesen der im RFID-Chip gespeicherten Daten nicht zur Verfügung, bis auf eine Ausnahme: das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten in der Friedrichstraße 219, 10958 Berlin, Telefon: (030) 90269 – 0, Fax: (030) 90269 – 1299. Dazu § 6c des BDSG:

    § 6c Mobile personenbezogene Speicher- und Verarbeitungsmedien
    (2) Die nach Absatz 1 verpflichtete Stelle hat dafür Sorge zu tragen, dass die zur Wahrnehmung des Auskunftsrechts erforderlichen Geräte oder Einrichtungen in angemessenem Umfang zum unentgeltlichen Gebrauch zur Verfügung stehen.

    Das ist nicht gewährleistet, wie es scheint. Eine Auskunftsstelle für ganz Berlin mit ca. 3 Millionen Einwohnern und Dutzenden Meldeämtern? Schwer zu erklären, dass diese Abdeckung „angemessen“ sein soll. Wer kann da helfen und aus den Ämtern berichten?

    Das Amt verzeichnet auf seiner Webseite:

    Zentrale Ordnungsaufgaben Einwohnerwesen
    Auskünfte zur eigenen Person

    Auskünfte zur eigenen Person und Bescheinigungen aus dem Melderegister

    Jeder Einwohner hat gegenüber der Meldebehörde ein Recht auf gebührenfreie schriftliche Auskunft über alle zu seiner Person gespeicherten Daten.

    Diese Auskünfte können nur persönlich oder schriftlich (bitte Kopie des Personalausweises/ Reisepasses beifügen) mit eigenhändiger Unterschrift beantragt werden.

    Zumindest für die offline zu beantragende Auskunft gibt es vermutlich keine Bedenken, was die Verfügbarkeit und Bereitstellung der Dienstleistung angeht. Es wäre mal zu überprüfen, wie es mit der Auskunft über die auf dem Chip gespeicherten Daten aussieht. Spätestens ab 2007, wenn biometrische Fingerabdrücke mitgespeichert werden, wird das interessant.

    Am Rande: Der Zugang zur Datenbank Juris ist nicht nur teuer, sondern auch im öffentlichen Teil nicht immer aktuell: die Webseite zeigt das BDSG von 1990, wo die jüngeren Änderungen von 2003 nicht enthalten sind. Fündig wird man z.B. beim Infomaten des Berliner Beauftragten für den Datenschutz, wo das BDSG in der geltenden Fassung vom 14.1.2003 zu haben ist (PDF). Guter Start ist natürlich auch der Bundesbeauftragte für den Datenschutz. Dort gibt es neben dem BDSG als PDF auch nicht-deutschsprachige Informationen und europa-bezogenes Material.

    21. Dezember 2005
  • : Wählerregistrierung per Fingerabdruck im Kongo
    Wählerregistrierung per Fingerabdruck im Kongo

    Um Wahlmanipulationen durch doppelte Stimmabgabe zu verhindern, lieferte NEC biometrische Komponenten für eine Wählerregistrierungslösung basierend auf Fingerabdruckerkennungssystemen. Zur Identifizierung der Wähler wurden innerhalb von acht Wochen 10.000 Enrolment-Kits und Servicepersonal in den Kongo geschickt. Bei der Wahl zur zukünftigen Verfassung werden dabei zwei Fingerabdrücke von den über 24 Millionen Wahlberechtigen registriert und gespeichert.

    15. Dezember 2005
  • : No2ID – Animationen
    No2ID – Animationen

    Die bristische Anti-ePass-Kampagne No2ID bietet mittlerweile einige sehr nette politische Animationen auf ihrer Webseite an. Den singenden Hund finde ich besonders gelungen.

    5. Dezember 2005
  • : Gesichter ungeeignet für den ePass
    Gesichter ungeeignet für den ePass

    Dass es mit der Biometrie im ePass zu Problemen kommen würde war abzusehen, dass diese aber schon jetzt und so massiv auftreten überrascht doch etwas. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, wurden in den ersten Wochen nach der Umstellung bis zu 80% aller Anträge abgelehnt. Inzwischen sei die Zahl auf 50% gesunken. Grund hierfür sind Fotos, die nicht dem ICAO-Standard entsprechen. Bei ca. 10% der Personen seien die Gesichter selber anscheinend zu schmal oder zu breit und somit nicht konform, schätzt ein hamburger Fotografenmeister. Auch schiefe Nasen können zur Ablehnung des Fotos führen. Das Bundesinnenministerium hört – nach fast einmonatigem Betrieb – zum ersten Mal davon, so eine Sprecherin. Bereits am 7.11. hatte das BMI aber gegenüber heise zum Problem der „Lichtbildbelehrung“ Stellung genommen. Damals mussten Bürger mit nicht konformen Fotos eine Abtretung von Schadensansprüchen gegenüber ausstellenden Passbehörden unterschrieben, wenn sie einen neuen Pass bekommen wollen.

    29. November 2005
  • : EU Ministerrat für Aufnahme biometrischer Merkmale in Personalausweise
    EU Ministerrat für Aufnahme biometrischer Merkmale in Personalausweise

    Nachdem die alte Bundesregierung bereits Anfang des Jahres ihre Pläne zur Aufnahme biometrischer Merkmale in Personalausweise zugab, wird dieses Vorhaben jetzt auch auf EU Ebene weiter vorangetrieben. Die britischen Ratspräsidentschaft, die sich seit den Anschlägen von London im Bereich der Inneren Sicherheit besonders hervor tut, riefen kurzfristig eine Expertengruppe zu diesem Thema ein. Deren Vorschläge zur Angleichung des Sicherheitsniveaus der nationalen Personaldokumente an die Standards des neuen ePasses werden vorraussichtlich am 1. und 2. Dezember vom europäischen Rat der Justiz- und Innenminister verabschiedet. Die Experten raten unter anderem zum Abgleich der Anträge mit „existierenden Datenbanken“.
    Wieder einmal werden nationale Volksvertretungen und das EU-Parlament nicht in die Entscheidungsprozesse eingebunden.

    29. November 2005
  • : Biometrische Aufrüstung der Schweiz zur EM 2008
    Biometrische Aufrüstung der Schweiz zur EM 2008

    Biometrische Aufrüstung der Schweiz zur EM 2008

    26. November 2005