Aus der Reihe
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: Titanic Relaunch – jetzt mit RSS
: Titanic Relaunch – jetzt mit RSS Das Titantic Magazin hat endlich mal eine neue Webseite und sogar einen RSS-Feed. Letzterer hat die URL
„http://www.titanic-magazin.de/ich.war.bei.der.waffen.rss“
Und ich frag mich gerade noch, unter welcher Kategorie ich den Feed in meinem Reader einbaue. Satire fehlte bisher.
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: Andere arbeiten lassen und möglichst wenig dafür bezahlen
: Andere arbeiten lassen und möglichst wenig dafür bezahlen Hab ich was verpasst? Auf Spiegel Online schreibt Richard Meusers über das Prinzip „Andere arbeiten lassen und möglichst wenig dafür bezahlen“ in Bezug auf „Bürgerjournalisten“: Du knipst – ich verdiene. Lustigerweise wird dabei ausgiebig auf die Konkurrenz verwiesen, aber nicht auf die vielfältigen eigenen Beiträge, wo z.B. Nutzer aufgefordert werden, Mash-Ups oder andere Dinge einzuschicken. Oder übersehe ich die Selbst-Ironie?
Andere arbeiten lassen und möglichst wenig dafür bezahlen: Diesem Prinzip folgen inzwischen mehrere deutsche Printmedien. Hobby-Knipser liefern gegen Honorar oder gar kostenlos Bilder zu – und machen so klaglos mit bei der Entwertung professioneller Arbeit.
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: Towards Digital Respect for the Masses
: Towards Digital Respect for the Masses Was könnte das wohl bedeuten?
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: HTML / CSS Coder gesucht
: HTML / CSS Coder gesucht Für ein spannendes und nicht-kommerzielles Projekt im Kontext von Netzpolitik brauchen wir ziemlich dringend eine/n begabte/n Programmierer/in mit guten Kenntnissen in HTML / CSS. Aufgabe ist es, ein vorhandenes grafisches Layout in CSS umzuwandeln, was möglichst zu allen Browsern kompatibel sein soll. Da jemand ausgefallen ist, brauchen wir schnell Ersatz, um den Zeitplan zu halten.
Geld gibts mangels Budget nicht, dafür viel Ruhm, Ehre und Reputation- und das Projekt wird richtig cool. Aber dazu hier später mehr, wenn es gelauncht wird.
Kontakt am besten mit Mail an markus [et] nnm-ev [.] de
Abgesehen von diesem spezifischen Projekt besteht dasselbe Problem auch noch beim Relaunch der deutschen Creative Commons Seite, aber nicht ganz so dringend. Vielleicht findet sich ja dafür auch jemand?
Update: Das kurzfristige CSS-Problem wurde zumGlück heute Nacht durch Hilfe aus Brasilien behoben. Mehr dazu nächste Woche. Und ich bin beeindruckt, wieviele Rückmeldungen so schnell kamen, mit dem Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Vielen Dank für die vielen Mails!
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: Popkomm ohne Popkomm
: Popkomm ohne Popkomm Eigentlich hätte Markus garnicht einfach so als Journalist über die popkomm berichten dürfen. Denn schließlich ist in der popkomm-Welt ein Onlinemedium nicht als Presse definiert. So wie die Musikindustrie es verpasste passable Angebote fürs Netz zu schaffen – ehe sie mit der Verteufelung von Filesharingusern begann, so verpasst sie es jetzt zu ihrer größten Messe uns Netz-Journalisten als solche anzuerkennen.
Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit-Abteilung der Messe wusste am Telefon um unseren Stellenwert als Blog netzpolitik.org zwar deutlich bescheid. Und wenn es nach unserer, dem Menschen „am Counter unten“ vorgesetzten, Gesprächpartnerin ginge, würden wir auch sofort akkreditiert werden. Aber auf die popkomm käme man eben nur gemäß den Akkreditierungsrichtlinien – und diese schließen „Mitglieder von Internet-Redaktionen“ wegen der „allgemeinen Zugänglichkeit des Internets und der damit verbundenen mangelnden Überprüfbarkeit der eigenen journalistischen Leistung“ aus, wenn sie keinen anerkannten Presseausweis besitzen.
Vielen Dank an die Mitarbeiterinnen der Tageszeitung aus Berlin, die uns Unterschlupf gewährte!
Dass man aber auch ohne auf der popkomm anwesend zu sein gute Schlagzeilen generieren kann, zeigt eine Aktion des CCC Regensburg: Diese verteilten unter dem Titel „Pimp my Rights, Vol. I“ Audio-CDs mit Freier Musik an Passanten auf der Straße. Ganz ohne Popkomm.

Das Statement von Tina aus dem Chaostreff Regensburg dazu:
Dass sich die Musikindustrie seit längerem bei ihren Kunden unbeliebt macht, ist kein Geheimnis: da werden Gleichnisse herbeigezerrt, die CD-tauschende und ‑kopierende Jugendliche explizit mit Pädophilen und Nazis vergleichen; in Werbespots werden grade männliche Jugendliche, die Musik tauschen, kriminalisiert und herabgewürdigt und jetzt finanzieren unsere CD-Käufe seit Neuestem auch noch Razzien bei: genau, uns – den Endkunden.
Ich finds mitlerweile doch ganz lustig, dass die popkomm nach Berlin gezogen ist. Aber in Regensburg wär sie bestimmt auch gut aufgehoben.
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: Popkomm
: Popkomm Ich war heute auf der Popkomm, aber von dort gibt es nicht viel zu berichten. Ich hab mir die Keynote von Gilberto Gil angeschaut, aber er musste wohl als Kulturminister von Brasilien eine Arbeits-Rede vom Blatt ablesen, wo er die Musikwirtschaft nach Brasilien zu einer Musikmesse einlud und die eigene Musikwirtschaft lobte.
Wer mehr über brasilianische Musik erfahren will, kann dies u.a. bei Wikipedia tun. Und hier ist nochmal ein kurzes Video, wo Gilberto Gil mit Stallman jammt. Die anderen Videos finden sich hier.
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: Neue Podcast Feeds
: Neue Podcast Feeds Wir haben mal etwas die Podcast-Feeds auf netzpolitik.org differenziert. Bisher lief eigentlich fast alles über die „Podcast“-Kategorie (Feed). Hier gab es sowohl eigene als auch fremde Beiträge. Um die eigenen Interviews und Beiträge nicht in der grossen Masse untergehen zu lassen, gibt es jetzt zusätzlich die „Netzpolitik-Podcast“-Kategorie (Feed). Eigene Videobeiträge laufen unter „NetzpolitikTV“ (Feed).
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: Jetzt abstimmen: Top 10, die die Welt des Internets und der Politik verändern
: Jetzt abstimmen: Top 10, die die Welt des Internets und der Politik verändern
Immer noch läuft die Wahl zu den „Top 10, die die Welt des Internets und der Politik verändern“ von PoliticsOnline.com, wo netzpolitik.org als eines von 20 Projekten weltweit nominiert wurde. Die Konkurrenz ist gross und viel bekannter, sonst wurden noch Plattformen wie OhMyNews oder Care2 nominiert und auch der Präsident von Süd-Korea steht zur Wahl. -
: Blog-Stipendium
: Blog-Stipendium
Ich hatte noch nie ein Stipendium. Das hat sich gestern geändert, da ich noch unter 35 bin und der Redaktion von jetzt.de (dem Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung) wohl meine Art zu schreiben gefällt. Deshalb wollen sie dieses Blog jetzt mit einem der ersten „Blog-Stipendien“ fördern. jetzt.de fördert ab sofort fünf junge Blogger
Im Juni startete jetzt.de ein in Deutschland bislang einmaliges Experiment: das so genannte jetzt.de-Blogstipendium fördert erstmals in diesem Land junge Blogger in ihrem Schreiber. Über 400 Autorinnen und Autoren haben sich bislang unter blogstipendium.de beworben (die Bewerbung läuft dort weiter). Aus diesen wählte eine Jury aus der jetzt.de-Redaktion die vier interessantesten jungen Blogger aus. Hinzu kam ein per Publikumsabstimmung ermitteltes Blog.Finde ich prima, mit den 300 Euro im Monat kann ich jetzt den Hardware-Pool mit Digitaltechnik aufrüsten.
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: Schwarzenegger hat ein MP3-Sicherheitsleck
: Schwarzenegger hat ein MP3-Sicherheitsleck Von einem Computer aus dem Büro von Arnold Schwarzenegger (Governeur von Kalifornien) ist eine MP3-Datei unerlaubt vone inem Rechner heruntergeladen worden: Sicherheitsleck in Schwarzeneggers Büro.
In der Tonaufnahme spekuliert der kalifornische Gouverneur in einer Kabinettssitzung über das feurige Temperament der lateinamerikanischen Abgeordneten Bonnie Garcia, was in den US-Medien für einigen Wirbel gesorgt hat.
Während in Kalifornien wohl die Diskussion losgeht, wie und von wem die Datei unerlaubt vom Rechner kopiert und veröffentlicht wurde, frage ich mich ja, ob es dort üblich ist, dass die Kabinettssitzungen aufgezeichnet werden und der Governeur die Mitschnitte auf einem (Arbeits-)Rechner speichert.
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: Klagewellen machen freie Infrastrukturen kaputt
: Klagewellen machen freie Infrastrukturen kaputt Golem berichtet über ein Urteil des Landgericht Hamburg, das kürzlich feststellte, dass WLAN-Betreiber für die Sicherung ihres Routers zu sorgen haben. Anderenfalls liege ein Verstoß gegen zumutbare Prüfungspflichten vor: Ungeschütztes WLAN kann teuer werden – LG Hamburg stuft Betreiber eines offenen WLAN als Störer ein.
Ein ungeschütztes WLAN mit Internetzugang berge die „keinesfalls unwahrscheinliche Möglichkeit, dass von – unbekannt – Dritten, die die ungeschützte Verbindung nutzen, solche Rechtsverletzungen begangen werden“, so das LG Hamburg. Dies löse Prüf- und gegebenenfalls Handlungspflichten aus, um der Möglichkeit solcher Rechtsverletzungen vorzubeugen.
[…]
Das Gericht betont, dass allein das Einrichten eines Passwort-Schutzes nach einer bereits erfolgten Rechtsverletzung nicht ausreicht. Das legt nahe das eine WEP-Verschlüsselung nach Ansicht des Gerichts ausreichend Schutz bietet, obwohl sich diese mit einfachen mitteln knacken lässt.Ich weiss gerade gar nicht, wem man mehr danken soll. Dem Landgericht Hamburg für dieses innovative Urteil oder der klagenden Plattenfirma. Wenn dieses Urteil Schule macht, könnte dies Auswirkungen auch auf freie WLAN-Netze haben. Ich teile zuhause mein WLAN gerne mit der Nachbarschaft. Als ich in meine Wohnung einzog, fand ich zwar genug WLAN-Netze vor, aber alle waren verschlüsselt. So konnte ich dann erstmal Wochen auf Internet verzichten, bis mein Provider endlich mal DSL legte. Seitdem teile ich mein Netz dort gerne, weil ich die 6 MB Flatrate nur Abends und / oder Nachts nutze. Viele tun das hier in Berlin und ich bin auch glücklich, dass ich nicht nur in vielen Cafes und Restaurants, sondern auch in vielen kulturellen Plätzen freies WLAN bekomme. Initiativen wie Freifunk.net promoten freie Infrastrukturen und das sind sehr sinnvolle Initiativen, um eine digitale Spaltung zu bekämpfen, was eigentlich Aufgabe der Kommunen sein müsste. Man nennt sowas auch „Aktive Bürgergesellschaft“ in Neudeutsch und Politiker träumen doch immer von einem solchen zivilgesellschaftlichen Engagement der Bürger. Und das soll jetzt zu Ende sein, weil man ständig Gefahr läuft, dass die Musikindustrie einem das freie WLAN wegklagt und einen mit hohen Schadensersatzforderungen zivilrechtlich ruiniert? Copyright kills Innovation?
Gehen wir mal ein wenig weiter in die Zukunft: Was ist, wenn die Stadt Berlin mal endlich ein öffentliches WLAN errichtet, wie es andere Metropolen weltweit auch planen oder verwirklichen? Soll man dann zukünftig nur Bürgern einen Netzzugang darüber verschaffen, die sich registrieren? Oder Verwaltungen trauen sich erst gar nicht, eine solche Initiative anzupacken wegen der möglichen Folgen? Danke für die Klagewellen.
Siehe auch Heise: Unverschlüsseltes WLAN hat Folgen.
Siehe auch „Mini-Provider und Schwarz-Surfer – Rechte und Pflichten in Wireless-Netzen“ von Rechtsanwalt Joerg Heidrich ais der c´ t Heft 13/2004.
Die Betreiber von WLAN-Hotspots haften als Access-Provider nicht für die Rechtsverletzungen Dritter, die innerhalb des von ihnen betriebenen Netzes begangen werden. Allerdings müssen sie im Zweifelsfalle selbst nachweisen, die Handlungen nicht begangen zu haben, da sie nach außen zunächst als Verantwortlicher für die IP auftreten. Das Einloggen in ein ungeschütztes Netzwerk ist strafrechtlich nicht relevant. Allerdings kann der unerbetene Surfer dem Betreiber gegenüber zur Erstattung der dadurch gegebenenfalls entstandenen Kosten verpflichtet sein.
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: The Top 10 Who Are Changing the World of Internet and Politics
: The Top 10 Who Are Changing the World of Internet and Politics Gerade lese ich ganz verwundert im Metablocker, dass ich mit netzpolitik.org wohl für die Wahl der „The Top 10 Who Are Changing the World of Internet and Politics“ von PoliticsOnline nominiert wurde.
PoliticsOnline and the World E‑Gov Forum are proud to announce the list for nominations of the Top 10 Who Are Changing the World of Internet and Politics. For the seventh year in a row, PoliticsOnline subscribers and visitors from around the world are invited to help select the top 10 individuals, organizations and companies having the greatest impact on the way the Internet is changing politics.
This prestigious award seeks to recognize the innovators and pioneers, the dreamers and doers who bring democracy online. This year marked the toughest year ever in choosing the 20 finalists. The integration of politics and the Internet are reflected in this year’s diverse, international nominees.
The winners, those top 10 nominees who receive the most votes, will be invited as honored guests to the World E‑Gov forum October 18–20, in Issy-les-Moulineaux, (Paris, France), where they’ll take part in an awards ceremony and other special programs throughout the three-day forum.
Aus den 20 Nominierungen werden die „Top 10“ gewählt. Hier kann abgestimmt werden.
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: Die Einladepolitik von Sabine Christiansen
: Die Einladepolitik von Sabine Christiansen Lobbycontrol hat die Einladepolitik der Sabine Christiansen Talkshow untersucht und kommt zu der wenig überraschenden Erkenntnis, dass die Teilnehmer doch überwiegend aus denselben Lobbynetzwerke stammen: Sabine Christiansen – Schaubühne der Einflussreichen und Meinungsmacher. Weite Teile der Gesellschaft, wie z.B. Bürgerinitiativen und Verbraucherorganisationen, dürften übrigens überhaupt nicht mittalken.
Die Studie zeigt den Bedarf für eine konzeptionelle Neuausrichtung der Sendung. “In der jetzigen Form genügt die Sendung nicht dem öffentlich-rechtlichen Bildungs- und Informationsauftrag”, so Müller. „ARD und NDR müssen jetzt die Weichen für eine konzeptionelle Neuausrichtung der Sendung nach Christiansens angekündigtem Abgang Mitte 2007 stellen.“ LobbyControl fordert, die Verzerrung des Themenspektrums und der eingeladenen Gäste sowie die Intransparenz der Interessenverflechtungen der Gäste zu beenden.
Eine Kurzfassung gibt es als PDF.
[via]
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: Microsoft macht Marktforschung
: Microsoft macht Marktforschung Microsoft hat das Forschungsunternehmen Ipsos damit beauftragt, „Persönlichkeiten“ aus Politik, Gesellschaft und Technologie anzurufen und einen Fragebogen im Bereich „Sozial- & Politikforschung“ zu den Themen Open Source, Geistiges Eigentum, Gesellschaftliche Verantwortung von Technologieunternehmen und Werbung beantworten zu lassen.
Woher ich das weiß? Ipsos rief mich gerade an und obwohl der Auftraggeber Microsoft nicht genannt wurde, liessen meine Erfahrung mit Marktforschung bei den Fragen und Themen bei mir keinen Zweifel aufkommen, dass es sich um Microsoft handelt. Dazu waren die Fragen zu Microsoft-zentriert und wieso sollte IBM ein Interesse daran haben, meine Meinung zu erfahren?
Ich bin mir immer noch unsicher, wie man bei sowas am Besten reagiert. Am Anfang ist es ja nicht klar, wer der Auftraggeber ist. Spätestens nach fünf Minuten war es dann aber zu offensichtlich und ich habe die Antworten eigentlich nur noch im Zufallsprinzip gegeben, mir also Zahlen ausgedacht. Interessant war es aber schon, die Strategie der Microsoft Marketforschung zu erfahren. Wie man MS im Gegensatz zu SAP, Google, IBM oder Linux in bestimmten Bereichen vergleicht. Es wurde u.a. gefragt, welche Firma (inkl. Linux) das Geistige Eigentum am Besten achtet, ob Gesetze dazu verschärft werden sollten oder nicht, was man vom sozialen Engagement von IBM und Microsoft mitbekommen hat, ob der Staat Open Source Software unterstützen sollte und wie man das EU-Verfahren gegen Microsoft bewertet.
Aber letztendlich weiss ich immer noch nicht, wie ich beim nächsten Mal reagiere. Einfach auflegen oder abbrechen, wenn die Intention offensichtlich wird oder gar nicht erst mitmachen?
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: Kleines Intranet-Watergate in Schweden?
: Kleines Intranet-Watergate in Schweden? SpOn berichtet: Spionageskandal erschüttert Schweden
Nur gute zehn Tage vor der nächsten Parlamentswahl ist in Schweden ein dramatischer Fall von illegaler Parteispionage bekannt geworden. Spitzenfunktionäre der liberalen Volkspartei deckten mehrere Monate lang Hacker-Angriffe gegen die regierenden Sozialdemokraten.
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: Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2006
: Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2006 Die Humanistische Union Berlin blianziert aus ihrer Sicht in einem Report wichtige Entwicklungen der Berliner Innenpolitik: Bürgerrechte in Berlin 2001 – 2006.
Hier mal ein paar thematisch passende Ausschnitte:
Videoüberwachung
Während die Videoüberwachung in öffentlichen Gebäuden geregelt ist und immer mit der Zustimmung des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit erfolgt, wurden in privaten Gebäuden zunehmend Kameras installiert. Besonders bedenklich ist die fast flächendeckende Überwachung privat-öffentlicher Räume wie Bahnhöfe, Kaufhauspassagen, Mietskasernen und Bürgersteigen vor Privathäusern. Die BVG begann am 1. April 2006 einen einjährigen Modellversuch auf den U‑Bahn-Linien 2, 6 und 8. Dort werden die Bahnsteige automatisch in einer 24-Stunden-Schleife aufgezeichnet. In einigen Bussen der BVG wird derzeit automatisch aufgezeichnet und nach wenigen Minuten wieder gelöscht. Die Fahrerin muss die Aufzeichnung per Knopfdruck starten. Ab diesem Moment wird aufgezeichnet. Die letzten sieben Minuten vor dem Knopfdruck sind auch aufgezeichnet. Durch eine von der Humanistischen Union 2002 unterstützte Klage gegen Dussmann konnte die dortige Videoüberwachung eingeschränkt werden. Denn das Kaufhaus überwachte nicht nur seine Geschäftsäume, sondern auch die vor dem Gebäude liegenden Arkaden und Teile der Straße.Rasterfahndung
Ebenfalls wurde 2004 die Rasterfahndung im ASOG eingeschränkt. Der Grund dafür war die nach dem 11. September 2001 eingeleitete Rasterfahndung. In einem umfangreichen Bericht stellte der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit fest, dass sie besonders in der ersten Phase gegen bestehende Gesetze verstoßen hatte. Außerdem führte diese Rasterfahndung, wie die vorherigen Rasterfahndungen nicht zu Verhaftungen von Terroristen. Es wurden nur die Daten Tausender Unschuldiger auf einen vagen Verdacht hin überprüft. In das ASOG wurde aufgenommen, dass die Rasterfahndung auch bei „Gefahr in Verzug“ von einem Richter genehmigt werden muss. Der Antrag muss eine Errichtungsanordnung, ein Datensicherheitskonzept, eine Risiko-Analyse und eine Beschreibung der technisch-organisatorischen Maßnahmen enthalten.Informationsfreiheitsgesetz (IFG)
Am Schluss der jetzigen Legislaturperiode wurde das Berliner IFG auf Initiative des Senates, hier besonders der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt durch die Ausweitung eines Ausnahmetatbestandes geschwächt Für diese Schwächung stimmten die SPD und die Linkspartei.PDS. Bündnis 90/Die Grünen stimmten dagegen. CDU und FDP enthielten sich.Ganz aktuell sind die Wahlprüfsteine zu bürgerrechtlichen Fragestellungen im Abgeordnetenhauswahlkampf 2006, die von den Parteien schon beantwortet worden sind.
Parallel zur Abgeordnetenhauswahl in zehn Tagen gibt es auch noch eine kleien Volksabstimmung für etwas mehr demokratische Partizipationsmöglichkeiten. Im Hauptstadtblog gibt es dazu eine Übersicht: Wie war das mit der Volksabstimmung?
Falls ich dazu komme, werde ich zum Ende der Woche hin nochmal eine Übersicht über die jeweiligen Parteipositionen zu netzpolitischen Themen bloggen.
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: Wurde Schönbohm überwacht?
: Wurde Schönbohm überwacht? Die CDU in Brandenburg hat gerade ein kleines Problem. Erstmal ist die eigene Internetpräsenz wegen Zahlungsschwierigkeiten abgeschaltet! Und dann erhebt der bisherige Hoster des Internet-Angebotes laut Medienberichten den Vorwurf, die Parteiführung in der Landesgeschäftsstelle habe den E‑Mailverkehr der eigenen Minister überwacht. Ob der brandburgische Innenminister Schönbohm überhaupt das Medium E‑Mail nutzt, ist unklar. Aber die Meldung klingt so, als könnte man die nächsten Tage und Wochen noch lustige Neuigkeiten aus Brandenburg hören. Denn der Hoster droht auch mit „reichlich Beweismaterial“.
Update: Heise hat jetzt eine dpa-Meldung übernommen: Internet-Anbieter erhebt Vorwürfe gegen Brandenburger CDU-Führung.
(Generalsekretär) Petke wies die gegen ihn erhobenen Vorwürfe in einer ersten Reaktion zurück. er sagte, er habe keine Anweisungen gegeben, E‑Mails an andere CDU-Spitzenpolitiker unbemerkt an ihn weiterzuleiten. Der CDU-Landesvorsitzende und Innenminister Jörg Schönbohm sprach von schwerwiegenden Vorwürfen, die datenschutzrechtliche Belange berühren würden und geklärt werden müssten.
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: Yes Men hacken Katrina-Konferenz
: Yes Men hacken Katrina-Konferenz Meine Lieblingskünstlergruppe „The Yes Men“ haben mal wieder in den USA eine Veranstaltung gehackt. Im Vorfeld eines „Gulf Coast Reconstruction and Hurricane Preparedness Summit“ in New Orleans hatten sie als vermeintliche Mitarbeiter einer PR-Firma bei den Organisatoren angerufen und als weiteren Sprecher den für Wohnungsbau und Stadtentwicklung zuständigen US-Minister Alphonso Jackson angeboten. Dieses Angebot wurde dankend angenommen und zu Beginn der Konferenz erschien dann Andy Bichlbaum, entschuldigte den Minister und gab sich selbst als hochrangigen Beamten des Ministeriums aus.
Das reichte, um nach dem Gouverneur von Louisiana und dem Bürgermeister von New Orleans in gewohnter Yes Men – Rhetorik als „Regierungsvertreter“ sprechen zu können. Bichlbaum verkündete das Versagen der US-Regierung, dass Wal-Mart zu Gunsten lokaler kleiner Läden zwei grosse Stores schliessen würde und dass Exxon und Shell versprochen hätten, von ihren 60 Miiliarden Dollar Jahresgewinn 8,6 Milliarden für den Wiederaufbau von New Orleans zu spenden.
Mehr gibts bei CNN:Oops: Impostor scams Louisiana officials. Spreeblick verweist auch noch auf das passende Video zum Vortrag.
Weitere Event-Hacks von den Yes Men:
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: Apple und Lenovo weisen Kritik an Greenpeace-Ranking zurück
: Apple und Lenovo weisen Kritik an Greenpeace-Ranking zurück Lenovo und Apple haben beleidigt auf das Greenpeace Konzern-Ranking reagiert, worüber wir gestern berichtet hatten. In dem Ranking ging es darum, welche grossen Elektro-Konzerne am besten ihre Nachhaltigkeits-Hausaufgaben gemacht haben, mittlerweile auf Schadstoffe verzichten und ein Recycling ihrer Produkte anbieten.
Lenono verwendet laut Greenpeace immer noch die Gefahrstoffe PVC (Plastik) und BFR (bromierte Flammschutzmittel) und nehme nicht in allen Ländern Geräte zurück. Ein Lenovo-Sprecher erklärte gestern laut de.internet.com, dass sein Unternehmen sich weltweit an die notwendigen Umweltschutznormen halte oder sie sogar übertreffe. Das Greenpeace-Ranking zeige nicht, was Lenovo tatsächlich für die Natur tut. Geschäftsleute könnten z.B. ihre Geräte recyclen lassen, aber das würde man nicht auf die Homepage schreiben. Soso.
Apple wurde kritisiert, weil das Unternehmen keine Lite mit verwendeten gefährlichen Substanzen transparent publizieren würde. Es gäbe auch kein klares Bekenntnis, auf BFR- und PVC-Substanzen zu verzichten. Pluspunkt machte Apple dadurch, dass sie wenigstens keinen Elektromüll exportieren würden. Apple wiederum ist der Meinung, dass die Kritierien falsch angelegt seien. Noch würde eine kleine Menge Quecksibler in den Flachbildschirmen verwendet werden, aber man schaue sich nach Alternativen um. Röhrenmonitore mit Kadmium seien aus dem Programm genommen worden.
