Aus der Reihe

  • : Wenn Shaquille O’Neal Deine Computer beschlagnahmt
    Wenn Shaquille O’Neal Deine Computer beschlagnahmt

    An diesem Beispiel kann mans ehen, weshalb ein Auskunftsrecht für Rechteinhaber im Rahmen der Enforcement-Richtlinie (wahlweise Telemediengesetz) eine schlechte Idee ist: Kinderporno-Razzia nach IP-Verwechslung in falschem Haushalt. In den USA erhielt eine Farmerfamilie wegen Verdachts auf Kinderpornographie eine Hausdurchsuchung und alle Computer wurden beschlagnahmt. Aber nicht nur das, gleichzeitig erhielten sie noch prominenten Besuch:

    Denn plötzlich stand eine Einsatztruppe der Polizei mit Basketball-Star Shaquille O’Neal (Miami Heat) auf der Matte, durchsuchte das Haus der Familie in Gretna (US-Bundesstaat Virginia) und beschlagnahmte Computer, DVDs und Videos. Der Verdacht: Besitz von Kinderpornografie.
    […]
    Der Provider hatte sich in der Zeit geirrt und so fälschlich den Anschluss der Farmerfamilie angegeben. Daraufhin stand Shaquille O’Neal im Wohnzimmer. Dass ausgerechnet der NBA-Star an der Razzia beteiligt war, ist nur eine weiteres groteskes Detail einer tragischen Verwechslung.

    In Deutschland könnte dann zukünftig mal die Filmindustrie mit der GVU und $Promi vor der Tür stehen, Computer beschlagnahmen und nachher feststellen, dass sie im falschen Haus waren.

    27. Oktober 2006 2
  • : EFF sucht European Affairs Co-ordinator
    EFF sucht European Affairs Co-ordinator

    Das ist doch mal eine nette Stelle in Brüssel: EFF Seeks European Affairs Co-ordinator

    The Electronic Frontier Foundation (EFF) is looking for a European staffer to head up our new Brussels office and round out our international team. This is a new position focused on European Community level intellectual property and civil liberties policy initiatives that impact the digital environment. The position will be part policy analyst, part activist and part educator.

    27. Oktober 2006
  • : Wahlcomputer-Comic auf deutsch
    Wahlcomputer-Comic auf deutsch

    Eben wurde ich drauf aufmerksam gemacht, dass der Wahlcomputer-Comic jetzt auf deutsch zu haben ist. Gesehen bei Knowledge Brings Fear.

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    comic teil 1

    comic teil 2

    comic teil 3

    comic teil 4

    26. Oktober 2006 6
  • : Bloglesung in München
    Bloglesung in München

    Am Freitag bin ich mal in München, wo ich irgendwie seit 14 Jahren nicht mehr war. Normalerweise mache ich einen grossen Bogen um Bayern, aber diesmal gab es eine konkrete Einladung. Und zwar eine Bloglesung. Ich hab zwar keine Ahnung, was ich auf einer Bloglesung wirklich soll, aber das scheint lustig zu werden. Ausrichter ist jetzt.de, das Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, die mir freundlicherweise ein Blogstipendium verliehen haben (Codename „Hardware-Etat“). Auf der Bühne werden also die fünf Gewinner dieses Blog-Stipendiums sitzen und sollen aus ihren Blogs vorlesen oder sonstigen Multimedia-Schnickschnack aufführen. Dabei wird irgendein Literaturwissenschaftler, den man kaum bei Google findet (Scheint ein Pop-Theoretiker zu sein), die Beiträge bewerten. Das stell ich mir am lustigsten vor. Immerhin hab ich keinerlei Anspruch, mit diesem Blog Literatur machen zu wollen. Aber nach der Lesung gibt es eine Party, die Fahrtkosten werden übernommen und ich hab an dem Wochenende noch nichts anderes vor. Also München. Hier ist die Ankündigung:

    Blog ist der Journalismus der Straße, die Postkarte an die Welt. Blog ist die demokratischste Form der Wissensvermittlung, aktuell und allen zugänglich. Blogs sind die weltweiten Internetforen für alles und nichts. Jeder kann sie lesen, jeder kann sie schreiben. Blog ist Literatur. Blogger, das ist ein neuer Autorentyp, für den Kathrin Passig erstmals in Klagenfurt mit dem Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde. jetzt.de, das Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung, hat ein Stipendium für die besten Blogger ausgeschrieben. Wir stellen die Besten der Besten am Freitag, 27.10.2006 vor und begründen damit eine Reihe, die in den nächsten Monaten fortgesetzt wird.

    Die Veranstaltung findet im Literaturhaus München statt. Beginn ist 19:30 Uhr, von Eintrittspreisen weiss ich nichts.

    Kann man eigentlich in München irgendwas am Wochenende machen? Ich bin ja Berlin-verwöhnt und notfalls fahre ich Samstags morgens mit der ersten ICE-Möglichkeit wieder zurück.

    24. Oktober 2006
  • : Informationsdienst gegen Rechtsextremismus hört auf
    Informationsdienst gegen Rechtsextremismus hört auf

    Der Informationsdienst gegen Rechtsextremismus (IDGR) hat das eigene Ende verkündet.

    Die TAZ berichtet darüber: Infos gegen rechts gehen vom Netz.

    Die Betreiberin der Seite, Margret Chatwin, gibt ihr unbezahltes Engagement vor allem aus Zeitgründen auf. Seit Jahren habe sie keinen Urlaub und kaum ein freies Wochenende genießen können, sagte Chatwin am Wochenende der taz. Sie hatte den IDGR neben ihrem Vollzeitjob betrieben. Außerdem häuften sich die juristischen Klagen aus rechtsextremen Kreisen. Aufreibend war für Chatwin zudem, dass sie von den Feinden ihrer Seite immer stärker mit „Bestellterror“ überzogen wurde: Die Betreiberin der Website erhielt Zeitschriftenabos und Bücher, die sie gar nicht bestellt hatte.

    Und auch der Frankfurter Rundschau ist es eine Meldung wert: Ein Hilfsmittel weniger.

    Extreme Rechte kommentierten das Ende des IDGR freudig. Der Dienst war nicht nur wegen der gründlichen Recherchearbeit verhasst. Noch mehr ärgerte man sich darüber, dass Internetnutzer, die Namen rechter Organisationen oder Funktionäre in Suchmaschinen eingaben, automatisch auch auf diesen kritischen Dienst gestoßen sind.

    Unklar ist mir, wieso gleich alle Inhalte vom Netz genommen wurden. Gerade bei einer Einstellung hätte es eine offene und/oder freie LIzenzeirung ermöglicht, wenigstens die Informationen weiter zu erhalten und die Inhalte an anderer Stelle im Netz weiterleben zu lassen.

    24. Oktober 2006
  • : Austauschprogramme in den Ministerien
    Austauschprogramme in den Ministerien

    Die ARD-Sendung Monitor hat sich mal die Lobbying-Praxis in den Ministerien näher angeschaut. Die Industrie schickt dorthin ganz gerne eigene Mitarbeiter. Diese helfen bei Gesetzesvorhaben und sonstigen demokratischen Prozessen mit. Das Ganze nennt sich dann „Austauschprogramm“: Profitabel – Wie die Industrie an Gesetzen mitstrickt.

    „Lobbyisten versuchen, die Politik zu beeinflussen, um ihrem Arbeitgeber Vorteile zu verschaffen. Dazu sprechen sie auch in Ministerien vor. Manche Lobbyisten haben das gar nicht mehr nötig – sie sind nämlich schon da. Ja, richtig, das ist neu: Lobbyisten haben in unseren Ministerien mittlerweile eigene Büros – Tür an Tür mit Regierungsbeamten und … mit eigener Durchwahl, und schreiben an Gesetzen mit. Bezahlt werden sie von ihren Unternehmen. Leihbeamte – gut für die Wirtschaft, schlecht für Bürger.

    Wir haben einfach die falschen Strategien bisher verwendet. Vielleicht sollte man dem Justizministerium auch mal Mitarbeiter anbieten, die dann ganz unabhängig an den Urheberrechtsgesetzen mitstricken? Und im Bereich der Freien Software könnte man vielleicht dem Wirtschaftsministerium mal kompetente Mitarbeiter zur Verfügung stellen.

    24. Oktober 2006 1
  • : Danke: Keine Rundfunkgebühren für Root-Server
    Danke: Keine Rundfunkgebühren für Root-Server

    Das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht: SWR: Gemietete Root-Server sind für Anwender nicht rundfunkgebührenpflichtig.

    Für Root-Server, die Anwender bei Internet-Providern oder Web-Hostern angemietet haben, müssen keine zusätzliche Rundfunkgebühren gezahlt werden. Das sagte der Justiziar des Südwestrundfunks (SWR).

    Das wäre auch sonst extrem lächerlich geworden.

    24. Oktober 2006 2
  • : Top 10, die die Welt des Internets und der Politik verändern
    Top 10, die die Welt des Internets und der Politik verändern

    Ich seh gerade, dass PoliticsOnline und das World E- Gov Forum die Liste der „Top 10 Who are Changing the World of Internet and Politics“ veröffentlicht hat und netzpolitik.org dabei ist. Das freut mich, danke für die Stimmen. Vorausgegangen war die Nominierung von 20 Projekten, Organisationen und Einzelpersonen weltweit, die zur Wahl gestellt wurden.

    Diese wurden nach den folgenden Kriterien ausgesucht:

    •Highly effective leaders who are making outstanding e‑political and e‑governmental achievements
    •Forward-thinking organizations that have led the way in this revolution
    •Innovative ideas or strategies that have forever changed the political process

    Die meisten Stimmen bekam Factcheck.org.

    24. Oktober 2006 8
  • : Krisenkommunikation
    Krisenkommunikation

    Lustige Sache. Da hatte ich gerade eine Frau von einer PR-Agentur namens „Charles Barker“ aus Frankfurt am Telefon. Grund war mein Artikel über die Big Brother Awards und sie wollte mir am Wochenende dazu Informationen zu kommen lassen. Klingt nach Krisenkommunikation, den Kunden wollte sie mir noch nicht mitteilen. Ich bin gespannt.

    Update: Erste Vermutung ist, dass die Agentur für SWIFT arbeitet. Andere Ideen?

    20. Oktober 2006 4
  • : Rundfunkgebühr für Computer beschlossen
    Rundfunkgebühr für Computer beschlossen

    Die Ministerpräsidenten haben heute die Rundfunkgebühr für internetfähige Computer und Mobiltelefone beschlossen. Ab dem 1. Januar 2007 kostet das nun 5,52 Euro pro Monat. Dafür will ich jetzt aber auch die Angebote des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks weitgehend im Internet sehen. Den Musikandtenstadl können sie von mir aus davon ausschliessen.

    19. Oktober 2006 9
  • : Die drei Fragezeichen
    Die drei Fragezeichen

    Die drei ??? gibt es nicht mehr in der bekannten Form. Schuld ist wohl ein Streit um Lizenzrechte zwischen dem Hamburger Hörspiele-Label Europa und dem Jugendbuchverlag Franckh Kosmos. Die Neuerungen sind der neue Name „Die Drei“ (!) und zwei neue Namen für die drei Protagonisten. Die Netzeitung kommentiert die Aktion:

    Justus Jonas und Peter Shaw heißen nun Jupiter Jones und Peter Crenshaw. Allein Bob Andrews behält seinen Namen. Das ist ungefähr so, als würde Columbo plötzlich Colizzoni heißen. Auch wenn Jupiter Jones und Peter Crenshaw die Originalnamen aus der US-Vorlage sind.

    Unklar ist, wieso Bob seinen Namen behalten durfte. Seit letztem Jahr fehlt auf den Covern schon das Gesicht von Alfred Hitchcock – auch aus Lizenzgründen. Nur dumm, dass ich vor langer Zeit meine ganzen Kassetten billig auf dem Flohmarkt verkauft habe. Alte Kassetten scheinen im Moment ein Vermögen zu bringen.

    17. Oktober 2006 4
  • : J!Cast zu Billigmedikamente und Patentschutz
    J!Cast zu Billigmedikamente und Patentschutz

    Laura Dierking hat einen neuen J!Cast veröffentlicht. In Folge 18 geht es um das Thema „Billigmedikamente und Patentschutz

    Kaum ist der Patentschutz eines Medikaments abgelaufen, stürmen auch schon nachgemachte Billigarzneien, so genannte Generika den Markt. Diese müssen laut EU-Recht die sonst erforderlichen langwierigen und teuren Versuchsreihen nicht durchlaufen und kommen daher preisgünstig an den Patienten. Doch wie verhält es sich mit so genannten Biosimilars, die mit Hilfe von lebenden Zellen hergestellt werden und deren Wirkung nicht immer zu 100% vorhersehbar ist?

    Das Begriffschaos um Bio-Generika, Forschungs- und Marktzutrittsprivilegien oder essential similarity lichtet Esther Pfaff, wissenschaftliche Mitarbeiterin am ITM und führt dabei in einen interessanten Randbereich des Patentrechts ein.

    Die 11,2 MB grosse Datei kann man hier downloaden.

    17. Oktober 2006
  • : Rettet Linda
    Rettet Linda

    Von der beliebten Kartoffelsorte Linda ist der Sortenschutz abgelaufen, eine Firma hat als Vertreter des Sortenschutzinhabers kurz vor Ablauf der Frist die Notbremse gezogen und die Zulassung beim Bundessortenamt löschen lassen. Klingt ein wenig bizarr und merkwürdig, ist aber bittere Realität. Seit mehr als einem Jahr kämpfen Bauern um die freie Nutzung der Kartoffelsorte im Rahmen der „Rettet Linda“-Kampagne. Nun berichtet die Welt über den bizarren Vorfall: Drohendes Aus für Linda-Kartoffel.

    Die störrischen Biobauern können auf die Unterstützung von Wissenschaftlern zählen. „Nach Ablauf des Sortenschutzes hat sich die Investition in die Züchtung des Saatguts ausgezahlt. Dann sollte die Sorte wirklich frei für alle sein“, sagt Marie Porceddu vom australischen Agrarforschungsinstitut Cambia. „Züchter, Bauern und Verbraucher würden am besten fahren, wenn sie unter möglichst vielen Sorten wählen könnten.“

    Cambia wird unter anderem von der Rockefeller-Stiftung gefördert und ist auf der Suche nach Alternativen zu Patenten oder Sortenschutz. Das Ziel: Pflanzen wie Linda ähnlich frei verfügbar zu machen wie zum Beispiel die freie Software Linux.

    16. Oktober 2006 4
  • : Die brandenburger CDU-Schlammschlacht geht weiter
    Die brandenburger CDU-Schlammschlacht geht weiter

    Die brandenburger CDU-Schlammschlacht geht weiter. Heise zitiert ausführlich Wortlautauszüge aus einem der dpa vorliegenden Papier der Untersuchungskommission: Bericht zur Brandenburger E‑Mail-Affäre bescheinigt „gravierende Mängel“.

    Seinerzeit hatte die Untersuchungskommission unter Vorsitz von Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns einen Zwischenbericht vorgelegt. Abschließend kommt das Gremium nun zu dem Fazit: „Die Wahrnehmung der Verantwortung durch den Landesgeschäftsführer/Generalsekretär hat eine erschreckend geringe Sensibilität mit den Datenschutzanforderungen offenbart.“ Der Vorwurf einer systematischen Überwachung des E‑Mail-Verkehrs durch Petke und Nelte konnte laut dem Bericht aber „weder bestätigt noch zweifelsfrei widerlegt werden“. Es stehe fest, dass Nelte persönliche E‑Mails an CDU-Vorstandsmitglieder ohne Legitimation las und erst dann manuell weiterleitete. Als „äußerst kritisch“ bewerte der Kommissionsbericht, dass die beiden Beschuldigten das Leseverhalten von Abonnenten eines CDU-Newsletters nachvollziehen konnten. So ließ sich feststellen, wer welchen Artikel las.

    Das Popcorn-Kino geht also weiter. Mein Gefühl kann immer noch nicht einschätzen, was an der Sache dran ist, wer wie schuldig ist und wer Schönbohms Nachfolge letztendlich antreten kann. Politik kann echt sehr dreckig sein. Welche Seite ist denn Euer Favorit?

    12. Oktober 2006
  • : The Worst EU Lobbyist – Award
    The Worst EU Lobbyist – Award

    LobbyControl weist auf die Nominierungen zum „The Worst EU Lobbyist“-Award hin.

    Nominieren Sie jetzt den erfolgreichsten Einflüsterer der Einflussreichen, die größte Manipulation durch Lobbyisten, die fragwürdigste Methode der Interessenvertretung. Die Nominierungphase findet in diesem Jahr zum ersten Mal öffentlich statt. Machen Sie mit auf der Suche nach dem schlimmsten Lobbying in der EU 2006!

    Nach dem Motto “It takes two to Tango”, den Einflüsterer genauso wie den Politiker, der sich beeinflussen lässt, gibt es in diesem Jahr zwei Kategorien: “The Worst EU Lobbyist” & “The Most Privileged Access”.

    „The Worst EU Lobbyist“:
    Lobbyisten kämpfen mit harten Bandagen – auch und besonders in der EU. Wählen Sie den dreistesten Fall, die fragwürdigste Methode oder die undurchsichtigste Einflussnahme auf die EU-Politik durch einen Lobbyisten oder eine Lobby-Gruppe.

    „The Most Privileges Access“:
    Enge persönliche Beziehungen, vertraute Treffen im Hinterzimmer oder Beratungen durch einseitige Experten – all das sind Hinweise auf Politiker, die Lobbyisten ein besonders offenes Ohr schenken. Entscheiden Sie mit, wer der Gewinner der zweifelhaften Ehre ist, Lobbyisten einen besonderen Zugang zu verschaffen!

    Für letzteren Preis würde ich ja mal pauschal die Content-Industrie mit ihren unzähligen Lobbyorganisationen und ‑veranstaltungen vorschlagen. Manchmal hat man das Gefühl, dass die Verantwortlichen der EU-Kommission in diesem Bereich zu gar nichts anderem mehr kommen können, als sich mit der „Verlags-“, der „Musik-“ oder der „Filmindustrie“ im Rahmen von Kongressen, Parlamentarischen Abenden oder sonstigen Events zu treffen.

    12. Oktober 2006 3
  • : Edelman zeigt Blog-Kompetenz
    Edelman zeigt Blog-Kompetenz

    Lustige Sache: Die PR-Agentur Edelman positioniert sich neuerdings auch als Agentur für Blog-PR. Dazu wurde vor wenigen Monaten eine Kooperation mit Technorati vereinbart. Erste Ergebnisse kann man jetzt bewundern. Und zwar in Form einer „Top10“ der deutschen Blogs, mit der man die eigene Blog-Kompetenz unter Beweis stellt:

    Ohne eine Kooperation mit Technorati einzugehen, kann man sich nach Ländern die LInk-Zahlen einzelner Blogs über eine offene Schnittstelle ausgeben lassen. Diese Funktion wird u.a. von den deutschen Blogcharts genutzt. Lustig bei der Edelman-Grafik ist, dass man offensichtlich in der Lage ist, diese technische Funktion zu nutzen und auch in Form einer grafische Liste auszugeben (Wenngleich mit kleinem Schreibfehler). Allerdings scheint man nicht wirklich in der Lage zu sein, diese Liste ausreichend zu bewerten. Von Edelman wurden dabei zwei bisher eher unbekannte Blogs in die mediale Blog-Öffentlichkeit gerankt. die in den Blog-Charts nicht vorkommen, weil sie auf ein Template verlinken, bzw. in der Standardaustattung von deutschsprachigen WordPressinstallationen enthalten sind: „Zeitgrund“ und „4null4.de“. Für eine Netzwerk-zentrierte Kommunikation sind beide aber eher unrelevant und gerade um diese Expertise geht es wohl mit der Liste. Man kann sich aber auch noch darüber streiten, ob solche Listen dafür überhaupt geeignet sind.

    Thomas Gigold hatte darüber gerade auch schon auf Medienrauschen geschrieben.

    Bei einer Auswertung die man schon Tage vorher groß ankündigt und international präsentieren will hätte der Blog-Cheffe wirklich einmal über die Grafiken sehen können, bevor der Praktikannt sie an die Präsentanten weiterreicht … Oder?

    Lustig ist auch der Kommentar von Wirres: glaube keiner statistik, die du nicht selber versaut hast.

    Eine ausführliche Analyse findet sich auch beim Popkulturjunkie, der die Blogcharts betreut und manuell auswertet. Er weist dort auf einige Schwächen hin.

    Update: Ich sehe sowas ja immer erst später. netzpolitik.org ist auch falsch geschrieben.

    11. Oktober 2006 6
  • : Friedrich Merz und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung
    Friedrich Merz und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung

    Die Welt berichtet über Friedrich Merz und die Klage gegen einen umstrittenen Paragraphen in der Neuregelung des Abgeordnetengesetzes. Er und sieben andere Abgeordnete berufen sich hier u.a. auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung: Merz und seine 18 Nebentätigkeiten.

    Gemeinsam mit acht weiteren Abgeordneten klagt Finanzfachmann Merz heute vor dem Bundesverfassungsgericht gegen diese neu auferlegten Pflichten. Die Beschwerdeführer kommen aus verschiedenen Fraktionen: Merz, Siegfried Kauder und Marco Wanderwitz (CDU), Wolfgang Götzer und Max Straubinger (CSU), Hans-Joachim Otto, Sybille Laurischk und Hans-Heinrich Kolb (FDP) sowie Peter Danckert (SPD). Sie alle fühlen sich in ihren Grundrechten auf informationelle Selbstbestimmung und Berufsfreiheit verletzt und fürchten eine Einschränkung der in Artikel 38 des Grundgesetzes garantierten Unabhängigkeit des Abgeordneten.

    Friedrich Merz hat auch alle Gründe, dass sein Einkommen nicht transparent wird. Immerhin sitzt er neben seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter in diversen Aufsichts‑, Verwaltungs- und Beiräten von Unternehmen und Banken und kommt auf insgesamt 18 Nebentätigkeiten.

    10. Oktober 2006 3
  • : World of Warcraft scheint Kinderarbeit zu fördern
    World of Warcraft scheint Kinderarbeit zu fördern

    Die Tagesthemen berichteten gestern über Kinderarbeit in China: Banden zwingen Jugendliche zum Spielen.

    Manche Computerspiele können Jugendliche geradezu süchtig und krank machen. In den Industrieländern des Westens beginnen viele zunächst freiwillig mit der Spielerei am Bildschirm. Am anderen Ende der Welt sitzen dagegen häufig Mitspieler, die dazu gezwungen werden. Denn bei einem der zur Zeit beliebtesten Online-Spiele, genannt „World of Warcraft“, wechselt oft gutes Geld den Besitzer. Eine Verlockung für skrupellose Banden in China, die Jugendliche zum Spielen zwingen.

    Etwas ausführlicher berichtet auch Golem darüber: Kinderarbeit: 12 Stunden World of Warcraft pro Tag

    9. Oktober 2006 5
  • : Greenpeace erklärt die Apple-Kampagne
    Greenpeace erklärt die Apple-Kampagne

    Technology Review hat ein Interview mit Zeina Alhajj, die Managerin der Apple-Kampagne von Greenpeace International: „Wir brauchen eine grüne Elektronik“

    TR: Elektronische Geräte müssen aber offenbar immer auch Materialien enthalten, die nicht gänzlich umweltfreundlich sind. Ist „grüne“ Hightech wirklich möglich?

    Alhajj: Nun, vor einigen Jahren hieß es ja auch noch, man könnte das Blei in den Lötverbindungen nicht ersetzen. Inzwischen gibt es genügend Produkte, in denen es fehlt. Wir haben es hier mit einer Industrie zu tun, die aus unserem Planeten ein globales Dorf gemacht hat, in dem sie die Kommunikation erleichterte. Greenpeace ist sich sicher, dass sie es auch schaffen kann, grünere Produkte herzustellen. Wir fordern die Branche dazu heraus. Das geht ganz sicher, auch wenn man dazu etwas investieren muss.

    Passend dazu: Bei Mac-Essentials gibt es den ersten Sonntags-Frühschoppen (codename) geht es darum, wie auf den glänzenden Photokina-Einstand für Apple der Tiefschlag der »Backdating-Krise« folgte, und wie ein grüneres Apple die IT-Industrie verändern könnte. Es geht um Apple-Erfolge, um »Think Different« und um Ethik im Business. Mit dabei sind der Pressesprecher von Apple Deutschland, Georg Albrecht, der ehemalige Bankvorstand und Yeald-Herausgeber Marcel van Leeuwen, und die Leiterin der Apple-Kampagne bei Greenpeace, Zeina Alhajj.

    Das 25 Minuten lange Gespräch gibt es als MP3.

    8. Oktober 2006 1
  • : Microsoft-Deutschland Chef geht im Streit
    Microsoft-Deutschland Chef geht im Streit

    Jürgen Gallmann, der Microsoft Deutschland Chef, verlässt im Streit das Unternehmen. Was genau der Streitpunkt ist, ist wohl bisher unklar. Gallmann war vorher IBM-Vize in Deutschland und dort für Open Source zuständig.

    6. Oktober 2006 1