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Wenn Shaquille O’Neal Deine Computer beschlagnahmt

An diesem Beispiel kann mans ehen, weshalb ein Auskunftsrecht für Rechteinhaber im Rahmen der Enforcement-Richtlinie (wahlweise Telemediengesetz) eine schlechte Idee ist: Kinderporno-Razzia nach IP-Verwechslung in falschem Haushalt. In den USA erhielt eine Farmerfamilie wegen Verdachts auf Kinderpornographie eine Hausdurchsuchung und alle Computer wurden beschlagnahmt. Aber nicht nur das, gleichzeitig erhielten sie noch prominenten Besuch: Denn…

  • Markus Beckedahl

An diesem Beispiel kann mans ehen, weshalb ein Auskunftsrecht für Rechteinhaber im Rahmen der Enforcement-Richtlinie (wahlweise Telemediengesetz) eine schlechte Idee ist: Kinderporno-Razzia nach IP-Verwechslung in falschem Haushalt. In den USA erhielt eine Farmerfamilie wegen Verdachts auf Kinderpornographie eine Hausdurchsuchung und alle Computer wurden beschlagnahmt. Aber nicht nur das, gleichzeitig erhielten sie noch prominenten Besuch:

Denn plötzlich stand eine Einsatztruppe der Polizei mit Basketball-Star Shaquille O’Neal (Miami Heat) auf der Matte, durchsuchte das Haus der Familie in Gretna (US-Bundesstaat Virginia) und beschlagnahmte Computer, DVDs und Videos. Der Verdacht: Besitz von Kinderpornografie.
[…]
Der Provider hatte sich in der Zeit geirrt und so fälschlich den Anschluss der Farmerfamilie angegeben. Daraufhin stand Shaquille O’Neal im Wohnzimmer. Dass ausgerechnet der NBA-Star an der Razzia beteiligt war, ist nur eine weiteres groteskes Detail einer tragischen Verwechslung.

In Deutschland könnte dann zukünftig mal die Filmindustrie mit der GVU und $Promi vor der Tür stehen, Computer beschlagnahmen und nachher feststellen, dass sie im falschen Haus waren.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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2 Kommentare zu „Wenn Shaquille O’Neal Deine Computer beschlagnahmt“


  1. Nicolas

    ,

    Wie ist das eigentlich, wenn im Rahmen einer solchen „versehentlichen“ Durchsuchung illegales Material gefunden wird (auf seeeeehr vielen Computern dürften zumindest ein paar MP3s aus zweifelhaften Quellen vorhanden sein) – darf das dann in einem Prozess gegen den Besitzer verwendet werden? Oder wäre es als Beweismittel unzulässig, weil der Durchsuchungsbefehl nicht rechtens war?

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