Wissen

Urheberrecht, Creative Commons, freie Software, freies Wissen, Bildung, Informationsfreiheit.

  • : SonyBMG will Kopierschutz nach Europa bringen
    SonyBMG will Kopierschutz nach Europa bringen

    Und wieder das SonyBMG-Rootkit. Tagesschau.de berichtet, dass SonyBMG plant, ihren umstrittenen Kopierschutz nun auch in Europa einzuführen: Sony BMG will auch in Europa Kopierschutz einführen.

    Passend dazu sind weitere Details aufgetaucht, dass der Kopierschutz nicht nur nach Hause telefoniert und eine Sicherheitslücke einbaut, mittlerweile geht man auch davon aus, dass bei erstellten MP3s jeder Art (nicht nur SonyBMG-CDs) automatisch Störgeräusche eingebaut werden. Und was kommt noch? Wie soll man da noch als Verbraucher ohne Bedenken CDs kaufen können?

    Passend ist auch der Kommentar von Joerg-Olaf Schaefers:

    Aber Manipulationen an offenbar beliebigen Audiofiles? Scheint, als habe jemand bei Sony BMG komplett den Bezug zur Realität verloren. Mir fällt gerade keine Möglichkeit ein, wie man das Vertrauen der eigenen Kundschaft noch effektiver verzocken kann. Wirklich nicht.

    Währenddessen prüft die Electronic Frontier Foundation, ob sie gegen SonyBMG Klagen kann. Bisher hat die EFF 19 CDs gefunden, die das Rootkit enthalten. Die BBC berichtet auch darüber: Sony sued over copy-protected CDs.

    Update: Jetzt gibt es auch noch den ersten Trojaner, welcher die Sicherheitslücke ausnutzt. Auch die von SonyBMG bereit gestellte Software zum Entfernen des Kopierschutzes soll nicht wirklich das tun: Sony BMG: Kopierschutzpläne für Deutschland.

    10. November 2005 2
  • : Neue Kampagne: Consumers Digital Rights
    Neue Kampagne: Consumers Digital Rights

    Eine neue Kampagne zum Thema „Verbraucherrechte im Urheberrecht“ hat der Dachverband der europäischen Verbraucherschutzzentralen BEUC heute gestartet: Consumers Digital Rights. Von den Vorbereitungen wusste ich schon etwas länger, aber das Ergebnis hat mich eben positiv überrascht. Die Kampagnenseite ist gut gelungen, liefert viele Informationen in englisch und französisch und man kann eine Petition unterschreiben. Viele Hintergrundinformationen zum Thema gibt es natürlich auch. Und ein Mix-Album mit freier Musik, wo 14 Stücke unter der Creative Commons NonCommercial-ShareAlike license zur Verfügung zusammengestellt wurden.

    Stefan Krempl berichtet auf Heise darüber: Verbraucherschützer: Kopierende Konsumenten sind keine Verbrecher.

    Und hier ist der Declaration-Text (Kann ich alles so unterschreiben):

    Declaration

    The time has come to guarantee consumers certain basic rights in the digital world, and to tell them what they can do with their digital hardware/content. This is our message in this campaign.

    * Right to choice, knowledge and cultural diversity
    * Right to the principle of “technical neutrality” – defend and maintain consumer rights in the digital environment
    * Right to benefit from technological innovations without abusive restrictions
    * Right to interoperability of content and devices Right to the protection of privacy
    * Right not to be criminalised

    We urge policy makers to endorse the 6 Consumers Digital Rights, and demand: A legal framework that will encourage new means of exposure and distribution of digital content, while guaranteeing remuneration to artists, creators and performers and providing consumers and the public with new means of access, discovery and new uses;

    A new balance between exclusive rights in the exploitation of digital content and public interest objectives in using and sharing such content, taking into account the new possibilities of content usage enabled by technical progress;

    That industry desist from legal action against P2P downloaders to allow the market to find solutions for the on-line development of audio/visual distribution that takes due account of the public interest and the interest of artists, creators and performers;

    Action to find solutions on how consumers can effectively exercise their private use rights and to guarantee that users of DRMs respect the legitimate interest of consumers in their personal autonomy and private sphere;

    Mechanisms to ensure that TPMs or DRMs, which restrict uses legally exempted from copyright or not falling under copyright, do not benefit from legal protection;

    A review of the EU legal framework on consumer protection and intellectual property in view of the 6 consumers rights demands expressed in this Declaration.

    Schöne und notwendige Kampagne.

    10. November 2005 3
  • : Neue Firefox-Kampagnen zum ersten Geburtstag
    Neue Firefox-Kampagnen zum ersten Geburtstag

    Zum einjährigen Geburtstag von Firefox hat DownhillBattle gleich zwei Kampagnen gestartet. Ziel der beiden Kampagnen ist es, IE-Nutzer zum Wechsel auf Firefox zu bewegen. Und den Marktanteil des Internet Explorers auf unter 50% zu bekommen. Momentan sind es immer noch ca. 85%.

    Kill Bills Browser“ bietet 13 Gründe, vom Internet Explorer auf den Firefox umzusteigen. Darunter beispielsweise:

    10. It’s like switching from dating a 14-year-old to dating an 18-year-old.
    …for a 16 year old, we mean. You know, it’s a win-win.

    Explorer Destroyer“ spielt mit einer Ankündigung von Google, für jeden neuen Firefox-Nutzer, welcher über das Google-Adsense Programm auf Firefox umsteigt, einen Dollar zu bezahlen.

    Die Leser von netzpolitik.org nutzen übrigens zu 41,3% den Firefox, nur 13,4% surfen mit dem IE hierher.

    9. November 2005 6
  • : Interview mit Lawrence Lessig zum WSIS
    Interview mit Lawrence Lessig zum WSIS

    Die Zeitschrift Foreign Policy hat ein Interview mit Lawrence Lessig zum WSIS geführt: Battling for Control of the Internet. Themen sind u.a. Internet Governance, Zensurtechnologien und die politische Regulation des Internets. Interessant ist ein Punkt, wo Lessig darauf verweist, dass ihm bei einer WSIS-Vorbereitungskonferenz untersagt wurde, über eine notwendige Balance im Urheberrecht zu sprechen. Das ist eigentlich bezeichnend für den ganzen WSIS-Prozess, entscheidende Fragen einer wachsenden Informationsgesellschaft wurden gerne von den Diplomaten ausgeblendet.

    LL: I question whether the [summit] is considering all the issues it needs to be. I was a speaker at one of the preparatory committees and, before my speech, I was asked about what I was going to talk about. I said I was going to talk about the need for balanced intellectual property rules in order to produce the best information society [possible]. The chairman of my session said I was not allowed to talk about intellectual property. She said that’s a problem for the World Intellectual Property Organization. It was ridiculous. It revealed a way in which the deal was struck to establish the World Summit on the Information Society, which was as long as you don’t touch intellectual property you can talk about whatever you want. The insane thing about that position is that there’s no way to strike the right balance unless you consider intellectual property. [For example,] database rights are going to fundamentally affect the future of the information society. The question remains whether the [summit] will be allowed to develop any coherent policy position about the proper balance for intellectual property. My skepticism suggests that they won’t. This issue will be negotiated off the table by those who want to keep control over that policy.

    Bei intern.de gibt es eine deutschsprachige Zusammenfassung des Interviews: Kontrollansprüche der EU – eine Folge der US-Außenpolitik.

    9. November 2005
  • : Grokster geschlossen
    Grokster geschlossen

    Grokster verkauft sich gerade an die „Musikindustrie“. „Die große Zeit des File-Sharings ist vorbei“, erklärte Franz Medwenitsch, Geschäftsführer der IFPI Austria, im Gespräch mit pressetext. Ich will ja keine Illussionen zerstören, aber die Aussage erscheint echt naiv. Wer nutzte denn schon/noch Grokster? Damit ist nur eine weitere Filesharing-Börse der zweiten Generation beendet worden. Längst haben sich die Nutzer den Tools der dritten Generation, wie eMule oder Bittorrent, zugewendet. Und die Downloadzahlen der DRM-Shops stagnieren weltweit.

    8. November 2005
  • : „Wirtschaftliche Ineffizienz“ dank Software-Patenten
    „Wirtschaftliche Ineffizienz“ dank Software-Patenten

    Die Studie des Center for Economic and Policy Research in Washington, D.C. suggeriert es bereits in seinem Titel „Open Doors and Smashing Windows“: Ökonom Dean Baker hat nicht nur alternative Finanzierungsmöglichkeiten für Software untersucht, seine Forschung beschäftigt auch sich damit, wie Copyright und Patente in Bezug auf geistiges Eigentum „zu wirtschaftlicher Ineffizienz führen“.

    Die Entwicklung von Freier Software, so Baker, würde dem amerikanischen Staat und dem Endverbraucher günstigere Software und infolgedessen auch billigere Computer bescheren. Der Grund sei, wie Baker erklärt: „Die Computersoftware-Industrie wird gewöhnlich als Speerspitze der US-amerikanischen Technologie angesehen. Gleichzeitig verlässt sich die Industrie zum Großteil auf den staatlichen Protektionismus in Form von Copyright und Patenten, den Relikten eines feudalen Zunftsystems, um die Entwicklung von neuer Software zu finanzieren. Die Abhängigkeit von diesen antiquierten Mechanismen führt sowohl zu ökonomischer Unfähigkeit für die Wirtschaft als ganze, als auch zu Software von schlechterer Qualität, als in einer Umgebung möglich wäre, in der alle Software gemeinfrei [public domain] ist.“ – Also der Öffentlichkeit zur freien Verfügung und Weiterverarbeitung offen steht. Die Studie empfiehlt außerdem zur Finanzierung von Unternehmen, die Freie Software entwickeln, eine Mischung aus direkter staatlicher Unterstützung und einem System aus individuellen Belegen.

    Wie CNET berichtet, ist die Entwicklung von Open Source-Software bereits für amerikanische Unternehmen attraktiver geworden: Eine Untersuchung der National Venture Capital Association besagt, dass letztes Jahr zwölf Software-Firmen unterstützt wurden, die 70 Millionen Dollar erwirtschafteten – das sind umgerechnet knapp 59 Millionen Euro. Im dritten Quartal 2005 haben nun bereits 18 Firmen in Amerika eine Förderung von insgesamt 145 Millionen Dollar erhalten.

    8. November 2005
  • : Raubkopierer sind Verbrecher Teil 234
    Raubkopierer sind Verbrecher Teil 234

    Raubkopierer sind Verbrecher Teil 234: Heise berichtet über die weitere Kampagnen-Präsentation. Es gibt eine neue Webseite mit einem „viralen“ Spot und das „Ende der Schonfrist“ wurde mal wieder mit markigen Worten eingeleitet.

    Die Message der Kampagne ist immer noch manipulierend und widersprüchlich. Mal heisst es, es würde mit der Kampagne nur das kriminelle gewerbliche Kopieren thematisiert. Dann wieder werden Falschaussagen gemacht: „Leute, das große Downloaden ist nach wie vor illegal, ihr könnt euch nicht verstecken.“ Ziel ist die ständige Manipulation, dass das private Kopieren auch schon ein Verbrechen darstellt.

    7. November 2005 2
  • : Petition für offene Formate in Bundesbehörden
    Petition für offene Formate in Bundesbehörden

    Seit Anfang September gibt es die Möglichkeit, online Petitionen an den Bundestag einzureichen und unterschreiben zu lassen. Golem weist auf eine aktuelle Petition hin, welche den Einsatz von offene Formaten in Bundesbehörden fordert. Knapp 250 Unterschriften gibt es bisher, bis zum 27. Dezember kann noch unterschrieben werden.

    Hier ist der Text:

    7. November 2005 3
  • : Montag ist Webtag
    Montag ist Webtag

    Morgen findet in Köln der so genannte „Web-Montag“ statt: Der Veranstalter Tim Bonnemann, der seit Mai in Kalifornien arbeitet, möchte damit auch in Deutschland das weite Feld von Social Software und Co. fördern und Interessenten zum öffentlichen Brainstorming einladen:

    Web-Montag – bringt Anwender, Entwickler, Gründer, Unternehmer, Forscher, Pioniere, Blogger, Podcaster, Designer und sonstige Interessenten zum Thema Web 2.0 (im weiteren Sinne) zusammen.

    Themen: Ajax, API, Atom, Collaboration, E‑Democray, E‑Learning, Emerging Technology, Feeds, FOAF, Folksonomy, Identity, Instant Messaging, Location-based Services, Long Tail, Microformats, Mobile, Multimodal Interactive (Wireless Voice), Open Source, Podcasting, Privacy, RFID, RSS, Search, Security, Semantisches Web, Social Bookmarking, Social Networks, Social Software, Spam, Syndication, Tags, Tagging, Voice over IP (VoIP), Web 2.0, Weblogs, Web Services, Wikis, Wireless, XFN…

    Montag abend am 18 Uhr im Hallmackenreuther in Köln. Alle Informationen in Tims Wiki.

    6. November 2005
  • : Creative-Commons-Werke mit Google finden
    Creative-Commons-Werke mit Google finden

    Mit Googles Erweiterter Suche kann man jetzt auch Suchergebnisse gezielt nach Inhalten unter Creative-Commons-Lizenzen filtern, die eingeschränkt weiterverwendet werden dürfen („allow some forms of re-use“) oder nur wenig Einschränkungen haben („can be freely modified, adapted or build upon“). Leider geht das bisher nur via google.com, noch nicht auf der deutschen Version der Suchmaschine.

    Google folgt damit dem Vorbild von Yahoo, wo bereits seit einem halben Jahr (wir berichteten) explizit eine CC-Suche existiert.

    [via Lawrence Lessig]

    5. November 2005
  • : James Boyle zum 15. Jahrestag des WWW
    James Boyle zum 15. Jahrestag des WWW

    James Boyle hat eine Kolumne in der Financial Times zum 15. Geburtstag der ersten Webseite geschrieben. Seiner Meinung nach würde das Netz, wenn es heute erschaffen werden würde, keine Chance haben: Web’s never-to-be-repeated revolution.

    That is a shame, because there are three things that we need to understand about the web. First, it is more amazing than we think. Second, the conjunction of technologies that made the web successful was extremely unlikely. Third, we probably would not create it, or any technology like it, today. In fact, we would be more likely to cripple it, or declare it illegal.

    Schuld daran sind seiner Meinung nach u.a. Anwälte, Interessensverbände wie die Musik- und Filmindustrie und internationale Organisationen wie die WIPO, welche massiv versuchen, das Netz zu regulieren.

    Sein Fazit:

    And of course it is. But it is also much, much more. The lawyers have learnt their lesson now. The regulation of technological development proceeds apace. When the next disruptive communications technology – the next worldwide web – is thought up, the lawyers and the logic of control will be much more evident. That is not a happy thought.

    Aber zum Glück wurde das Netz vor 15 Jahren erschaffen. Hoffnung bleibt also noch.

    4. November 2005
  • : Interview zu Open Source und Usability
    Interview zu Open Source und Usability

    Julius Stiebert hat für Golem ausführlich die Usability-Expertin Ellen Reitmayr zum World Usability Day über „Open Source & Usability“ befragt. Dreimal „Usability“ in einem Satz war schon bewusst, immerhin ist dieser Tag heute.

    3. November 2005
  • : SonyBMG reagiert auf Kopierschutz-Kritik
    SonyBMG reagiert auf Kopierschutz-Kritik

    SonyBMG reagierte nun auf das massive PR-Desaster rund um seinen neuen Kopierschutz. Allerdings ist die Antwort nicht gerade befriedigend und hält das Thema sicherlich noch weiter in den internationalen Medien. Wie die BBC und Heise berichten, können Kunden zwar über ein Kontaktformular eine Software anfordern, welches das „Rootkit“ wieder rückstandsfrei vom System entfernt. Aber die gekaufte CD ist dann auch nicht mehr abspielbar. Tolle Sache, da fühlt man sich als Verbraucher richtig ernst genommen.

    Mehr zu dem Thema gibt es auch beim Register und der Futurezone.

    3. November 2005 2
  • : Morgen: World Usability Day
    Morgen: World Usability Day

    Da heute anscheinend nichts Netzpolitik-Relevantes passiert ist, gibts jetzt nur nochmal den Hinweis auf den morgigen World Usability Day, welcher leider unter Ausschluss der medialen IT-Öffentlichkeit stattzufinden scheint.

    Wenn ich aber irgendwas heute übersehen habe, freue ich mich natürlich über Hinweise in den Kommentaren.

    2. November 2005 2
  • : Kambodscha: Freie Software auf khmer
    Kambodscha: Freie Software auf khmer

    Konkurrenz für Microsoft: Das Open Forum in Cambodia lässt Freie Software in die Landessprache übersetzen. Wie AsiaMedia berichtet, arbeitet die nicht-staatliche Organisation bei der „Khmer Open Software Initiative“ mit der Regierung zusammen und testet im Moment ein Office-Paket: OpenOffice.org 2.0 Beta ist bereits auf khmer erhältlich, hinzu kommen der Browser Firefox, auf khmer genannt „Mekhala“ und das E‑Mailprogramm Thunderbird unter dem Namen „Moyura“. Die kambodschanische Regierung möchte nach eigenen Aussagen das Monopol von Microsoft sprengen und die Verbreitung der Landessprache Khmer auf Computern unterstützen. Ein langwieriges Unterfangen, gestaltet sich doch die Technisierung nicht einfach: In dem Entwicklungsland besitzt nur ungefähr jeder tausendste Einwohner einen PC.

    Die nicht-staatliche Organisation Open Forum in Cambodia gründete sich vor elf Jahren in Phnom Penh, um die Einwohner in ihrer Meinungsbildung in sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen zu unterweisen und in dessen Folge die Zivilgesellschaft zu stärken. Die Initiative des Open Forum in Cambodia ist ein wichtiger Schritt für die kambodschanische Gesellschaft, in der die Mehrheit der Bevölkerung außer khmer keiner weiteren Sprache mächtig ist. Dementsprechend schwierig sind die Bedingung bei Computerkursen, bei denen sich die Lernwilligen nicht nur ein Betriebssystem,
    sondern auch noch seine Anwendung in einer fremden Sprache beibringen müssen. Gerade für die junge Generation vom Land könnte das laut AsiaMedia eine Chance auf bessere Jobs in den Städten sein, ohne sich teure Englischkurse leisten zu müssen. Auch wehren sich die Kambodschaner gegen den Einsatz von
    Microsoft-Programmen in Ämtern und Behörden, da diese bislang nur auf englisch erhältlich sind.

    1. November 2005 2
  • : Interview mit Cory Doctorow als OGG
    Interview mit Cory Doctorow als OGG

    Mein Interview mit Cory Doctorow auf der EuroOSCON letzte Woche in Amsterdam ist jetzt Dank dem Wetterfrosch geschnitten und als OGG (19MB) verfügbar. In dem Interview geht es um die Entstehung von BoingBoing, welche Gefahren die Broadcast-Flag zukünftig für Innovation, Wettbewerb und Distribution im Internet bedeutet, wieso Cory für sein neuestes Science Fiction Buch die von Richard Stallman scharf kritisierte Creative Commons Development Licence verwendet, den Sturm auf die WIPO und über Digital Rights-Activism.

    29. Oktober 2005 5
  • : CC in Review Teil3: Fair Use
    CC in Review Teil3: Fair Use

    Lwarence Lessig hat mittlerweile den dritten Teil über Creative Commons veröffentlicht: CC in Review: Lawrence Lessig on CC & Fair Use.

    That’s the problem that DRM creates for „fair use.“ How can Creative Commons help solve this problem?

    In two important ways:

    1. By building a layer of Creative Commons marked creativity, we increase the range of creative work that doesn’t need the locks of DRM.
    2. By banning the use of DRM that interferes with the freedoms guaranteed by our license, we assure that the freedoms we’ve built into our license are not restricted by DRM. Among these freedoms, the very first is „fair use.“ As section 2 of every license says, „Creative Commons licenses do not modify or restrict ‚fair use.’ “

    Thus we use our licenses to build the freedoms authors want upon a reinforced layer of „fair use“ freedoms. Creative Commons is thus „fair use“-plus: a promise that any freedoms given are always in addition to the freedoms guaranteed by the law.

    27. Oktober 2005
  • : Baumwolle gegen Urheberrecht
    Baumwolle gegen Urheberrecht

    Coole Aktion:

    Interessant: Die USA haben sich nicht an einen Beschluss der WTO gehalten, Baumwoll-Subventionen im eigenen Land abzubauen. Als Vergeltungsmaßnahme will Brasilien nun den Urheberrechtsschutz von Hollywood-Filmen aussetzen, weiß die Washington Post zu berichten.

    [via MixBurnRip]

    27. Oktober 2005 1
  • : ARD-Schleichwerbung für die GVU?
    ARD-Schleichwerbung für die GVU?

    Na, wenn das mal nicht der ARD Probleme mit Schleichwerbung macht: Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsdelikten (GVU) weist laut Heise in ihrem aktuellen Newsletter (nicht auf deren Seite zu finden) daraufhin, dass sich eine ARD-Serie im nächsten Monat des Themas „Raubkopien“ annimmt.

    In der besagten Folge stellt sich ein Toter als „ehemaliger Raubkopierer“ heraus, dessen Wohnung von einem Musiker „aus Zorn über Raubkopien“ verwüstet wurde.

    In der Folge sollen auch GVU-Angestellte zu sehen sein. Ich gehe mal davon aus, dass die GVU kein Geld dafür gezahlt hat, dass die ARD sich des Themas annimmt. Zumindest wäre die ARD sehr dumm, dies gerade jetzt zu machen. Trotzdem hege ich den Verdacht, dass man juristisch gesehen das Bereitstellen von Arbeitszeit (der GVU-Angestellten) durchaus als geldwerte Leistung betrachten kann und damit evtl. durchaus als „Schleichwerbung“. Juristen mögen mich hier bitte korrigieren.

    Abgesehen davon finde ich es bedenklich, dass ein Interessenverband mit sowas Einfluss auf die öffentliche Meinung in einem öffentlich-rechtlichen Sender nehmen darf.

    Wird aber garantiert eine coole Show, der „Plot“ verheisst schon richtig viel Spass.

    Heise bringt heute ein Update dazu:

    Die zuständige NDR-Redakteurin Diana Schulte-Kellinghaus korrigiert die Darstellung der GVU. Wohl sei die Gesellschaft bei der Erstellung des Drehbuchs beratend tätig gewesen, es würden aber in der Folge der Fernsehserie keine Ermittler auftreten. Auch werde das Thema „Raubkopien“ nur am Rande behandelt.

    Hat jemand vielleicht den nicht im Netz verfügbaren GVU-Newsletter und kann mir diesen weiterleiten?

    26. Oktober 2005 6
  • : Die Hälfte der EU-Ämter arbeitet mit Freier Software
    Die Hälfte der EU-Ämter arbeitet mit Freier Software

    Laut einer Studie der Universität Maastricht arbeiten 49 Prozent aller Ämter in Europa mit Open Source / Freier Software (FLOSS) – manche ohne es zu wissen. Leiter Rishab Aiyer Ghosh, im Vorstand der Open Source Initiative (OSI), hatte bereits 1996 eine erste Studie zu den Produktionsbedingungen unter Open Source / Freier Software vorgelegt. Vor drei Jahren erarbeitete er eine der umfassendsten Untersuchungen zur Spezies der Entwickler und Anwender von Freier Software. Auf der Amsterdamer EuroOSCON, der „European Open Source Convention“ des O‚Reilly Verlages, wartete er letzte Woche mit der Nachfolgestudie auf: Das von der EU geförderte Projekt FLOSSPOLS analysiert die Verbreitung von Open Source / Freier Software in den Behörden mittels Befragung per Telefon und Fragebögen. 955 Antworten aus 13 Staaten der Europäischen Union belegen folgendes: Knapp die Hälfte aller staatlichen Institutionen benutzen Open Source / Freie Software. Erstaunlicherweise war einem Drittel der direkten und indirekten Anwender gar nicht bewusst, dass sie auf Open Source Software beispielsweise mit MySQL-Datenbanken, Apache-Servern oder unter GNU / Linux arbeiten. Hier wird auch deutlich, dass von dem verbleibenden Nicht-Nutzern diejenigen in Zukunft umsteigen könnten, die im Moment vor allem mit individuell zugeschnittener Software arbeiten. Als Grund für die zögerliche Migration auf Linux wird als erstes die Angst vor einem mangelnden Support angegeben. Allerdings stehen die Karten günstig für einen Umstieg: Die Hälfte aller Befragten muss in den nächsten zwei Jahren ihr Budget zurückfahren und will das mit gekürzten Lizenz-Ausgaben erreichen. Die Nicht-User spielen deshalb auch mit dem Gedanken, auf ein günstigeres Betriebssystem zu wechseln. Aufschlussreich ist die Verteilung von IT-Support in den Abteilungen: Während der Administrator eines Windows-Netzwerks in der Regel 53 Rechner beaufsichtigt, wartet der Linux-Techniker durchschnittlich 63. Beim Zusammenhang von Gebrauch von Linux und PC-Ratio gibt es mehrere Vermutungen: Entweder stellen die Administratoren auf Open Source um, weil sie mit den Rechnern überlastet sind – oder sie migrieren und können deshalb als Folge mehr Computer betreuen.

    Zur Erinnerung: Die große FLOSS-Umfrage von 2003 brachte Interessantes zur Entwickler-Spezies zu Tage. Nach der Befragung von 2784 Personen wurde bestätigt: Open Source-Entwickler sind fast ausschließlich männlich (98,9 Prozent) und zu 41 Prozent Single. Die Mehrheit ist zwischen 19 und 33 Jahren alt und bevorzugt Debian als Distribution. Ihr folgen Red Hat und Mandrake. Viele haben in der zweiten Hälfte der Neunziger damit begonnen – offensichtlich ist das Hantieren mit Open Source eine Generationsfrage: „Das Entwickeln von Open Source / Freier Software ist eher eine Angelegenheit der nachfolgenden Generation als eine der erfahrenen Software-Entwickler“, so der Report.

    25. Oktober 2005