Wissen

Urheberrecht, Creative Commons, freie Software, freies Wissen, Bildung, Informationsfreiheit.

  • : Doch Linux für Berlin?
    Doch Linux für Berlin?


    Das sind doch mal schöne Neuigkeiten. Nach einem heissen Herbst scheint sich Berlin jetzt doch Richtung Freie Software zu bewegen: Berliner Abgeordnete verlangen Zeitplan für Linux-Migration. Schön, dass sich unsere „Pinguine im Parlament“-Aktion anscheinend gelohnt hat.

    8. Dezember 2005 1
  • : Der Bundestag verkündet ein Archiv
    Der Bundestag verkündet ein Archiv

    Die Verwaltung des Bundestages hat heute die Archivierung und Erschliessung von Web-Inhalten verkündet:

    Technisches und archivfachliches Neuland betritt der Deutsche Bundestag: Als eines der ersten Archive der Bundesrepublik Deutschland beginnt das Parlamentsarchiv in Zusammenarbeit mit dem Online-Dienst des Deutschen Bundestages mit der Archivierung und Erschließung von Web-Inhalten. Das dafür eigens entwickelte Archivsystem beruht auf der Erkenntnis, dass Internetangebote in unserer modernen Informationsgesellschaft ein wichtiges Medium und oftmals erste Anlaufstelle für Außenstehende zu einer Institution sind. Nach übereinstimmender Auffassung der Experten kommt ihnen als „digitalem Kulturgut“ ein großer historischer Wert zu. Gleichzeitig gehört das Internet zu den flüchtigsten Medien überhaupt.

    Unklar ist allerdings noch, ob offene Standards und offene Lizenzen verwendet werden. Ich bin da ja pessimistisch, lasse mich aber gerne überraschen.

    8. Dezember 2005 6
  • : Herausgeber wollen Geld von Google
    Herausgeber wollen Geld von Google

    Folgende Nachricht habe ich gerade auf silicon.de gelesen:

    Europäische Herausgeber haben die News-Praktiken bei Google und anderen Portalen mit News-Links kritisiert. Sie fordern, dass die Betreiber für die Publikation von Nachrichten die Quellen bezahlen sollen.

    Leider hat silicon.de keine Quellenangabe zu dieser Nachricht (wer eine Quelle zu diesem Thema findet, kann sie ja in den Kommentaren veröffentlichen). In das aktuelle Bild der Content-Industrie passt diese Meldung aber schon. Ich gebe es zu, ich bin ein Fan von Google News, da dieser Dienst mir einen schnellen Nachrichtenüberblick über Spezialthemen gibt. Meiner Meinung nach macht Google Werbung für die Publikationen, die in Google News auftauchen.

    Kann es tatsächlich möglich sein, dass ein Herausgeber wirklich annimmt, nur weil es das Internet gibt, würde seine Regionalzeitung von aller Welt täglich gelesen?

    8. Dezember 2005 6
  • : Open Document Format vs Microsoft
    Open Document Format vs Microsoft

    Manchmal bewegen sich scheinbar eingefahrene Dinge doch. Jedenfalls scheint es so. Die Entscheidung von Massachusetts hat auf jeden Fall Offene Standards in die Presse gebracht und sogar Microsoft zum Reagieren genötigt. Und das obwohl Massachusetts eigentlich nur eine Selbstverständlichkeit gefordert hat – die elektronische Kommunikation mit den Behörden soll ab 2007 mit Dokumentenformaten geschehen, die alle Hersteller in ihre Software implementieren können. Nur so wird kein Hersteller bevorzugt oder benachteiligt. Alle haben die gleichen Chancen.

    Diese Entscheidung von Massachusetts hat Microsoft zum Handeln gezwungen, da die Formate ihrer Office-Lösung (.doc, .xls, .ppt,…) allein von Microsoft kontrolliert werden. Dies bedeutet, dass nur Microsoft genau weiß, wie diese Formate aussehen müssen. Alle anderen Hersteller müssen das Format erraten. Dieses Raten ist erstens sehr teuer und führt zweitens mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu unschönen Fehlern, die den Austausch von Dokumenten behindert. Nun möchte Microsoft seine Formate öffnen. Schade nur, dass hier das Rad neu erfunden wird und bestehende, eingesetzte Standards, wie beispielsweise das OASIS Open Document Format, nicht verwendet werden. Der Grund für diesen Schritt liegt wahrscheinlich in strategischen Überlegungen. Offene Standards haben nämlich aus Sicht eines Marktführers die unschöne Eigenschaft, dass der Wettbewerb gestärkt wird. Schön für den Kunden, schlecht für den Marktführer. So bleibt zu beobachten, welche Taten den Ankündigungen von Microsoft folgen. Andy Updegrove wurde ein Dokument zugespielt, das erste Zweifel an der Nutzbarkeit der neuen Formate aufkommen lässt. Das neue Format soll stark auf Microsoft Office Dokumente spezialisiert sein. Was sich auf den ersten Blick nicht als Nachteil anhört, ist jedoch nicht im Sinne eines Offenen Standards. Ein Offener Standard soll keinen Hersteller bevorzugen und keinen Hersteller benachteiligen. Stimmen jedoch die Aussagen, würde der neue Dokumentenstandard sehr stark auf MS Office spezialisiert sein und wäre somit nicht mehr herstellerunabhängig. Dies erschwert die Nutzung in anderen Programmen. Das OASIS Open Document Format ist solch ein herstellerunabhängiger Standard. Es wird im Moment schon u.a. in OpenOffice, StarOffice, IBM Lotus Workplace, KOffice, writly, AbiWord, Scribus und Textmaker unterstützt. OASIS Open Document Format vs Microsoft, ich bin mal gespannt, wer sich durchsetzt.

    Nachtrag: Wie GROKLAW meldet, regt sich Widerstand gegen den Microsoft-Standardisierungs-Vorstoß. Die Computer & Communications Industry Association, eine bislang mir unbekannte Lobby-Vereinigung, hat ECMA aufgefordert, den Standardisierungsantrag von Microsoft zurückzuweisen. In dem Brief (hier als PDF) ist als Begründung folgendes zu lesen:

    Much, if not most technological progress today takes place in a milieu of open standards. Rather than approve this proposal as is, we urge you to insist on true openness. You should demand more of any vendor that brings a standard to your committee. If Microsoft’s proposal is to have any meaning at all, competitive vendors and open source developers must have a strong role in its development. Microsoft, likewise, should promise to develop within the confines of the standard it puts forward, and should license any intellectual property within Office 12 so that all developers can be assured that their software licenses will not conflict with Microsoft’s. Once again we urge you to reject the proposal.

    8. Dezember 2005 2
  • : Offene Standards im digitalen Zeitalter
    Offene Standards im digitalen Zeitalter

    Die Bedeutung von „Offenen Standards“ hat in der Gesellschaft, Wirtschaft und der Politik noch nicht den Stellenwert erhalten, den das Thema eigentlich verdienen würde. Aus diesem Grund bin ich froh, Oliver Zendel als Mit-Autor gewonnen zu haben, der hier auf netzpolitik.org in regelmäßigen Abständen über die Bedeutung und über Nachrichten von Offenen Standards informieren will.

    Oliver kenne ich schon seit einigen Jahren. Im Grunde genommen ist er mitschuldig daran, dass ich damals anfing, mich mit dem Wechselspiel „Freie Software und Politik“ intensiv auseinander zu setzen. Oliver ist Gründungsmitglied des LinuxTag e.V., hat von 1997 bis 2004 als Projektverantwortlicher den LinuxTag mitorganisiert und ist mittlerweile Diplom-Informatiker.

    Aber wozu Offene Standards? Wir verfassen immer mehr Daten digital. Der Computer und die Textverarbeitung haben die Schreibmaschinen verdrängt, Mobiltelefone und PDAs verdrängen Notizbücher. Je mehr Daten digital gespeichert werden, desto wichtiger ist sich Gedanken über die Datenformate zu machen, in denen unsere Daten gespeichert sind. Keine Angst, hier wird es nicht um die Technik gehen, sondern um die Folgen, die durch falsche Technologieentscheidungen drohen können.

    7. Dezember 2005 1
  • : Frankreich plant digitale Katastrophe
    Frankreich plant digitale Katastrophe

    Unser Nachbarland Frankreich ist in letztere Zeit vor allem durch immer schärfer werdende Gesetze zur „Inneren Sicherheit“ aufgefallen. Aktuell ist der Plan, die Urheberrechts-Gesetzgebung in einem Schnelldurchlauf bis Weihnachten zu verändern und massiv zu verschärfen. Die Planungen für die veränderte Urheberrechts-Gesetzgebung gehen in den frühen Sommer zurück.

    Geplant ist u.a.:

    * Ein Verbot aller Software, die kein DRM und Wasserzeichen unterstützt
    * Ein Marketing- und Werbe-Verbot von Kopierschutzentfernungs-Software und strafrechtliche Sanktionen von bis zu drei Jahren und Geldstrafen bis zu einer Höhe von 300.000 Euro bei einem Verstoss
    * Eine Kriminalisierung von Wissenschaftlern und Internet-Nutzern, die über die Umgehung von Kopierschutz berichten und/oder diese erforschen
    * DRM für digitale Radioübertragung
    * Eine Filterung privater Kommunikation nach urheberrechtlich geschützten Daten bei den ISPs

    Der Kollateralschaden für eine freie und offene Wissensgesellschaft und eine entstehende Digitalkultur wäre bei einem Durchkommen der Gesetzgebung massiv. Und das nicht nur in Frankreich. Immerhin ist das unser Nachbarland und es könnte massive Konsequenzen für unseren gestoppten „2. Korb der Urheberrechtsnovellierung“ bedeuten. Hinter der Lobby-Aktion stehen vor allem die Business Software Alliance (Microsoft & Co), Vivendi Universal und SACEM.

    Die französische Verwertungsgesellschaft SACEM (Vergleichbar mit der GEMA) hat schon ein Verbot Freier Software gefordert und Programmierer aufgefordert, ihre Lizenzen zu ändern, was meiner Meinung nach mehr als surreal ist. Ausgerechnet eine Verwertungsgesellschaft, die für die Rechte von Kreativen (ihrer Mitglieder) eintritt, fordert andere Kreative auf, ihre Arbeit einzustellen, bzw. bedroht diese mit Klagewellen. Kann man eigentlich nur noch als „Kulturkampf“ bezeichnen, der sich da abspielt.

    Sehr ausführlich geht Stefan Krempl auf Heise darauf ein: Frankreich plant drastische Verschärfung des Urheberrechts. Sehr ausführlich berichtet die Kampagne EUCD.info über die Verschärfungen und bietet auch eine Petition zum Unterschreiben an. Diese wurde bisher von 25000 Menschen unterschrieben.

    Hoffen wir mal, dass diese Verschärfung so nicht durchkommt. Die Folgen wären katastrophal, und das nicht nur für Frankreich.

    7. Dezember 2005 7
  • : Daily Rootkit: Noch mehr Freie Software geklaut
    Daily Rootkit: Noch mehr Freie Software geklaut

    Das SonyBMG Rootkit ist ständig für eine Überraschung gut. Diesmal wurde erneut geklaute Freie Software gefunden und zwar DRMS. Das ist eigentlich ein Tool, um bei iTunes das DRM zu hacken. Hier wird es aber dazu genutzt, Apples DRM zu implementieren. Mehr gibts bei Freedom to Tinker: Hidden Feature in Sony DRM Uses Open Source Code to Add Apple DRM.

    5. Dezember 2005 3
  • : Studie: Wird Fair Use überleben?
    Studie: Wird Fair Use überleben?

    Während es im kontinentaleuropäischen Urheberrecht sogenannte Schrankenregelungen gibt (wie z.B. das Recht auf Privatkopie), gibt es im im Copyright das sogenannte „Fair Use“. Passend dazu hat heute das „Free Expression Policy Project“ eine Studie mit dem Thema „Will Fair Use Survive?“ vorgestellt, wo man sich ausführlich über das Thema „Fair Use“ informieren kann.

    5. Dezember 2005
  • : UK: Indie-Musik für Podcasts lizenzieren
    UK: Indie-Musik für Podcasts lizenzieren

    Während die Verwertungsgesellschaften in Deutschland die neue Technologie Podcasting noch nicht wirklich kennen, hat die britische “ Association of Independent Music“ jetzt erste Lösungen vorgestellt: Indie music available to podcasts. Dort kann man Musik für Podcasts lizenzieren. Zu den Einschränkungen gehört wohl u.a., dass man bei den Songs am Anfang und am Ende Störgeräusche einsetzen soll. Ähnliches ist ja auch aus dem Radio bekannt, damit niemand die kompletten Songs mitschneiden kann. Zu den vertretenden Musikern gehören u.a. Franz Ferdinand, The Prodigy, The White Stripes und The Strokes. Mal schauen, wann in Deutschland mal die GEMA und die GVL aufwachen. Dauert sicherlich nur noch wenige Jahre, oder?

    Bis dahin und darüber hinaus stehen allen Podcastern sehr viele Creative Commons lizenzierte Songs kostenfrei zur Verfügung. Und der Pool wächst täglich.

    5. Dezember 2005 1
  • : Audio-Interview mit Lawrence Lessig
    Audio-Interview mit Lawrence Lessig

    Die kalifornische Radiosendung „Digital Village“ hat ein 45-minütiges Telefon-Interview mit Lawrence Lessig online in zwei Teilen (1 / 2) zur Verfügung gestellt. In dem Interview geht es u.a. um Google Print, SonyBMG Rootkit und Creative Commons. Auf der Webseite gibt es auch noch einige andere interessante Audio-interviews zu finden.

    5. Dezember 2005
  • : IP auf dem WSIS
    IP auf dem WSIS

    Monika Ermert hat für IP-Watch einen Artikel zum Thema „Geistiges Eigentum“ auf dem WSIS geschrieben, indem ich auch zitiert werde: Intellectual Property Issues Kept Off WSIS Agenda.

    1. Dezember 2005
  • : Version 2.0 der Richtlinie zur Durchsetzung Geistigen Eigentums wurde zurückgezogen
    Version 2.0 der Richtlinie zur Durchsetzung Geistigen Eigentums wurde zurückgezogen

    Es gibt auch mal gute Nachrichten aus Europa: Die EU-Kommission hat die Version 2.0 der Richtlinie zur Duchsetzung Geistigen Eigentums (IPRed2) zurückgezogen. Ursache soll eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes sein, wonach strafrechtliche Angelegenheiten nicht allein vom EU-Rat in Absprache mit der Kommission beschlossen werden können. Dies berichtet Heise: Neustart bei EU-Gesetz zur Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte. Allerdings bedeutet dies lediglich eine Verzögerung. Die Version 1.0 der Richtlinie aus dem Frühjahr 2004 wartet übrigens immer noch auf die nationale Umsetzung.

    30. November 2005
  • : Grateful Dead Bootlegs nicht mehr in der Public Domain
    Grateful Dead Bootlegs nicht mehr in der Public Domain

    Die Reste der Grateful Dead haben alle bis dato als Public Domain geltenden Livemitschnitte aus dem Internet zurückgezogen, um sie fortan via i‑tunes, etc. zu verkaufen. Immerhin haben die damals auf ihren Konzerten extra Stellplätze für die Bootlegger freigehalten. Das galt als eines der Vorzeigemodelle, wie man auch durch Verzicht auf Copyright sehr viel Geld verdienen kann.
    John Perry Barlow, der damals Songschreiber für die war, hat sehr erzürnt geantwortet.

    Update: Mehr als 5000 Fans stimmten die verbliebenen Bandmitglieder nach wenigen Stunden um. Archive.org darf nun wieder die Bootlegs von 1967–1995 als Live-Stream oder MP3 anbieten. Ausführlich dazu Spiegel Online. Danke an Doener für den Hinweis.

    30. November 2005 3
  • : Firefox 1.5 ist erschienen
    Firefox 1.5 ist erschienen

    Die offizielle Version 1.5 von Firefox ist heute veröffentlicht worden. Muss ich gleich mal upgraden und ausprobieren.

    30. November 2005 2
  • : Linux für Blinde für BIENE-Award nominiert
    Linux für Blinde für BIENE-Award nominiert

    Übernächste Woche wird er vergeben: BIENE (Barrierefreies Internet eröffnet neue Einsichten) (1) ist ein Wettbewerb von der Aktion Mensch und der Stiftung Digitale Chancen. Er prämiert Webseiten, die in besonderem Maße für Behinderte zugänglich sind. 26 Seiten aus den Bereichen EGovernment, EBusiness, Bildung, Kultur und Medien haben sich in die Endrunde qualifiziert, das Finale findet nun am 9. Dezember statt. „Vieles spricht dafür, sich an diesen Webseiten ein Beispiel zu nehmen, so dass zukünftig wesentlich mehr – wenn nicht gar alle – Webseiten allen Nutzern zugänglich sind“, sagt Jutta Croll, Geschäftsführerin der Stiftung Digitale Chancen über die Kandidaten.

    Unter den Finalisten ist auch Simon Bienlein mit seiner Webseite „Linux für Blinde“: Der blinde Informatikkaufmann und Programmierer hat es sich zum Ziel gesetzt, dass auch Blinde problemlos Linux auf ihrem Rechner installieren können. Dafür hat Bienlein die Installations-CD für Debian 3.0r1 GNU / Linux mit einer Unterstützung für die Braille-Schrift erweitert. Auf den Seiten gibt er eine Einführung in Linux und Debian, beispielsweise wie man eine Netzwerkverbindung herstellt und man mit dem Editor Vi umgeht.

    29. November 2005
  • : KDE 3.5 ist erschienen
    KDE 3.5 ist erschienen

    Vor zwei Wochen gab es den Release Candidate, heute wurde die Stabile Version von KDE 3.5 veröffentlicht. Sämtliche Verbesserungen sind in einer kleinen visuellen Führung auf der KDE-Webseite veranschaulicht: Die freie Dekstop-Oberfläche für UNIX-Systeme bietet unter anderem eine Verbesserung der Browser-Sicherheit. Das Surfen mit dem Konqueror wird mit einem Pop-Up-Blocker und durch sein integriertes AdBlock Content-Filtering angenehmer. Konqueror hat nun auch den „Acid2“ CSS-Kompatibilitätstest bestanden. Wie sein Konkurrent Firefox kann der Konqueror jetzt in verschiedenen Suchmaschinen mittels der Menüfunktion „Select Search Engines…“ stöbern. Endlich arbeitet der E‑Mail-Client KMail nun deutlich besser mit dem IMAP-Protokoll: E‑Mails können online, also auf dem Server über einen Filter aussortiert werden.

    Auch der RSS-Reader aKregator hat eine deutliche Verbesserung seiner Performance erfahren: Man kann über den Feed einstellen, ob statt eines eingeblendeten RSS-Contents die Webseite direkt aufgerufen wird. Das ist für Newsfeed nützlich, die nicht den vollen Inhalt unterstützen. Weitere Neuerungen: Der Instant Messenger Kopete unterstützt nun auch Webcams, sowie die MSN- und Yahoo- IM Dienste. Das Verwalten verschiedener Accounts wird durch das Exportieren des globalen Spitznamen („Nickname“) und der globalen Identität wesentlich vereinfacht. Begrüßenswert ist auch die Erweiterung der „Kicker Tooltips“: Beim Scrollen mit der Maus werden auf der Arbeitsoberfläche animierte Informationen zu den verfügbaren Programmen angezeigt und welches gerade angewendet wird. Mit der Applikation „SuperKaramaba“ können interaktiv neue Module eingebaut werden. Erweiterungen sind zum Beispiel die aktuelle Wetteranzeige, ein Newsticker oder ein System-Monitor.

    Für Benutzer auch interessant ist die Neuerung, dass externe Speichergeräte wie Festplatten oder USB Flash-Sticks jetzt in einem Menüfenster angezeigt und verwaltet werden können. Zwei neue Programme bereichern die Auswahl: blinKen, ein Retro-Memory-Game aus den Siebzigern und KGeography, eine Lernsoftware für Erdkunde.

    29. November 2005
  • : Zürich: Diskussion – Was tun? Wie weiter? Wege zur Digitalen Allmend
    Zürich: Diskussion – Was tun? Wie weiter? Wege zur Digitalen Allmend

    Am Donnerstag bin ich in der Roten Fabrik in Zürich bei der Diskussionsveranstaltung „Was tun? Wie weiter? Wege zur Digitalen Allmend“. Die Diskussion ist der Abschluss einer kleinen Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Digitale Allmend“. Drei Veranstaltungen fanden schon statt und es gibt mittlerweile Audiomitschnitte der Vorträge unter einer Creative Commons Lizenz.

    Aus der Ankündigung:

    In der bisherigen Veranstaltung wurde die digitale Allmend aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. So erfolgten ein Einstieg über die Geschichte und Konflikte rund ums Urheberrecht, sowie ein Blick auf die Wissens- und Kulturallmend. Im Sinne der Digitalen Allmend sind die bisherigen Vorträge als Audiodatei unter einer Creativ Commons Lizenz verfügbar und dürfen weiterverbreitet und teilweise sogar verändert werden.

    Die letzte Veranstaltung am 1.12.2005 um 20:00 in der Roten Fabrik ist die „Diskussion – Was tun? Wie weiter? Wege zur digitalen Allmend?“. Auf dem Podium sind Personen welche unterschiedliche Ansätze einer digitalen Allmend propagieren. Unter Anderem geht es um kollektive Verwertungsgesellschaften und Creative Commons.

    Eingeladen sind:

    * Adi Blum (European Writers’ Congress)
    * Markus Beckedahl (Netzwerk Neue Medien, Netzpolitik.org)
    * Bernhard Wittweiler (SUISA)
    * Wolf Ludwig (comunica-ch)
    * Thomas Bader (Digitale Allmend)
    * Moderation: Daniel Boos

    Der Eintritt ist frei.

    Ich bin auf Zürich gespannt und freue mich schon. Bisher wurde es mir immer als das Berlin der Schweiz in höchsten Tönen gelobt. Leider muss ich schon wieder Samstag Abend in Berlin sein, aber zwei Tage reichen hoffentlich auch, um mir Zürich etwas näher anschauen zu können.

    28. November 2005 2
  • : Geo-Daten öffnen!
    Geo-Daten öffnen!

    BITKOM hat ein Defizit bei Geoinformationsdaten entdeckt und fordert die Einrichtung einer zentralen staatlichen Stelle zur Koordination. Quasi eine „Clearing-Stelle“. In einem Artikel bei de.internet.com dazu bin ich auf das „Memorandum der Kommission für Geoinformationswirtschaft“ aus dem April diesen Jahres gestossen. Auf einer Seite des Bundeswirtschaftsministerium finden sich mehr Informationen darüber:

    Die Kommission für Geoinformationswirtschaft (GIW-Kommission) ist die Schaltstelle zwischen Wirtschaft und Verwaltung zur Erschließung des wirtschaftlichen Nutzens von Geoinformationen und dauerhafter Schöpfung von zusätzlichem Mehrwert. Die GIW-Kommission stellt damit einen weiteren Baustein zum e‑Government.

    Ein Defizit bei Geoinformationsdaten sehe ich auch. Leider finden sich sowohl im Memorandum als auch auf den Seiten der Geoinformationswirtschaft immer nur Informationen und Forderungen zum Thema „Nutzungsrechte“ und „Lizenzgebühren“. Meiner Meinung nach sollten die Geoinformationsdaten kostenlos vom Staat zur Verfügung gestellt werden, um mehr Innovation zu ermöglichen. Wieso soll nur die Wirtschaft innovative Modelle, beispielsweise rund um „Local-Based-Services“, entwickeln dürfen. Wenn man die Geodaten gleich frei zur Verfügung stellen, haben auch freie Projekte, kreative Programmierer und andere die Möglichkeit, neue Services zu entwickeln und damit mehr Innovation in diesem Bereich zu entfachen.

    28. November 2005
  • : Wiener Erklärung: Microsoft antwortet auf Vorwürfe
    Wiener Erklärung: Microsoft antwortet auf Vorwürfe

    Die Microsoft-Änderungen der „Wiener Erklärung“ zum WSIS halten sich weiter in den Medien. Eine de.internet.com-Meldung wertete die „Wiener Erklärung“ gleich zum UN-Dokument auf. Das ist nicht ganz richtig, da die Erklärung ein österreichischer Beitrag zum WSIS-Prozess war, wie beispielsweise unsere „Charta der Bürgerrechte für eine nachhaltige Wissensgesellschaft“, die wir vor zwei Jahren zum WSIS verfasst haben. Aber ein Beitrag zu einem Prozess der Vereinten Nationen ist nicht gleich ein UN-Dokument.

    Trotzdem ist die de.internet.com-Meldung interessant, weil darin der Öffentlichkeitsmensch von Microsoft Österreich zu Wort kommt:

    Microsoft beantragte die Änderung, da das Original eine einseitige Sichtweise auf die IT-Industrie bietet, so Thomas Lutz, Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit bei Microsoft Österreich. „Es ist nicht das Ziel der Anhänger freier Softwarte einen gesunden Wirtschaftszweig aufzubauen, sondern Einnahmen durch Software als kommerzielles Produkt unmöglich zu machen“, führte Lutz aus.

    Ich denke mal, in diesem Fall kann man schon von bewusster Falschaussage, dummer Propaganda und gezielter Manipulation sprechen. Mir ist neu, dass das Ziel Freier Software sei, „Einnahmen durch Software als kommerzielles Produkt unmöglich (zu) machen“. Und als Unternehmer im Freie Software Umfeld verwehre ich mich gegen die Behauptung, dass es „nicht das Ziel der Anhänger freier Softwarte (sei,) einen gesunden Wirtschaftszweig aufzubauen“. Was für ein Schwachsinn. Was im IT-Markt im Moment fehlt, ist Chancengleichheit, woran das Microsoft-Monopol mit die Hauptschuld trägt.

    de.internet.com bezieht sich auf einen Artikel aus ZDNet UK, den Georg Greve in seinem Blog aktuell kommentiert. In dem Artikel („Microsoft: Linux is anti-commercial“) findet sich noch eine andere Aussage von Thomas Lutz:

    28. November 2005
  • : Die Zeit zum SonyBMG Rootkit
    Die Zeit zum SonyBMG Rootkit

    Die Zeit hat einen ausgesprochen interessanten Artikel über das SonyBMG Rootkit veröffentlicht: Sony-Piraten.

    Vielleicht hat Sony aber nur Pech gehabt, indem es beim Hacken seiner Kunden ertappt worden ist. Etliche andere Musikfirmen erproben ähnlich trickreiche Methoden, um ihre CDs vor dem Kopieren oder dem Übertragen auf tragbare Geräte wie iPods zu schützen. Digital Restrictions Management (DRM) ist dafür das Fachwort, und eine Fülle (inkompatibler) Lösungen und Teil-Standards existiert dafür inzwischen. DRM ist längst Bestandteil von Computer-Betriebssytemen wie Windows, so dass Firmen wie Microsoft eine wesentliche Kontrolle über die Mediennutzung ihrer Kunden erhalten. Hardware-Hersteller wie IBM/Lenovo haben begonnen, „Sicherheitschips“ in neue Computer einzubauen, die auch im Dienste des Kopierschutzes verwendet werden können.

    Besonders übel ist der Umstand, dass die meisten Programme spitzeln – sie informieren Sony oder Microsoft, wenn sich jemand eine bestimmte CD anhört. Ein anderes Problem besteht darin, dass viele DRM-Techniken legitime Nutzungen der Musik verbieten, wie etwa das Abspielen auf einem iPod.

    [via freedom bits]

    25. November 2005 1