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Urheberrecht, Creative Commons, freie Software, freies Wissen, Bildung, Informationsfreiheit.

  • : BBC: Internet Media Player schliesst aus
    BBC: Internet Media Player schliesst aus

    Über den „Internet Media Player“ (IMP) der BBC hatte ich schon im Mai berichtet. Heute ist die offizielle Testphase mit einigen Tausend Teilnehmern gestartet. Und ich bin nicht mehr davon überzeugt, dass dieses Projekt eine gute und innovative Sache ist. Der Grund? Es wird Digital Rights Management eingesetzt, welches nur mit dem Internet Explorer und dem Windows Media Player läuft. Tolle Innovation – Nutzer von anderer Software werden ausgeschlossen. Ob das im Sinne eines öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders ist, dessen Aufgabe es sein sollte, einen Zugang zu schaffen? Screenshots finden sich übrigens hier.

    5. Oktober 2005
  • : Musikalischer Nachschub von amaroK
    Musikalischer Nachschub von amaroK

    Freie Software und freie Musik halten Händchen: Der beliebte KDE-Audioplayer amaroK ist ab sofort als Vollversion Live 1.3 auf CD mit Musikstücken erhältlich beziehungsweise als CD-Image herunterladbar. Magnatune, das Vorzeigelabel der Creative Commons-Gemeinde und beliebt bei Independent-Filmern zur Bestückung ihrer Soundtracks, machte einige Musiktracks für die Silberscheibe locker. Auf der CD sind auch Stücke der deutschen Produzenten Paniq und Snooze und des Norwegers Ugress enthalten.

    Seit der Version 1.3 von amaroK ist es möglich, Podcasts zu laden und Playlisten im 3mU-Format zu erstellen. Weitere Merkmale sind, CD-Cover aus der Datenbank von Amazon einzubinden, Künstlerinfos via Wikipedia zu laden und Musiktracks über den Audioscrobbler mit anderen zu tauschen.

    Hier geht es zum Download des amaroK CD-Images mit 350 MB, auch möglich mit BitTorrent über einen Tracker. Magnatune bietet eine große Auswahl an CC-Stücken auf der eigenen Seite Seite.

    4. Oktober 2005 2
  • : „Freude schöner Götterfunken“ bald online? Europäisches Kulturerbe soll digitalisiert werden
    „Freude schöner Götterfunken“ bald online? Europäisches Kulturerbe soll digitalisiert werden

    Die Europäische Kommission will Schriftwerke, Bilder und Tonaufzeichnungen als Ausdrucksformen des europäischen Kulturguts digitalisieren und somit allen EU-Bürgern zugänglich machen. Das gigantische Projekt unter dem Titel „i2010: Digital Libraries“ will sämtliche „physischen“ Werke für die Nachwelt konservieren. Wie die ungefähr 2,5 Millionen Schriftbände, Bücher und Magazine und die Millionen Filmmaterial für die Nachwelt digitalisiert werden, soll in einem Vorschlag für eine Empfehlung im Juni nächsten Jahres vorgelegt werden. Für diesen Vorschlag nun hofft die EU-Kommission auf die Unterstützung ihrer Bürger: Bis zum 20. Januar 2006 sind Interessierte aufgerufen, Fragen zur Art der geplanten Digitalisierung zu beantworten: Wie man zum Beispiel private Investoren, neue Business-Modelle und die öffentlich-private Zusammenarbeit für die Umsetzung fördern könnte.

    Nur: Das Urheberrecht ist nach Ansicht der EU-Kommission ein gewichtiger Faktor. Auch hier will die EU-Kommission von den Bürgern wissen, mit welchen „legislativen, technischen oder organisatorischen Mitteln“ man urheberrechtlich geschütztes Material zugänglich machen könnte und gleichzeitig dennoch die „legitimen Interessen des Autors respektieren“, so der Fragebogen. Die Auswertung der Antworten sollen auch für die geplante Überprüfung der Urheberrechtsvorschriften der EU 2006 herangezogen werden.

    Die Unibibliothek bei Yahoo!

    Auf internationaler Ebene gibt es von der eben gegründeten Open Content Alliance (OCA) bereits ähnliche Bestrebungen: Die setzt sich zusammen aus Organisationen wie dem Internet Archive, Bildungseinrichtungen wie der Universität Kalifornien, den Prelinger Archives oder Firmen wie Adobe und Yahoo! und will wie die EU-Kommission Printmedien und Multimedia-Content digitalisieren. Um sich nicht am Urheberrecht die Finger zu verbrennen, sollen jedoch nur Public Domain-Inhalte gescannt werden und solche, die explizit vom Autor freigegeben wurden. Die Suchmaschine Google hatte sich just gerade mit ihrem vergleichbaren Projekt, der Print Library in die Nesseln gesetzt und war letzte Woche von der Autorenvereinigung verklagt worden.

    Schließlich scheuen sich zu guter Letzt die Verlage, Werke zum freien Download zuzulassen: Der Internetshop Amazon bietet seit Ende Juli die Volltext-Suchfunktion „Search Inside“ an, mit der Bücher in Auszügen eingesehen werden können. Bislang waren jedoch nicht viele Verlage bereit, ihre Veröffentlichungen dafür herzugeben.

    4. Oktober 2005
  • : Vortrag: LyX – Die etwas andere TeXtverarbeitung
    Vortrag: LyX – Die etwas andere TeXtverarbeitung

    Ein wenig kurzfristig, aber wir haben am Dienstag, den 04.10. um 19.00h einen Vortrag zu „LyX – Die etwas andere TeXtverarbeitung“ im newthinking store, Tucholskystr. 48 in Berlin-Mitte:

    LyX ist ein grafisches Interface ähnlich wie OpenOffice, für das professionelle Satzsystem LaTeX. Mit LyX muss der Anwender keinen Editor erlernen und sich auch nicht erst in die teilweise komplexe Syntax von LaTeX einarbeiten um einen Text zu erstellen.

    Mit LyX kann der Anwender sofort loslegen. Er muss sich nicht um das Layout kümmern und erstellt in professioneller Qualität seine Schriftstücke. Die Textverarbeitung LyX eignet sich sowohl zur Erstellung eines Briefes, Artikels, als auch zur Erstellung eines Buches mit komplexen Verzeichnissen. Auch vor der Erstellung von Vortragsfolien, Flyern und Expose’s schreckt LyX nicht zurück.

    Der Eintritt ist wie immer frei.

    3. Oktober 2005
  • : Neues Filmprojekt von Route66-Machern
    Neues Filmprojekt von Route66-Machern

    Die Macher des ersten Creative Commons Film aus Deutschland, Route 66, haben ihr zweites Filmprojekt gestartet: „Die letzte Droge“. Die Dreharbeiten werden via Webcam ins Netz getragen, das Drehbuch steht unter einer freien Creative Commons Lizenz und jetzt gibt es auch ein Weblog. Dazu verkünden sie, dass es vom Route66-Soundtrack einen Remix gibt.

    3. Oktober 2005
  • : Mithilfe gesucht: Deutsche Creative Commons Seite überarbeiten
    Mithilfe gesucht: Deutsche Creative Commons Seite überarbeiten

    Wir haben angefangen, die deutsche Creative Commons Seite grundlegend zu überarbeiten. Dazu gibt es im Wiki der Creative Commons Usergroup eine eigene Seite, wo die Struktur schon steht. Hier können wir noch Hilfe gebrauchen. Einerseits was weitere Links zu interessanten Projekten betrifft, andererseits in der Ausformulierung von Texten.

    Beispielsweise gibt es Seiten für verschiedene Zielgruppen:

    * CC für Musiker
    * CC für Filmemacher
    * CC für Texter
    * CC für Entwickler und Programmierer
    * CC für Blogger
    * CC für Bilder
    * CC für Bildung und Erziehung
    * CC für Wissenschaft
    * CC für Institutionen
    * CC für Marketing

    Aner auch die anderen Seiten freuen sich über Content und Mithilfe.

    3. Oktober 2005
  • : USA: Die RIAA wird zurück verklagt
    USA: Die RIAA wird zurück verklagt

    Spannend dürfte dieser Prozess werden: In den USA hat eine 41-jährige behinderte und alleinerziehende Mutter einer achtjährigen Tochter, eine Gegen-Klage gegen die RIAA erhoben, die sie wegen Filesharing angeklagt hatte. Ihr wird vorgeworfen, über Kazaa Gangsta-Rap heruntergeladen zu haben, teilsweise morgen um 4:24h. Die Argumentation ihrer Anwälte findet sich in deren Weblog wieder. In sehr vielen Punkten wird der RIAA ein Verstoss gegen geltende Gesetze vorgeworfen. Dazu gehören „Einbruch in die Privatsphäre“, elektronischer Einbruch, Computerspionage, fahrlässige Falschangaben, der Aufbau von Klagewellen als Geschäftskonzept, was das ganze wiederum unter den juristischen Begriff der „Gewerbsmässigkeit“ fallen lässt und einiges mehr.

    20. Entering a person’s personal computer without their authorization to snoop around, steal information, or remove files is a violation of the common law prohibition against trespass to chattels.

    21. The record company plaintiffs employed MediaSentry as their agent to break into Ms. Andersen’s personal computer (and those of tens of thousands of other people) to secretly spy on and steal information or remove files. MediaSentry did not have Ms. Andersen’s permission to inspect, copy, or remove private computer files. If MediaSentry accessed her private computer, it did so illegally and secretly. In fact, Ms. Andersen was unaware that the trespass occurred until well after she was anonymously sued.

    22. According to the record companies, the agent, Settlement Support Center used the stolen private information allegedly removed from her home computer in their attempt to threaten and coerce Ms. Anderson into paying thousands of dollars. .…

    64. The record companies and their agents stood to financially benefit from these deceptive and unlawful acts. Proceeds from these activities are used to fund the operation of the record companies’ continued public threat campaigns.

    2. Oktober 2005
  • : Buch unter CC: Urheberrechtsgesetzgebung in Kanada
    Buch unter CC: Urheberrechtsgesetzgebung in Kanada

    Michael Geist, ein kanadischer Urheberrechtsexperte, hat das Buch „In the Public Interest: The Future of Canadian Copyright Law“ über die Urheberrechtssituation in Kanada veröffentlicht. Darin finden sich 19 Esseys von anderen Experten. Das Buch ist unter einer Creative Commons Lieznz erschienen und kann im Netz gelesen werden.

    In the Public Interest: The Future of Canadian Copyright Law

    From Grokster to Google, copyright has emerged as one of the Internet’s most challenging legal issues. Once limited to a select group of scholars, copyright now captures front page headlines as millions of Canadians consider its impact on education, technology, communication, and culture.

    30. September 2005
  • : EU will mal wieder Geistiges Eigentum stärken
    EU will mal wieder Geistiges Eigentum stärken

    Die EU-Kommission will die EU-Industriepolitik umbauen und kündigt neue Initiativen an. Industriekommissar Günter Verheugen nannte sechs Initiativen, um Europa im internationalen Wettbewerb zu stärken und seine Fähigkeit zum Strukturwandel zu verbessern. Eine davon soll zur Stärkung des „Geistigen Eigentums“ dienen. Damit ist wahrscheinlich die IPRED-Direktive gemeint. Wie die Richtlinie zur Durchsetzung Geistigen Eigentums dient sie in der Aussenkommunikation natürlich nur der Bekämpfung von kommerzieller Produktpiraterie. Kollateralschäden werden höchstwahrscheinlich wieder bei den Verbraucherrechten, beim Wettbewerb und bei der Entfaltung von Innovation entstehen.

    Mehr Informationen über die IPR Enforcement Directive bieten:

    * foundation for information policy research
    * Free Software Foundation Europe
    * Foundation for a Free Information Infrastructure UK

    30. September 2005
  • : Musicload bewirbt die Privatkopie
    Musicload bewirbt die Privatkopie

    Musicload suggeriert, dass man die online gekauften Songs weiterverschenken kann
    Musicload, der Musik-Downloadshop von T‑Online, überraschte uns heute mit dieser Zeitschriftenanzeige: Sie suggeriert, dass online gekaufte Musik sich als Geschenk eignet. Die Dateien weiterzugeben funktioniert natürlich nicht, dafür sorgt das Digital Rights Management des von Musicload verwendeten WMA-Formats. Warum man darauf verzichten sollte, haben wir ja schon vor zwei Wochen in unserem Test der Downloadportale geschrieben.

    Daher muss man vermuten, dass Musicload mit dieser Anzeige dazu anregen will, die online gekauften Songs auf eine herkömmliche CD zu brennen (was in der Regel 10× möglich ist) und dann zu verschenken. (Und von einer Audio-CD kann man die Musik natürlich beliebig ohne Einschränkungen wieder auslesen). Damit dürfte die Regelung des UrhG, die das Umgehen von Kopierschutzmechanismen verbietet, hier nicht greifen. Plötzlich ist sie also wieder da, die gerne wegdiskutierte (und bei Kopierschutz faktisch illegale) Privatkopie.

    Es ist nicht ganz klar, ob das im Widerspruch zu Punkt A.V.4.1 der für Musicload gültigen T‑Online-AGB steht:

    Es ist nicht gestattet, die Inhalte oder Teile derselben zu bearbeiten, zu vervielfältigen, zu verbreiten, öffentlich wiederzugeben…

    Na, was denn nun?

    Sieht so aus, als läuft das Geschäft dann doch nicht so gut, wenn man dem Kunden jetzt schon durch die Blume mitteilen muss, dass das eigene Geschäftsmodell nicht wasserdicht ist.

    28. September 2005 5
  • : Links zu urheberrechtlich geschützten Werken im eDonkey-Netzwerk illegal
    Links zu urheberrechtlich geschützten Werken im eDonkey-Netzwerk illegal

    Das Landgericht Hamburg hat entschieden, dass das Anbieten von eDonkey-Links auf urheberrechtlich geschützte Inhalte rechtswidrig ist. In diesem Fall ist die Motion Picture Association of America (MPAA) mittels Einstweiliger Verfügung gegen das in der Schweiz gehostete Webangebot The-Realworld.de vorgegangen. In dem Fall ging es um Links zu TV-Serien im eDonkey-Netzwerk.

    28. September 2005
  • : Projekt will Freie Software Qualitätsstandards für KMUs schaffen
    Projekt will Freie Software Qualitätsstandards für KMUs schaffen

    Das nordrhein-westfälische Kompetenzcentrum für Linux und Open Source (LOS! NRW e.V.), entwickelt seit diesem Sommer in einem deutsch-niederländischen Team den europäischen Qualitätsstandard „E‑OS“. Dieser Standard soll dem Anwender ein Höchstmaß an Verlässlichkeit und Sicherheit im Einsatz freier Softwaresysteme bieten, wie LOS! NRW in einer Pressemitteilung mitteilte.

    Das so genannte Euroquis-Team, wird vom EU-Programm der Euregio-Rhein-Waal sowie durch die Wirtschaftsministerien der Niederlande und Nordrhein-Westfalens gefördert. Das Ziel des Projektes ist, in den kommenden zwei Jahren einen Qualitätsstandard zu schaffen, um kleineren und mittleren Unternehmen die Entscheidung für die Herstellerungebundenen und kostengünstigen Software-Alternativen zu erleichtern. Außerdem soll ein Atlas erarbeitet werden, der einen Marktüberblick über Anbieter und Dienstleister von Open-Source-Lösungen liefert.

    Das Projekt hat auch ein Blog.

    28. September 2005
  • : James Boyle und der WIPO-„Broadcasting and Webcasting Treaty“
    James Boyle und der WIPO-„Broadcasting and Webcasting Treaty“

    James Boyle thematisiert in einer sehr interessanten Kolumne in der internationalen Financial Times den „Broadcasting and Webcasting Treaty“, welcher aktuell und vor allem in den kommenden zwei Wochen bei der WIPO in Genf diskutiert wird: More rights are wrong for webcasters

    Eventually, a new treaty will be produced. A new round of “harmonisation” will begin – upwards, always upwards. An unnecessary set of rights will have been created and created without evidence, perhaps reaching the heart of our new communications technology. And the lobbyists will return to their desks to plan again. Perhaps the growing furore about the webcast right will drive it off the agenda eventually. Yet the larger pattern of making ­decisions without evidence, as a contract among the affected industries, will continue. This is a scandal. But at WIPO, it is business as usual.

    27. September 2005
  • : Peru beschliesst Freie Software – Gesetz
    Peru beschliesst Freie Software – Gesetz

    Peru ist ein weiteres Land, welches die Förderung und Notwendigkeit von Freier Software erkannt hat. Dort wurde jetzt ein Gesetz verabschiedet, welches dafür sorgen soll, dass Verwaltungen Freie Software bevorzugt einsetzt.Begründet wird der Schritt mit mehr Nachhaltigkeit in der IT-Infrastruktur und langfristig niedrigeren Kosten.

    Das Gesetz verlangt im Einzelnen: Keine staatliche Organisation darf Hardware anschaffen, auf der nur freie oder nur proprietäre Software lauffähig ist. Proprietäre Software ist keinesfalls ausgeschlossen, jedoch dürfen Lizenzen proprietärer Software nur nach eingehender Prüfung angeschafft werden, die eine vergleichende Analyse der auf dem Markt befindlichen Software und eine Aufstellung von Kosten und Nutzen für die gesamte Einsatzzeit der Software einschließt. Schulungen sollen technologieneutral gehalten werden.

    Mehr dazu bei Pro Linux und Slashdot.

    27. September 2005
  • : Open Source Marketing
    Open Source Marketing

    Die „dotcom“-Blase ist geplatzt – Open Source Software schickt sich an, die neue „große Nummer“ der Geschäftswelt zu werden. Allerdings unterscheidet sich das Open-Source-Business weitgehend vom inhaltlich eher schwachbrüstigen Marketingboom der Neunziger Jahre.

    Zack Urlocker, Vize-Präsident der Firma MySQL, hat in einem Interview mit MarktingSherpa seine Sicht der Dinge dargelegt und auf Fehler im Open Source Marketing hingewiesen.

    Grundsätzlich so Urlocker, müssen sich die Firmen darüber klar sein, dass sie mit technisch versierten Kunden interagieren. Denn eine großer Anteil der Kundschaft ist selbst in Open Source Projekten engagiert. Mit leeren Phrasen und großen Versprechungen ist darum im Open Source Business nicht viel zu holen.

    Es geht um Inhalte, um präzise Informationen und konkrete Antworten. Urlocker macht gravierende Fehler aus, die die Erfolgaussichten eines auf Open Source setzenden Unternehmens empfindlich stören können und gibt Tipps für eine erfolgreiche Marketingstrategie.

    Mehr als in anderen Branchen ist Ehrlichkeit über die Lizensierung und eine transparente Unternehmensstruktur und ‑philosophie von Nöten. Denn OSS-Firmen sind in großem Maße auf die Unterstützung aus der Community angewiesen. Nicht nur, dass die Entwickler untereinander on- und offline kommunizieren und somit an der Meinungsbildung über das Unternehmen, letztlich also an dessen Erfolg beteiligt sind. Auch die Pläne und die Strategie der Firma müssen offen kommmuniziert werden, da die Ressource – die Software – ursprünglich aus der Open Source Community kommt und diese daher über die weitere Verwendung ihrer Entwicklung informiert werden will.

    Das Motto lautet also, nicht nur Open Source vorgeben, sondern Open Source sein.

    Wichtig ist es laut Urlocker, Informationen über das Unternehmen und Produkte nicht nur über die klassischen Wege zu publizieren, sondern alternative Strategien zu entwickeln. Zielgruppengerechte Kommunikation lautet das Stichwort. Als Beispiel nennt Urlocker die MySQL-Roadmaps, die die Pläne des Unternehmens für die kommenden zwei Jahre offenlegen und nicht nur in offiziellen Portale sondern auch auf Entwicklerseiten gepostet werden.

    Open Source Software ist den proprietären Gegenstücken in vielerlei Hinsicht überlegen. Nichts desto trotz wollen Kunden nicht bevormundet, sondern sachlich von einem Produkt überzeugt werden. Laut Urlocker sei eine „religiöse“ Idealisierung Freier Software und die Brandmarkung aller proprietärer Konkurrenzprodukte daher oftmals eher verkaufsstörend. Vielmehr käme es darauf an, Kunden durch klare Aussagen von den Vorteilen einer Open Source Lösung zu überzeugen.

    Der Erfolg gibt MySQL-Vize Urlocker recht. Der gibt wiederum einen Einblick in die Marketing-Strategie seines Unternehmens.

    Die MySQL-Website bietet für alle Kundengruppen die passend aufbereiteten Informationen. So gibt es beispielsweise die Developer Zone, wo Buchauszüge, Best practise Berichte, aktuelle Artikel, Blogs und andere Materialien zur Verfügung gestellt werden. Des Weiteren haben sich so genannte Webinars bewährt. In diesen Online-Präsentationen widmen sich Experten technischen Belangen, beantworten Fragen und treten in den „direkten“ Austausch mit interessierten Entwicklern. Newsletter ergänzen dieses Informationsangebot.

    Ähnlich erfolgreich sind Fallstudien bekannter Firmen, die Einzelheiten über die Implementierung von MySQL beschreiben. Wichtig hierbei ist es das die zur Verfügung stehenden Dokumente, tatsächlich eine Entscheidungshilfe geben, d.h. relevante und ehrliche Informationen zu Technik, Motivation, Implementationsstrategie und auftretenden Problemen liefern.

    White Papers sind ebenfalls eine beliebte Informationsquelle, für die Entwickler sogar bereit sind einvorgeschaltetes Online-Formular auszufüllen. Dieses beschränkt sich auf wenige, wesentliche Angaben, nämlich eMail, Titel, Firma und das geplante Einsatzgebiet von MySQL. Beim zweiten Download eines White Papers wird die Person per Cookies identifiziert und muss lediglich die Frage nach der gesuchten Anwendung beantworten.

    Darüber hinaus haben sich auch Firmen-Weblogs als Ergänzung der traditionellen Pressearbeit bewährt. Einzelne Mitarbeiter berichten hier, aber auch auf Community-Website und in Entwickler-Foren von ihrer Arbeit und stehen als Ansprechpartner bei technischen Fragen bereit.

    Auf diese Weise kann der enge Kontakt zu der Entwickler-Community, die so wichtig für Open Source Unternehmen ist, gehalten werden, unabhängig davon wo diese sich im Web bewegen und welchen Informationsstil sie bevorzugen.

    26. September 2005
  • : Microsoft übt Kritik an OpenDocument
    Microsoft übt Kritik an OpenDocument

    Im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts wurde diese Woche eine Maßnahme auf den Weg gebracht, die den dortigen Regierungsbehörden ab dem 1. Januar 2007 die Benutzung offener Dokumentformate vorschreibt. Allen voran ist damit OpenDocument gemeint, entwickelt von der Arbeitsgruppe OASIS, die aus dem OpenOffice-Projekt hervorgegangen ist. Eric Kriss, Verwaltungs- und Finanzsekretär in Massachusetts, begründet die Entscheidung folgendermaßen:

    It is an overriding imperative of the American democratic system that we cannot have our public documents locked up in some kind of proprietary format, perhaps unreadable in the future, or subject to a proprietary system license that restricts access.
    (Quelle: Informal comments on Open Formats, Eric Kriss)

    Bislang wurde in Massachusetts vor allem Microsoft Office verwendet, jedoch hat Microsoft Unterstützung der OpenDocument-Dateiformate unter Angabe technischer Gründe ausgeschlossen. Stattdessen versucht Microsoft-Manager Alan Yates in einem Brief an Eric Kriss und den Leiter der örtlichen Information Technology Division, Peter Quinn, eine Schwäche zu erläutern, die man bei OpenDocument ausgemacht zu haben glaubt:

    The draft policy identifies four products that support the OpenDocument format: Sun’s StarOffice, OpenOffice.org, KOffice, and IBM Workplace. In reality, these products are slight variations of the same StarOffice code base, which Sun acquired from a German company in 1999. The different names are little more than unique brands applied by the vendors to the various flavors of the code base that they have developed. In essence, a commitment to the OpenDocument format is a commitment to a single product or technology. This approach to product selection by policy violates well-accepted public procurement norms.

    Hier irrt Microsoft. Bei KOffice handelt es sich um ein seit 2000 1998 von Grund auf neu entwickeltes Office-Paket für die freie Desktop-Umgebung KDE, nicht etwa um einen StarOffice-Ableger. Notes-Nachfolger IBM Workplace benutzt zwar auch OpenOffice-Code, ist als Client/Server-Lösung aber derart anders aufgestellt, dass man wohl kaum vom selben Produkt sprechen kann. Nicht zuletzt wurden auch von AbiWord und TextMaker bereits Versionen angekündigt, die OpenDocument lesen und schreiben können sollen.

    Unterm Strich zeichnet sich also breite Unterstützung für die immerhin erst im Mai verabschiedeten Formate ab, die auch bei der Europäischen Kommission im Gespräch sind und Gefallen finden.

    23. September 2005 2
  • : Podcasting unter Linux
    Podcasting unter Linux

    Julius Stiebert hat auf Pro-Linux einen längeren und lesenswerten Artikel zum Thema Podcasting unter Linux veröffentlicht: iPod, Podcasts und Linux

    Es ist offensichtlich: Es gibt, wie so oft, einige Programme unter Linux, die zum Verwalten des iPods oder zum Empfangen von Podcasts gedacht sind. Doch leider gibt es nur verhältnismäßig wenige, an denen aktiv gearbeitet wird. Wirklich schade ist vor allem, dass derzeit noch keine iPod-Verwaltung auch selber Podcasts empfangen kann.

    Letztlich macht Gtkpod noch den besten Eindruck, vor allem, da es stetig weiterentwickelt wird. Folgt hier in Zukunft die Unterstützung für Podcasts und Fotos, wird die Applikation wohl zur ultimativen iPod-Verwaltung. Allerdings hinterlassen gelegentliche Abstürze einen bitteren Nachgeschmack, so dass man sich in jedem Fall auch GNUpod anschauen sollte, das nicht weniger funktional ist. Für Konsolen-Freaks stellt sich die Frage natürlich gar nicht erst.

    Bei den Podcast-Empfängern sieht es ähnlich aus: Wer die Konsole bevorzugt, hat eine Auswahl an unterschiedlichen Skripten, die sich im Grunde aber nichts nehmen. Bei den grafischen Anwendungen macht gPodder einen interessanten Eindruck und könnte in Zukunft noch wesentlich interessanter werden. Derzeit triumphiert aber ohne Zweifel iPodder, das eigentlich alles bietet, um sich ständig die neusten Podcasts aus dem Netz zu ziehen.

    Doch im Endeffekt ist es wie immer: Wer die Wahl hat, hat die Qual – und demnach sollten Sie selber austesten, welches Programm ihnen am besten gefällt! Das Angebot ist vorhanden.

    20. September 2005
  • : RIAA verliert gegen Eltern
    RIAA verliert gegen Eltern

    Ein Gericht in den USA hat jetzt entschieden: Eltern haften nicht für ihre filesharenden-Sprösslinge.

    Rechtsanwalt Ray Beckerman erklärte im Digital Music News-Weblog, was dieses Urteil in der Praxis bedeutet: „Die RIAA kann Minderjährige nur verklagen, wenn das Gericht einen Vormund ernennt. Dies ist eine wichtiger Schutz für Kinder, die von der RIAA juristisch belangt werden, und es wird ein großes Problem für die RIAA sein.“

    Unterdessen haben eine Reihe von Verklagten angekündigt, sich vor Gericht gegen die RIAA zu wehren. Dazu gehören ein Ehepaar, dass in seinem Haus Tagesbetreuung für Teenager anbietet und eine alleinerziehende Mutter von fünf Kindern. Das jetzige Urteil könnte dazu führen, dass bald noch mehr betroffene Eltern anwaltliche Hilfe suchen.


    Janko Röttgers hat in der Netzwelt
    die ganze Geschichte.

    19. September 2005
  • : Update: Wahlabend ohne Microsoft
    Update: Wahlabend ohne Microsoft

    Es gibt ein Update in der Einstweiligen Verfügung des Linux-Verbandes gegen den NDR. Der NDR hat am heutigen Freitag beim Landgericht Hamburg Einspruch gegen die vom Linux-Verband erwirkte einstweilige Verfügung eingelegt und durchgesetzt, dass eine Klärung der Streitfrage erst nach der Bundestagswahl stattfinden wird. Also wird das Microsoft-Logo auch am Wahlabend bei der ARD zu sehen sein.

    Aus der Pressemitteilung des Linux-Verbandes dazu:

    […] ”Kaum jemand wird Verständnis dafür haben, dass der NDR nun mit fadenscheinigen Behauptungen für Microsoft-Werbung in politischen Sendungen kämpft”, betonte Elmar Geese. Die Rechtfertigung des NDR, der Linux-Verband habe in früheren Fällen gegen die Nennung des Namens technischer Dienstleister bei Hochrechnungen keinen Widerspruch eingelegt – gemeint ist offensichtlich Siemens – beantwortet der Verband mit dem Hinweis, dass Siemens keine Software anbiete, mit der sich die Mitgliedsfirmen im Wettbewerb befinden.

    Die weitere Rechtfertigung des NDR, dass sein Vertragspartner Infratest für seine Hochrechnungen urheberrechtlich geschützte Datenbanken und Grafiken der Firma Microsoft benutze, die Nennung des Namens deshalb gerechtfertigt und rechtlich zulässig sei und daher keine unlautere Wettbewerbshandlung vorliege, nennt der Vorsitzende des Linux-Verbandes “nicht überzeugend”. “So kann man die Nennung seines Namens in politischen Sendungen nicht einfach erschleichen”, betonte Geese. “Wenn diese Argumentation Bestand hätte, hätte Microsoft ein Recht auf werbewirksame Nennung seines Namens im Zusammenhang mit allen Werken, die mit seiner Software erstellt werden.” […]

    16. September 2005 6
  • : Phonoverband wünscht CDU-Regierung?
    Phonoverband wünscht CDU-Regierung?

    Natürlich wünscht sich nicht die ganze „Musikindustrie“ die CDU, aber Gerd Gephard, der Präsident des Phonoverbandes, scheint die CDU/CSU zu präferieren. Immerhin will die Tauschbörsenbesitzer kriminalisieren und das Recht auf Privatkopie noch weiter beschneiden, bis das Verbraucherrecht ganz weg ist.

    Die Musikwoche berichtet zum Thema „Pop und Politik“ von der Popkomm:

    Weniger desillusioniert gab sich Verbändechef Gerd Gebhardt. Die Politik müsse sich unabhängig von Parteizugehörigkeiten für die Belange der Branche interessieren, so Gebhardt. Aktuell gehe es dabei vor allem um Fragen des Urheberrechtsschutzes. Rot-Grün habe sich in der Vergangenheit immer diskussionsbereit gezeigt. Doch nun sei Handeln gefragt. „Wir brauchen in Zukunft eine stärkere Einschränkung der Privatkopie. Noch fassen wir diese Leute, die massenhaft privat kopieren, zu sehr mit Samthandschuhen an“, findet Gebhardt. Und obwohl er in seiner Position eigentlich zur Neutralität verpflichtet ist, ließ der Verbändechef zwischen den Zeilen eine Präferenz durchblicken: „Möglicherweise spielt da bei einer konservativeren Regierung das ausgeprägtere Wertebewusstsein eine Rolle.“

    [via Nicorola]

    16. September 2005