Netze
Netzneutralität, Breitbandausbau, freie Netze, Plattformen und Internet Governance.
-
: Drosselkom: Warum das Datenaufkommen nur vorgeschoben ist und die Telekom einfach nur mehr Geld verdienen will
: Drosselkom: Warum das Datenaufkommen nur vorgeschoben ist und die Telekom einfach nur mehr Geld verdienen will Die umstrittene Tarifänderung der Telekom ist für den Netzausbau nicht notwendig. Das Internet in Deutschland stößt nicht an seine Grenzen, vor allem nicht wegen des Surf-Verhaltens einiger User. Der eigentliche Grund ist viel naheliegender: Die Telekom will schlicht und einfach mehr Geld einnehmen und ihren Gewinn steigern.
Die Telekom begründet die „Geschwindigkeitsbegrenzung“ ihrer Festnetz-Internetanschlüsse mit „rasanten Datenwachstum“, „sehr hohem Datenaufkommen“ und „rapide zunehmendem Datenvolumen“. Die PR-Abteilung will mit großen Zahlen beeindrucken:
Das Datenvolumen im Netz nimmt rapide zu: Nach Expertenschätzung wird es sich bis 2016 vervierfachen. Dann sollen 1,3 Zettabyte Daten (eine Zahl mit 21 Nullen) pro Jahr übertragen werden.
Einundzwanzig Nullen!
Doch diese Begründung ist nur vorgeschoben. Es gibt keine technische Notwendigkeit für eine „Geschwindigkeitsbegrenzung“, weil sonst das Internet überlastet wäre.
Schon die Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft versuchte in der Arbeitsgruppe „Netzneutralität“ herauszubekommen, wo denn die Netze an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit stoßen sollen. Statt harten Zahlen gab es von den großen vier Internet-Anbietern immer nur Marketing-Sprechblasen. Stattdessen heißt es im Bericht der Kommission:
Betrachtet man die verschiedenen Netzebenen erscheinen nachhaltige Kapazitätsprobleme im Backbone auch auf längere Sicht eher unwahrscheinlich, auch wenn es immer mal temporär und lokal zu Engpässen kommen kann. Im Aggregations- und Access-Bereich ist bei der kabelgebundenen Nutzung durch die technische Aufrüstung, nicht zuletzt durch die zu erwartende Umstellung auf eine glasfaserbasierte Infrastruktur, auf die Dauer eher eine Entspannung zu erwarten, die heute noch auftretende Rivalitäten zwischen Nutzern verringern wird.
Auch das Datenaufkommen beim Internet-Knoten DE-CIX ist noch nicht mal nah dran an einem Engpass. Gegenüber netzpolitik.org bestätigte eine Sprecherin, dass das DE-CIX „bis zu 40 Terabit/s“ machen könnte. Wie die offizellen Statistiken zeigen, sind es derzeit nicht einmal 2.5 Terabit/s, also 6,25 Prozent. Wieder die Enquete:
-
: Werbespot erklärt Drosselpläne der Deutschen Telekom: „Hallo Zukunft“
: Werbespot erklärt Drosselpläne der Deutschen Telekom: „Hallo Zukunft“ Nach dem ersten Werbespot der Deutschen Telekom zur besseren Erklärung der Drosselpläne kommt sofort der zweite hinterher: Hallo Zukunft!
-
: Werbespot: Die Deutsche Telekom erklärt die Drosselpläne
: Werbespot: Die Deutsche Telekom erklärt die Drosselpläne Hier werden die Drosselpläne der Deutschen Telekom mit Hilfe eines ihrer Werbespots in einer Minute erklärt:
Wenn Euch der Clip gefallen hat: Hier ist Teil 2.
-
: #Drosselkom-Soundtrack: „Funktional kaputt“ in iTunes-Charts
: #Drosselkom-Soundtrack: „Funktional kaputt“ in iTunes-Charts Am Montag hatten wir den Song „Funktional kaputt“ von David_1701 vorgestellt, der den passenden Soundtrack zur #Drosselkom – Aktion der Deutschen Telekom bietet. David_1701 hat diesen gestern bei iTunes für 99 Cent eingestellt und man kann ihn jetzt dort kaufen. Die Erlöse will er an den Digitale Gesellschaft e.V. spenden. Seit gestern Abend ist der Song online und momentan liegt er auf Platz 66 der iTunes-Verkaufscharts. Da geht noch mehr!
Einziger Wehmut: Apple kassiert 30%.
-
: Drossl: Warum die Telekom „Drosselung“ DSL-Anschlüsse funktional kaputt macht
: Drossl: Warum die Telekom „Drosselung“ DSL-Anschlüsse funktional kaputt macht
Mit den neu angekündigten Telekom-Tarifen wird ein 50 MBit/s Anschluss in Wahrheit zu einem Anschluss mit weniger als 1 MBit/s. Die Webseite der Telekom braucht nach der „Drosselung“ fast zwei Minuten zum Laden. Die neue Seite Drossl.de rechnet aus, wie tief der Eingriff in die Internet-Anschlüsse wirklich wird. Wir haben Sebastian ‚yetzt’ Vollnhals, Programmierer bei OpenDataCity interviewt:netzpolitik.org: Warum so ein Rechner?
Sebastian Vollnhals: Bislang kursierten im Netz verschiedenste Einschätzungen, was die Drosselung konkret für die jeweiligen Tarife bedeutet. Da die Bandbreiten im Netz der Deutschen Telekom aber sehr variieren, liegt es nahe, einen Rechner zu entwickeln, mit dem die individuellen Folgen der Beschränkung erfasst werden können. Gerade die nicht so offensichtlichen Auswirkungen, wie die rapide gesunkene effektive Durchschnittsbandbreite lassen sich so besser erfassen als mit den verwirrenden Tariftabellen und Leistungsbeschreibungen auf der Telekom-Webseite.
netzpolitik.org: Geht es nur darum ein Serviceangebot zu schaffen?
Sebastian Vollnhals: Die Telekom verweist ja gerne darauf, dass die Inklusivvolumina für „normale Nutzung“ ausreichten und hohe Bandbreiten nur von illegalen Raubkopisten benötigt würden. Völlig ausgeblendet wird in dieser Debatte die Tatsache, dass es bei dieser Verknappung vornehmlich jene trifft, deren kulturellen Teilhabe eher einer Förderung statt einer Einschränkung bedarf.
netzpolitik.org: Wie ist das Video entstanden, dass mit 384kb/s die Telekom-Website lädt?
-
: WHAT IF? Net Neutrality / Netzneutralität
: WHAT IF? Net Neutrality / Netzneutralität Von Nguyen Ngoc Duong und Felix Drößler gibt es das Video „WHAT IF? Net Neutrality / Netzneutralität – A worst case scenario about not given net neutrality.“, das sie im Rahmen einer Semesterarbeit an der Hochschule Hof gemacht haben. Das Video behandelt dabei einen sozialen Aspekt von Netzneutralität:
Wenn Ihr kreativ seid oder werden wollt: Genau jetzt ist die Zeit, für ein Echtes Netz und den Erhalt der Netzneutralität aktiv zu werden, bevor die Deutsche Telekom & Co einfach das Internet umbauen.
-
: Die neuen Flatrate-Optionen der Deutschen Telekom
: Die neuen Flatrate-Optionen der Deutschen Telekom André Vatter hat die neuen Flatrate-Optionen der Deutschen Telekom gefunden, die für 2016 geplant sind:
Um uns zu buchen, müsst Ihr die News-Flat kaufen.
Update: Gibts hier auch in groß. Und ja, es ist Satire. Wundere mich über Kommentare, dass dies nicht offensichtlich sei.
-
: #Drosselkom: Kommentare zur Abschaffung von Flatrates und Netzneutralität (Update)
: #Drosselkom: Kommentare zur Abschaffung von Flatrates und Netzneutralität (Update) Im Netz ist die Aufregung groß über die Ankündigung der Telekom, DSL-Anschlüsse funktional kaputt zu machen. Hier ein paar lesenswerte Kommentare, weitere gerne als Kommentar zu diesem Posting.

Urs Mansmann auf heise.de: Die Maske fällt
Die Telekom argumentiert unredlich. 80 Milliarden kostet der Netzausbau, lässt sie verlauten. Das stimmt, nur ist ein komplett anderer Netzausbau gemeint. Für 80 Milliarden bekommt jeder Haushalt in Deutschland eine Glasfaserleitung mit 200 MBit/s oder mehr. Um die Backbones und Peerings so weit auszubauen, dass die Kunden nicht künstlich ausgebremst werden müssen, ist nur ein kleiner Bruchteil dieser Summe erforderlich. Seit Jahren wächst der Datenverkehr exponentiell, seit Jahren hält der Netzausbau Schritt. Warum will die Telekom die Karten nun plötzlich neu mischen?
Sie will weg vom reinen „Datentransporteur“, die Rolle als Bit-Schubser reicht ihr (und anderen Carriern) schon lange nicht mehr. Die Carrier wollen kontrollieren, was wie über ihre Netze läuft – und dann entweder in einem zweiseitigen Markt von Inhalteanbieter und Kunden gleichzeitig kassieren oder gleich die Inhalte und Dienste selbst anbieten. Die dann natürlich, wie beim aktuellen Modell der Telekom, nicht auf die maximalen Datentransfers angerechnet werden. IPTV (Entertain), Telekom-VoIP und Angebote von Inhaltspartnern wie Spotify werden schön herausgerechnet.
Sascha Lobo auf spiegel.de: Die Telekom erdrosselt das Internet
-
: Presse-LSR scheitert wohl an EU-Orchideenrecht
: Presse-LSR scheitert wohl an EU-Orchideenrecht Während deutsche Presse-Lobbyisten weltweit unterwegs sind, um die Strippen für eine technische „Rights Expression Language“ nach ihrem Geschmack zu ziehen, mit deren Hilfe sich Snippetrechte wie das angekündigte Presseverleger-Leistungsschutzrecht (Presse-LSR) elegant suchmaschinenlesbar machen ließen, droht der Kern der ganzen Aktion, die Verabschiedung des Presse-LSR selbst, im letzten Moment zu scheitern. Das liegt aber nicht daran, dass sich die ausnahmsweise durch Siegfried Kauder personifizierte Vernunft endlich durchgesetzt hätte. Vielmehr wurden die Vorgaben einer kleinen aber wichtigen EU-Richtlinie, die kaum jemand kennt, offenbar übersehen:
-
: Störerhaftung im Bundesrat: WLAN-Betreiber sollen weniger haften, aber „vor unbefugter Nutzung durch Dritte“ schützen
Bild: <a href="https://secure.flickr.com/people/fboyd/">Florian Boyd</a>. Original: <a href="https://secure.flickr.com/photos/fboyd/3507672573/">Flickr</a>. Lizenz: CC <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">BY-SA 2.0</a>. : Störerhaftung im Bundesrat: WLAN-Betreiber sollen weniger haften, aber „vor unbefugter Nutzung durch Dritte“ schützen Der Bundestag wird aufgefordert, das Haftungsrisiko für WLAN-Betreiber zu beschränken. Das hat der Bundesrat heute beschlossen. Damit soll die Störerhaftung gemildert werden, nach Ansicht
des Digitale Gesellschaft e. V. aber mit gefährlichen Nebenwirkungen.Der Deutsche Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung einen Entschließungs-Antrag der Länder Baden-Württemberg, Berlin, Hamburg und Saarland angenommen. Darin heißt es:
-
: Wie neutral ist das Internet?
: Wie neutral ist das Internet?
Der Diskussion rund um die Netzneutralität mangelt es nicht an hinkenden Vergleichen, aber oft hapert es an Fakten und ihrer einfachen Aufbereitung. Deshalb haben Aktivisten aus Österreich eine Visualisierung der Mess-Daten des meassurment labs gebaut, und auf netneutralitymap.org veröffentlicht. Fazit der Karte: die Situation ist schlimmer als erwartet und es besteht eindeutig Handlungsbedarf!In einer farblichen Kodierung zeigt die Karte in welchem Ausmaß die Internetprovider eines Landes in den Datenverkehr ihrer Kunden eingreifen. Basis der Grafik sind die Daten des „Glasnost“ Netzwerktests des meassurment labs. Aus den Daten geht hervor ob Provider gezielt gewisse Protokolle verlangsamen. In einem ausführlichen Paper beschreibt das Max-Planck-Institut für Softwareentwicklung wie der Test funktioniert. Es wurde eine sehr konservative Messmethode gewählt um möglichst wenige false-positiv Ergebnisse zu bekommen. Obwohl die Verlangsamung von Datenpacketen aufgrund ihres Dienstes nur eine von mehreren möglichen Verletzungen der Netzneutralität ist, zeigt die Karte klar wie häufig dies Praxis im Internet geworden ist. Diese Tendenz wird durch die bevorstehende Verabschiedung von Dienstklassen durch die ITU Konferenz im Dezember 2012 tendenziell noch steigen.
Entwickler Michael Bauer äußert sich zum Effekt seines Projekts auf ihn:
-
: Eisbären gegen Löwen: ‚Master Switch’ von Tim Wu in deutscher Übersetzung erschienen
: Eisbären gegen Löwen: ‚Master Switch’ von Tim Wu in deutscher Übersetzung erschienen
Das Ende 2010 erschienen Buch „The Master Switch“ von Tim Wu über „Aufstieg und Niedergang der Informationsimperien“ ist nun in einer deutschen Fassung verfügbar (vgl. Markus Beitrag zur englischen Fassung). Wu ist Rechtsprofessor an der Columbia Universität und hat in den USA maßgeblich Begriff und Konzept der „Netzneutralität“ geprägt. Zu diesem Thema hat Wu auch 2010 bei der re:publica vorgetragen.Zentrales Thema in Master Switch ist das als „der Zyklus“ bezeichnete Wechselspiel zwischen Offenheit und Geschlossenheit in Informations- und Medienindustrien. Demnach folgen bei neuen Medien regelmäßig auf anfängliche Phasen der Freiheit Eingrenzung, Monopolisierung und Kommerzialisierung. Auch wenn sich Wu auf die Situation in den USA konzentriert, ist seine Beschreibung über die offnen Anfänge von Telefon, Radio und Fernsehen ebenso spannend zu lesen, wie seine Analyse von darauffolgenden Eingrenzungsdynamiken instruktiv für die Gegenwart ist. Die aktuelle Auseinandersetzung um Netzneutralität (vgl. www.echtesnetz.de) ist für ihn denn auch ein Indiz dafür, dass das Internet ebenfalls dem Zyklus unterworfen ist: „Der Zyklus dreht sich bereits erneut“ (S. 319).
Er beschreibt diese Auseinandersetzung als eine zwischen zwei Koalitionen – Google, Amazon, Ebay samt Non-Profit-Verbündeten wie Wikimedia und Mozilla auf der einen, Apple, AT&T sowie die Unterhaltungsindustrie auf der anderen Seite (S. 337):
„Doch hier geht es nicht darum, dass ein Rudel Wölfe ein anderes aus dem besten Tal jagt. Auch wenn es sich merkwürdig anhört, dieser Wettbewerb gleicht eher einem Kampf zwischen Eisbären und Löwen um die Weltherrschaft. Jedes Tier, das in seinem natürlichen Element unschlagbar überlegen ist – der Eisbär in Eis und Schnee und der Löwe in der offenen Steppe -, wird ein Stück Land übernehmen, in dem es keine natürliche Unternehmensgrundlage hat. Die einzige praktische Strategie wird eine Kampagne zum Klimawandel sein[.]“
-
: Wikipedia Academy in Berlin: Finales Programm
: Wikipedia Academy in Berlin: Finales Programm
Die als englischsprachige Forschungskonferenz neu konzeptionalisierte Wikipedia Academy findet von 29. Juni bis 1. Juli unter dem Motto „Research and Free Knowledge“ in Berlin statt und richtet sich an alle jene, die an Forschung um und mit Wikipedia und freiem Wissen interessiert sind. Im Programm finden sich neben Vorträgen aus laufenden Forschungsprojekten und Podiumsdiskussionen auch alternative Formate wie Speed Geeking, Lightning Talks und Workshops (u.a.zu Wikipedia-Datenanalyse), die zum Mitmachen einladen.Außerdem gibt es Keynotes von MIT-Forscher und Free-Software-Aktivist Benjamin Mako Hill sowie von Sarah Stierch, die derzeit als als „Wikipedian in Residence“ am Smithsonian zur Frage der Geschlechterungleichheit in der Wikipedia forscht. Ihre Keynote bildet am Sonntag, 1. Juli, die Überleitung zu einem „Free Culture Brunch“ mit anschließender Verleihung des Zedler-Preises für Freies Wissen im SUPERMARKT Wedding. Davor ist die Wikipedia Academy von 29.-30 Juni zu Gast am wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereich der Freien Universität Berlin.
Die Registrierung für die Teilnahme ist noch bis Mitte nächster Woche geöffnet. Eine Teilnahme nur an den Workshops (Freitag Vormittag) oder dem sonntäglichen Free Culture Brunch ist ebenfalls möglich. Ausführlichere Informationen finden sich am Blog von Wikimedia Deutschland.
Disclaimer: Ich bin selbst als Teil des Organizing Committee in die Organisation der Veranstaltung involviert.
-
: Freifunk-Freedom-Fighter-Box gegen Störerhaftung
: Freifunk-Freedom-Fighter-Box gegen Störerhaftung Der Verein Freie Netzwerke e.V. mit seiner Kampagne Freifunk statt Angst wird in den nächsten Wochen „Freifunk-Freedom-Fighter-Boxen“ an offenen Plätzen (z.B. Cafes und Bars) in Berlin verteilen. Bei den Boxen handelt es sich um Router die mit einer neuen Firmware ausgestattet wurden; sie können sich einen bestehenden Internetzugang teilen und betreiben ein offenes WLAN. Damit sowohl Betreiber als auch Nutzer anonym bleiben werden alle Verbindungen über einen VPN nach Schweden getunnelt. Dadurch wird auch das Problem der Störerhaftung umgangen. Bisher haftet der Betreiber eines offenen WLANs für das, was die Nutzer dort tun. Das führte dazu, dass viele Cafes und Bars ihre offenen WLANs schlossen und diese nur noch nach Anmeldung nutzbar waren. Mit den FFF-Boxen können wieder offene WLANs angeboten werden, ohne Gefahr zu laufen, angeklagt zu werden und mit zumindest einer hohen Anwaltsrechnung sitzen zu bleiben. Mit der Aktion wollen die Freifunker „ein Zeichen gegen die Störerhaftung setzen und [sich] für offene und anonyme Internet-Zugänge engagieren.“
Weitere Informationen und eine Kontaktadresse findet sich bei freifunk.net.
-
: Leichtere Verfolgung von Verleumdungen in GB – Provider und Webseitenbetreiber als Hilfssheriffs
: Leichtere Verfolgung von Verleumdungen in GB – Provider und Webseitenbetreiber als Hilfssheriffs The Guardian berichtet über eine Gesetzesreform in Großbritannien, die eine einfachere Verfolgung von Verleumdung und übler Nachrede im Internet vorsieht. Dabei sollen Internet Service Provider (ISP) und Webseitenbetreiber für herabsetzende Nutzerpostings haftbar gemacht werden. Nur wenn diese bei der Identifizierung des potentiellen Verleumders behilflich sind, bleiben sie vor den Klagen sicher. Urheber beleidigender oder verleumderischer Inhalte sollen so von deren Adressaten leichter zu ermitteln sein. Allerdings müssen diese nach dem Reformvorschlag einen Nachweis erbringen, dass ihr guter Ruf durch die Äußerung gelitten hat, bevor sie Klagen können.
Neu ist auch, dass die potentiellen Verleumdungen nach einem Jahr verjähren und auch bei erneuter Veröffentlichung nicht mehr geklagt werden kann. Whistleblower sollen von den Regelungen soweit wie möglich ausgenommen werden. Was das konkret heißt ist unklar.
-
: Neue Bundesratsinitiative soll WLAN-Anbieter vor Abmahnungen schützen
: Neue Bundesratsinitiative soll WLAN-Anbieter vor Abmahnungen schützen Die Regierungsfraktionen im Berliner Abgeordnetenhaus stießen letzten Freitag eine Bundesratsinitiative an, die zu mehr Rechtssicherheit von Betreibern öffentlicher WLANs führen soll. Vorausgegangen war eine Abmahnwelle gegen Gaststätten mit kostenlosem Internetzugang, die einzelne Cafés schon zur Abschaltung ihrer Hotspots bewegte.
Betreiber von öffentlichen WLAN-Hotspots dürften demnach von Abmahnungen „befreit“ sein, wenn sie den Zugang ihrer Kunden nach noch festzulegenden Kriterien ausreichend überwachen.

So heißt es im Antrag ans Abgeordnetenhaus, es solle „Eine Haftung für unbefugte Nutzer […] jedenfalls dann nicht eintreten, wenn erforderliche technische Schutzmaßnahmen ihrem Zweck entsprechend wirksam gegen eine unbefugte Drittnutzung des Zugangs eingesetzt worden sind.“ Hierzu bedürfe es „einer Regelung, die die Anforderungen an die jeweils einzusetzenden Schutzmaßnahmen auch unter Zumutbarkeitskriterien eindeutig und allgemein verständlich definiert.“
Die Initiative Freifunk, die an über tausend Punkten in ganz Deutschland kostenlose Hotspots zur Verfügung stellt, begrüßt die Initiative in einer Presseerklärung. Gleichzeitig wird aber auch die Einhaltung des Telemediengesetzes angemahnt, das eine Überwachung der Nutzer durch Internetanbieter verbietet und auch eine anonyme Nutzung garantiert (Abs. 6). Fragwürdig sei auch die Verwendung des nicht näher definierten Begriffs „unbefugte Nutzer“. -
: Druck auf Wikipedia für Teilnahme an SOPA-Blackout via Spendenaufruf
: Druck auf Wikipedia für Teilnahme an SOPA-Blackout via Spendenaufruf Es klingt wie Satire, ist aber offensichtlich ernst gemeint. Weil sich die Entscheidung innerhalb der Wikipedia-Community (vgl. die diesbezügliche Wikiseite) weiter hinzieht, ob und in welcher Form man sich an den Anti-SOPA-Protesten beteiligen soll, hat Demand Progress die Seite www.wikipediablackout.com gestartet. Dort werden Internetnutzer aufgefordert, Wikimedia die Entscheidung mit Spendendollars leichter zu machen und zumindest einen Dollar an Wikipedia zu spenden. (Ein Schelm wer hier nur an den damit verbundenen perversen Anreiz denkt, sich jetzt erst Recht mit der Entscheidung Zeit zu lassen.)
Die Diskussion zieht sich vor allem auch deshalb so lange hin, weil es nicht nur um ein simples Ja oder Nein zur Teilnahme am für den 18. Januar geplanten Protest-Blackout geht, sondern auch um Ausmaß und Begleitmaßnahmen des Blackouts. Diskutiert wird beispielsweise, Wikipedia nur in den USA abzuschalten und im Rest der Welt über Banner darüber zu informieren.
Auch ist umstritten, was unter „Blackout“ zu verstehen ist: Soll die Wikipedia tatsächlich für einen Tag nicht erreichbar sein oder sollen Besucher sich nur durch Informationen zu SOPA durchklicken müssen, um zu den Wikipedia-Inhalten zu gelangen. Dem derzeitigen Stimmungsbild nach zu urteilen dürfte zweitere Option in den USA, kombiniert mit Bannern für den Rest der Welt, voraussichtlich das Rennen machen – zumindest, wenn es überhaupt zu einer Entscheidung kommt.
-
: Netzneutralität braucht Unterstützung
: Netzneutralität braucht Unterstützung Auf respectmynet.eu/ werden seit einiger Zeit Verstöße gegen die Netzneutralität gesammelt. Wer von Fällen weiß, ist jetzt besonders gefragt, sie zeitnah zu melden: Am 20. Januar läuft eine Frist aus, bis zu der die Europäische Kommission und GEREK Antworten auf Fragen zum Thema Netzneutralität von Telkos, aber auch von Verbraucherorganisationen entgegennehmen. Dieses Vorgehen soll bei der Evaluation des derzeitigen Zustands helfen und kann vielleicht auch Antworten auf die Frage liefern, ob die Telekommunikationsanbieter per unsichtbarer Hand Netzneutralität schaffen werden, wie EU-Kommissarin Neelie Kroes hofft.
Helfen kann man auch durch das Testen bisher gemeldeter Fälle. Drosselt die Deutsche Telekom wirklich die Geschwindigkeit von YouTube? Wann funktioniert Voice-over-IP bei Vodafone, wann nicht? Verbietet die AGB Eures UMTS-Vertrages vielleicht VOIP, p2p-Kommunikation oder andere Dienste? Tools für Tests findet man hier: http://respectmynet.eu/start/
Je mehr Menschen mitmachen, umso deutlicher wird das Bild. Betroffen sind viele. Eine Übersicht über die gemeldeten Verstöße aus Deutschland findet sich unter http://respectmynet.eu/list/DE, die Gesamtliste hier. Insbesondere aus Österreich mangelt es noch an Beiträgen.
-
: Der Netzaktivist Guttenberg
: Der Netzaktivist Guttenberg Die Operation Comeback des Plagiators Karl-Theodor zu Guttenberg geht nun nach Zeit-Interview und Spende an die Kinderkrebshilfe in die dritte Phase. Am Montag trifft er sich mit der EU-Kommissarin für Digitales, Neelie Kroes, um medienwirksam eine Initiative zur Freiheit im Internet zu starten.
Wenn man bedenkt, wie populär das Themenfeld Netzpolitik im letzter Zeit medial behandelt wird, ist dieser Schritt ebenso konsequent wie durchsichtig.
Mit dem Internet hatte Guttenberg, „Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat“ bisher bekantlich eher seine Schwierigkeiten.
-
: Ändern “Liberation Technologies” die Machtbalance zwischen repressiven Staaten und der Zivilgesellschaft?
: Ändern “Liberation Technologies” die Machtbalance zwischen repressiven Staaten und der Zivilgesellschaft? Patrick Meier von Ushahidi ist vielen hier wahrscheinlich durch seine Vorträge bei re:publica und re:campaign bekannt – oder durch seine mehrfachen Erwähnungen auf diesem Blog.
In seiner jetzt veröffentlichten Dissertation widmet er sich der Frage, ob „Liberation Technologies“ tatsächlich die befreiende, also letztlich machtverschiebende Wirkung haben, die man ihnen zuschreibt. Als „Liberation Technologies“ werden Entwicklungen bezeichnet, bei denen davon ausgegangen wird, dass sie ein basisdemokratisches, antirepressives Potenzial haben, wie zum Beispiel das Anti-Zensur- und Anonymisierungstool Tor oder kolloborative Krisen-Visualisierungs-Tool Ushahidi.
